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FlippɘrNews (14.07.2026) - Baupreise, Markttrends und ein auslaufender Steuertrick

Der Markt dreht weiter – aber langsamer

Baupreise auf neuem Hochstand, eine Steuervergünstigung mit Ablaufdatum und ein Wohnimmobilienmarkt, der sich überraschend stabil hält. Das sind die wichtigsten Entwicklungen im Juli 2026.

Markt & Preise

Kaufpreise steigen, aber im Schritttempo

Der Destatis-Häuserpreisindex für Q1 2026 zeigt plus 1,4 % gegenüber dem Vorjahr. Klingt gut, ist aber deutlich weniger als die 3,2 % aus dem Gesamtjahr 2025. Der Markt dreht sich weiter aufwärts, nur eben im Schritttempo. Für Flipper bedeutet das: Einkaufspreise steigen weiter, aber der Aufschlag beim Verkauf wird nicht mehr automatisch geliefert. Lage und Zustand entscheiden mehr denn je.

Quelle: LiquidImmo Marktbericht Juli 2026

Leipzig pusht, Köln patzt: Die Städte-Schere geht auf

Der MaklerSieger-Marktreport für Juli 2026 zeigt bundesweit einen Median von 2.937 €/m² beim Kauf. Die Spanne ist atemberaubend: München thront bei 8.735 €/m², im Vogtlandkreis gibt es Immobilien ab 818 €/m². Bei den großen Städten trumpft Leipzig mit plus 4,0 % im Quartal auf, Duisburg zieht ebenfalls kräftig an. Einzig Köln verzeichnete einen leichten Rückgang. Wer Flip-Märkte sucht, sollte B- und C-Städte nicht ignorieren.

Quelle: MaklerSieger Marktreport Juli 2026

Wohninvestmentmarkt H1: Widerstandsfähiger als erwartet

Der deutsche Wohninvestmentmarkt hat das erste Halbjahr 2026 trotz geopolitischer Unsicherheiten und gestiegener Zinsen besser überstanden als viele erwartet hatten. Der gewerbliche Investmentmarkt leidet stärker, Wohnimmobilien dagegen bleiben gefragt. Das Wohnungsdefizit von rund 700.000 Einheiten laut IW Köln bleibt der Preistreiber Nummer eins. Für Flipper ist das strukturell eine gute Nachricht: Der Exit-Markt ist nicht weggebrochen.

Quelle: Immobilien Zeitung, 06.07.2026

Renovierung & Bau

Baupreise Mai 2026: Plus 5 % – und der Trend zeigt weiter nach oben

Das ist die Zahl der Woche, und sie tut weh: Destatis meldet für Mai 2026 einen Anstieg der Baupreise für Wohngebäude um 5,0 % gegenüber dem Vorjahr. Zum Vergleich: Im Februar waren es noch 3,3 %. Der Sprung kommt durch energieintensive Materialien:

  • Bitumen: +31,2 %
  • Flachglas: +15,4 %
  • Holz in allen Kategorien zweistellig im Plus
  • Instandhaltungspreise: +5,6 %

Was das für den Flip heißt: Angebote aus dem Frühjahr sind heute schon überholt. Wer jetzt kalkuliert, muss die Mai-Preise als Basis nehmen und einen Aufschlag für die Bauzeit einplanen.

Quelle: Destatis, 10.07.2026

Baumaterialien explodieren: Metalle, Glas, Holz vorne dabei

Destatis hat parallel zur Baupreisstatistik auch die Erzeugerpreise für Baumaterialien veröffentlicht. Metalle insgesamt: +11,1 %, Rohre aus Stahl sogar +31,9 %. Das sind keine kleinen Ausreißer, das ist ein breiter Preisschub – getrieben durch gestiegene Energiepreise und Lieferkettenprobleme. Wer aktuell Sanitär, Dach oder Elektro einplant, sollte Angebote schnell in Aufträge umwandeln und möglichst frühzeitig bestellen.

Quelle: Handwerksblatt / Destatis, Juni 2026

Finanzen, Recht & Steuern

GrESt-Privileg für Personengesellschaften: 2026 ist die letzte Chance

Ein Steuerthema, das viele Immobilien-Investoren mit GmbH- oder GbR-Strukturen direkt betrifft. Die Übergangsregelung im Grunderwerbsteuergesetz (§ 24 GrEStG), die Immobilienübertragungen zwischen Gesellschaftern und Personengesellschaften ohne Grunderwerbsteuer erlaubt, läuft am 31. Dezember 2026 aus. Bundestag und Bundesrat haben im Juni zwar eine dauerhafte Entfristung verabschiedet, aber daran hängt eine Bedingung: Das Gesetz muss noch ausgefertigt und verkündet werden. Wer Immobilien in seine Struktur einbringen oder umstrukturieren will, sollte das noch dieses Jahr sauber planen. Ab 2027 könnten bis zu 6,5 % Grunderwerbsteuer fällig werden.

Quelle: BDO Deutschland, Juni 2026

Kaufpreisaufteilung: Das BMF hat nachgeschärft

Das Bundesfinanzministerium hat im März 2026 eine aktualisierte Arbeitshilfe zur Kaufpreisaufteilung veröffentlicht. Nur der Gebäudeanteil ist abschreibbar, der Grundstücksanteil nicht. Wer die Aufteilung gut begründet, maximiert die jährliche AfA:

  • 2,0 % AfA bei Baujahr 1925 bis 2022
  • 3,0 % AfA ab Baujahr 2023

Gerade bei günstigen Einkaufspreisen in ländlichen Regionen mit hohem Grundstücksanteil kann das bei der Gesamtrendite einen echten Unterschied machen.

Quelle: VUB Makler Investoren Briefing, Juni 2026

Fazit

Der Markt gibt dir gerade zwei Signale gleichzeitig: Die Kaufpreise steigen moderat weiter, der Exit-Markt ist stabil. Das ist die gute Seite. Die schlechte Seite: Die Renovierungskosten legen deutlich schneller zu als die Verkaufspreise. Der Baupreissprung auf 5,0 % im Mai 2026 ist kein Einmal-Ausreißer, er spiegelt echten Energiepreisdruck auf Materialien wider. Wer jetzt ein Objekt kalkuliert, muss Handwerkerangebote zeitnah in Verträge umwandeln und die aktuelle Preisentwicklung konsequent einpreisen. Der Einkauf bleibt dein stärkster Hebel.