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Mein Alltag als Immobilienmakler in Dubai | Wie war das damals und Koffer voller Cash

Bevor Johannes mit Fix and Flip in Deutschland durchgestartet ist, hat er zwei Jahre lang als Immobilienmakler in Dubai gearbeitet. In diesem Video erzählt er spontan und ungeschnitten aus der Küche heraus, wie er mit 23 Jahren ohne jede Erfahrung in den Dubaier Immobilienmarkt eingestiegen ist, wie der Alltag dort wirklich aussah und was es mit dem russischen Kunden auf sich hat, der eines Tages mit einem Koffer voller Cash den Meetingraum betrat.

Wie Johannes mit 23 Jahren Immobilienmakler in Dubai wurde

Es war 2014, als Johannes bereits in Dubai lebte und dort einen anderen Job hatte. Eines Morgens wachte er auf und fragte sich, warum er nicht einfach das macht, was er schon immer machen wollte. Makler war schon länger auf seinem Plan, und die Gelegenheit war da. Also zog er in der Mittagspause sein frisch gekauftes Hemd an, das er für rund 30 Euro erstanden hatte, wechselte im Auto den Anzug und fuhr von Vorstellungsgespräch zu Vorstellungsgespräch.

Die ersten drei Firmen lehnten ihn ab, der Grund war simpel: keine Erfahrung im Markt. Dann gab ihm eine Agentur die Chance, weil er Deutschkenntnisse mitbrachte, jung war und offensichtlich Hunger hatte. Das war genug. Er unterschrieb einen Arbeitsvertrag auf Provisionsbasis, ohne festes Gehalt, und das Abenteuer begann.

Vor dem ersten Einsatz im Markt schickte die Firma ihn zu einem dreitägigen Seminar, vergleichbar mit einem IHK-Kurs in Deutschland. Dort lernte er alles, was ein Makler wissen muss: Verkäufer- und Käuferseite, die rechtlichen Abläufe, Grunderwerbssteuer und die lokalen Regularien. Am Ende bekam er eine Agenturnummer und war offiziell Makler.

Provision und Kosten beim Immobilienkauf in Dubai

Bevor es in den Tagesablauf geht, ein kurzer Blick auf die Zahlen, die Johannes erklärt. In Dubai liegt die Maklerprovision bei 2 Prozent des Kaufpreises. Davon gehen 1 Prozent an die Agentur und 1 Prozent an den Makler selbst, also eine klassische 50-50-Teilung zwischen Arbeitgeber und Angestelltem. Je nach Situation, etwa wenn ein weiterer Kollege am Deal beteiligt ist, verschiebt sich das Verhältnis.

Dazu kommt eine sogenannte Transfer Fee, vergleichbar mit der deutschen Grunderwerbsteuer. Das Bauamt behält dabei rund 4 Prozent des Kaufpreises ein, sobald ein Besitzerwechsel stattfindet. In der Summe landet man beim Kauf einer gebrauchten Immobilie in Dubai also bei ungefähr 6 Prozent Nebenkosten. Wer direkt vom Bauträger kauft, spart in der Regel die Maklerprovision, aber das ist ein eigenes Thema.

Der typische Tagesablauf in der Dubaier Maklerfirma

Das Büro selbst war alles andere als ein gewöhnlicher Arbeitsplatz. Marmorboden, indirekte Beleuchtung, ein Fingerabdrucksensor zur Zeiterfassung und ein Chef indischer Abstammung, der täglich mit seinem Butler und einem von zwei Rolls-Royce vorfuhr. Man kam im Anzug, meistens ohne Jackett wegen der Hitze, und begann den Tag.

Der eigentliche Kern des Tages war intensive Kaltakquise, und zwar auf einem Niveau, das in Deutschland aus datenschutzrechtlichen Gründen schlicht nicht möglich wäre. Die Firma hatte eine Excel-Liste mit sämtlichen Immobilienbesitzern in Dubai: Handynummer, Adresse, Arbeitgeber, E-Mail-Adresse, genaue Wohnungsnummer, alles vollständig und frei zugänglich. Die Liste ließ sich nach Gebäudenamen, Eigentümergröße oder anderen Kriterien filtern.

Johannes saß mit Headset am Telefon, den Hörer bereits abgelegt, damit keine Zeit mit Auflegen verloren ging. Mit einem Auge schaute er auf die Liste, mit dem anderen tippte er die nächste Nummer. Das Skript war simpel:

  • Guten Tag, hier ist Immobilienfirma XY.
  • Haben Sie etwas zu verkaufen?
  • Möchten Sie etwas kaufen?

Die Absagenquote lag bei gefühlt 99,9 Prozent. Manche Leute legten einfach auf, andere wurden laut, wieder andere wurden persönlich beleidigend. Johannes sagt im Nachhinein, dass er dort gelernt hat, mit Ablehnung umzugehen, und dass das einer der wertvollsten Lerneffekte war. Sein Englisch verbesserte sich, seine Kommunikationsstärke wuchs, und nach einem Jahr kannte ihn ein Teil seiner Kontakte bereits mit Namen und rief ihn von sich aus an.

An manchen Tagen rief er 300 bis 400 Personen an. Täglich um vier oder fünf Uhr nachmittags kam eine E-Mail an das gesamte Team, in der stand, wer wie viele qualifizierte Gespräche geführt hatte. Das System zählte erst ab einer Gesprächsdauer von mindestens zwölf Sekunden, kurze Aufhänger wurden nicht mitgezählt. Micro-Management auf Dubaier Art.

Was dem Makler abgenommen wurde und was nicht

Was Johannes überraschte, war, wie wenig administrative Arbeit auf ihn entfiel. Er machte keine Fotos, trug keine Besichtigungstermine ein und füllte keinen Papierkram aus. Dafür gab es eigene Mitarbeiter. Eine kurze E-Mail mit dem Wunsch nach einem Fotografen um 14 Uhr genügte, der Rest lief automatisch. Die Bilder wurden direkt ins entsprechende Listing hochgeladen.

Im Büro gab es einen Mitarbeiter, der auf Anfrage Kaffee oder Tee brachte. Man rief kurz an, zwei Minuten später stand der Kaffee auf dem Tisch. Dazu kam ein BMW als Geschäftsfahrzeug. Mit 23 Jahren fand Johannes das schlicht beeindruckend und war mit vollem Einsatz dabei.

Der Koffer voller Cash und der russische Kunde

Die vielleicht einprägsamste Geschichte aus dieser Zeit: Eines Tages betrat ein russischer Kunde das Büro, ging in den Meetingraum und stellte wortlos einen Koffer auf den Tisch. Er schaute die Anwesenden an und sagte sinngemäß: Ich möchte etwas kaufen.

Johannes und sein Chef tauschten kurze Blicke aus. Dann fragte man den Kunden, was er suche: Wie viele Zimmer, welche Lage, welche Bruttorendite. Die Frage, woher das Geld kam und wie es genau in diesen Koffer gelangt war, interessierte damals schlicht niemanden.

Johannes stellt klar, dass das heute so nicht mehr funktioniert. Der Dubaier Immobilienmarkt ist mittlerweile deutlich regulierter und kontrollierter als noch 2014. Damals gab es in der Branche noch weniger strenge Regeln, und entsprechend wild waren manche Situationen. Er deutet an, dass es noch mehr solche Geschichten gibt, und überlegt, dazu ein separates Video zu machen.

Was Johannes aus Dubai mitgenommen hat

Zwei Jahre Dubai als Immobilienmakler, ohne Gehalt, auf Provisionsbasis, mit Kaltakquise als täglichem Brot. Klingt hart, und das war es auch. Aber Johannes sagt, dass er dort mehr über sich selbst, über Business und über den Umgang mit Menschen gelernt hat als in jeder anderen Phase davor.

Ein paar konkrete Lektionen aus dieser Zeit:

  • Ablehnung aushalten: Wer täglich hunderte Nein-Sager übersteht, entwickelt eine Dickhäutigkeit, die im Vertrieb und im Unternehmertum unverzichtbar ist.
  • Netzwerke entstehen durch Konsequenz: Nicht durch einen einzigen perfekten Anruf, sondern durch wiederholten Kontakt über Monate entstand echtes Vertrauen.
  • Marktverständnis: Wer täglich mit Eigentumsstrukturen, Renditen, Preislagen und Kaufmotiven umgeht, entwickelt ein Gespür für Immobilien, das später der Kern von Fix and Flip ist.
  • Eigenverantwortung: Kein festes Gehalt bedeutet, dass man sich selbst motivieren muss. Wer das lernt, ist für den Rest des Berufslebens im Vorteil.

Vermissen wird er die Zeit nicht, das sagt Johannes klar. Aber er ist froh, dass er es gemacht hat. Dubai war der Startpunkt, an dem er als Unternehmer und als Person erwachsen geworden ist. Was danach kam, nämlich der Einstieg in Fix and Flip in Deutschland, lässt sich ohne diese Grundlage kaum vorstellen.

Wenn dich das Thema Dubai, Immobilienmärkte im Ausland oder die Hintergründe zu solchen Deals interessiert, schreib es in die Kommentare. Johannes überlegt, dazu noch mehr zu erzählen.