Der Alltag eines Immobilien Unternehmers: 4 Immobilien, 2 Städte, 1 Seminar! | Folge #154
In dieser Folge nimmst du Johannes auf einer intensiven Woche mit: zwei abgeschlossene Fix-and-Flip-Projekte in Münster, eine beeindruckende Kernsanierung in Berlin und ein vollgepacktes Tagesseminar mit 40 Teilnehmern. Der Vlog zeigt, wie der Alltag als aktiver Immobilien-Unternehmer wirklich aussieht, und beantwortet nebenbei praktische Fragen zu Steuern, Finanzierung und Renovierungshandwerk.
Zwei Flips in Münster: Was dabei wirklich rauskommt
Die Woche startet in Münster. Johannes und sein Partner Tim haben dort zwei Wohnungen durchgeflippt. Beide Objekte waren schon in früheren Folgen zu sehen: einmal komplett renoviert, Grundriss angepasst, alles neu gemacht. Tim hat einen der Flips in Rekordzeit fertiggestellt. Das Ergebnis kann sich sehen lassen.
Konkret wird es, wenn Johannes über die Zahlen spricht. Am Beispiel der Steinfurtstraße nennt er einen Bruttogewinn von rund 83.000 Euro. Das klingt nach viel, und das ist es auch, aber natürlich nicht ohne Abzüge. Er erklärt das direkt und ohne Beschönigung:
- Wer privat, als GbR oder Einzelunternehmer flippt, versteuert den Gewinn mit dem persönlichen Steuersatz. Das sind je nach Einkommen zwischen 30 und 45 Prozent.
- Wer eine Unternehmensstruktur nutzt, also zum Beispiel eine GmbH oder eine OG, landet in der Regel bei rund 30 Prozent Gesamtbelastung. Davon entfallen ungefähr 15 Prozent auf die Körperschaftsteuer und 15 Prozent auf die Gewerbesteuer. Hinzu kommt noch etwas Solidaritätszuschlag, und der genaue Hebesatz hängt von der Region ab.
Am Beispiel eines Bruttogewinns von 50.000 Euro rechnet Johannes vor: Nach rund 30 Prozent Steuern bleiben etwa 35.000 Euro netto übrig. Und das für eine Tätigkeit, die über 6 Monate läuft und sich gut neben dem Hauptberuf ausüben lässt. Die Botschaft ist klar: Bruttosummen sind keine Trickserei, sie sind die übliche Angabe, genau wie beim Gehalt.
Wer auf der Suche nach einer ehrlichen Einschätzung der Rendite beim Fix and Flip ist, sollte sich also nicht von Bruttowerten blenden lassen, aber auch nicht davon abschrecken. 35.000 Euro Nachsteuergewinn in einem halben Jahr, bei 5 bis 10 Stunden Arbeit pro Woche, ist eine realistische und attraktive Kapitalanlage.
Nützliche Praxistipps aus dem Zug nach Berlin
Auf der Zugfahrt von Münster nach Berlin beantwortet Johannes Fragen aus den YouTube-Kommentaren. Zwei davon sind besonders relevant für alle, die gerade mit dem Thema Immobilienfinanzierung und Renovierung starten.
Bonitätsprüfung: Welche Gehaltsnachweise brauche ich?
Eine häufige Frage bei der Immobilienfinanzierung: Was bedeutet eigentlich "die letzten drei Gehaltsnachweise"? Die Antwort ist einfach. Es geht um die drei zuletzt erhaltenen Lohnabrechnungen, also die drei aktuellsten Gehaltszettel, die du von deinem Arbeitgeber bekommen hast. Die musst du der Bank vorlegen, wenn sie deine Bonität prüft. Das ist Standard bei jeder Immobilienfinanzierung.
Fußleisten richtig stoßen: Gehrungsschnitt statt stumpfer Schnitt
Wer selbst renoviert oder seinen Handwerkern auf die Finger schauen möchte, sollte das hier kennen. Wenn Fußleisten nicht in einem Stück verlegt werden können, müssen sie irgendwo gestoßen werden. Dabei gibt es zwei Varianten:
- Stumpfer Stoß: Beide Enden werden gerade abgeschnitten und direkt aneinandergesetzt. Das sieht unfertig aus und ist schwieriger sauber zu verbinden.
- Gehrungsschnitt: Beide Enden werden diagonal geschnitten, sodass sie leicht überlappen. Das Ergebnis sieht deutlich eleganter aus, lässt sich besser kleben oder nageln und fällt im fertigen Raum kaum auf.
Das klingt nach einem kleinen Detail, macht aber im Gesamtbild einer renovierten Wohnung einen spürbaren Unterschied. Professionelle Handwerker nutzen ausnahmslos den Gehrungsschnitt. Wenn du also bei der Abnahme einer Renovierung drauf achtest und stumpfe Stöße siehst, lass sie nacharbeiten.
Berlin: Kernsanierung eines Mehrfamilienhauses mit Fabian
Am nächsten Morgen in Berlin besucht Johannes seinen Bekannten Fabian, der dort ein Mehrfamilienhaus von Grund auf saniert hat. Das Projekt ist beeindruckend und gleichzeitig abschreckend in seiner Dimension:
- Das Gebäude wurde von 11 auf 20 Wohnungen erweitert.
- Dabei wurden 300 Quadratmeter neue Wohnfläche geschaffen.
- Es gab eine komplett neue Fassade.
- Die Sanierung lief, während Mieter noch im Haus wohnten.
- Geplant waren zwei Jahre, geworden sind es vier Jahre.
- Die Kostenplanung wurde ebenfalls deutlich überschritten.
Johannes kommentiert das ehrlich: Es war ein Herzensprojekt von Fabian, kein klassischer Fix-and-Flip. Für Johannes selbst wäre das nicht die richtige Welt, er sagt es direkt. Trotzdem nimmt er viel mit aus dem Rundgang. Wer als Immobilieninvestor in Deutschland wächst, tut gut daran, auch größere Projekte zu verstehen, selbst wenn man sie selbst nicht umsetzt. Man lernt, was in solchen Vorhaben schiefgehen kann, wie Puffer kalkuliert werden müssen und wie weit Zeitplanung von der Realität abweichen kann.
Für alle, die gerade mit dem Thema Kapitalanlage in Immobilien anfangen, ist das eine wichtige Lektion: Komplexität kostet Zeit und Geld. Ein überschaubarer Fix-and-Flip mit klarer Kalkulation ist für den Einstieg deutlich geeigneter als ein Sanierungsprojekt dieser Größenordnung.
Das Flipper-Immo-Seminar in Berlin: Ein ganzer Tag Praxis
Am Samstag findet das eigene Tagesseminar von Johannes im NH Hotel in Berlin statt. 40 Teilnehmer sind dabei, darunter Handwerker, Banker aus dem Finanzierungsbereich und viele aus der IT-Branche, die über eine Kapitalanlage in Immobilien nachdenken oder bereits erste Schritte gemacht haben.
Das Programm läuft von 9 bis 18 Uhr und deckt die wesentlichen Themen rund um Fix and Flip ab:
- Finanzierung: Wie bekommst du Kapital für deinen ersten oder nächsten Flip?
- Akquise: Wo und wie findest du geeignete Objekte?
- Renovierung: Was kostet was, wen brauchst du, wie steuerst du Handwerker?
- Besichtigungen und Projektbewertung: Wie erkennst du ein gutes Objekt?
- Q&A: Am Ende des Tages Raum für alle offenen Fragen.
Als Gastreferenten sind Malte und Fabian dabei. Malte hat als Anfänger-Flipper angefangen und ist mittlerweile Vollzeit im Fix-and-Flip-Bereich tätig. Fabian bringt seine Erfahrung aus Kernsanierungen und Mieterwechseln mit.
Ein Seminarteilnehmer kommt im Video selbst zu Wort und bringt es gut auf den Punkt. Er schätzt besonders, dass Johannes nicht einfach nur Coach ist, sondern aktiv selbst im Geschäft steckt und genau das tut, worüber er im Seminar spricht. Das ist der Unterschied zu vielen anderen Angeboten auf dem Markt. Theorie kommt hier aus gelebter Praxis.
Was Johannes außerdem ankündigt: Er wird künftig nur noch zwei Seminare pro Jahr anbieten statt vier. Das nächste ist für Dezember 2025 geplant. Wer also Interesse hat, sollte das im Blick behalten.
Remote-Team, Merchandise und der Blick hinter die Kulissen
Neben den Baustellen und dem Seminar zeigt die Folge auch, wie Johannes sein Unternehmen im Hintergrund führt. Das Team besteht mittlerweile aus 11 bis 12 Mitarbeitern, die komplett remote arbeiten. Das bedeutet: Sie sehen sich im Alltag kaum, Reisen wie diese Berliner Woche sind daher auch eine wichtige Möglichkeit, sich persönlich zu begegnen und als Team zusammenzuwachsen.
Für das Seminar wurden eigens Flipper-T-Shirts und 40 Tassen bestellt, die jeder Teilnehmer bekommt. Solche Details klingen nebensächlich, zeigen aber, dass hinter dem Kanal und den Projekten echte Unternehmensstrukturen stecken und kein Einzelkämpfer-Betrieb.
Auch der Umgang mit Kundenanfragen und neuen Deal-Prüfungen läuft parallel weiter: Zwischen den Besichtigungen in Münster werden am Nachmittag neue Kaufangebote rausgeschickt und potenzielle neue GmbH-Strukturen geprüft. Der Alltag als Immobilien-Unternehmer ist eben kein 9-to-5, aber er ist planbar und skalierbar, wenn die Strukturen stimmen.
Was du aus dieser Folge mitnimmst
Diese Folge liefert einen ungeschminkten Blick darauf, was es bedeutet, Fix and Flip aktiv und professionell zu betreiben. Kein Hochglanz, keine übertriebenen Zahlen. Stattdessen:
- Echte Projekte mit echten Zahlen, die du realistisch einordnen kannst.
- Steuerliche Grundüberlegungen, die du kennen musst, bevor du anfängst.
- Handwerkliche Details, die im Alltag den Unterschied machen.
- Einblicke in größere Sanierungsprojekte, damit du weißt, was auf dich zukommt, wenn du in diese Richtung denkst.
- Ein reales Seminarformat, das zeigt, wie Wissenstransfer in diesem Bereich aussehen kann.
Wenn du selbst überlegst, in Immobilien zu investieren, sei es als Kapitalanlage, als Fix-and-Flip-Einstieg oder zur langfristigen Vermögensbildung, dann ist diese Folge ein guter Einstieg. Sie zeigt, dass es funktioniert, aber auch, dass dahinter echte Arbeit, klare Strukturen und ein realistischer Blick auf Zahlen stecken müssen.