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108 m² Wohnung komplett mit Parkett | Rückblick auf einen echten Flip

In diesem Video blickt Johannes auf ein abgeschlossenes Fix-and-Flip-Projekt im Allgäu zurück: eine 108 m² große Dachgeschosswohnung mit Eichenparkett, hellen Räumen, LED-Beleuchtung und einem komplett renovierten Badezimmer. Er zeigt, was bei diesem Flip gut gelaufen ist, wo Fehler gemacht wurden und welche Lehren sich für künftige Projekte ziehen lassen.

Das Objekt: Eine 108 m² Dachgeschosswohnung im Allgäu

Das Projekt lag im Allgäu, einer Lage mit echtem Mehrwert: Bergpanorama, hohe Nachfrage, Menschen, die genau hier wohnen wollen. Auf dem Balkon geht direkt vor der Nase die Natur los, Wiesen, Kühe, Allgäuer Landschaft. Das klingt nach einem idealen Flip-Objekt, und in vieler Hinsicht war es das auch. Aber es gab einige Besonderheiten, die das Projekt anspruchsvoller gemacht haben als einen klassischen Flip.

Die Wohnung war mit rund 108 bis 110 m² sehr groß. Das klingt erst mal nach einem Vorteil, ist es beim Flip aber nicht zwangsläufig. Bei dieser Größe befindet man sich zwischen zwei Käufergruppen: für ein Pärchen ist es viel, für eine Familie mit Kindern gerade so ausreichend. Das schränkt den potenziellen Käuferkreis deutlich ein und erfordert beim Verkauf mehr Zeit und Geduld. Dazu kam, dass die Wohnung in einem Zweifamilienhaus lag, also eine starke Abhängigkeit von der Hausgemeinschaft bestand. Entscheidungen, die das gesamte Gebäude betreffen, laufen nie so schnell wie man das auf einer eigenen Baustelle gewöhnt ist.

Was alles renoviert wurde und was es gekostet hat

Das Projekt war eine Vollrenovierung. Wände, Decken, Böden, alles wurde angefasst. Dazu kam, was bei Altbauprojekten häufig passiert: die komplette Elektrik musste neu gemacht werden. Das war nicht eingeplant und hat die Renovierungskosten um rund 12.000 Euro erhöht. Solche Überraschungen sind im Fix-and-Flip-Geschäft keine Seltenheit, aber sie zeigen, wie wichtig eine solide Kostenreserve ist.

Insgesamt lagen die Renovierungskosten bei diesem Projekt bei knapp 80.000 Euro. Das ist für eine Dachgeschosswohnung dieser Größe nachvollziehbar, wenn man bedenkt, dass wirklich alles neu gemacht wurde: Elektrik, Trockenbau, Parkettboden, Badezimmer, LED-Beleuchtung, Dachluke, Türen, Zargen und mehr.

Trotz der hohen Investition und einiger Abstriche beim Verkaufspreis blieb am Ende eine Marge von rund 60.000 Euro. Das Objekt wurde an Eigennutzer verkauft, die selbst aus dem Allgäu stammen und die Lage zu schätzen wissen.

Der Parkettboden: das Highlight der Renovierung

Eines der auffälligsten Elemente dieses Flips war der Fußboden. Verbaut wurde ein stark gerauter Eichenparkett im Landhausstil. Die Oberfläche ist spürbar strukturiert, man fühlt das Holz beim Barfußlaufen, die Maserung ist deutlich sichtbar. Optisch eine sehr hochwertige Wahl, die perfekt zum Charakter einer Dachgeschosswohnung mit Sichtbalken passt.

Allerdings gibt es hier eine klare Kritik: Der Parkett wurde schwimmend verlegt statt verklebt. Bei einer so großen Fläche und einem so hochwertigen Boden ist das ein Fehler. An manchen Stellen hat der Boden nachgegeben. Die richtige Vorgehensweise wäre gewesen:

  • Untergrund sauber machen und prüfen
  • Mit Ausgleichsmasse abgleichen
  • Abschleifen
  • Parkett vollflächig verkleben

Das hätte eine ebene, stabile Fläche garantiert und auch den Übergang zu den Fliesen im Bad sauberer gemacht. Bei einem Boden dieser Qualität lohnt es sich, diesen Schritt nicht einzusparen.

LED-Beleuchtung, helle Räume und Sichtbalken

Ein durchgängiges Element durch die gesamte Wohnung war die LED-Beleuchtung. Im Flur wurde eine LED-Leiste komplett entlanggeführt, in den Schlafzimmern wurden größere und mehr Spots verbaut als zuvor. Das Ergebnis sind helle, klare Räume, die gerade in einem Dachgeschoss mit seinen schrägen Wänden und natürlichem Lichteinfall sehr gut wirken.

Das Herzstück der Wohnung war der Wohn- und Essbereich mit Sichtbalken. Die Balken wurden abgeschliffen und ohne dunkle Lasur behandelt, was den Raum deutlich heller und moderner gemacht hat. Dazu kommt ein schöner Lichteinfall, der am Nachmittag für echte Lichtspiele sorgt. Der Anschluss für einen Kachelofen ist noch vorhanden und könnte für bestimmte Käufer ein zusätzlicher Pluspunkt sein.

Der Balkon wurde ebenfalls überarbeitet und gehört zu den Highlights des Objekts. Mit Blick auf Wiesen und Bergkette ist das genau die Art von Ausstattung, die Eigennutzer aus der Region anspricht.

Was im Badezimmer besser hätte laufen können

Das Badezimmer war vor der Renovierung wirklich in einem schlechten Zustand: dunkel, veraltet, mit Glasbausteinen und einer alten Whirlpool-Wanne aus den 2000er Jahren. Diese sogenannten Jacuzzi-Wannen mit Blubberfunktion haben damals viel Geld gekostet und galten als Statussymbol. Heute würde man so etwas nicht mehr einbauen.

Nach der Renovierung wurde einiges besser: LED-beleuchteter Spiegel, ein schöner Waschtisch als Aufsatzbecken auf einem Holzunterschrank, ein Handtuchwärmekörper und eine neu geflieste Dusche. Trotzdem gibt es hier Kritikpunkte, die offen angesprochen werden:

  • Schwarze Armaturen wären eine stärkere gestalterische Aussage gewesen
  • Die Duschrinne hätte man weglassen und stattdessen alles komplett fliesen sollen
  • Das WC-Modell mit sichtbarem Gestell unten wirkt unfertig, ein wandhängendes WC mit klaren Linien wäre besser gewesen
  • Die Positionierung des WCs hätte mehr Platz und Privatsphäre durch eine Schamwand ermöglicht
  • Einige Details wurden zu selbstständig von den Handwerkern entschieden, ohne ausreichende Abstimmung

Das zeigt, wie wichtig es beim Fix and Flip ist, die Handwerker eng zu begleiten und klare Vorgaben zu machen, besonders wenn es um Räume geht, die Käufer stark emotional bewerten. Ein Badezimmer kann ein Verkaufsargument sein oder ein Grund, warum jemand abspringt.

Was bei der Küche nicht funktioniert hat

Auch in der Küche gab es einen Punkt, der im Nachhinein anders hätte gemacht werden sollen. Die Handwerker haben einen kleinen Tresen beziehungsweise eine Art Kücheninsel eingebaut, wobei eine Leiste rund eineinhalb Zentimeter übersteht. Das klingt nach einem Kleinigkeit, fällt aber auf und hätte vermieden werden können, wenn man die Küchenplanung von Anfang an auf einer Ebene gelöst hätte. Solche Details summieren sich und beeinflussen den Gesamteindruck bei Besichtigungen.

Der Kunde hinter dem Projekt und was danach passiert ist

Das Projekt wurde gemeinsam mit einem Kunden umgesetzt, der selbstständiger Unternehmer ist. Was auffällt: Er hat viele Entscheidungen eigenständig und schnell getroffen. Genau das ist eine Eigenschaft, die beim Fix and Flip wichtig ist. Wer bei jeder Kleinigkeit zögert und endlos abstimmt, verliert Zeit und damit Geld. Baustellen brauchen Tempo und klare Entscheidungen.

Nach diesem ersten Projekt hat der Kunde direkt das nächste Objekt gekauft, dann ein Mehrfamilienhaus. Der Groschen ist gefallen, wie Johannes es beschreibt. Das erste Flip-Projekt war der Startschuss für eine konsequente Investitionsstrategie.

Was man aus diesem Flip lernen kann

Dieser Rückblick ist ehrlich und lehrreich, weil er zeigt, dass kein Flip perfekt ist. Selbst mit Erfahrung und einem guten Team passieren Fehler. Was zählt, ist, sie zu erkennen, daraus zu lernen und beim nächsten Objekt besser zu machen. Hier die wichtigsten Punkte zusammengefasst:

  • Elektrik immer prüfen und eine Kostenreserve einplanen, gerade bei Altbauten
  • Parkett bei großen Flächen verkleben, nicht schwimmend verlegen
  • Badezimmer konsequent durchplanen und nicht zu selbstständig von Handwerkern umsetzen lassen
  • Details wie Armaturen, WC-Modell und Fugenbilder bewusst auswählen, weil sie den Gesamteindruck stark beeinflussen
  • Bei großen Wohnungen die Zielgruppe klar definieren, 108 m² sind kein klassisches Flip-Format und erfordern mehr Zeit beim Verkauf
  • Tempo und Entscheidungsfreude sind genauso wichtig wie technisches Know-how

Trotz allem: Die Wohnung wurde verkauft, die Marge lag bei rund 60.000 Euro, und der Kunde hat danach direkt weitergemacht. Das ist am Ende das Ziel beim Fix and Flip. Nicht die perfekte Renovierung, sondern ein profitabler Verkauf und der nächste Schritt.

Fix and Flip im Allgäu: Lage als entscheidender Faktor

Ein wichtiger Aspekt dieses Projekts war die Lage. Das Allgäu ist kein klassischer Großstadtmarkt, aber eine Region mit stabiler Nachfrage und Menschen, die bewusst dort leben wollen. Eigennutzer, die die Berglandschaft schätzen, sind bereit, für eine gut renovierte Wohnung in dieser Umgebung einen entsprechenden Preis zu zahlen. Das Objekt wurde genau an solche Käufer verkauft, die aus der Region stammen und die Lage kennen und lieben.

Wer Fix and Flip betreibt, muss die Lage immer im Blick behalten. Die Renovierung bringt nur dann den gewünschten Return, wenn der Markt die Wertsteigerung auch trägt. Im Allgäu war das der Fall, auch wenn die große Quadratmeterzahl die Vermarktung schwieriger gemacht hat als bei einer 60 oder 70 m² Wohnung.

Wenn du selbst überlegst, einen ersten Flip anzugehen, oder wissen willst, wie solche Projekte in der Praxis ablaufen, schau dir das Video an. Es ist ein echter Rückblick mit echten Zahlen und ehrlicher Einschätzung.