Dubai, Mallorca, Makler und GmbHs - Wer bin ich? Eure Fragen, meine Antworten | Q&A Fix and Flip
In diesem Q&A beantwortet Johannes von Flipper Immo die Fragen, die sich über Wochen und Monate auf YouTube und Instagram angesammelt haben. Es geht um seinen Werdegang von Dubai bis Mallorca, seinen Hauptberuf als Sales Manager bei einer deutschen Fluggesellschaft, die Frage nach Badewannen und Vinylboden, die GmbH-Gründung im Hintergrund und natürlich darum, wie er selbst zum ersten Fix-and-Flip-Projekt gekommen ist.
Wer steckt hinter Flipper Immo?
Eine der meistgestellten Fragen ist: Was machst du eigentlich hauptberuflich? Die Antwort ist etwas, das viele überrascht. Johannes ist Sales Manager bei einer deutschen Fluggesellschaft, einer der älteren am Markt, nicht die Lufthansa. Er ist verantwortlich für Auslandsmärkte und Großkunden in den USA, Kanada und China. Konkret bedeutet das regelmäßige Reisen nach Seattle, Phoenix, Portland, New York und Toronto. Das ist kein Nine-to-five-Job, sondern ein Privileg mit entsprechenden Freiheiten und flexiblen Arbeitszeiten.
Solange sich Fix and Flip und der Hauptberuf nicht in die Quere kommen, will er beides weiterführen. Das macht deutlich: Man muss nicht hauptberuflicher Immobilieninvestor sein, um mit Fix and Flip anzufangen. Es geht auch nebenher, wenn man strukturiert vorgeht.
Vor dem jetzigen Job war Johannes Immobilienmakler in Dubai. Dort hat er den Vertrieb und die Immobilienwelt von Grund auf kennengelernt. Mit 22 ging er zunächst nach Australien, dann vier Jahre nach Dubai, anschließend drei Jahre auf Mallorca. Das Studium hat er nie gemacht. Stattdessen eine Ausbildung zum Bauzeichner, die ihm bei Fix and Flip durchaus nützt, und vor allem die Schule des Lebens.
Aufgewachsen ist er auf einem Bauernhof, mit einem Vater, der so gut wie alles mit den eigenen Händen gemacht hat. Das bedeutet: keine zwei linken Hände, ein grundlegendes handwerkliches Verständnis und die Fähigkeit, Handwerker wirklich zu verstehen, wenn sie sagen, dass etwas in der Theorie geht, in der Praxis aber nicht.
Warum Fix and Flip?
Die Punkte verbinden sich irgendwann. Makler in Dubai, Bauernjunge, Bauzeichner, Verkaufsprofi und ein breites Netzwerk an Immobilieninteressierten, vor allem aus der Mallorca-Zeit. Irgendwann ergibt das alles zusammen einen logischen nächsten Schritt.
Das eigentliche Lebensziel dahinter ist klar formuliert: finanzielle Mittel nutzen, um Zeit zurückzukaufen. Unabhängig sein. Ein System aufbauen, das auch ohne einen selbst funktioniert. Nicht mehr im Hamsterrad drehen. Das ist kein Traum, das ist ein Plan, der gerade Schritt für Schritt umgesetzt wird.
Seit Dezember des ersten Jahres, also gut einem Jahr zum Zeitpunkt des Videos, hat Johannes bereits erste messbare Ergebnisse erzielt. Mehr Details dazu, auch mit Zahlen, sollen in einem Jahresrückblick-Video folgen.
Ab wann macht eine Badewanne Sinn?
Florian hat gefragt, ab welcher Wohnungsgröße eine Badewanne sinnvoll ist. Die Antwort von Johannes ist pragmatisch: Bei den bisherigen Projekten wurden immer maximal Drei-Zimmer-Wohnungen ohne Balkon und mit einem Stellplatz renoviert. Die Zielgruppe für solche Objekte ist eher ein Paar oder eine Einzelperson, keine junge Familie. Für diese Konstellation macht eine Badewanne wenig Sinn.
Als Faustregel gilt: Ab etwa 3 bis 3,5 Zimmern, vor allem wenn noch ein Garten, Erdgeschosslage oder ähnliche familientaugliche Merkmale dazukommen, ist eine Badewanne eine überlegenswerte Investition. Entscheidend ist immer die Frage: Wer ist meine Zielgruppe? Wer kauft das Objekt? Die Ausstattung muss zu den Bedürfnissen dieser Zielgruppe passen, nicht zum persönlichen Geschmack.
Welche Gewerke macht ihr selbst?
Am Anfang wurde naturgemäß mehr selbst gemacht. Heute sieht es so aus:
- Eigenleistung: Grobe Entrümpelung, Vorbereitung, Fliesenabriss und ähnliche Abrissarbeiten. Johannes' Vater hat ein entsprechendes Gewerbe und hilft bei Arbeiten wie Mörtel anrühren und Bodenverlegung.
- Fachfirmen: Alles, was meisterpflichtig ist, oder wo eine Gewährleistung weitergegeben werden muss. Das ist kein Nice-to-have, sondern eine rechtliche Notwendigkeit. Wer meisterpflichtige Arbeiten ohne Fachbetrieb ausführt, haftet selbst.
- Kleinere Dinge wie ein Türtausch können auch selbst erledigt werden.
Der Grundsatz ist klar: Je professioneller das Projekt wird, desto mehr übernehmen Fachfirmen. Das spart langfristig Nerven, Zeit und Haftungsrisiken.
Wie kommt man an Objekte ran?
Felix Friedrich hat diese Frage auf Instagram gestellt, und die Antwort ist eindeutig: Netzwerk, Netzwerk, Netzwerk. Konkret bedeutet das:
- Makler ansprechen und regelmäßig in Kontakt bleiben
- Banken, denn jede Bank hat eine Immobilienabteilung, die für ihre Kunden Objekte veräußert. Johannes hat selbst eine Wohnung darüber gekauft.
- Klassische Fleißarbeit: Flyer einwerfen, Hausmeister anrufen, Nachbarn ansprechen
- Augen offen halten in der Stadt, denn auf jedem zweiten Transporter steht "Altbausanierung" oder "Umbau". Einfach anrufen und fragen, ob Kapazität vorhanden ist.
Die Masse an potenziellen Objekten lässt sich gut über ein starkes Netzwerk abdecken. Wer noch am Anfang steht, sollte vor allem auf Makler setzen und gleichzeitig aktiv Kontakte aufbauen.
Wie geht ihr beim Ankauf vor?
Robin hat nach der Strategie beim Besichtigungs- und Ankaufsprozess gefragt. Johannes gibt zu, kein Profi mit hunderten von Deals zu sein, aber aus seinen Erfahrungen lassen sich klare Prinzipien ableiten:
- Ehrlichkeit zahlt sich aus. Wer sagt, dass er die Wohnung renovieren und weiterverkaufen möchte, wirkt seriöser als jemand, der herumdruckst.
- Den Verkäufer lesen. Wenn jemand emotional sehr an seinem Objekt hängt, muss man taktisch vorgehen. Man reißt kein Lebenswerk ab, man wertet es auf.
- Die Kalkulation steht im Mittelpunkt: Einkaufspreis unter Marktwert, Verkaufspreis idealerweise über Marktwert durch hochwertige Renovierung. Der Mindestabstand zwischen Einkauf und Verkauf sollte laut Johannes bei mindestens 1.000 Euro pro Quadratmeter liegen, sonst rechnet sich das Projekt kaum.
Wo lagert ihr Materialien und Werkzeug?
Eigenes Werkzeug lagert Johannes zu Hause. Materialien für die Baustelle werden direkt auf dem Objekt gelagert. Der Ablauf sieht so aus: Schlüssel bekommen, Altbestand raus, grobe Vorabeiten erledigen, dann mit einer Checkliste durchgehen und gezielt einkaufen. Das Material kommt dann in ein Zimmer, in dem wenig Arbeit anfällt, zum Beispiel ein zweites Schlafzimmer, nicht ins Bad, denn das ist meistens die größte Baustelle. Der Boden wird übrigens immer zuletzt verlegt.
Wie findet man eine gute Baufirma?
Kalif hat gefragt, wie man die richtigen Handwerksunternehmen für Fix and Flip findet. Drei Wege funktionieren laut Johannes besonders gut:
- Netzwerk befragen: Wer kennt wen? Oft reicht eine Frage in der eigenen Runde.
- Transporter beobachten: In jeder Stadt fahren Firmen für Altbausanierung und Umbau herum. Einfach anrufen, Bedarf schildern und schauen, ob Kapazität da ist.
- Referenzen prüfen: Das ist entscheidend. Jeder Handwerker kann erzählen, was er schon alles gemacht hat. Gute Firmen haben kein Problem damit, abgeschlossene Objekte zu zeigen. Wer das verweigert, ist ein Warnsignal.
GmbH oder privat?
Bisher läuft alles privat, bewusst so gestartet, um erstmal zu testen ob Fix and Flip Spass macht und ob die Zahlen stimmen. Die Antwort auf beides ist ja. Deshalb ist die Gründung einer GmbH gerade in Arbeit. Das passiert alles im Hintergrund, hat aber strukturelle Gründe, weshalb noch keine detaillierten Umsatzzahlen öffentlich gemacht werden.
Die GmbH ist auch der nächste Schritt, um in Buy-and-Hold-Objekte einzusteigen, also Objekte, die dauerhaft im Bestand bleiben und Mietrendite generieren. Das war bisher schlicht eine Frage des Eigenkapitals, das jetzt durch die Fix-and-Flip-Aktivitäten aufgebaut wird.
Vinylboden oder echter Boden?
Ein Nutzer hat gefragt, warum in einem Objekt kein Vinylboden verbaut wurde, der ja deutlich günstiger ist. Johannes hat rund 36 Euro pro Quadratmeter für den Boden bezahlt, während Vinyl schon für unter 10 Euro zu haben ist. Seine Haltung dazu ist klar:
Er renoviert so, dass er im Zweifel selbst gern in der Wohnung wohnen würde. Nachhaltigkeit geht vor Sparsamkeit. Eine Wohnung, bei der der Käufer zwei Jahre später wiederkommt und sich über minderwertigen Boden beschwert, ist kein gutes Ergebnis. Wer billig baut, zahlt am Ende oft zweimal. Höhere Materialkosten werden durch einen höheren Verkaufspreis und zufriedene Käufer mehr als aufgewogen.
Braucht man ein Studium oder eine Ausbildung für Fix and Flip?
Kurze Antwort: nein. Wer eine Ausbildung oder ein Studium speziell für Fix and Flip macht, verschwendet drei Jahre seines Lebens für Theorie, die auf der Baustelle kaum hilft. Johannes selbst hat eine Ausbildung zum Bauzeichner gemacht und die hilft gelegentlich, war aber nicht der Grund für seinen Einstieg.
Was wirklich zählt, ist Praxis:
- Mit Leuten reden, die es schon gemacht haben
- Praktikum bei einer Baufirma machen
- Einfach anfangen, Fehler machen und daraus lernen
Auf einer Baustelle, die eskaliert, lernt man laut Johannes 50 Mal mehr als mit jeder PowerPoint-Präsentation in der Schule. Das ist seine klare Meinung, und sie lässt sich gern in den Kommentaren diskutieren.
Metallgelaender schleifen und lackieren - Finger weg?
Fabian hat nach Erfahrungen mit Metallgeländern gefragt, die geschliffen und lackiert wurden. Die ehrliche Antwort: Lehrgeld bezahlt. Drei verschiedene Lacke gekauft, insgesamt fünfmal gestrichen, trotzdem noch Nasen und Unebenheiten. Es hat am Ende funktioniert, aber der Aufwand war unverhältnismäßig.
Die Empfehlung: Wenn ein Maler im Team ist, soll der das machen. Ein erfahrener Fachmann ist schneller, das Ergebnis ist besser, und er weiß, welche Lacke für Metall geeignet sind. Das Lehrgeld lässt sich durch einen einfachen Anruf beim Profi vermeiden.