400 € gegen 2.000 €: Brauchen wir als Immobilieninvestoren die teure Lofttür?
Lofttüren sehen gut aus, kosten aber oft ein Vermögen. Johannes zeigt in dieser Folge, welche Glastüren er und sein Team bei Fix-and-Flip-Projekten einsetzen, warum die Diamond Door von Bauhaus für unter 400 € den gleichen Look wie eine 2.000-Euro-Industrietür liefert und worauf du beim Kauf und Einbau achten solltest.
Warum teure Industrietüren beim Fix and Flip meist nicht nötig sind
Wer Wohnungen kauft, renoviert und wieder verkauft, kennt das Problem: Ein cooles Designelement wie eine Lofttür kann den Unterschied beim Ersteindruck machen. Der Markt für sogenannte Industrietüren ist jedoch völlig überhitzt. Türen vom Schreiner oder Schweißer, maßgefertigt in Stahl, kosten schnell 2.000, 3.000, 4.000 oder sogar 8.000 Euro. Dazu kommt der Lieferzeitraum von mehreren Wochen bis Monaten, und wer beim Fix and Flip ein enges Zeitfenster hat, kann sich solche Verzögerungen schlicht nicht leisten.
Johannes hat das am eigenen Leib erfahren: Eine Industrietür, die aus Schweden geliefert wurde, kam beschädigt an. Die Nachliefer-Zeit hätte drei weitere Monate betragen, das Objekt war aber bereits verkauft und die Käufer standen kurz vor dem Einzug. Die Lösung war pragmatisch: Die Tür wurde selbst lackiert und das Problem intern gelöst. Solche Situationen kosten Zeit, Nerven und am Ende Geld, das sich vermeiden lässt.
Die Diamond Door: Loft-Look für unter 400 Euro
Die Alternative, die Johannes und sein Team mittlerweile locker 30 bis 40 Mal verbaut haben, ist die sogenannte Diamond Door. Dabei handelt es sich um eine Standardglastür, die über Bauhaus erhältlich ist und optisch einer hochwertigen Industrietür sehr nahekommt. Das Produkt ist eine Art Eigenmarke beziehungsweise eine Kooperation mit Bauhaus und kommt in verschiedenen Varianten.
Was die Diamond Door so praktisch macht:
- Sofort verfügbar im stationären Handel und online, kein Sonderanfertigungs-Vorlauf.
- Standardzarge, das heißt, die Tür passt in jede normale Türöffnung ohne teure Umbaumaßnahmen am Sturz oder spezielle Beschläge.
- Keine falsche Bestellung möglich, weil die Beschläge sowohl für Links- als auch für Rechtsanschlag montiert werden können.
- Montage ist laut Johannes mit etwas handwerklichem Geschick selbst zu erledigen, vergleichbar mit dem Aufbau von IKEA-Möbeln.
Die Türblätter starten bei rund 180 Euro, die Beschläge kommen separat dazu. Das Standardbeschlagset liegt bei etwa 139 Euro, Varianten mit Schloss für das Badezimmer oder einem abschließbaren Schlüsselschloss kosten etwas mehr, in der Regel rund 160 Euro. Damit kommt man je nach Konfiguration auf einen Gesamtpreis von knapp unter 400 Euro, für einen Look, der deutlich teurer wirkt.
Welche Variante lohnt sich beim Wiederverkauf?
Das Sortiment der Diamond Door ist breit. Es gibt Glastüren mit verschiedenen Lamellen, Schiebetüren, Varianten in Schwarz und Weiß sowie unterschiedliche Glastypen von Klarglas bis Satinato (Milchglas). Johannes empfiehlt für Fix-and-Flip-Objekte, die auf einen breiten Käufermarkt abzielen, eine klare Linie zu fahren: dezent, zeitlos, skandinavisch.
Seine konkreten Empfehlungen aus der Praxis:
- Modelle mit vier schlichten Trennstrichen im schwarzen Rahmen funktionieren sehr gut, weil sie den Loft-Look liefern, ohne zu viel Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.
- Ein schwarzer Rahmen mit Klarglas oder Milchglas ist die klassische und sicherste Wahl für Wohn- und Flurbereiche.
- Für Badezimmer oder Schlafzimmer gilt: niemals Klarglas. Hier kommt ausschließlich Satinato oder Milchglas in Frage, aus naheliegenden Gründen.
- Varianten mit vielen kleinen Kacheln oder aufwändigen Motiven, etwa Brückenmotive oder ornamentale Muster, sind bei Mietern und Käufern eher polarisierend und sollten bei Objekten für den Wiederverkauf vermieden werden.
- Weiße Varianten mit Lamellen können funktionieren, passen aber nicht in jede Wohnung. Auf Parkettboden kommt das schwarze, dezente Design laut Johannes einfach besser an.
Türen mit auffälligen Druckmotiven oder ungewöhnlichen Gestaltungen ordnet Johannes klar ein: Das hat seinen Platz im öffentlichen Bereich oder im stark individualisierten Eigennutzer-Umfeld, nicht aber in einer Wohnung, die für den schnellen Wiederverkauf renoviert wird.
Schiebetüren: Optik ja, Schallschutz nein
Neben den klassischen Drehtüren bietet das Diamond-Door-Sortiment auch Schiebetürsysteme an, unter anderem Varianten mit sichtbarer Aufhängung, die an einen Landhausbeschlag erinnern. Optisch durchaus reizvoll. Johannes weist jedoch klar auf einen praktischen Nachteil hin: Schiebetüren, die nicht in der Wand versenkt sind, bieten kaum Schallschutz und sind nicht luftdicht. Das kennen viele aus Hotelerfahrungen.
Eine wirklich schalldichte und geruchsdichte Schiebetür hinzubekommen, also beispielsweise vor einem Badezimmer, ist schwierig. Wer das im Blick hat, sollte bei einer klassischen Drehtür bleiben oder eine echte Wandeinbau-Schiebetür planen, was wieder in die Kosten geht. Die Schiebetür der Diamond Door wurde schon erfolgreich eingebaut und kommt gut an, eignet sich aber eher für repräsentative Bereiche als für Räume mit Anforderungen an den Schallschutz.
Größen, Verfügbarkeit und wo du die Tür kaufst
Die Diamond Door ist bei Bauhaus erhältlich, sowohl im stationären Handel als auch online. Die Türblätter gibt es in mehreren Standardbreiten, die bei rund 83 cm starten und bis zu etwa 95 cm beziehungsweise einem Meter gehen. Damit decken sie die gängigen Türöffnungen in deutschen Wohnungen ab, ohne dass Sondermaße oder Spezialanfertigungen nötig sind.
Das ist ein enormer Vorteil gegenüber Industrietüren aus Stahl, die oft nur auf Maß gefertigt werden und entsprechend lange Lieferzeiten haben. Bei einem Fix-and-Flip-Projekt, bei dem Wochen oder sogar Tage den Unterschied machen, ist Planungssicherheit beim Material entscheidend. Die Diamond Door lässt sich kurzfristig beschaffen und sofort einbauen.
Einsatzgebiete: Wo macht die Glastür Sinn?
Der typische Einsatzbereich liegt laut Johannes dort, wo ein optisches Highlight gesetzt werden soll. Das kann sein:
- Zwischen Wohnzimmer und Küche, wenn der offene Grundriss unterbrochen werden soll.
- Zwischen Flur und Wohnzimmer, um den Eingangsbereich aufzuwerten.
- Als Übergang zum Schlafzimmer, dann aber ausschließlich in Milchglas.
- Im Badbereich, auch hier nur mit Satinato-Glas und entsprechendem Beschlag mit integriertem Drehknopf.
Wer die Tür in einem Objekt verbaut, das danach selbst genutzt wird, kann natürlich nach eigenem Geschmack entscheiden. Wer jedoch auf den Wiederverkauf abzielt, sollte bei Varianten bleiben, die eine breite Zielgruppe ansprechen: schwarzer Rahmen, klares oder mattiertes Glas, keine zu kleinteiligen Lamellen.
Fazit: Kluge Kostenentscheidung beim Renovieren
Die Diamond Door zeigt, dass gutes Aussehen beim Fix and Flip kein Luxusbudget voraussetzt. Für knapp 400 Euro bekommt man eine Glastür, die in der fertig renovierten Wohnung den gleichen Wow-Effekt erzeugt wie eine maßgefertigte Industrietür zum Fünffachen des Preises. Dazu kommt die sofortige Verfügbarkeit, die einfache Montage und die Kompatibilität mit Standardzargen, die in den meisten deutschen Wohnungen ohnehin vorhanden sind.
Wer sich unsicher ist, welche Variante am besten zur eigenen Wohnung passt, sollte direkt bei Bauhaus vorbeischauen und die verschiedenen Größen und Glasvarianten prüfen. Und wer gerade mitten im Umbau steckt oder sich fragt, wie Fix and Flip grundsätzlich funktioniert, findet bei Flipper Immo regelmäßig neue Tipps und Einblicke aus der laufenden Praxis.