3 Freunde. 1 Investment | Besichtigung | Flipper
In diesem Video begleitet Johannes drei junge Männer aus Augsburg bei der Besichtigung ihres ersten gemeinsamen Fix-and-Flip-Projekts. Die Wohnung im achten Stock bietet 80 Quadratmeter, drei Zimmer und einen beeindruckenden Ausblick nach Süden, Westen und Osten. Was noch eine Baustelle ist, soll schon bald renoviert und gewinnbringend verkauft werden.
Das erste gemeinsame Flip-Projekt in Augsburg
Augsburg, etwa eine Stunde von Johannes' Heimatort entfernt. Dort hat sich ein junges Team aus drei Freunden zusammengefunden, um gemeinsam ihren ersten Immobilien-Flip zu starten. Felix, 22 Jahre alt und aus Augsburg, ist einer der Hauptakteure. Er macht das Projekt zusammen mit seinem Bruder und einem weiteren Freund. Das Trio steht zum Zeitpunkt der Besichtigung noch ganz am Anfang, der Kauf ist frisch abgeschlossen, und Johannes schaut sich die Wohnung gemeinsam mit ihnen an.
Die Wohnung liegt im achten Stock eines größeren Wohngebäudes mit rund 80 bis 90 Parteien und ungefähr vier Wohnungen pro Etage. Felix und sein Team haben das Objekt über einen Makler gefunden. Direktakquise per Postkarten oder ähnliches war noch nicht nötig, ist aber für zukünftige Projekte bereits in der Planung. Wer früh mit solchen Akquise-Methoden anfängt, hat langfristig einen klaren Vorteil gegenüber Mitbewerbern auf dem Markt.
Ein weiterer interessanter Ansatz des Teams: Sie wollen zunächst dieses Objekt vollständig abwickeln, bevor sie das nächste angehen. Der Grund ist pragmatisch. Wer sich beim ersten Flip zu früh auf das nächste Projekt stürzt, riskiert, Fehler zu wiederholen oder in laufende Baustellen hineinzuplanen, die noch nicht abgeschlossen sind. Das ist eine reife Entscheidung für drei Einsteiger.
Raumaufteilung und erster Eindruck der Wohnung
Die Wohnung hat 80 Quadratmeter, drei Zimmer sowie eine Loggia mit Aussicht nach Süden, Osten und Westen. Der Ausblick ist ein echter Pluspunkt: Von hier aus sieht man die westlichen Wälder, bei guter Sicht die Berge, und sogar die WWK Arena des FC Augsburg ist zu erkennen. Dazu kommen Grünflächen, ein Park und ein Spielplatz in unmittelbarer Nähe. Für Augsburg ist ein Hochgeschoss mit freiem Rundumblick keine Selbstverständlichkeit, und dieser Ausblick kann beim späteren Verkauf ein entscheidendes Kaufargument sein.
Beim ersten Betreten der Wohnung ist schnell klar: Das Objekt braucht Arbeit. Die Holzvertäfelung zieht sich durch mehrere Räume, darunter die Küche, und macht die Wohnung optisch dunkel und veraltet. Trotzdem ist die Substanz solide, was für ein Fix-and-Flip entscheidend ist.
Was bleibt, was wird erneuert
Eines der wichtigsten Themen bei jedem Flip ist die Frage: Was lohnt sich zu erhalten, und was muss raus? Das Team hat sich hier bereits gut vorbereitet. Die Entscheidungen klingen durchdacht:
- Holzböden in Wohnzimmer und Schlafzimmer bleiben erhalten. Schönes Parkett ist ein Verkaufsargument und aufwendig zu ersetzen.
- Die alten Fliesen im Eingangsbereich werden gegen einen neuen, modernen Bodenbelag ausgetauscht. Diese Fliesen kennt jeder, der schon mal eine renovierungsbedürftige Wohnung gesehen hat, und sie sind eines der deutlichsten Signale für veralteten Zustand.
- Die Heizkörper werden in der gesamten Wohnung einheitlich erneuert. Alte, unförmige Heizkörper in unterschiedlichen Farben wirken unruhig und senken die Wertwahrnehmung. Einheitliche, moderne Heizkörper sind ein günstiger Eingriff mit sichtbarer Wirkung.
- Die Küche wird komplett herausgenommen und die Wohnung ohne Einbauküche verkauft. Das ist eine pragmatische Entscheidung: Küchen sind Geschmackssache und ein erheblicher Kostenfaktor. Wer keine Küche einbaut, spart Geld und gibt dem Käufer die Freiheit, selbst zu wählen.
- Der Fliesenspiegel in der Küche wird nicht ersetzt. Stattdessen diskutieren Felix und Johannes kurz über Alternativen wie einen Glasspritzschutz, der sich inzwischen als moderne Lösung durchgesetzt hat und einfacher zu reinigen ist.
Das Bad: Neu denken statt einfach renovieren
Das Badezimmer ist einer der Räume, die am meisten Aufmerksamkeit bekommen. Es gibt zwei Bäder in der Wohnung: ein separates WC und ein größeres Bad mit Badewanne. Das Team überlegt, das größere Bad neu zu strukturieren. Der Plan sieht vor, die Badewanne quer einzubauen, eine ebenerdige Dusche zu integrieren und einen Infrarotstrahler oder Solarislampe an der Wand als Heizersatz zu nutzen. Das spart Platz für den Heizkörper und macht das Bad großzügiger.
Im separaten WC fällt die Entscheidung klar: Es kommt eine hängende Toilette rein. Das ist nicht nur optisch zeitgemäß, sondern auch ein konkretes Verkaufsargument. Eine stehende Toilette wirkt veraltet und ist bei einem gepflegt renovierten Objekt schlicht fehl am Platz. Wer beim Fix-and-Flip auf solche Details achtet, hebt sich vom Durchschnitt ab.
Der sogenannte "Rotlichtbereich" und weitere Besonderheiten
Ein Zimmer, das im Video liebevoll als "Rotlichtviertel" bezeichnet wird, war komplett mit Holz vertäfelt und hatte seinen eigenen Charakter. Das Parkett in diesem Raum ist schön und soll erhalten bleiben. Gleichzeitig war die komplette Holzverkleidung an Wänden und Decke auch hier ein klares Zeichen dafür, dass das Objekt einer grundlegenden Überarbeitung bedarf.
Im Eingangsbereich plant das Team eine platzsparende Lösung: Waschmaschine und Trockner sollen dort untergebracht werden, darüber ein schlichtes Regal oder Brett als praktische Ablagefläche für Schlüssel und Alltägliches. Kleine Details wie diese machen eine Wohnung im Alltag funktionaler und wirken bei der Besichtigung durch potenzielle Käufer durchdacht.
Auf dem Balkon gibt es noch eine besondere Frage: Ein kleines Anbaugebilde ist vorhanden, das praktisch als Abstellbereich genutzt werden könnte. Johannes sagt ehrlich, er würde es persönlich nicht stehen lassen, aber für den Verkauf soll der Käufer selbst entscheiden. Das ist ein klassischer Ansatz beim Flip: Nicht alles muss perfekt sein, aber die Wohnung sollte keine Entscheidungen vorwegnehmen, die Käufer selbst treffen wollen.
Was dieses Projekt für Einsteiger interessant macht
Was an diesem Video besonders wertvoll ist: Es zeigt einen Flip in einem sehr frühen Stadium, noch vor dem ersten Hammerschlag. Man sieht, wie Felix und sein Team bereits strukturiert denken, welche Fragen sie sich stellen und wo Johannes gezielt Impulse gibt, ohne die Entscheidungshoheit zu übernehmen.
Ein paar Lernpunkte, die sich aus dieser Besichtigung direkt ableiten lassen:
- Ein guter Ausblick und eine attraktive Lage sind keine Nebensache. Sie können ein Objekt deutlich leichter verkaufbar machen, selbst wenn der Zustand zunächst abschreckt.
- Substanzerhalt vor Erneuerung: Schöner Parkettboden muss nicht raus, nur weil die Wohnung renoviert wird. Gezielt einzusparen, wo es sinnvoll ist, schützt die Marge.
- Die Küche ist keine Pflicht. Wer den Aufwand scheut und das Objekt ohne Einbauküche verkauft, spart Kosten und gibt Käufern mehr Entscheidungsfreiheit.
- Bäder sind Verkaufsräume. Hängende Toilette, ebenerdige Dusche, klare Linien: Das sind keine Luxusentscheidungen, sondern gezielte Maßnahmen, um die Wohnung attraktiv zu machen.
- Wer zu dritt investiert, hat mehr Ressourcen für Eigenleistungen. Das Team bringt handwerkliches Geschick mit, was die Kosten reduziert. Gleichzeitig sollte die Aufgabenverteilung klar sein, damit das Projekt nicht ins Stocken gerät.
Fazit: Ein vielversprechender Start
Drei junge Männer, eine Wohnung in Augsburg, achter Stock, 80 Quadratmeter und ein klarer Plan. Das ist keine glamouröse Ausgangssituation, aber genau das ist der Reiz beim Fix-and-Flip. Die Wohnung hat echtes Potenzial: guter Grundriss, tolle Aussicht, solide Holzböden und eine überschaubare Renovierungsliste. Wenn das Team seine Planung diszipliniert umsetzt und die Kosten im Griff behält, kann hier eine ordentliche Rendite entstehen.
Johannes kündigt an, möglicherweise noch einmal vorbeizuschauen, wenn die Arbeiten weiter fortgeschritten sind oder die Wohnung fertig ist. Wer wissen will, wie das Ergebnis aussieht, sollte den Kanal im Blick behalten.