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5 Jahre später: Unternehmer, Makler und Immobilienhändler - Interview mit Matthias

In diesem Interview spricht Johannes mit Matthias aus dem Allgäu, der mit 28 Jahren einen kompletten Karrierewechsel gewagt und sich 2019 in die Selbstständigkeit mit Immobilien gestürzt hat. Matthias erzählt offen, wie er vom Industriemechaniker über den Außendienst zum Fix-and-Flip-Investor und Makler wurde, was 2022 alles schiefgelaufen ist und wie er heute als Geschäftspartner von Maximilian Wolf das Maklerbüro Bricks and Mortar Immobilien Allgäu aufbaut.

Von der Maschine zum Makler: Der Werdegang von Matthias

Matthias ist 33 Jahre alt, aufgewachsen im Allgäu und kommt aus einer selbstständigen Familie. Seine Eltern betreiben ein Versicherungsmaklerbüro, das früher direkt im Elternhaus untergebracht war. Trotzdem, oder vielleicht genau deswegen, wurde ihm als Kind immer wieder nahegelegt, lieber eine Ausbildung zu machen und sich anstellen zu lassen. Er hat diesen Rat zunächst befolgt und eine Ausbildung zum Industriemechaniker begonnen.

Das Ergebnis: Nach einer einzigen Woche an der Maschine war ihm klar, dass das nicht sein Weg ist. Er hat seinen Chef direkt konfrontiert und eine andere Aufgabe eingefordert, sonst wäre er gegangen. Das ist eine Haltung, die sich durch seinen gesamten Werdegang zieht. Matthias hat nie lange gewartet, wenn etwas nicht gepasst hat.

Statt aufzugeben hat er sich nebenberuflich zum staatlich geprüften Techniker in der Fachrichtung Maschinenbau weitergebildet, das neben einem Vollzeitjob über drei Jahre in Teilzeit. Prüfungen am Sonntag, nach der Arbeit lernen, Wochenenden opfern. Er beschreibt diese Phase als prägende Zeit, in der er gelernt hat, was möglich ist, wenn man konsequent dran bleibt.

Im Außendienst, wo er Spannwerkzeuge und Maschinenzubehör an große Industriebetriebe wie ZF verkauft hat, entdeckte er schließlich seine Leidenschaft für Verkauf und den Umgang mit Menschen. 2017 besuchte er die Vertriebsoffensive von Dirk Kreuter, was er als echten Wendepunkt in seinem Denken beschreibt. Verkaufen war ab da kein schmutziges Wort mehr, sondern Helfen, wenn man es richtig macht.

Der erste Schritt in die Immobilienbranche

Der entscheidende Impuls kam über seinen Bruder, der bereits Kontakt zur Immobilienwelt hatte und eine erste Wohnung in der Region geflippt hatte. Gemeinsam haben die beiden 2019 in Markt Oberdorf eine Zweizimmerwohnung angekauft, das war der erste gemeinsame Flip. Zur selben Zeit hat Matthias auch seine erste Immobilie als Makler vermarktet.

Mit dem ersten Ankauf hat er auch die Kündigung bei seinem damaligen Arbeitgeber eingereicht. Die Rechnung war klar: Er hatte eine Abschlussprovision mitgenommen, Rücklagen gebildet und konnte damit für ungefähr ein halbes bis dreiviertel Jahr seine Fixkosten decken. Zeit genug, um das neue Business aufzubauen, ohne sofort unter Druck zu stehen.

Dann kam Anfang 2020 die Pandemie. Außendienst war von heute auf morgen nicht mehr möglich, Besichtigungen liefen schleppend oder gar nicht. Matthias hat diese Phase genutzt, um sein Wissen auszubauen, Prozesse zu verstehen und das Geschäft Schritt für Schritt zu entwickeln. Als ehemaliger Leistungssportler hatte er das Handwerkszeug für Disziplin und strukturiertes Arbeiten schon im Gepäck.

Fix and Flip im Allgäu: Was wirklich dahinter steckt

Die erste gemeinsam geflippte Wohnung mit seinem Bruder war eine Zweizimmerwohnung in einem Betonblock mit solider Lage, aber wenig Charme. Der Verkauf war zäh, weil potenzielle Käufer beim Blick auf Google Maps direkt abgesprungen sind. Der Bruder hat letztendlich einen Käufer gefunden, der Deal lief durch.

Was Matthias in dieser Phase gelernt hat, ist ein zentrales Thema für jeden, der mit Fix and Flip anfängt:

  • Kalkuliere realistisch. Die Vorstellung, eine Wohnung in zwei Monaten zu kaufen, zu renovieren und gewinnbringend zu verkaufen, ist in den meisten Fällen nicht die Realität.
  • Bürokratie kostet Zeit. Eine Ende 2021 verkaufte Wohnung war erst Ende 2023 vollständig im Grundbuch umgeschrieben. In der Zwischenzeit wurde weiterhin Grundsteuer vom falschen Konto abgebucht und es kamen Kontaktanfragen für eine Immobilie, die längst nicht mehr ihnen gehörte.
  • Technisches Grundverständnis ist Pflicht. Matthias erzählt von einem Besichtigungsfall, bei dem eine Wohnung aus den 1980ern mit Dreifachverglasung beworben wurde. Nach kurzem Hinschauen war klar: kein dritter Glasschlitz, also Zweifachverglasung. Solche Fehler waren bereits dutzendfach so kommuniziert worden. Wer als Investor technisches Grundwissen mitbringt, schützt sich vor teuren Überraschungen.

2021 haben Matthias und sein Bruder im Coaching von Maximilian Wolf gestartet. Die Investition lag bei knapp 10.000 Euro für ein Jahr Betreuung. Matthias sagt heute, das war günstig für das, was er mitgenommen hat: Unternehmensstrukturen, Holding-GmbH-Aufbau, Kalkulationsmodelle für Fix and Flip, Steuern. Kurz: alles, was aus einem engagierten Hobby-Flipper einen strukturiert denkenden Immobilienunternehmer macht.

Bricks and Mortar Immobilien Allgäu: Gemeinsam mit Maximilian Wolf

Im Herbst 2022 haben Matthias und Maximilian Wolf gemeinsam Bricks and Mortar Immobilien Allgäu gegründet. Die Idee dahinter: Maximilian suchte bundesweit Partner, mit denen er gemeinsam regionale GmbHs gründet und Maklerstandorte aufbaut. Matthias hatte die Region, das Netzwerk und den Vertriebshintergrund. Eine logische Verbindung.

Der Aufbau war alles andere als einfach. 2022 war ein hartes Jahr für die Immobilienbranche in Deutschland: Zinswende, Krieg in der Ukraine, nachhängende Pandemieeffekte. Viele geplante Verkäufe sind geplatzt. Matthias beschreibt Situationen, in denen Maklerprovisionen nach dem Notartermin ein halbes Jahr nicht gezahlt wurden. Das Geld kommt erst, wenn die Immobilie beurkundet ist, und dann oft erst mit erheblicher Verzögerung.

Was ihn und das Unternehmen von klassischen Ein-Mann-Maklerbüros unterscheidet, ist die konsequente Strukturierung des Geschäfts:

  • Klare Rollenverteilung: Wer im Team für den Verkauf zuständig ist, macht nur Verkauf. Kein Kümmern um Buchhaltung, Marketing oder Akquise nebenbei.
  • Eigene Inhouse-Akademie: Neue Mitarbeiter, egal ob Quereinsteiger oder erfahrene Makler mit anderem System im Kopf, werden strukturiert eingearbeitet und auf den Prozess ausgerichtet.
  • Pipedrive als CRM: Alle Kontakte, alle Objekte, alle Kennzahlen im Blick. Einmal bis zweimal pro Woche werden die KPIs durchgegangen, um planbaren Umsatz zu erzeugen statt auf Zufallsdeals zu warten.
  • Konsequente Nachverfolgung: Wer ein Objekt anfragt, bekommt alle Unterlagen, wird zurückgerufen und nach einer Woche ohne Rückmeldung erneut kontaktiert. Das klingt simpel, ist im Maklergeschäft aber die absolute Ausnahme.

Matthias nennt ein konkretes Beispiel aus seinem Netzwerk: eine Maklerin im Allgäu, mit der er permanent im Austausch ist, weil sie als eine der wenigen tatsächlich nachfasst, anruft und Feedback einholt. In einem Markt, in dem viele Makler auf Anfragen gar nicht reagieren oder automatische No-Reply-Mails verschicken, ist das ein echter Wettbewerbsvorteil.

Dealflow im Fix and Flip: Was wirklich funktioniert

Ein zentrales Thema im Gespräch ist die Frage, wie man als Flip-Investor konstant an gute Objekte kommt. Matthias ist selbst Makler und kauft trotzdem rund 90 Prozent seiner Objekte über andere Makler ein. Seine klare Meinung dazu:

Wer glaubt, mit Flyern, Zeitungsanzeigen oder einem einzelnen Akquisekanal einen konstanten Dealflow aufzubauen, liegt falsch. Das bringt vereinzelte Treffer, aber keine Planbarkeit. Wer wirklich Monat für Monat Objekte drehen will, braucht Menschen, konkret: ein aktives Netzwerk aus Maklern, Insolvenzverwaltern und anderen Marktteilnehmern, die verlässlich und regelmäßig weiterleiten.

Die Realität ohne dieses Netzwerk beschreibt er so: Zwei Wochen passiert nichts, man zweifelt an sich selbst, und dann kommen an einem einzigen Tag zwei Objekte gleichzeitig rein, eines für 100.000 Euro und eines für eine Million. Beide müsste man eigentlich kaufen. Das ist kein geplantes Unternehmen, das ist Glücksspiel.

Zuletzt hat Matthias eine Zweizimmerwohnung in Sonthofen angekauft. Für das laufende Jahr ist weiteres Wachstum geplant, sowohl beim Ankauf als auch beim Aufbau des Teams bei Bricks and Mortar Immobilien Allgäu.

Was man aus Matthias' Weg mitnehmen kann

Matthias hat nicht mit Kapital angefangen, nicht mit einem perfekten Businessplan und auch nicht mit zehn Jahren Immobilienerfahrung im Rücken. Was er hatte: Vertriebserfahrung, Disziplin aus dem Sport, die Bereitschaft, mehrfach die Industrie zu wechseln und auf eigene Rechnung zu arbeiten, und die Konsequenz, bei einem neuen Weg auch wirklich dabei zu bleiben.

Ein paar Dinge, die er rückblickend als entscheidend nennt:

  • Eigenkapital schützen: Bevor er gekündigt hat, hatte er konkret durchgerechnet, wie lange er ohne Einkommen überlebt, ohne die Rücklagen anzutasten.
  • Coaching als Investition: Die 10.000 Euro für das Coaching bei Maximilian Wolf betrachtet er nicht als Ausgabe, sondern als Investition in Struktur und Wissen, die sich vielfach zurückgezahlt hat.
  • Netzwerk ist alles: Ob beim Allgäuer Immobilien-Stammtisch, beim regionalen Makler oder beim Aufbau des eigenen Teams. Immobilien ist ein People-Business.
  • Geduld mit Bürokratie: Grundbucheintragungen dauern. Provisionen kommen mit Verzögerung. Wer das nicht einplant, gerät schnell unter Liquiditätsdruck.

Wer im Allgäu im Immobilienbereich Fuß fassen will, findet bei Bricks and Mortar Immobilien Allgäu mit Matthias einen Ansprechpartner, der den Weg selbst gegangen ist und genau weiß, wo die Fallstricke liegen.