3000 Euro in 2 Tagen gespart? So entrümpelst du selber!
Wenn du eine Wohnung entrümpeln lässt, können schnell 4000 Euro oder mehr fällig werden. In diesem Video zeigt Johannes, wie er eine 60-Quadratmeter-Wohnung in rund zwei Tagen selbst entrümpelt hat, was das Ganze konkret gekostet hat und wo du als Investor oder Eigenheimbesitzer richtig viel Geld sparen kannst.
Worum geht es bei dieser Wohnung?
Die Wohnung, die hier entrümpelt wurde, ist ein klassisches Fix-and-Flip-Projekt. Kaufen, renovieren, mit Gewinn verkaufen. Das Prinzip kennen viele, aber was viele unterschätzen, ist der erste Schritt vor jeder Renovierung: die Entrümpelung. In diesem Fall war die Wohnung komplett vollgestellt. Riesige Couch, alte Möbel, eine klassische Eiche-Schrankwand vollgepackt mit Kristallgläsern und allem möglichen Kram, ein verwüstetes Schlafzimmer und ein halb voller Keller dazu. Kurz gesagt: ein echter Sanierungsfall, bevor auch nur der erste Handwerker das Feld betreten konnte.
Das Besondere an diesem Video ist, dass Johannes nicht nur zeigt, wie so eine Entrümpelung abläuft, sondern auch ganz konkret benennt, was es kostet, wenn du es selbst machst, und was ein Dienstleister dafür aufruft. Der Unterschied ist erheblich.
Was kostet eine professionelle Entrümpelung?
Bevor Johannes und sein Team die Entrümpelung selbst in Angriff genommen haben, haben sie natürlich Angebote eingeholt. Das Ergebnis war ernüchternd: über 4000 Euro für eine 60-Quadratmeter-Wohnung, bei der es ausschließlich um bewegliche Möbelstücke und Hausrat ging, also keine Entkernung, kein Abriss von Wänden oder Böden.
Das klingt erst mal viel, ist aber erklärbar. Professionelle Entrümpelungsunternehmen kalkulieren nach Stundenlohn, Aufwandspauschalen und dem Schwierigkeitsgrad des Treppenhauses. Je mehr Stockwerke, je enger der Flur, desto teurer wird es. Hinzu kommen Containerkosten, Entsorgungsgebühren und je nach Aufwand auch die Kosten für das Trennen verschiedener Materialien. Wer all das delegiert, zahlt entsprechend.
Selbst entrümpeln: Was hat es wirklich gekostet?
Die Entscheidung fiel auf Eigenregie. Das Ergebnis nach zwei Tagen Arbeit: rund 600 bis 700 Euro Gesamtkosten, all in. Gegenüber den 4000 Euro des Angebots sind das fast 3000 Euro Ersparnis in zwei Tagen. Diesen Stundenlohn musst du erst mal anderswo verdienen.
Was in diesen Kosten drinsteckt:
- Zwei bis drei Mischcontainer, je circa 150 bis 200 Euro inklusive Anlieferung, Abholung und Genehmigung
- Selbst gebaute Rutsche aus Sperrholzplatten, über die Möbel direkt vom Fenster in den Container geworfen wurden
- Bodenplatten, damit der LKW nicht im Gras versank
- Eigene Arbeitszeit ohne Fremdlohn
Der Trick mit der Rutsche hat dabei nicht nur Geld, sondern auch enorm viel Zeit gespart. Statt alles zwei Treppen runzuschleppen, flog es direkt vom Fenster in den Container. Das ist natürlich nicht bei jeder Wohnung möglich, aber wenn du die Möglichkeit hast, nutze sie.
Was sind Mischcontainer und warum sind sie sinnvoll?
Bei der Entrümpelung wurden sogenannte Mischcontainer eingesetzt, manchmal auch Sperrholzcontainer genannt. Der große Vorteil: Du musst nicht trennen. Glas, Metall, Holz, Tapeten, Laminat, Teppich, Vinyl, alles kommt in denselben Container. Das Sortieren übernimmt die Containerfirma im Nachgang. Das kostet zwar etwas mehr als wenn du alles sauber vortrennst und in verschiedene Container wirfst, aber es spart dir beim Entrümpeln enorm viel Zeit und Nerven.
In dieser Wohnung sind unter anderem folgende Dinge in die Container geflossen:
- Komplette Kücheneinrichtung
- Schrankwände und sonstige Möbel
- Laminat, Teppich, Vinyl und Linoleumboden aus dem Keller
- Tapeten
- Gesamter Kellerinhalt
Zwei Container für die Wohnung selbst, ein weiterer für den Keller. Türen wurden dagegen aufbereitet und nicht entsorgt.
Wen musst du fragen, bevor ein Container aufgestellt wird?
Das ist ein Punkt, den viele unterschätzen, vor allem wenn man das erste Mal eine Immobilie entrümpelt. Grundsätzlich gilt: Ein Container auf privatem Grund braucht die Zustimmung des Eigentümers oder der Hausverwaltung. Steht der Container auf öffentlichem Grund, also auf dem Gehweg oder der Straße, braucht es zusätzlich eine Genehmigung der Stadt oder Gemeinde.
Der einfachere Weg ist, eine Containerfirma zu beauftragen, die das alles übernimmt. Die meisten professionellen Anbieter organisieren die Genehmigungen selbst und schlagen die Kosten dafür auf den Containerpreis drauf. Ja, das kostet etwas mehr, aber du sparst dir den Kontakt mit mehreren Behörden. Wenn deine Zeit knapp ist, ist das in der Regel gut investiertes Geld.
In diesem Fall wurde die Hausverwaltung vorab informiert und die Containerfirma hat den Rest erledigt.
Tipp: Was machst du mit Sachen, die noch verkauft werden können?
Nicht alles muss direkt in den Container. Einige Möbelstücke lassen sich noch verkaufen und bringen bares Geld, das du direkt in die Renovierung stecken kannst. Hier aber ein wichtiger Hinweis aus der Praxis: Verschwende keine Zeit damit, jeden kleinen Gegenstand einzeln auf eBay Kleinanzeigen zu inserieren. Eine Einzelbesichtigung für einen 20-Euro-Tisch lohnt sich nicht.
Was stattdessen funktioniert:
- Konzentriere dich auf große, werthaltige Stücke wie Schrankwände, Couchtische oder Beistellmöbel mit Substanz
- Erstelle eine Sammelannonce auf eBay Kleinanzeigen oder im Facebook Marketplace
- Hänge Flyer im Gebäude aus und mach einen Mini-Flohmarkt für Mitbewohner
- Lege einen fixen Abholtermin fest, zum Beispiel samstags von 12 bis 15 Uhr
- Wer kommt, zahlt bar, nimmt mit und fertig
Das spart dir Koordinationsaufwand und bringt trotzdem noch etwas Geld rein, ohne dass du tagelang auf Käufer wartest.
Selbst machen oder beauftragen: Was ist die richtige Entscheidung?
Die ehrliche Antwort hängt von deiner Situation ab. Wenn du ein erfahrener Investor bist und deine Zeit besser in andere Aufgaben investieren kannst, ist Fremdvergabe manchmal die richtige Wahl. Aber wenn du gerade am Anfang stehst, noch lernst wie eine Baustelle funktioniert, oder einfach jeden Euro zweimal umdrehen musst, dann ist Selbst-Entrümpeln fast immer die bessere Option.
Die Faustregel laut Johannes: Entrümpelung und Entkernung selbst machen, Handwerksarbeiten an Profis vergeben. Denn bei der Entrümpelung brauchst du keine Fachkenntnisse, nur Muskelkraft, Organisation und ein bisschen Planung. Bei der Renovierung selbst sieht das anders aus, da kann ein Fehler teuer werden.
Wenn du eine Wohnung kaufst, die du renovieren und anschließend mit Gewinn verkaufen willst, ist die Entrümpelung dein erster echter Hebel auf die Marge. 3000 Euro in zwei Tagen gespart ist kein schlechter Start.
Was kommt als Nächstes?
Die Entrümpelung ist erledigt, die Wohnung steht jetzt leer und die eigentliche Renovierung beginnt. Die komplette Vorher-nachher-Transformation dieser Wohnung kommt in einem der nächsten Videos. Wenn du sehen willst, was aus dieser Baustelle wird und wie Fix and Flip in der Praxis aussieht, lohnt es sich, am Ball zu bleiben.
Falls du selbst schon mal eine Wohnung oder ein Haus entrümpelt hast, schreib gerne in die Kommentare, was du dabei an kuriosen Dingen gefunden hast. Bei dieser Wohnung war es weniger das Skurrile als die schiere Menge an Zeug, die über Jahre angesammelt wurde.