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Extremes Vorher-Nachher in 4 Monaten | Haus renoviert | Teil 1

In diesem Video zeigt Johannes, was in vier Monaten aus einem vollgestopften Schnäppchen-Haus geworden ist. Es handelt sich um ein Fix-and-Flip-Projekt der etwas anderen Art, bei dem nicht alles komplett durchsaniert wurde, sondern gezielt kosmetische Aufwertungen vorgenommen wurden. Was dabei herausgekommen ist, welche Entscheidungen bewusst getroffen wurden und was Johannes beim nächsten Mal anders machen würde, zeigt Teil 1 dieses Vorher-Nachher-Videos.

Ein Schnäppchen-Haus als Fix-and-Flip-Projekt

Dieses Projekt war von Anfang an kein klassisches Fix-and-Flip. Der ursprüngliche Plan war eigentlich, das Haus quasi im Rohzustand weiterzuverkaufen, also nur auszuräumen und so weiterzugeben. Die Handwerker, in diesem Fall polnische Fachkräfte, haben dann aber Gas gegeben und angefangen zu arbeiten. Aus dem "gar nichts machen" wurde ein Mittelding, das Johannes selbst als "nichts Halbes und nichts Ganzes" bezeichnet.

Das ist eine ehrliche Selbstreflexion, die gerade für Immobilieninvestoren, die am Anfang stehen, extrem wertvoll ist. Nicht jede Entscheidung beim Renovieren ist von Anfang an perfekt. Wichtig ist, daraus zu lernen und beim nächsten Projekt klarer zu definieren, was das Ziel ist: entweder vollständige Sanierung für den Endkunden oder klare Weitergabe als Projekt mit entsprechendem Einpreisung im Verkaufspreis.

Fassade: Maximale Wirkung mit minimalem Aufwand

Das Haus war vorher grün gestrichen, was die Nachbarn wenig erfreut hatte. Die Fassade wurde neu gestrichen, in einem hellen, mausgrauen Ton. Laut Johannes hat das Abkleben und Streichen gerade mal einen guten Tag gedauert. Das Ergebnis: Die Nachbarn haben sich bedankt, die Straße sieht wieder ordentlich aus, und das Haus sticht positiv hervor.

Kleine Details machen dabei einen riesigen Unterschied:

  • Der Briefkasten wurde erneuert.
  • Das alte Metallgitter an der Eingangstür wurde einfach mit der Spraydose neu lackiert. Aufwand: zehn Minuten, Kosten: kaum zwei Euro.
  • Das Vordach, das vorher braun war, erhielt einen hellen, frischen Anstrich.

Genau solche Maßnahmen unterschätzen viele Investoren. Der erste Eindruck eines Hauses entscheidet bei Kaufinteressenten oft schon vor dem Betreten des Gebäudes, ob sie sich wohlfühlen oder nicht. Wer mit wenig Budget die Außenwirkung einer Immobilie verbessern will, sollte hier anfangen.

Flur und Küche: Verputzen, streichen, clean halten

Im Inneren war das Haus bis oben hin voll. Die Wände waren gelb vom Rauch, Fliesen braun und abgenutzt, Oberflächen grob verputzt und schmuddelig. Das Konzept für die Aufwertung war konsequent schlicht: alles verputzen, alles weiß streichen, sauber und hell halten.

Im Flur wurden die alten braunen Fliesen entfernt und neue 60x60-Fliesen in Grau (Bezeichnung: Baltimore) verlegt, die Johannes bereits bei einem früheren Projekt eingesetzt hatte. Die Wände wurden glatt verputzt, die Decke weiß gestrichen. Das Ergebnis ist unspektakulär im besten Sinne: clean, zeitlos und für viele Geschmäcker geeignet.

In der Küche war eine große Küchenzeile bis unter die Decke verbaut, die komplett entfernt wurde. Beim Abriss kamen noch Überreste von Lebensmitteln zum Vorschein, die sich über Jahre dort angesammelt hatten. Nach dem Rausreißen wurden auch hier alle Flächen verputzt und gestrichen. Die Decke, die vorher bräunlich war, musste drei bis vier Mal gestrichen werden, damit der Braunstich nicht mehr durchkam. Das Elektro wurde komplett erneuert, Steckdosen und Anschlüsse sind neu.

Wohnzimmer und das berühmte Ritter-Zimmer

Das Wohnzimmer war vollgestellt mit altem Mobiliar, einem Riesenregal, einem alten Sofa, einem Tisch und sogar einem elektrischen Aquarium. Nach dem Ausräumen wurden auch hier alle Wände verputzt, Steckdosen erneuert und die Decke frisch gestrichen.

Besonders bekannt aus den vorangegangenen Videos ist das sogenannte König-Arthur-Zimmer, also das Ritter-Zimmer. Der Vorbesitzer hatte eine Vorliebe für Schwerter und mittelalterliche Dekoration, die Wände waren vollgehängt. Auch dieses Zimmer wurde komplett verputzt und gestrichen. Ein Kaminofen mit Backsteinoptik blieb erhalten und ist laut Johannes ein echtes Feature, das beim neuen Besitzer gut ankommen kann.

Die Nachtspeicheröfen, die sich in jedem Zimmer befinden, wurden mit hitzebeständigem Lack neu lackiert, anstatt sie zu ersetzen. Das ist ein cleverer Schachzug: Optisch aufgewertet, aber kein unnötiges Geld für neue Heizungen ausgegeben, die der Käufer ohnehin austauschen wird.

Treppe: Die positive Überraschung unter dem Teppich

Die Treppe war mit Teppich belegt, der den kompletten Zigarettenrauch der Jahre aufgesogen hatte und entsprechend gestunken hat. Beim Entfernen des Teppichs kam darunter eine schöne Holztreppe zum Vorschein, mit einer Farbe, die Johannes und sein Team selbst nicht erwartet hatten. In den Kommentaren unter den Vorbereitungsvideos hatte das für viel positives Feedback gesorgt.

Was mit der Treppe gemacht wurde:

  • Teppichreste vollständig entfernt
  • Fugen mit Acryl geschlossen
  • Kleine Risse mit Holzkitt gespachtelt und abgeschliffen
  • Holz mit Öl eingelassen
  • Die Wangen der Treppe wurden anthrazit/schwarz matt lackiert
  • Das Geländer blieb erhalten und wurde optisch angepasst

Der Gesamtaufwand für die Treppe lag laut Johannes bei rund 500 Euro, inklusive Material und Arbeitsstunden. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Was er beim nächsten Projekt anders machen würde: die alten Metallverstrebungen abflexen und damit ein noch saubereres Geländer schaffen.

Obergeschoss: Schlafzimmer ohne Boden, mit gutem Grund

Im Obergeschoss wurde gestrichen, entrümpelt und sauber gemacht. Mehrere Schlafzimmer haben jedoch keinen neuen Boden bekommen, und das war eine bewusste Entscheidung. Der Grund: Das Haus hat noch elektrische Nachtspeicheröfen als Heizsystem. Wer heute ein solches Haus kauft, wird die Heizung in der Regel zeitnah austauschen, sei es auf Pellets, Wärmepumpe oder Gas. Beim Heizungstausch muss zwangsläufig auch der Boden aufgemacht werden.

Neuen Laminat oder gar Echtholzparkett für mehrere tausend Euro zu verlegen, der in vier bis fünf Wochen wieder rausgerissen wird, wäre schlicht Materialverschwendung. Das ist ein Punkt, den viele Einsteiger im Fix-and-Flip falsch machen: zu viel investieren, ohne die Folgekosten des Käufers zu berücksichtigen. Sinnvoller ist es, solche Punkte transparent zu kommunizieren und entsprechend in den Verkaufspreis einzupreisen.

In einem der Schlafzimmer war noch ein hochwertiger Einbauschrank mit Beleuchtung vorhanden, den Johannes als zu schade zum Wegschmeißen einstuft und der potenziell für den neuen Besitzer ein attraktives Feature sein kann.

Badezimmer: Kosmetik statt Komplettsanierung

Das Bad wurde nicht kernsaniert. Auch das war eine bewusste Entscheidung. Stattdessen wurde:

  • Alles weiß gestrichen, inklusive Decke
  • Die Badewanne blieb erhalten, bekam aber eine neue weiße Armatur
  • Steckdosen wurden erneuert
  • Risse und Fugen wurden geschlossen

Bei den Armaturen hat Johannes bewusst auf Weiß statt Mattschwarz gesetzt und erklärt dabei seine grundsätzliche Philosophie: Mattschwarz ist zwar gerade trendy, aber in ein paar Jahren wieder out. Wer eine Immobilie kauft oder renoviert, die er lange halten oder gut verkaufen will, fährt mit Weiß langfristig sicherer. Das ist ein Hinweis, der für alle relevant ist, die Wohnungen und Häuser als Kapitalanlage betreiben.

Dachboden: Ein echtes Highlight gegenüber der Konkurrenz

Ein besonderes Feature dieses Hauses ist der ausgebaute Dachboden. Während alle anderen Reihenhäuser in der Straße nur eine Bodenluke mit Leiter haben, hat der Vorbesitzer hier eine vollwertige Treppe in den Dachboden eingebaut. Das Dach selbst ist nur etwa fünf Jahre alt, die Dachfenster sind neu. Der Raum bietet sich als Büro oder Kinderzimmer an, wenn man eine Trockenbauwand einzieht.

Das Haus kommt insgesamt auf 133 Quadratmeter Wohnfläche mit vier Zimmern, dazu ein vollunterkellertes Untergeschoss. Gerade die Kombination aus viel Platz, neuem Dach und dem ausgebauten Dachboden war laut Johannes einer der entscheidenden Kaufgründe.

Was dieses Projekt für Immobilieninvestoren bedeutet

Dieses Projekt zeigt sehr deutlich, dass Fix-and-Flip nicht immer eine Vollsanierung bedeuten muss. Es gibt Situationen, in denen eine gezielte kosmetische Aufwertung mit Verputzen, Streichen, Elektro erneuern und kleinen Details wie Spraydose und neuem Briefkasten mehr Wirkung erzeugt als teure Kernsanierungen. Gleichzeitig ist die Ehrlichkeit in diesem Video wertvoll: Johannes gibt offen zu, dass die Entscheidung, weder ganz zu renovieren noch gar nichts zu machen, nicht optimal war.

Für jeden, der über ein erstes Fix-and-Flip-Projekt nachdenkt oder bereits mitten in einem steckt, lohnt sich die Frage: Was will der Käufer wirklich, was braucht er wirklich, und was ist reine Materialverschwendung? Diese drei Fragen konsequent zu beantworten, trennt die erfolgreichen Projekte von den teuren Lernstunden.