3000€ in 2 Tagen gespart? So entrümpelst du selber!
Wer eine Wohnung entrümpeln lässt, zahlt schnell über 4000 Euro dafür, dass jemand anderes einfach Möbel und Müll abtransportiert. Johannes zeigt an einem echten Fix-and-Flip-Projekt, wie er dieselbe Arbeit in knapp zwei Tagen selbst erledigt hat, was das tatsächlich gekostet hat und worauf du bei Container, Genehmigung und dem Verkauf von alten Möbeln achten solltest.
Warum Eigenleistung bei der Entrümpelung so viel bringt
Bei einem Fix-and-Flip-Projekt geht es darum, jede Kostenstelle genau im Blick zu behalten. Renovierung, Handwerker, Nebenkosten beim Kauf und Verkauf: das summiert sich schnell. Einer der größten versteckten Kostenblöcke, den viele unterschätzen, ist die Entrümpelung. Bevor auch nur eine Wand gestrichen oder ein Boden verlegt werden kann, muss die Wohnung erst einmal leer sein. Und leer heißt wirklich leer: Möbel, Teppiche, Laminat, Tapeten, Küche, Kellerinventar, alles raus.
Für die 60-Quadratmeter-Wohnung in diesem Projekt lagen die Angebote professioneller Entrümpelungsfirmen bei über 4000 Euro. Das klingt viel, ist in der Praxis aber absolut üblich. Der Stundenaufwand, das Personal, der Container und die Entsorgungsgebühren: das geht schnell ins Geld. Wer die Arbeit selbst in die Hand nimmt, kann hier einen erheblichen Teil einsparen. In diesem Fall waren es knapp 3000 Euro, die durch Eigenleistung in der Tasche geblieben sind. Die eigene Arbeit von zwei Tagen hat sich also mit einem sehr respektablen Stundenlohn bezahlt gemacht, den du anderswo erst einmal verdienen müsstest.
Der Zustand der Wohnung: was wirklich drin war
Die Wohnung war kein einfacher Fall. Es gab eine klassische Eichenschrankwand, wie man sie aus nahezu jeder Altbauwohnung kennt, vollgepackt mit Kristall, Gläsern und jahrzehntealtem Hausrat. Das Schlafzimmer war in einem sehr schlechten Zustand. Auf dem Boden lagen verschiedene Beläge übereinander: Laminat, Teppich, Vinyl und im Keller sogar noch Linoleum. Dazu kamen eine vollständige Kücheneinrichtung, Tapeten an allen Wänden und ein halb gefüllter Kellerraum, der wie eine Müllhalde aussah.
Kurz gesagt: Die Wohnung war in dem Zustand, in dem viele Bestandsimmobilien auf den Markt kommen, die jahrelang nicht modernisiert wurden. Genau das ist der Ausgangspunkt für ein klassisches Fix-and-Flip-Projekt. Der Kaufpreis spiegelt diesen Zustand wider, und die Marge entsteht dadurch, dass du günstig renovierst und anschließend zu einem marktgerechten Preis verkaufst.
So funktioniert der Container: Aufstellung, Genehmigung und Kosten
Ein zentrales Element der Entrümpelung war der Container. Ohne Container musst du entweder viele Fahrten zum Wertstoffhof drehen oder alles über das Treppenhaus in einen Transporter schleppen. Beides kostet enorm viel Zeit. Hier wurde der Container direkt auf die Wiese vor dem Gebäude gestellt, und zwar mit Stahlplatten unter dem LKW, damit dieser nicht einsinkt.
Um die Arbeit noch schneller zu machen, wurde eine selbst gebaute Rutsche aus Sperrholz mit seitlichen Banden vom Fenster bis in den Container gelegt. So konnte alles direkt aus dem Fenster in den Container geworfen werden, ohne ständig zwei Stockwerke Treppe zu laufen. Dieser kleine Trick hat enorm Zeit gespart und zeigt, dass Kreativität auf der Baustelle genauso wichtig ist wie handwerkliches Geschick.
Beim Container gibt es einige Dinge zu beachten:
- Genehmigung: Steht der Container auf öffentlichem Grund, also auf dem Gehweg oder der Straße, braucht man eine Genehmigung der Stadt. Viele Containerfirmen übernehmen das direkt und rechnen die Gebühren einfach mit ab. Das ist bequem und spart Telefonate mit Behörden, kostet aber etwas extra.
- Privatgrund: Steht der Container auf privatem Grund, zum Beispiel auf einer Wiese oder einem Hof, muss man trotzdem die Hausverwaltung fragen, wenn das Grundstück nicht dem eigenen Eigentümer gehört. Im beschriebenen Fall war das notwendig und wurde vorab geklärt.
- Mischcontainer: Für eine Wohnungsentrümpelung empfiehlt sich ein sogenannter Mischcontainer oder Sperrmüllcontainer. Dort kann alles zusammen rein: Holz, Metall, Glas, Textilien, Bodenbeläge. Du musst nicht trennen. Die Containerfirma sortiert nachträglich. Das ist praktischer, aber etwas teurer als separate Container.
- Kosten pro Container: Ein Mischcontainer kostet je nach Region und Größe 150 bis 200 Euro inklusive Anlieferung, Abholung und Genehmigung. Für die 60-Quadratmeter-Wohnung plus Keller wurden insgesamt zwei bis drei Container benötigt.
Am Ende des Tages beliefen sich die Gesamtkosten für die komplette Entrümpelung auf 600 bis 700 Euro. Das ist der tatsächliche Aufwand, wenn man die Arbeit selbst erledigt und nur den Container und die Entsorgung bezahlt. Gegenüber dem Fremdangebot von über 4000 Euro ist das eine Ersparnis von fast 3000 Euro bei einem Zeitaufwand von rund zweieinhalb Tagen.
Was alles in den Container geflogen ist
Die Checkliste dessen, was aus der Wohnung entfernt wurde, ist lang:
- Komplette Möblierung inklusive Schrankwand, Couch und Küche
- Bodenbeläge: Laminat, Teppich, Vinyl und Linoleum im Keller
- Tapeten von allen Wänden
- Kompletter Kellerinhalt
- Diverses Kleinzeug, Hausrat und alten Elektroschrott
Lediglich die Türen wurden aufbereitet und nicht entsorgt. Alles andere ist rausgeflogen. Das ist bei einem Fix-and-Flip-Projekt fast immer der richtige Ansatz: Nicht versuchen, alte Einbauten zu retten und irgendwie zu integrieren. Sauberer Neustart ist in der Regel günstiger und schneller.
Was du aus der Wohnung noch verkaufen kannst
Ein Punkt, den viele unterschätzen: Nicht alles muss direkt im Container landen. Manche Möbelstücke haben noch einen Wiederverkaufswert, besonders bei Plattformen wie eBay Kleinanzeigen oder dem Facebook Marketplace. Allerdings gibt es hier eine wichtige Einschränkung, auf die Johannes ausdrücklich hinweist.
Du solltest nicht versuchen, jedes einzelne kleine Stück separat zu inserieren und einzeln zu verkaufen. Eine Besichtigung für einen Tisch, der am Ende 15 oder 20 Euro bringt, lohnt sich nicht. Deine Zeit ist auf der Baustelle wertvoller. Der empfohlene Ansatz:
- Große Einzelstücke wie eine Schrankwand, ein Sekretär oder ein Couchtisch lassen sich gut verkaufen und bringen echtes Geld.
- Für kleinere Sachen bietet sich ein Mini-Flohmarkt direkt im Haus an. Einfach im Gebäude Flyer verteilen, den Termin zusätzlich bei eBay Kleinanzeigen und Facebook Marketplace einstellen und ein Zeitfenster von zwei bis drei Stunden definieren, in dem Interessierte vorbeikommen und Sachen gegen Bargeld mitnehmen können.
So verkaufst du in einem Rutsch mehrere Dinge, hast keine Einzeltermine und verlierst keine wertvolle Arbeitszeit. Alles, was danach übrig bleibt, kommt in den Container.
Empfehlung für Einsteiger: Wo du selbst anpacken solltest
Wer gerade mit dem Thema Immobilienrenovierung oder Fix and Flip anfängt und noch keine tiefe Erfahrung auf der Baustelle hat, der bekommt hier eine klare Empfehlung: Die eigentliche Renovierungsarbeit, also Elektriker, Trockenbau, Bad oder Küche, kann und sollte man an Fachleute vergeben, wenn man das Handwerk nicht beherrscht. Fehler bei der Elektrik oder beim Wasserschaden kosten am Ende deutlich mehr als das gesparte Geld.
Die Entrümpelung und die Entkernung dagegen sind Arbeiten, bei denen du kein Fachhandwerker sein musst. Es geht darum, Dinge rauszutragen, Bodenbeläge hochzureißen und Tapeten abzuziehen. Das kann jeder mit ausreichend Motivation und ein bisschen Muskelkraft. Und genau hier liegen die größten Einsparpotenziale. Mehrere Tausend Euro Ersparnis bei zwei Tagen Arbeit sind ein Stundenlohn, den du in einem normalen Job so schnell nicht bekommst.
Diese Logik gilt übrigens nicht nur für Investoren. Wer sein Eigenheim renoviert oder eine geerbte Immobilie leer räumen muss, kann dieselbe Strategie anwenden. Container bestellen, Genehmigung klären, mit Freunden und Familie anpacken und am Ende nur die Containerkosten zahlen statt eine fünfstellige Rechnung für eine Entrümpelungsfirma.
Fazit: Eigenleistung lohnt sich fast immer bei der Entrümpelung
Die Zahlen aus diesem Projekt sprechen für sich. Über 4000 Euro hätte eine professionelle Entrümpelungsfirma für eine 60-Quadratmeter-Wohnung verlangt. Mit Eigenleistung, einem Mischcontainer und der selbst gebauten Fensterrutsche hat das Team dieselbe Arbeit für 600 bis 700 Euro erledigt. Die Ersparnis liegt bei fast 3000 Euro, erzielt in gut zwei Tagen Arbeit.
Wichtig dabei: Hausverwaltung vorab informieren, eine gute Containerfirma suchen, die auch Genehmigungen übernimmt, einen Mischcontainer wählen und beim Weiterverkauf von Möbeln Kosten und Nutzen realistisch abwägen. Das sind die wesentlichen Punkte, die du bei deiner nächsten Entrümpelung im Kopf haben solltest, egal ob für ein Fix-and-Flip-Projekt oder für dein Eigenheim.