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Anfänger Bullshit bei Immobilien (Fix&Flip) | Zu viel Ablenkung und zu wenig Struktur!

Wer mit Fix and Flip anfangen will, macht einen häufigen Fehler: Er denkt zu groß, zu kompliziert und zu früh, ohne die grundlegenden Schritte abgearbeitet zu haben. In dieser Folge spricht Johannes Klartext darüber, warum so viele Anfänger im Immobilienbereich nicht vom Fleck kommen, wie du strukturiert vorgehst und warum Ablenkung durch Instagram-Gurus dein größter Feind ist.

Warum Anfänger beim ersten Flip ins Stocken geraten

Johannes bekommt regelmäßig Nachrichten auf Instagram von Leuten, die eigentlich schon wissen, was sie wollen. Sie haben zahlreiche YouTube-Videos geschaut, kennen die einschlägigen Namen in der Immobilien-Szene und haben die Entscheidung grundsätzlich getroffen: Sie wollen flippen. Das Problem ist nur, dass sie gleichzeitig noch nicht bei der Bank waren, noch kein Objekt besichtigt haben und sich in Details verlieren, die an diesem Punkt noch überhaupt keine Rolle spielen.

Das Muster ist immer ähnlich: Man macht sich Sorgen um die eigene Bonität, das zu geringe Gehalt oder fehlendes Eigenkapital, ohne jemals konkret nachgefragt zu haben, was tatsächlich gebraucht wird. Das ist klassischer Anfänger-Bullshit. Nicht böse gemeint, aber genau so nennt Johannes es, weil es die Realität trifft. Du kannst keine fundierte Einschätzung deiner Finanzierungssituation haben, wenn du noch nie mit einem Bankberater gesessen hast.

Der erste Schritt: Einfach zur Bank gehen

Der Rat klingt simpel, ist aber für viele anscheinend eine hohe Hürde: Geh zur Bank. Leg die Karten auf den Tisch. Zeig, wie viel Eigenkapital du hast, was du verdienst, was deine Familie eventuell beisteuern kann und was du konkret vorhast. Dann sagt dir die Bank genau, was fehlt und was du brauchst, um finanziert zu werden.

Damit liefert dir die Bank eigentlich schon deinen Schlachtplan. Du weißt nach dem Gespräch, welche Hausaufgaben du machen musst, um den nächsten Schritt gehen zu können. Das ist der Unterschied zwischen jemandem, der wirklich vorankommen will, und jemandem, der sich in Gedankenspiele verliert, ohne jemals in die Umsetzung zu kommen.

Konkrete Möglichkeiten, wenn die eigene Bonität nicht reicht:

  • Einen Partner ins Boot holen, der das nötige Eigenkapital oder die bessere Bonität mitbringt. Das kann ein Freund, ein Familienmitglied, ein Kollege oder jemand aus dem Netzwerk sein.
  • Mit diesem Partner gemeinsam erneut zur Bank gehen und die Finanzierbarkeit prüfen lassen.
  • Wenn das auch noch nicht reicht, bekommst du wieder neue Hausaufgaben, weißt aber wenigstens genau, woran du weiterarbeiten musst.

So funktioniert der Prozess. Nicht theoretisch, nicht auf Instagram, sondern in echten Gesprächen mit echten Zahlen.

Besichtigungen: So früh wie möglich anfangen

Parallel zur Finanzierungsvorbereitung solltest du anfangen, Objekte zu besichtigen. Und zwar so viele wie möglich, auch wenn du noch gar nicht kaufbereit bist. Auch wenn das Objekt auf den ersten Blick uninteressant wirkt oder der Zustand von Haus aus schlecht ist, lohnt es sich, es anzuschauen.

Warum? Weil du dabei lernst. Du lernst, wie Wohnungen in verschiedenen Zuständen aussehen, wie Makler arbeiten, wie du ein gutes Gespräch führst, und du baust Beziehungen auf. Wer 50 Wohnungen besichtigt hat, ist mental und fachlich in einer komplett anderen Liga als jemand, der erst zwei gesehen hat. Das ist kein Klischee, das ist schlicht Erfahrung, die du nur durch Tun sammelst.

Bau außerdem ehrliche Beziehungen zu Maklern auf. Kein Bullshit, keine falschen Versprechungen. Wer seriös auftritt und regelmäßig kommt, wird irgendwann zuerst angerufen, wenn ein interessantes Objekt reinkommt.

Fokus statt Ablenkung: Dein eigener Plan zählt

Einer der zentralen Punkte in diesem Video ist das Thema Ablenkung. Auf Instagram sieht es so aus, als würde jeder innerhalb weniger Monate zum erfolgreichen Immobilieninvestor werden. Jeder ist reich, jeder flippt, jeder hat Erfolg. Das ist eine verzerrte Realität, und wer sich daran misst, macht sich das Leben unnötig schwer.

Johannes ist da sehr direkt: Wenn jemand behauptet, du kannst in drei Monaten deinen ersten Flip abwickeln, dann verkauft er dir entweder einen Kurs, er lügt, oder er hatte schlicht Glück. Glück ist kein Geschäftsmodell, auf das du deine Planung aufbauen solltest.

Was stattdessen hilft:

  • Einen realistischen Zeitplan erstellen. Wenn du dir vorstellst, in zwei Jahren deinen ersten Flip zu machen, ist das ein sinnvoller Rahmen. Passiert es früher, umso besser.
  • Eine To-do-Liste abarbeiten. Was musst du konkret tun, um den nächsten Schritt zu gehen? Nicht irgendwann, sondern jetzt. Bank, Besichtigungen, Netzwerk aufbauen.
  • Das eigene Tempo akzeptieren. Manche flippen nach einem Jahr, manche nach fünf, manche gar nicht. Jede Ausgangssituation ist anders. Wer in einer Großstadt lebt, hat andere Bedingungen als jemand auf dem Land. Wer viel Eigenkapital hat, kommt schneller in Finanzierungsgespräche. Es gibt keine universelle Blaupause.

Der entscheidende Punkt ist: Schau auf deinen eigenen Weg und lass dich nicht von dem beirren, was andere auf Social Media präsentieren. Fokussiere dich auf ein Ziel und arbeite systematisch darauf hin.

Ein Flip ist eine Abfolge von Problemlösungen

Johannes bringt es auf eine einfache Formel: Ein Fix-and-Flip-Projekt ist im Kern eine Aneinanderreihung von Aufgaben, die du der Reihe nach abhakst. Finanzierung klären, Objekt finden, Kaufpreis verhandeln, Renovierung planen und umsetzen, Verkauf vorbereiten. Jeder dieser Schritte hat seine eigenen Herausforderungen, aber du musst sie nicht alle auf einmal lösen.

Wer versucht, alle Probleme gleichzeitig zu durchdenken, bevor er auch nur einen Schritt gegangen ist, blockiert sich selbst. Das ist kein Zeichen von Vorsicht, das ist Lähmung durch Überkomplexität. Der erste Schritt ist immer der simpelste: Raus aus dem Kopf, rein in die Umsetzung.

Wie lange das dauert, hängt von mehreren Faktoren ab:

  • Der eigenen finanziellen Ausgangslage und Bonität
  • Dem Netzwerk und möglichen Partnern
  • Dem regionalen Immobilienmarkt, also ob man in einer begehrten Großstadt oder einem ländlichen Gebiet sucht
  • Einem gewissen Maß an Glück zum richtigen Zeitpunkt

Das alles ist normal und gehört dazu. Wer das akzeptiert und trotzdem konsequent weiterarbeitet, kommt irgendwann ans Ziel.

Fazit: Struktur schlägt Inspiration

Am Ende läuft es auf einen simplen Grundsatz hinaus: Struktur schlägt Inspiration. Du kannst dir so viele YouTube-Videos anschauen wie du willst, so viele Bücher lesen wie du magst und so vielen Gurus auf Instagram folgen wie es geht, aber solange du nicht anfängst, konkrete Schritte umzusetzen, passiert nichts.

Geh zur Bank. Besichtige Objekte. Bau dein Netzwerk auf. Schreib dir auf, was du als nächstes tun musst, und mach es. Dein eigenes Tempo ist genau das richtige Tempo für deine Situation. Lass dich nicht ablenken, lass dich nicht entmutigen, und scheiß auf den Vergleich mit anderen.

Wenn du Fragen zum Thema Fix and Flip, Finanzierung oder Einstieg in die Kapitalanlage hast, schreib Johannes gerne in die Kommentare oder auf Instagram. Der nächste Inhalt wird sich mit der Frage beschäftigen, was für Kapitalanleger als Anfänger sinnvoller ist: Neubau oder Bestand.