Diese Wohnung wird ein Meisterwerk! Folge 87
In Folge 87 des Flipper-Immo-Projekts ist richtig viel passiert: Parkettboden liegt, das Industrieelement steht, das Bad nimmt Form an und auch der ein oder andere Handwerkerfehler musste kreativ gelöst werden. Johannes gibt einen ehrlichen Rundgang durch die Baustelle und zeigt, wie nah das Vorher-Nachher schon greifbar ist.
Drei Wochen Fortschritt auf einen Blick
Seit dem letzten Update sind rund drei Wochen vergangen, und der Fortschritt ist enorm. Die Wohnung sieht inzwischen so aus, wie man es sich zu Beginn einer Fix-and-Flip-Renovierung erhofft: Die groben Bauphasen sind durch, jetzt kommen die Details, die am Ende den Unterschied machen. Johannes betont gleich zu Beginn, dass diese Phase gleichzeitig die schönste und die nervenaufreibendste ist. Schön, weil das Vorher-Nachher langsam greifbar wird. Nervenaufreibend, weil Handwerkerpfusch in dieser Phase besonders schmerzt.
Ein Thema, das Johannes regelmäßig mit seiner Community auf Instagram bespricht, zieht sich durch die gesamte Folge: Handwerker, die Termine nicht einhalten, schludern und Fehler einfach so stehen lassen. Das ist kein Einzelproblem, sondern offenbar gerade im deutschen Immobilienmarkt ein weit verbreitetes Phänomen. Wer Fix and Flip betreibt, muss damit rechnen und Lösungen parat haben.
Parkettboden: Der coolste Schritt bei Fix and Flip
Einer der optischen Höhepunkte dieser Folge ist der neue Parkettboden. Johannes beschreibt ihn als weiß geölt, Modell "Corsa", verlegt in der gesamten Wohnung. Der Übergang zwischen Parkett und Fliesen ist ebenerdig, also auf einer Höhe, was handwerklich sorgfältige Planung und Ausführung erfordert. Der Boden wurde komplett verklebt und verlegt, nicht nur in einem Zimmer, sondern durch die gesamte Bude.
Wer selbst schon Fix-and-Flip-Projekte gemacht hat, weiß: Der Moment, in dem der neue Boden liegt, ist der, auf den man die ganze Zeit hinarbeitet. Alles wirkt sofort wohnlicher, moderner, hochwertiger. In Kombination mit den 80x80 cm Fliesen in Sandoptik in der Küche, mit etwas hellerer Fuge abgesetzt, ergibt sich ein stimmiges Gesamtbild, das sich sehen lassen kann.
Das Industrieelement: Kreative Lösung statt 7.000 Euro
Ein echtes Highlight dieser Folge ist das sogenannte Industrieelement, also die verglaste Trennwand im Loft-Stil, wie man sie aus modernen Altbauwohnungen kennt. Ursprünglich lag ein Kostenvoranschlag von 7.000 Euro auf dem Tisch. Für Johannes komplett indiskutabel.
Die Lösung: Die Glastür wurde separat besorgt, und ein Schreiner des Vertrauens hat das Rahmenelement drumherum gebaut. Das Material ist Holz statt Stahl, wie es klassisch bei Industrieelementen der Fall wäre. Die Leisten wurden lackiert und aufgeklebt, das Glas ist fest eingebaut. Auf den ersten Blick sieht kein Mensch den Unterschied zum teuren Stahlelement. Das Ergebnis passt optisch perfekt zum hellen Parkettboden und wertet den Raum massiv auf.
Das zeigt eine der wichtigsten Lektionen im Fix and Flip: Kreative, kostenbewusste Lösungen sind kein Kompromiss, wenn sie handwerklich sauber umgesetzt werden. Wer einen guten Schreiner kennt und klug plant, spart im Vergleich zu manchem Fachbetrieb mehrere tausend Euro, ohne Abstriche beim Ergebnis machen zu müssen.
Einbauschrank: Mehrwert durch durchdachte Ausstattung
Auch einen Einbauschrank hat das Team neu zimmern lassen. Eigentlich war an der Stelle schon ein Schrank vorhanden, aber Johannes hat sich bewusst für eine neue, maßgeschneiderte Lösung entschieden. Links Fächer, rechts Platz für die Waschmaschine, etwas nach außen versetzt damit alles komfortabel zugänglich bleibt.
Das kostet natürlich Geld. Aber Johannes bringt es auf den Punkt: Flippen durch Überstreichen ist nicht das Ziel. Wer eine Wohnung mit echtem Mehrwert auf den Markt bringen will, muss in die Ausstattung investieren. Ein durchdachter Einbauschrank ist genau so eine Investition, die sich beim Verkaufspreis bemerkbar macht und gleichzeitig Käufer oder Mieter überzeugt.
Badezimmer: Fast fertig, schon ein Hingucker
Das Bad ist in dieser Folge ebenfalls weit fortgeschritten. Die Duscharmaturen wurden gesetzt, schwarz matt, alles Unterputz. Die Regendusche ist installiert und wird als absolutes Highlight bezeichnet. Die Fliesen in Kombination mit dem schwarzen Interieur sehen laut Johannes "brutal gut" aus, ein Lob, das er in dieser Folge mehr als einmal ausspricht.
Das berühmte Tischwaschtisch-Element, das Papas Handschrift trägt, ist ebenfalls wieder verbaut. Wer die vorherigen Folgen kennt, weiß, dass dieses selbstgebaute Element zu den Eyecatchern gehört, die so eine Wohnung von der Masse abheben. Die Glasscheibe für die Duschtrennung fehlt noch und wird direkt am Drehtag eingesetzt.
Auch ein praktisches Detail: Ein Handtuchbügel wurde direkt neben dem Waschtisch angebracht, zusätzlich zur klassischen Leiter-Halterung weiter hinten im Bad. Solche kleinen, durchdachten Details machen im Gesamteindruck einen größeren Unterschied, als man zunächst denkt.
Handwerkerpfusch und wie man damit umgeht
Dann der weniger schöne Teil der Folge, aber der vielleicht lehrreichste. Beim Fliesenlegen rund um die Wasseruhren wurde gearbeitet, wie man es nicht machen sollte. Die Wasseruhren können nicht versetzt werden, das ist bekannt und war dem Fliesenleger bekannt. Trotzdem wurde beim Aussägen der Fliese eine Kante ausgebrochen. Anstatt die Fliese zu korrigieren oder auszutauschen, solange der Kleber noch nicht trocken war, wurde sie einfach so gelassen. Die Abdeckung der Wasseruhr ist zu klein und verdeckt den Ausbruch nicht.
Gleiches Problem oben: Die Aussparung wurde nicht mittig gesägt, also schief, und ebenfalls einfach so verbaut. Das klingt nach Kleinigkeiten, ist im Fix-and-Flip-Kontext aber genau das, was Lehrgeld kostet. Wer Handwerkern nicht auf die Finger schaut, zahlt hinterher doppelt, einmal für die fehlerhafte Arbeit und einmal für die Nachbesserung.
Die Lösung in diesem Fall: Papa hat eigene Abdeckungen gebaut, etwas größer als die Standardabdeckungen, weiß lackiert passend zu Toilette, Wand und Waschbecken. Die werden nun beide Ausbrüche vollständig abdecken. Problem gelöst, hätte aber nicht sein müssen.
Johannes zieht daraus eine klare Schlussfolgerung: Der Job beim Fix and Flip ist zu einem erheblichen Teil Problemlösung. Nicht jeder Handwerker arbeitet so, wie man es sich wünscht. Wer das weiß und trotzdem nicht regelmäßig auf der Baustelle ist, riskiert genau solche Situationen. Präsenz zahlt sich aus.
Was noch fehlt und wie es weitergeht
Die Restarbeiten sind überschaubar. Konkret stehen noch an:
- Elektriker kommt am Montag nach Veröffentlichung des Videos: Steckdosen werden gesetzt, LED-Leisten werden eingezogen
- Türen wurden bereits eingehängt und abgesägt, schwarze Türdrücker sind montiert, Zargen müssen noch gestrichen werden
- Silikonfugen im Bad müssen komplett neu gezogen werden, da Farbe und Ausführung nicht stimmen
- Fehlende Fußbodenleisten und Abschlussleisten werden noch angebracht
- Festverglasung in einigen Bereichen ist bereits eingebaut, weitere folgen
- Lackierarbeiten an Zargen, Schrank und den neuen Abdeckungen stehen an
- Dusch-Trennscheibe wird noch eingesetzt
Das nächste Video aus diesem Projekt wird laut Johannes ein Vorher-Nachher sein. Wer die früheren Folgen kennt und weiß, wie die Wohnung ursprünglich aussah, kann sich vorstellen, was für ein Kontrast das werden wird.
Was dieses Projekt zeigt
Folge 87 ist ein gutes Beispiel dafür, was Fix and Flip in der Praxis bedeutet. Es ist nicht nur Renovieren und Verkaufen. Es ist Projektmanagement, Kostenkontrolle, Qualitätssicherung und Improvisation in einem. Wer ein Industrieelement für 7.000 Euro verbauen lässt, wenn es auch für einen Bruchteil davon zu lösen ist, verbrennt Rendite. Wer Handwerkern blind vertraut, zahlt Nachbesserungskosten. Und wer bei der Ausstattung spart, riskiert einen schwächeren Verkaufspreis.
Das Gleichgewicht, das Johannes hier zeigt, ist das Entscheidende: in die richtigen Dinge investieren, bei den richtigen Dingen clever sparen, und immer den Gesamteindruck im Blick behalten. Diese Wohnung wird ein Meisterwerk, weil das Konzept stimmt, nicht weil unbegrenzt Geld geflossen ist.