3 Immobilien im ersten Jahr: Mein Rückblick 2021 und 3x Vorher-Nachher
In diesem Video blicke ich auf mein erstes komplettes Fix-and-Flip-Jahr zurück: drei Objekte, drei Renovierungen, drei Vorher-Nachher-Eindrücke. Du bekommst einen ehrlichen Rückblick auf das, was gut lief, was schiefging und was ich aus jedem einzelnen Projekt mitgenommen habe. Dazu ziehen wir am Ende noch die Gewinner aus dem letzten Gewinnspiel.
Wie das Jahr 2021 angefangen hat
Das Jahr 2021 startete mit Flyern. Kein großes Team, kein ausgefeiltes System, einfach Flyern. Und es hat geendet mit drei abgeschlossenen oder laufenden Projekten, einem Haus im Portfolio und einer ganzen Menge Erfahrung, die man sich nicht anlesen kann. Wer Fix and Flip nur aus der Theorie kennt, weiß nicht, wie anders die Praxis wirklich ist. Genau das ist der Kern dieses Rückblicks.
Ich habe das Fix-and-Flip-Geschäft 2021 vollständig nebenbei betrieben. Ich hatte zu dem Zeitpunkt noch einen regulären Job. Die gesamte Flip-Geschichte war bis dahin im Grunde ein Hobby. Was dabei entstanden ist, spricht aber für sich: drei Objekte in einem Jahr, mit allem was dazugehört, von der Suche über die Renovierung bis hin zum Verkauf.
Flip Nummer 1: Die Dreizimmerwohnung mit 75 Quadratmetern
Das erste Objekt dieses Jahres war eine Dreizimmerwohnung mit 75 Quadratmetern, die wir Ende des Vorjahres angekauft und dann im April verkauft hatten. Dieses Projekt war auch mein meistgeklicktes Video auf YouTube, mit knapp 30.000 Aufrufen.
Was haben wir dort gemacht? Bad und Küche wurden im wesentlichen komplett saniert. Das bedeutet: neue Fliesen, neue Armaturen, neue Einbauten. Den Rest der Wohnung haben wir in unserem Design-Stil aufbereitet, der seitdem unser Markenzeichen geworden ist:
- Weiße Wände
- Weiße Türen
- Eichenparkett mit einem Anteil von rund 7 Prozent am Gesamtbudget
Im Nachhinein war dieses erste Projekt relativ überschaubar, was den Schwierigkeitsgrad angeht. Trotzdem war es das wichtigste Projekt, das wir je gemacht haben. Der Grund ist simpel: Es hat dieses Feuer entfacht. Wer einmal gesehen hat, wie eine heruntergekommene Wohnung nach einer gezielten Renovierung zu einem echten Produkt wird und sich dann auch noch gut verkauft, der kommt vom Fix-and-Flip-Gedanken nicht mehr weg. Die Wohnung ist mittlerweile vermietet, der neue Eigentümer hat sie direkt genutzt.
Flip Nummer 2: Die Zweizimmerwohnung, auch bekannt als die Omawohnung
Das zweite Projekt war eine Zweizimmerwohnung mit 63 Quadratmetern im vierten Stock, mit Lift und Tiefgaragenstellplatz. Angekauft im Juni, verkauft im September oder Oktober. Die Renovierungszeit hat sich etwas gestreckt, weil wir mit einem Handwerker schlechte Erfahrungen gemacht haben. Ein Thema, das im Fix-and-Flip-Bereich fast jeder kennt, der ein paar Projekte hinter sich hat.
Das Objekt haben wir über einen Banken-Makler bekommen. Es war ein Deal, bei dem für uns sofort klar war: Wenn wir das jetzt nicht kaufen, haben wir dieses Thema nicht verstanden. Es hat wie die Faust aufs Auge gepasst. Beim Ausräumen haben wir allerdings den Aufwand unterschätzt. Extrem viele alte Möbel, Teppiche raus, Abbrucharbeiten. Das kostet Zeit und Geld, auch wenn man es auf den ersten Blick nicht auf der Rechnung hat.
Auf dieses Projekt sind wir besonders stolz, weil wir designmäßig noch eine Schippe draufgelegt haben:
- Das Bad wurde leicht vergrößert
- Hochwertigere Materialien als beim ersten Flip
- Der Boden war noch besser als in der ersten Wohnung
Die Wohnung war ideal für ein junges Pärchen ohne Kinder. Und genau so jemand hat sie am Ende auch gekauft. Es war das Projekt, bei dem wir angefangen haben, mehr Gewerke nach außen zu vergeben. Im Nachhinein eine gute Entscheidung, aber man muss es gut im Griff haben. Als zweiten Flip war das eine wichtige Lektion, die wir direkt mitgenommen haben.
Flip Nummer 3: Das grüne Haus, unser Schnäppchenhaus
Das dritte Objekt ist ein anderes Kaliber: ein Einfamilienhaus mit über 130 Quadratmetern auf zwei Etagen, inklusive großer Kellerräume, Garten, Garage und einem weiteren Stellplatz. Intern nennen wir es das grüne Haus, weil es von außen eben grün ist. Für die Stammzuschauer auf dem Kanal war das schon seit einigen Videos das laufende Projekt.
Zum Zeitpunkt des Jahresrückblicks war das Haus noch nicht fertig. Ende Januar sollte die Fertigstellung kommen, danach die Vermarktung. Deshalb ist es im Jahresfazit eigentlich etwas fehl am Platz, aber es gehört trotzdem rein: Von der letzten Wohnung auf dieses Haus ist das ein riesiger Schritt nach oben. Und genau das ist der Punkt. Fix and Flip ist keine Einheitsgröße. Du fängst mit dem an, was du dir leisten kannst und was du dir zutraust, und du arbeitest dich nach oben.
Wer die anderen Videos auf dem Kanal kennt, weiß, was in diesem Haus steckt und wie viel Arbeit da drinsteckt. Es war unser ambitioniertestes Projekt und gleichzeitig der deutlichste Beleg dafür, wie viel man in kurzer Zeit lernen kann, wenn man einfach anfängt.
Was ich aus dem ersten Fix-and-Flip-Jahr mitgenommen habe
Drei Objekte in einem Jahr, nebenbei, ohne das hauptberuflich zu machen. Das klingt nach viel, und das ist es auch. Aber was macht den Unterschied? Kein Geheimrezept, kein besonderer Trick. Der einzige Ratschlag, den ich nach diesem Jahr wirklich mit gutem Gewissen weitergeben kann:
Einfach machen.
Das klingt banal, und das sagen viele. Aber es ist trotzdem wahr. Wer wartet, bis alles perfekt ist, wer auf den idealen Markt oder das perfekte Objekt wartet, der wartet meistens zu lange. Beim ersten Flip macht man Fehler. Beim zweiten macht man andere Fehler. Und genau darin liegt der Wert: Du lernst nur dann wirklich, wenn du im Projekt drin steckst, wenn du mit Handwerkern verhandelst, wenn du ein Bad neu fliest oder eine Wohnung ausräumst, die seit Jahren niemand angefasst hat.
Ein paar konkrete Lektionen aus 2021:
- Abbruch und Ausräumen unterschätzt man schnell. Alte Möbel, Teppiche, Schutt: Das kostet mehr Zeit und Geld, als es auf den ersten Blick wirkt.
- Handwerker müssen gut koordiniert werden. Wer hier nicht aufpasst, zahlt drauf, entweder mit Geld oder mit Zeit.
- Design hat einen echten Einfluss auf den Verkaufspreis. Ein klarer, konsequenter Stil, der zur Zielgruppe passt, zahlt sich aus.
- Das erste Projekt ist das wichtigste. Nicht weil es das beste ist, sondern weil es entscheidet, ob du weitermachst.
- Gewerke nach außen zu vergeben ist okay. Wichtig ist, dass du den Überblick behältst und weißt, was es kostet.
Fix and Flip als Einstieg in die Immobilienkapitalanlage
Was macht Fix and Flip als Strategie interessant, gerade für Einsteiger in die Immobilieninvestition? Du bindest kein Eigenkapital dauerhaft, du lernst schnell und du siehst verhältnismäßig kurzfristig, ob eine Rechnung aufgeht. Anders als bei klassischen Kapitalanlagen, wo du jahrelang wartest, bis die Rendite sichtbar wird, hast du beim Flip nach wenigen Monaten ein konkretes Ergebnis vor dir.
Das bedeutet nicht, dass es einfach ist. Der Immobilienmarkt in Deutschland ist kompetitiv, gute Deals sind nicht leicht zu finden, und die Kosten für Renovierungen können schnell aus dem Ruder laufen, wenn man nicht aufpasst. Aber genau das lernt man eben nur durch das Machen. Durch das erste Projekt, das zweite, das dritte.
Wer Fix and Flip in Deutschland ernsthaft betreiben will, muss vor allem eines mitbringen: die Bereitschaft, anzufangen. Mit dem, was da ist. Mit dem, was man sich leisten kann. Und dann Schritt für Schritt größer werden, so wie es in diesem ersten Jahr passiert ist: von der Dreizimmerwohnung über die Zweizimmerwohnung bis hin zum Einfamilienhaus.
Das Jahr 2021 war das erste Jahr mit konkreten Projekten. Mehr kommt in 2022. Wer dabei sein will, weiß wo er hinschauen muss.