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DIY-Fenster-Check: Alter in Sekunden erkennen und Griff selbst tauschen!

Bei jeder Immobilienbesichtigung lohnt sich ein genauer Blick auf die Fenster: Wie alt sind sie, und sind sie noch zeitgemäß? In dieser Folge zeigt Johannes, wo du das Baujahr eines Fensters in Sekunden abliest und wie du einen alten Fenstergriff ohne Handwerker selbst austauschst.

Warum der Fenster-Check bei Besichtigungen so wichtig ist

Fenster sind einer der größten Kostenpunkte bei einer Kernsanierung. Wer als Immobilieninvestor oder Fix-and-Flip-Käufer eine Wohnung oder ein Haus besichtigt, sollte deshalb immer einkalkulieren, wie alt die vorhandenen Fenster sind. Einfachverglaste oder zweifachverglaste Modelle aus den 1980er und frühen 1990er Jahren entsprechen nicht mehr den heutigen Energiestandards und müssen früher oder später getauscht werden. Das kostet je nach Anzahl und Größe schnell mehrere tausend Euro. Wer das Baujahr der Fenster kennt, kann die Restlebensdauer realistisch einschätzen und den Kaufpreis entsprechend verhandeln.

Gleichzeitig gibt es Situationen, in denen du keine neuen Fenster brauchst, aber trotzdem kleine optische oder funktionale Mängel beheben willst. Ein veralteter oder beschädigter Fenstergriff ist so ein Fall. Den kannst du in wenigen Minuten selbst tauschen, ohne einen Handwerker zu rufen.

Das Baujahr eines Fensters ablesen: So geht es

Der schnellste Weg, das Alter eines Fensters herauszufinden, führt über den Rahmen selbst. Bei Kunststofffenstern, die ab etwa den Jahren 2000 bis 2006 gefertigt wurden, haben die meisten Hersteller das Produktionsdatum direkt in den Rahmen eingestanzt oder aufgedruckt. Du findest es meistens an folgenden Stellen:

  • Im Innenbereich des Rahmens, oft als kleiner blauer oder schwarzer Aufdruck
  • Auf den Metallscharnieren oder Metallzangen an der Seite des Fensters
  • Gelegentlich auch auf der Innenseite des Flügelprofils

Das Datum liest sich dann in der Form Tag.Monat.Jahr, also zum Beispiel 13.9.2016. In dem konkreten Beispiel aus dem Video handelt es sich um Fenster aus dem Jahr 2016, die damit zum Zeitpunkt der Aufnahme gerade mal rund 10 Jahre alt sind. Das Gebäude selbst stammt aus dem Jahr 1995, die Fenster wurden also nachträglich eingebaut und aufgerüstet.

Gleichzeitig siehst du an diesem Beispiel, wie du die Verglasung bestimmen kannst: Schau einfach, wie viele Glasscheiben du von der Seite zählst. Drei Scheiben bedeuten Dreifachverglasung, was aktuell dem modernen Standard entspricht und für gute Wärmedämmung sorgt. Zwei Scheiben stehen für Zweifachverglasung, eine Scheibe für das veraltete Einfachglas.

Was tun, wenn kein Datum im Rahmen steht?

Nicht jedes Fenster trägt ein eingestanztes Datum. Gerade ältere Modelle, die vor dem Jahr 2000 gefertigt wurden, haben diese Angabe oft nicht. Auch Holzfenster haben in der Regel kein aufgedrucktes Produktionsdatum. In diesen Fällen gibt es trotzdem Wege, das ungefähre Alter herauszufinden:

  • Frag die Hausverwaltung. Sie haben oft Unterlagen zu Renovierungsmaßnahmen oder können zumindest eine grobe Auskunft geben.
  • Schau in die vorhandenen Baupläne oder Energieausweise. Dort sind Sanierungsmaßnahmen häufig dokumentiert.
  • Orientiere dich an den Metallbeschlägen und Scharnieren. Auch dort können Herstellerangaben oder Jahreszahlen eingraviert sein.
  • Prüfe die Verglasung. Einfachverglasung deutet auf Fenster aus vor den 1980ern hin, Zweifachverglasung auf die Zeit zwischen den frühen 1980ern und etwa 2005, Dreifachverglasung auf neuere Produktionsjahre.

Wichtig zu wissen: Kunststofffenster haben eine Lebensdauer von etwa 25 bis 40 Jahren, abhängig von Qualität und Pflege. Ein Fenster aus dem Jahr 2000 muss also nicht zwingend sofort getauscht werden, kann aber in absehbarer Zeit fällig werden. Das sollte in deine Kalkulation bei einem Immobilienkauf einfließen.

Fenstergriff selbst tauschen: Schritt für Schritt

Neben dem Alter des Fensters geht es im Video auch um eine handwerklich einfache, aber optisch wirksame Maßnahme: den Austausch des Fenstergriffs. Alte oder beschädigte Griffe machen eine Wohnung schnell unattraktiv, besonders wenn du eine renovierte Einheit vermarkten willst. Das Gute: Der Tausch dauert keine fünf Minuten und erfordert kein Fachwissen.

Neue Fenstergriffe bekommst du in jedem Baumarkt. Die Preisspanne liegt je nach Qualität und Optik bei 5 bis 30 Euro. Im Neubausegment sind heute häufig Griffe im Edelstahl-Look verbaut, die hochwertiger wirken als die klassischen weißen Kunststoffgriffe älterer Baujahre. Wenn du eine Wohnung aufwertest, lohnt sich der Griff im Edelstahl-Look auch aus Marketingsicht.

So geht der Austausch:

  • Schritt 1: Öffne das Fenster komplett oder kippe es, bevor du anfängst. So arbeitest du stabiler und vermeidest, dass du die Griffposition versehentlich falsch einstellst.
  • Schritt 2: Am Griff selbst befindet sich eine kleine Abdeckkappe oder Kerbe. Mit dem Finger fährst du dort rein und hebst die Abdeckung an.
  • Schritt 3: Drehe die Abdeckung um 90 Grad nach links oder rechts. Darunter liegen jetzt die zwei Schrauben frei, mit denen der Griff am Fensterflügel befestigt ist.
  • Schritt 4: Drehe die Schrauben mit einem Kreuzschraubenzieher heraus. Der alte Griff lässt sich jetzt einfach abziehen.
  • Schritt 5: Stecke den neuen Griff auf den Vierkantdorn des Fensters. Achte dabei auf die Position des Griffs: Er sollte waagerecht nach unten zeigen, wenn das Fenster geschlossen ist.
  • Schritt 6: Drehe die Schrauben wieder fest. Du kannst entweder die alten Schrauben wiederverwenden oder die mitgelieferten Gewindeschrauben des neuen Griffs nehmen.
  • Schritt 7: Klappe die Abdeckkappe wieder zu. Fertig.

Der einzige Punkt, auf den du wirklich achten musst, ist die Einbauposition des Griffs. Wenn der Griff beim Schließen des Fensters nicht sauber auf die Schließstellung zeigt, ist er um 90 oder 180 Grad verdreht eingebaut. In dem Fall einfach noch mal aufschrauben und korrigieren.

Was dir das bei Renovierungen bringt

Für Fix-and-Flip-Projekte oder Kapitalanlagen, bei denen du eine Immobilie aufwerten und anschließend vermieten oder verkaufen willst, sind solche Kleinigkeiten nicht zu unterschätzen. Ein einheitliches, modernes Griffbild durch alle Fenster einer Wohnung kostet dich vielleicht 50 bis 150 Euro Materialkosten und ein paar Stunden Arbeit. Der optische Effekt bei der Vermarktung ist deutlich spürbar.

Gleichzeitig hilft dir der Fenster-Check beim Einkauf. Wenn du bei einer Besichtigung schnell erkennst, dass die Fenster aus dem Jahr 2016 stammen und dreifachverglast sind, weißt du: Hier musst du in absehbarer Zeit nichts investieren. Sind die Fenster hingegen aus den frühen 1990ern und einfachverglast, musst du den Austausch in deine Kalkulation einrechnen und entsprechend tiefer einsteigen oder verhandeln.

Wer Immobilien professionell kauft, renoviert und verkauft oder vermietet, hat genau diese Art von Detailwissen im Blick. Es geht nicht darum, jedes Fenster sofort zu tauschen, sondern darum, den Zustand realistisch einzuschätzen und die richtigen Schlüsse für Preis und Sanierungsplan zu ziehen.

Zusammenfassung: Das solltest du dir merken

  • Das Baujahr von Kunststofffenstern findest du meistens als aufgedrucktes Datum im Rahmen, auf den Scharnieren oder Metallzangen.
  • Fensterhersteller haben diese Kennzeichnung überwiegend ab dem Jahr 2000 bis 2006 eingeführt. Ältere Fenster oder Holzfenster tragen das Datum oft nicht.
  • Die Anzahl der Glasscheiben verrät dir die Verglasung: drei Scheiben stehen für Dreifachverglasung und modernen Standard.
  • Einen Fenstergriff selbst tauschen ist einfach: Abdeckkappe hochklappen, 90 Grad drehen, Schrauben lösen, Griff wechseln, wieder festschrauben. Werkzeug: ein Kreuzschraubenzieher.
  • Neue Griffe kosten im Baumarkt zwischen 5 und 30 Euro und lassen sich ohne Vorkenntnisse in wenigen Minuten einbauen.
  • Bei unbekanntem Fensteralter hilft eine Anfrage bei der Hausverwaltung oder ein Blick in vorhandene Baupläne.

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