Bad neu. Wohnung renoviert. Geld verdient | Immobilienhandel | Vorher-Nachher Roomtour & Fazit
In dieser Folge zeigt Johannes gemeinsam mit den Jungs aus Augsburg, was aus einer renovierungsbedürftigen Wohnung in rund sieben Wochen Eigenleistung geworden ist. Die Roomtour führt durch Wohnküche, Schlafzimmer und ein komplett neu gestaltetes fugenloses Bad, und am Ende ziehen alle gemeinsam ein ehrliches Fazit zum Flip, inklusive der Überraschungen, die auf dem Weg dazu gewartet haben.
Von der Rohwohnung zur verkaufsfertigen Kapitalanlage in sieben Wochen
Etwa zwei Monate nach dem ersten Drehtag, als die Wohnung gerade frisch übernommen worden war, treffen sich Johannes und die Augsburger Jungs wieder vor Ort. Das Ziel damals war klar: die Wohnung renovieren, auf Vordermann bringen und dann als Kapitalanlage verkaufen. Kein Umbau in der Grundstruktur, kein aufwendiger Grundrisseingriff, sondern gezieltes Aufwerten des Bestands mit vertretbarem Materialeinsatz und viel Eigenleistung.
Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Wer das Vorher kennt und jetzt durch die Wohnung geht, sieht sofort den Unterschied. Neuer Laminatboden, frisch gestrichene Wände, moderne Steckdosen und Lichtschalter in eckiger Form sowie aufgearbeitete Türen verwandeln den Altbestand in eine frische, zeitgemäß wirkende Wohnung, die genau das ausstrahlt, was Kapitalanleger suchen: gepflegt, vermietet, renditetauglich.
Wohnküche und Schlafzimmer: Standardisiert und durchdacht
In der Wohnküche wurde eine große Küchenzeile entfernt und der Raum neu strukturiert. Laminat ersetzt den alten Bodenbelag, die Wände sind weiß gestrichen, und kleine Details wie die rechteckigen Steckdosen und Schalter sorgen für einen modernen Touch, ohne das Budget zu sprengen. Johannes kennt diese Lösung aus eigenen Projekten und empfiehlt sie klar weiter. Sie treffen schlicht jeden Geschmack und wirken deutlich hochwertiger als die Standardvariante aus dem Baumarkt.
Die braunen Türzargen, die vorher das Bild geprägt haben, wurden nicht ausgetauscht, sondern mit neuen Türgummis und modernen Türdrückern aufgewertet. Das spart Zeit und Geld und bringt trotzdem einen sichtbaren Effekt. Im Schlafzimmer wurde ebenfalls Laminat verlegt. Johannes weist darauf hin, dass es sich hier um einen günstigen Bodenbelag handelt, was aber vollkommen in Ordnung ist, denn die Wohnung richtet sich an einen Kapitalanleger, der auf die Bruttorendite schaut, nicht auf den Quadratmeterpreis des Parketts.
Für einen Investor, der eine vermietete Wohnung als Kapitalanlage kauft, ist es letztlich zweitrangig, ob 44 Euro Parkett oder 1,10 Euro Laminat pro Quadratmeter verlegt wurde, solange die Zahlen stimmen. Das ist eine wichtige Denkweise im Fix-and-Flip-Geschäft: Das Renovierungsbudget immer am Zielkäufer ausrichten, nicht an persönlichem Geschmack.
Das Herzstück: Das fugenlose Bad
Das Highlight dieser Renovierung ist eindeutig das Badezimmer. Schon beim letzten Drehtag war das fugenlose Bad das große Thema, und das Ergebnis überzeugt. Das Konzept dahinter ist eigentlich denkbar simpel, aber wirkungsvoll: Statt die alten Fliesen herauszureißen, wurde direkt über den bestehenden Belag gearbeitet. In zwei Lagen wurde das fugenlose Material aufgetragen, ein spezieller Mörtel, der extrem aushärtet und nach dem Trocknen eine charakteristische Betonoptik hinterlässt. Anschließend wurde die Oberfläche gestrichen.
Das Ergebnis sieht aus wie ein vollständig neu gefliestes Bad in Betonoptik, kostet aber deutlich weniger Zeit und Geld als ein kompletter Abriss und Neuaufbau. Wichtig dabei: Diese Methode funktioniert dann besonders gut, wenn die Grundstruktur des Bades erhalten bleibt. Hier waren Dusche, Badewanne, Anschlüsse und der Vorwandaufbau für die Toilette bereits so positioniert, wie sie bleiben sollten. Kein Umbau, keine neuen Leitungen, keine Überraschungen in der Wand.
Was neu ist im Bad:
- Armaturen von Hansgrohe, neue Brause und Wannenarmatur
- Neue Toilette inklusive Aufsatz und Waschbecken als Set
- Spiegel mit indirekter Beleuchtung, schlicht und clean, ohne unnötigen Schnickschnack
- Lichtleiste im skandinavischen Stil, schwarz matt, ein Trend, der sich in vielen hochwertigen Bädern wiederfindet
- Gefliester Boden, der mit dem Rest des Bades stimmig wirkt
Badewanne und Duschkabine wurden behalten, denn sie waren noch in Ordnung und mussten lediglich gereinigt und mit den neuen Armaturen kombiniert werden. So bleibt das Renovierungsbudget im Rahmen, ohne dass der Käufer den Unterschied zum Neubau bemerkt.
Eigenleistung als Erfolgsfaktor, aber mit klaren Grenzen
Die Augsburger Jungs haben dieses Projekt nahezu vollständig in Eigenleistung durchgezogen. Keine Fremdfirma, kein externer Handwerker, alles selbst gemacht. Das hat konkrete Vorteile: Man ist unabhängig von Terminen, man weiß, wie sauber die Arbeit ausgeführt wird, und man spart erheblich an Kosten. Im Vergleich zum vorherigen Projekt war das ein deutlicher Unterschied, denn damals wurde vieles fremdvergeben, was zwar Arbeitszeit spart, aber das Budget stärker belastet.
Trotzdem ist Eigenleistung kein Allheilmittel. Johannes und die Jungs sprechen offen darüber, was dazu gehört:
- Man braucht Zeit, und zwar verlässlich verfügbare Zeit.
- Wenn man selbst plant und ausführt, entstehen Abhängigkeiten von sich selbst, nicht von Handwerkern, aber das kann trotzdem zu Verzögerungen führen.
- Fliesen legen zum Beispiel dauert als Anfänger oft doppelt so lang wie bei einem Profi.
- Werkzeug und Material müssen vorhanden sein, bevor man anfangen kann.
Wer nicht zwei linke Hände hat und sich zutraut, handwerkliche Aufgaben selbst zu übernehmen, kann mit Eigenleistung enorme Kosten sparen. Die Materialkosten allein sind nämlich überraschend niedrig, wenn man sich das Ergebnis vor Augen führt: neue Oberflächen, modernes Bad, frische Wände, aufgearbeitete Türen. Das schaut aus wie eine vollständig modernisierte Wohnung, und das für einen Bruchteil dessen, was ein vollständig fremdvergebenes Projekt kosten würde.
Was schiefgelaufen ist: Die Rollladen-Geschichte
Kein Flip läuft komplett glatt, und das war hier nicht anders. Die größte unerwartete Baustelle waren die Rollläden. Was eigentlich mit einem einfachen Reparatur-Kit lösbar schien, entpuppte sich als echtes Problem. Der Rollladenkasten-Deckel war breiter als die eigentliche Öffnung, sodass man nicht ohne Weiteres herankommt. Am Ende musste der Deckel aufgebrochen werden, um überhaupt rein zu kommen. Dann stellte sich heraus, dass die Rolle so weit weg saß, dass man auch von dort nicht vernünftig arbeiten konnte.
Das Resultat: zwei neue Rollläden wurden eingebaut. Ein Mehraufwand, der sich nicht vermeiden ließ, aber mit dem man bei einer guten Kalkulation rechnen sollte. Solche Überraschungen gehören zum Fix-and-Flip-Geschäft dazu. Wer sein Budget von Anfang an mit einem Puffer kalkuliert, gerät in solchen Momenten nicht in Bedrängnis.
Was hingegen sehr gut lief: Elektrik, Heizung und Fußbodenheizung mussten nicht angefasst werden. Das ist bei einer gut eingekauften Wohnung ein entscheidender Vorteil. Neue Leitungen verlegen oder eine Heizung erneuern kostet nicht nur Geld, sondern vor allem Zeit und Nerven.
Timeline: Sieben Wochen vom Start bis zur Vermarktung
Die Renovierung startete Ende November. Das ursprüngliche Ziel war, bis Ende Dezember fertig zu sein. Feiertage und kleinere Verzögerungen haben den Zeitplan leicht verschoben, aber nicht weit. Zum Zeitpunkt des Drehtags für dieses Video war die Wohnung nahezu fertig, und der Verkaufsstart für den Montag danach war bereits konkret geplant. In rund sieben Wochen wurde die komplette Wohnung renoviert und für den Markt vorbereitet, was für eine weitgehend in Eigenleistung umgesetzte Renovierung ein starkes Ergebnis ist.
Das Fazit der Jungs fällt eindeutig aus: 10 von 10. Alles lief nach Plan, das Ergebnis stimmt, und aus dem Projekt hat man fürs nächste gelernt, zum Beispiel das Fliesen legen, das hier erstmals komplett selbst übernommen wurde.
Was kommt als nächstes: GmbH-Gründung und größere Projekte
Nach diesem Flip steht für die Augsburger Jungs der nächste große Schritt an: die GmbH-Gründung. Wer im Immobilienhandel regelmäßig kauft und verkauft, kommt irgendwann an den Punkt, wo die steuerliche und haftungsrechtliche Struktur entscheidend wird. Die GmbH als Vehikel für den Immobilienhandel hat klare Vorteile, und bevor dieser Schritt nicht gegangen ist, soll vorerst kein neues Objekt gekauft werden.
Inhaltlich zieht es die Jungs beim nächsten Projekt weg von der Wohnung hin zu größeren Einheiten: ein Haus oder ein Doppel- bzw. Reihenhaus steht auf dem Wunschzettel. Das bedeutet mehr Volumen, mehr Komplexität, aber auch mehr Potenzial. Johannes ist gespannt und kündigt an, wieder dabei zu sein, wenn es so weit ist.
Für alle, die selbst mit dem Gedanken spielen, in den Immobilienhandel einzusteigen oder erste Fix-and-Flip-Projekte umzusetzen, liefert dieses Video eine ehrliche und praxisnahe Antwort auf die wichtigsten Fragen: Wie lange dauert eine solche Renovierung wirklich? Was kann schiefgehen? Und lohnt sich Eigenleistung? Die kurze Antwort: Ja, wenn du handwerklich nicht völlig unbegabt bist, dir die Zeit nimmst und das Projekt von Anfang an realistisch kalkulierst.