Baumaterial online bestellen? Erfahrungen und Fortschritte bei meinem Fix and Flip Objekt (Part 2)
In dieser zweiten Folge zum laufenden Fix and Flip Projekt nimmt Johannes dich mit auf die Baustelle und zeigt, wie weit die Renovierung bereits fortgeschritten ist. Dabei geht es nicht nur um Pinsel und Mörtel, sondern auch um eine ehrliche Einschätzung, ob sich Baumaterial sinnvoll online bestellen lässt und welche unerwarteten Probleme beim Umbau auftauchen können. Außerdem wirft er schon einen Blick auf das nächste mögliche Objekt.
Wo das Projekt gerade steht
Wer schon Teil 1 gesehen hat, wird die Wohnung kaum wiedererkennen. Die hässlichen, vergilbten Wände sind inzwischen weiß gestrichen, Materialien wie Kurzmörtel und Farbe liegen bereit, und das Projekt nimmt langsam aber sicher Form an. Johannes ist nach eigenem Bekunden weiter als ursprünglich geplant, was vor allem an der Handwerkertruppe liegt, die er persönlich kennt und der er vertraut.
Das ist kein unwichtiges Detail. Gerade beim Fix and Flip kommt es auf verlässliche Handwerker an. Wer sich auf Unbekannte verlässt, riskiert Verzögerungen, Nacharbeiten und am Ende mehr Kosten als geplant. Johannes hat seinen Vater mit ins Boot geholt, gemeinsam haben sie das Bad komplett entrümpelt und die alte Einrichtung rausgeworfen.
Übrigens: Im ersten Video hat er das Bodenbelag fälschlicherweise als Parkett bezeichnet. Es ist Laminat. Kein Drama, aber wichtig für die Weiterverarbeitung. Der alte Boden liegt noch drin, was während der Streicharbeiten sogar praktisch ist, da man sich keine Gedanken um Farbspritzer machen muss.
Unerwartete Probleme einkalkulieren
Kein Renovierungsprojekt läuft genau so ab, wie man es vorher auf dem Papier geplant hat. Das gilt besonders für Objekte, die schon 40 Jahre oder älter sind. In diesem Fall tauchten im Bad alte Leitungen auf, die niemand auf dem Schirm hatte und die so heute niemand mehr verbauen würde. Teils zu leichtsinnig ausgeführt, teils schlicht veraltet.
Das Erstaunliche: Es gab in all den Jahren keinen einzigen Wasserschaden. Trotzdem mussten die Leitungen erneuert werden, was ein paar hundert Euro extra bedeutete. Johannes betont hier einen wichtigen Grundsatz für alle, die mit Fix and Flip starten wollen:
- Plane immer einen Puffer von 10 bis 15 Prozent auf dein Renovierungsbudget ein.
- Wenn sich das Objekt auch mit diesem Puffer noch rechnet, ist es ein gutes Zeichen.
- Sei lieber konservativ bei der Kalkulation als optimistisch. Wer auf den letzten Euro kalkuliert, lebt gefährlich.
Unvorhergesehenes kommt immer. Mal sind es Leitungen, mal Schimmel hinter der Verkleidung, mal ein Estrich, der nicht tragfähig ist. Das gehört zum Geschäft. Entscheidend ist, dass du beim Einkauf des Objekts genug Spielraum hast, um solche Überraschungen aufzufangen, ohne dass die gesamte Rendite wegbricht.
Baumaterial online bestellen: Ja oder Nein?
Das ist eine Frage, die viele Renovierer beschäftigt, und Johannes liefert eine klare, praxisbasierte Antwort aus eigener Erfahrung. Kurz gesagt: Eine Kombination aus Online und Vor-Ort-Kauf funktioniert am besten, aber mit klaren Regeln.
Was passiert ist: Für das Bad wurde ein Waschbecken in der Größe 70 x 45 cm online bestellt, rechtzeitig im Voraus, um keine Engpässe zu riskieren. Dann kam die Lieferung durch DHL, und das Waschbecken hatte zwei komplett zertrümmerte Ecken. Der Paketbote hatte das gute Stück offenbar fallen lassen.
Der Händler selbst hat sich vorbildlich verhalten: sofortige Reaktion, freundliches Team, Angebot ein Ersatzstück zu schicken, sobald das beschädigte zurückgeschickt wurde. Trotzdem bedeutet der Vorgang eine Wartezeit von etwa zwei Wochen, egal welche Versprechen gemacht werden. Das neue Stück war zum Zeitpunkt des Videos noch nicht angekommen, obwohl der Versand bereits bestätigt war.
In diesem Fall war das kein Problem, weil das Bad sowieso noch nicht fertig war und das Waschbecken noch nicht sofort verbaut werden musste. Hätte man aber auf knapp terminiert geplant, wäre die Baustelle zum Stillstand gekommen.
Daraus ergibt sich eine simple Faustregel:
- Wichtige, sofort benötigte Bauteile wie Waschbecken, Toiletten, Duschwannen: lieber lokal kaufen. Du fährst hin, lädst ein, fertig. Keine Lieferverzögerungen, keine kaputten Ecken, kein Warten.
- Kleinere Teile wie Wasserhähne, Armaturen oder Zubehör, das nicht sofort verbaut werden muss: online durchaus in Ordnung, wenn man Rezensionen liest und den Shop kennt.
- Wenn der Preisunterschied zwischen Online und lokalem Baumarkt nicht riesig ist, sprich nicht astronomisch hoch, kaufe lokal. Du sparst dir Nerven und Zeit.
Johannes ist nach eigener Aussage noch immer auf der Suche nach einem verlässlichen Online-Shop für Baumaterialien, der wirklich alles vorrätig hat und zuverlässig liefert. Den hat er bislang nicht gefunden. Wer da einen Tipp hat, soll ihn gerne in die Kommentare schreiben.
Planänderungen im Bad: Flexibilität lohnt sich
Auch bei der Badplanung selbst hat sich während der Bauphase etwas verändert, und das ist völlig normal. Ursprünglich war geplant, im Bad eine schmale Trennwand von etwa 7 bis 10 Zentimetern einzuziehen. Der Gedanke dahinter: die Waschmaschine schön verstauen und gleichzeitig ein paar Regalbretter für Handtücher und Waschmittel schaffen.
Das Problem dabei war die Tür. Sie öffnet in Richtung der geplanten Trennwand, was bedeutet hätte, dass ein Türstopper im Boden nötig geworden wäre, um zu verhindern, dass die Tür gegen die Wand oder ein mögliches Glaselement knallt. Nach kurzem Nachdenken haben Johannes und sein Team eine bessere Lösung gefunden: Die Tür wird auf die andere Seite gedreht. Sie öffnet dann in Richtung der Gastherme, was gleichzeitig mehr Platz vor der Dusche schafft. Weniger Aufwand, weniger Probleme, und ein paar Euro gespart.
Das zeigt, dass Flexibilität beim Bauen kein Schwäche ist, sondern Stärke. Wer starr an einem Plan festhält, auch wenn die Realität auf der Baustelle eine andere Lösung nahelegt, zahlt am Ende mehr und bekommt ein schlechteres Ergebnis.
Handwerk selbst machen: Decke streichen ist kein Spaß
Johannes hat an dem Tag hauptsächlich Decken und Wände gestrichen, und er macht kein Geheimnis daraus: Decken streichen ist eine der unangenehmsten Tätigkeiten auf der Baustelle. Die Farbe tropft konstant in die Augen, du arbeitest mit dem Kopf im Nacken, und alles um dich herum wird voll. Wer es vermeiden kann, sollte es vermeiden oder zumindest Schutzbrille und Maske tragen.
Apropos Maske: Die Türen im Projekt wurden abgeschliffen und sollen ebenfalls weiß gestrichen werden. Beim Schleifen gilt unbedingt, mit Atemschutzmaske zu arbeiten. Johannes betont das ausdrücklich, weil der feine Staub sich überall festsetzt und auf Dauer die Lunge schädigt. Wer glaubt, das ist übertrieben, der denkt zu kurzfristig.
Nächstes Objekt schon in Sicht
Noch während dieses Fix and Flip Projekts läuft, ist Johannes bereits auf der Suche nach dem nächsten Objekt und hat auch schon etwas Konkretes im Blick. Ob der Ankauf tatsächlich zustande kommt, hängt noch von einem Gespräch mit der Bank ab.
An dieser Stelle kommt er auch auf ein Thema zu sprechen, das in der Immobilien-Szene auf YouTube gerne romantisiert wird: der Kauf ohne Eigenkapital. Johannes stellt sich klar dagegen. Nicht weil es grundsätzlich unmöglich ist, sondern weil die Risiken enorm sind, wenn man ohne Puffer arbeitet. Seine Botschaft ist eindeutig:
- Gute Bonität bei der Bank ist keine Kür, sondern Pflicht.
- Wer alles auf null kalkuliert, der darf sich keinen einzigen Fehler erlauben. Und der wird passieren.
- Gesundheitliche Probleme, unvorhergesehene Kosten, Verzögerungen: all das kann ein Projekt zum Kippen bringen, wenn kein Eigenkapital und kein Puffer vorhanden sind.
Lieber ein Objekt weniger kaufen und dafür mit solider Basis starten, als drei Projekte gleichzeitig anzugehen und bei einem einzigen Problem alles zu verlieren. Konservativ kalkulieren gewinnt langfristig, auch wenn es auf den ersten Blick weniger glamourös wirkt als die großen Versprechen aus manchen YouTube-Videos.
Fazit: Fortschritte, Lernkurve und realistischer Ausblick
Das Projekt macht gute Fortschritte. In etwa zwei weiteren Wochen soll die Wohnung fertig sein. Das Bad ist weit fortgeschritten, neue Leitungen sind verlegt, die Wände sind gestrichen, die Türen werden noch aufgearbeitet. Gleichzeitig nimmt Johannes das nächste Objekt ins Visier und plant schon ein Interview mit einem Finanzierungsexperten, der die Themen Kredit, Bonität und Eigenkapital aus Fachperspektive beleuchten soll.
Was bleibt als wichtigste Erkenntnis aus dieser Folge? Wer im Fix and Flip unterwegs ist, muss flexibel bleiben, realistisch kalkulieren und bei der Materialbeschaffung auf Verlässlichkeit setzen. Online bestellen kann funktionieren, aber bei wichtigen Bauteilen ist der lokale Kauf fast immer die sicherere Wahl. Und egal wie gut du planst: Ein Puffer von 10 bis 15 Prozent gehört in jede Kalkulation, vom ersten Objekt bis zum zwanzigsten.