Cash-on-Cash-Return: Berechnung und Abgrenzung zu Eigenkapitalrendite
Was der Cash-on-Cash-Return aussagt
Der Cash-on-Cash-Return misst, wie viel Prozent Deines tatsächlich eingesetzten Eigenkapitals als Cashflow in einem Jahr zu Dir zurückfließen. Er rechnet mit echtem Geld auf dem Konto und blendet Buchgrößen wie Abschreibung oder Wertsteigerung aus. Deshalb ist er die Kennzahl, die Dir sagt, ob ein Objekt Dich monatlich trägt oder Geld kostet, und nicht, ob es sich über zwanzig Jahre rechnet.
Die Formel in Worten
Jährlicher Cashflow vor Steuern geteilt durch eingesetztes Eigenkapital, mal 100. Der Cashflow ergibt sich aus der Nettokaltmiete abzüglich der nicht umlagefähigen Bewirtschaftungskosten und abzüglich des Kapitaldienstes. Das eingesetzte Eigenkapital ist die Summe aus Eigenanteil am Kaufpreis, Kaufnebenkosten und allen aus eigener Tasche bezahlten Sanierungskosten.
Es gibt zwei gebräuchliche Varianten: einmal vor Tilgung, also nur Zinsen abgezogen, und einmal nach Tilgung, also mit der vollen Annuität. Beide sind zulässig, aber Du musst dazusagen, welche Du meinst, sonst vergleichst Du zwei verschiedene Dinge.
Rechenbeispiel mit Zahlen
Die Zinssätze sind Beispielwerte, keine Marktaussage.
| Kaufpreis | 300.000 Euro |
| Kaufnebenkosten 12 Prozent | 36.000 Euro |
| Gesamtinvestition | 336.000 Euro |
| Darlehen | 236.000 Euro |
| Eingesetztes Eigenkapital | 100.000 Euro |
| Nettokaltmiete pro Jahr | 18.000 Euro |
| Nicht umlagefähige Kosten | 3.000 Euro |
| Zins 4,0 Prozent auf 236.000 Euro | 9.440 Euro |
| Tilgung 2,0 Prozent auf 236.000 Euro | 4.720 Euro |
Der Mietertrag nach Kosten beträgt 18.000 minus 3.000, also 15.000 Euro. Davon gehen die Zinsen ab: 15.000 minus 9.440 ergibt 5.560 Euro Cashflow vor Tilgung. Der Cash-on-Cash-Return vor Tilgung liegt damit bei 5.560 geteilt durch 100.000, also 5,56 Prozent.
Rechnest Du mit der vollen Annuität von 14.160 Euro, bleiben 15.000 minus 14.160, also 840 Euro. Der Cash-on-Cash-Return nach Tilgung liegt bei 0,84 Prozent. Dieselbe Immobilie, zwei Zahlen, die um den Faktor sechs auseinanderliegen. Der Unterschied ist die Tilgung, die Dir nicht verloren geht, sondern Deine Restschuld senkt.
Abgrenzung zur Eigenkapitalrendite
Die Eigenkapitalrendite rechnet den Vermögenszuwachs mit, nicht nur den Zahlungsstrom. In unserem Beispiel sind das die 840 Euro Cashflow plus die 4.720 Euro Tilgung, also 5.560 Euro auf 100.000 Euro Eigenkapital, das sind 5,56 Prozent. Wer zusätzlich eine Wertsteigerung ansetzt, landet höher, arbeitet dann aber mit einer Annahme statt mit einer Zahl.
Cash-on-Cash-Return: Was fließt mir dieses Jahr zu.
Eigenkapitalrendite: Was wächst mein Vermögen dieses Jahr, inklusive Tilgung.
Beide Zahlen haben ihren Platz. Die erste entscheidet, ob Du die nächste Heizungsreparatur aus der Miete bezahlen kannst. Die zweite entscheidet, ob sich der Kapitaleinsatz gegenüber anderen Anlagen lohnt.
Abgrenzung zur Mietrendite
Die Bruttomietrendite setzt die Jahresnettokaltmiete ins Verhältnis zum Kaufpreis: 18.000 geteilt durch 300.000 ergibt 6,0 Prozent. Die Nettomietrendite nimmt den Mietertrag nach Kosten und die Gesamtinvestition: 15.000 geteilt durch 336.000 ergibt 4,46 Prozent. Beide ignorieren die Finanzierung komplett. Sie beschreiben das Objekt, nicht Deinen Deal. Der Cash-on-Cash-Return beschreibt Deinen Deal, weil Zins, Tilgung und Eigenkapitalquote direkt eingehen. Zwei Käufer mit demselben Objekt haben dieselbe Mietrendite und völlig unterschiedliche Cash-on-Cash-Returns.
Relevanz für Fix und Flip und Bestand
Im Bestand ist der Cash-on-Cash-Return eine laufende Kennzahl. Du rechnest ihn jährlich neu, weil sich Miete, Instandhaltung und nach Ablauf der Zinsbindung auch der Kapitaldienst ändern. Im Fix und Flip taugt er als Jahreskennzahl wenig, weil Du in der Regel keine oder nur wenige Monate Miete hast und der Gewinn aus dem Verkaufserlös kommt. Dort rechnen wir stattdessen mit dem Verhältnis von Projektgewinn zu eingesetztem Eigenkapital über die tatsächliche Haltedauer und rechnen das aufs Jahr hoch. Wer ein Flip-Projekt mit einem Cash-on-Cash-Return bewirbt, mischt zwei Modelle.
Häufige Fehler
Kaufnebenkosten nicht ins Eigenkapital rechnen und dadurch den Nenner zu klein ansetzen.
Vor und nach Tilgung durcheinanderbringen und zwei Objekte auf unterschiedlicher Basis vergleichen.
Nicht umlagefähige Kosten und Instandhaltungsrücklage weglassen, weil sie im ersten Jahr nicht anfallen.
Mit Soll-Miete statt Ist-Miete rechnen.
Wertsteigerung in die Kennzahl einbauen, obwohl sie kein Cashflow ist.
Eine hohe Zahl allein durch wenig Eigenkapital erzeugen und das steigende Risiko ausblenden.
Rechne die Kennzahl immer zusammen mit der absoluten Cashflow-Zahl in Euro. 5,56 Prozent klingt ordentlich, 5.560 Euro im Jahr sind 463 Euro im Monat, und davon geht die nächste größere Reparatur ab. Die Prozentzahl vergleicht, die Eurozahl entscheidet, ob Du ruhig schläfst.
Häufige Fragen
Wie berechnet man den Cash-on-Cash-Return?
Du teilst den jährlichen Cashflow vor Steuern durch das eingesetzte Eigenkapital und multiplizierst mit 100. Der Cashflow ist die Nettokaltmiete abzüglich nicht umlagefähiger Kosten und Kapitaldienst. Zum Eigenkapital zählen Eigenanteil am Kaufpreis, Kaufnebenkosten und selbst bezahlte Sanierungskosten.
Was ist ein guter Cash-on-Cash-Return?
Das hängt davon ab, ob Du vor oder nach Tilgung rechnest. Nach Tilgung sind viele solide Bestandsobjekte nahe null, weil die Tilgung den Cashflow aufzehrt. Vergleiche deshalb nur Zahlen derselben Variante und schau zusätzlich auf den absoluten Betrag in Euro pro Monat.
Was ist der Unterschied zwischen Cash-on-Cash-Return und Eigenkapitalrendite?
Der Cash-on-Cash-Return zählt nur Geld, das tatsächlich fließt. Die Eigenkapitalrendite rechnet zusätzlich die Tilgung als Vermögenszuwachs mit und oft auch eine angenommene Wertsteigerung. Dieselbe Immobilie kann deshalb einen niedrigen Cash-on-Cash-Return und eine ordentliche Eigenkapitalrendite haben.
Warum weicht der Cash-on-Cash-Return von der Mietrendite ab?
Die Mietrendite beschreibt das Objekt und ignoriert die Finanzierung. Der Cash-on-Cash-Return beschreibt Deinen konkreten Deal, weil Zins, Tilgung und Eigenkapitalquote eingehen. Zwei Käufer mit identischem Objekt und unterschiedlicher Finanzierung haben dieselbe Mietrendite, aber verschiedene Cash-on-Cash-Returns.
Lohnt sich der Cash-on-Cash-Return für Fix und Flip?
Nur eingeschränkt. Beim Flip entsteht der Gewinn aus dem Verkauf, nicht aus laufender Miete, und die Haltedauer beträgt oft unter einem Jahr. Sinnvoller ist dort das Verhältnis von Projektgewinn zu eingesetztem Eigenkapital, bezogen auf die tatsächliche Projektdauer.


