3 Freunde. 1 Investment | Besichtigung | Flipper
In diesem Video begleitet Johannes drei junge Männer aus Augsburg bei der Besichtigung ihres ersten Fix-and-Flip-Projekts. Felix und seine Mitstreiter haben sich mit 22 Jahren das erste Mal getraut, eine Eigentumswohnung zu kaufen und umzubauen. Johannes schaut sich die Wohnung gemeinsam mit ihnen an und gibt seine erste Einschätzung zum Potenzial und zu den geplanten Renovierungsmaßnahmen.
Der erste Flip: Drei junge Investoren wagen den Einstieg
Felix ist 22 Jahre alt, kommt aus Augsburg und macht dieses Projekt gemeinsam mit seinem Bruder und einem weiteren Freund. Drei Jungs, eine Wohnung, ein gemeinsames Ziel. Das klingt erstmal unkompliziert, ist aber alles andere als selbstverständlich. Der erste Flip ist für die meisten die härteste Lektion, weil man Dinge lernt, die man sich vorher schlicht nicht vorstellen kann. Genau deshalb lohnt es sich, diesen Schritt so transparent wie möglich zu dokumentieren.
Johannes fährt eine Stunde von seinem Heimatort nach Augsburg, um sich das Objekt vor Ort anzuschauen. Nicht als Investor, sondern als Begleiter und Sparringspartner. Das ist der Vorteil, wenn man jemanden mit Erfahrung dabei hat: Man kriegt eine ehrliche Einschätzung, bevor man den ersten Handwerker bestellt.
Das Objekt: 80 Quadratmeter im 8. Stock mit Panoramablick
Die Wohnung befindet sich im achten Stock eines großen Wohnblocks in Augsburg. Das Gebäude hat insgesamt 80 bis 90 Parteien, verteilt auf mehrere Etagen. Die Wohnung selbst hat:
- ca. 80 Quadratmeter Wohnfläche
- 3 Zimmer
- Eine Loggia mit Ausblick nach Süden, Osten und Westen
- Holzböden in Wohnzimmer und Schlafzimmer
- Sichtweite auf den Augsburger Wald, das Stadtzentrum und die WWK Arena des FC Augsburg
Die Lage im obersten Stockwerk ist ein klares Plus. In Augsburg gibt es wenige Hochhäuser dieser Größenordnung, und wer hier wohnt, hat einen freien Blick ohne Verbauung. Ringsum Grünflächen, Parkanlage und Spielplatz. Das ist beim Weiterverkauf ein echtes Verkaufsargument, das man nicht unterschätzen sollte.
Wie sind die drei an die Wohnung gekommen? Über einen Makler. Postkarten oder direktes Off-Market-Akquirieren haben sie noch nicht ausprobiert, das soll aber der nächste Schritt werden. Wer langfristig im Fix and Flip aktiv sein will, kommt irgendwann nicht mehr nur um klassische Maklergeschäfte herum. Off-Market-Deals bieten oft bessere Einstiegspreise und weniger Konkurrenz.
Was bleibt drin, was kommt raus?
Johannes und Felix gehen die Wohnung Raum für Raum durch. Das ist der wichtigste Schritt bei jeder Besichtigung: realistisch einschätzen, was wirklich gemacht werden muss und was günstiger ist, einfach stehen zu lassen.
Was bleibt:
- Alle Holzböden in Wohnzimmer und Schlafzimmer
- Die Grundstruktur der Räume bleibt weitgehend erhalten
- Der Balkon bzw. die Loggia braucht kaum Arbeit
Was wird gemacht oder ersetzt:
- Alle Heizkörper werden komplett ausgetauscht. Die alten Heizkörper sind optisch unattraktiv und passen nicht zum angestrebten modernen Stil. Einheitliche neue Heizkörper in der gesamten Wohnung sind geplant, einzelne werden ganz entfernt.
- Das Bad wird neu gestaltet. Geplant ist eine Badewanne quer im vorderen Bereich, eine separate Dusche und ein Waschbecken dazwischen. Als Alternative zum klassischen Heizkörper denken die drei über Infrarotheizung oder einen Badheizkörper an der Wand nach.
- Im zweiten WC kommt eine hängende Toilette rein. Eine stehende Toilette wirkt unmodern und ist beim Flip-Verkauf schlicht ein Nachteil.
- Die Küche war komplett holzvertäfelt, Boden, Wände und Decke. Das alles fliegt raus. Verkauft wird die Wohnung dann ohne Küche, weil Küchen Geschmackssache sind und einen hohen Kostenfaktor darstellen. Eine leere Küchenfläche mit ordentlichem Fliesenspiegel oder Wandputz ist für viele Käufer sogar attraktiver.
- Im Eingangsbereich, dem sogenannten "Rotlichtviertel" laut Felix, war früher alles mit Holz vertäfelt. Das Holz fliegt raus. Hier sind Waschmaschine und Trockner geplant, darüber ein Brett als praktische Ablagefläche.
Das Bad: Durchdacht planen statt wild einreißen
Das Badezimmer ist bei jedem Flip einer der entscheidenden Kostentreiber. Wer hier ohne klaren Plan reingeht, verliert schnell die Kostenkontrolle. Felix und sein Team haben sich bereits konkrete Gedanken gemacht: Die Badewanne soll quer eingebaut werden, was den Raum besser nutzbar macht. Die Dusche bekommt einen eigenen Bereich, und der Heizkörper wird durch eine wandmontierte Infrarotlösung ersetzt. Das spart Platz und sieht aufgeräumter aus.
Ob sich alle Ideen so umsetzen lassen, wird sich zeigen. Gerade beim ersten Projekt unterschätzt man oft, was technisch möglich ist und was der Aufwand tatsächlich bedeutet. Aber der Ansatz, sich das vorher zu überlegen und durchzuplanen, ist richtig.
Küche raus oder drin lassen? Eine Grundsatzfrage beim Flip
Die Entscheidung, eine Wohnung ohne Küche zu verkaufen, ist legitim und hat klare wirtschaftliche Gründe. Eine neue Einbauküche kostet je nach Ausstattung schnell mehrere tausend Euro. Wenn der Käufer die Küche sowieso nach seinem Geschmack einrichten möchte, ist das Geld zum Fenster herausgeworfen. Ohne Küche zu verkaufen spart Kosten und vermeidet, dass der Käufer den Preis wegen einer Küche, die er nicht will, drückt.
Beim Thema Fliesenspiegel sind Johannes und Felix einer Meinung: Ein klassischer Fliesenspiegel ist eine saubere Lösung. Der Trend geht zwar in Richtung Glasschutz, aber das ist letztlich Geschmackssache. Wichtig ist, dass der Küchenwandbereich sauber, neutral und hochwertig wirkt.
Was macht dieses Projekt interessant für andere Einsteiger?
Was dieses Video so wertvoll macht, ist die Echtheit der Situation. Hier sind keine erfahrenen Profi-Flipper am Werk, die ihren hundertsten Deal abwickeln. Felix ist 22, macht das zum ersten Mal und ist mit zwei weiteren Freunden dabei. Das bringt Herausforderungen mit sich, die man kennen sollte:
- Mehrere Investoren in einem Projekt bedeuten mehr Abstimmungsaufwand. Entscheidungen dauern länger, und es braucht klare Absprachen über Zuständigkeiten, Kosten und Gewinnverteilung.
- Eigenleistung spart Geld, kostet aber Zeit und Nerven. Die drei planen, selbst Hand anzulegen. Das ist nur sinnvoll, wenn man handwerklich versiert ist und die Zeit realistisch einplant.
- Der erste Flip lehrt am meisten. Johannes sagt es direkt: Man macht Fehler, die man machen muss. Das ist keine Schwäche, sondern Teil des Prozesses. Wer von Anfang an erwartet, alles perfekt hinzukriegen, wird enttäuscht.
Gleichzeitig hat das Objekt echtes Potenzial. Die Lage im achten Stock mit freiem Ausblick in mehrere Himmelsrichtungen ist in einem Stadtgebiet wie Augsburg ein klarer Vorteil. Grünflächen direkt vor der Tür, gute Infrastruktur und eine überschaubare Renovierungsliste machen das Projekt zu einem soliden Einstieg.
Augsburg als Investitionsstandort
Augsburg ist als Immobilienstandort interessant. Die Stadt liegt etwa eine Stunde von München entfernt, hat eine wachsende Bevölkerung und profitiert von der Nähe zum bayerischen Wirtschaftsraum. Die Kaufpreise sind im Vergleich zu München noch auf einem Niveau, das Renditen im Fix-and-Flip-Bereich realistisch macht. Wer jetzt in Augsburg einkauft und gut renoviert, hat gute Chancen, beim Weiterverkauf einen ordentlichen Gewinn zu erzielen, wenn die Kalkulation stimmt.
Hochgeschossige Wohnlagen mit freiem Panoramablick sind in Augsburg selten. Das macht die Wohnung für eine bestimmte Käufergruppe besonders attraktiv, nämlich für alle, die viel Licht, Weitblick und eine ruhige Lage über den Dächern der Stadt suchen.
Fazit: Mutig starten, realistisch planen
Drei Freunde, eine Wohnung, das erste Mal Fix and Flip. Das ist kein Kinderspiel, aber es ist machbar. Was Felix und sein Team richtig machen: Sie schauen sich das Objekt genau an, bevor sie anfangen. Sie haben einen groben Plan für jeden Raum. Und sie holen sich Feedback von jemandem, der den Weg schon gegangen ist.
Johannes kündigt an, nochmal vorbeizukommen, wenn die Renovierung abgeschlossen ist. Es lohnt sich, diesen Kanal weiterzuverfolgen, um zu sehen, wie sich das Projekt entwickelt und was am Ende dabei rauskommt. Gerade für alle, die selbst über ihren ersten Flip nachdenken, ist so ein Blick hinter die Kulissen unbezahlbar.