Falsche Dusche! Fehler kosten, schwarze Armaturen und Neues aus unserer Immobilie
In dieser Folge gibt es ein ehrliches Baustellen-Update aus unserem aktuellen Fix-and-Flip-Objekt. Die größte Baustelle bleibt das Bad, und genau dort ist letzte Woche ein Fehler passiert, der richtig Nerven gekostet hat: Die gelieferte Duschwanne hat farblich so gar nicht zu den Fliesen gepasst. Wie wir das Problem gelöst haben, was sonst noch passiert ist und was als nächstes kommt, erfährst du hier.
Der Fehler mit der Duschwanne: Wenn Grau nicht gleich Grau ist
Wer schon mal eine Immobilie renoviert hat, kennt das: Man plant alles durch, bestellt die Materialien und dann kommt die Lieferung und irgendwas stimmt nicht. Genau das ist uns letzten Samstag passiert. Wir wollten eigentlich nur kurz die Baustelle checken, haben die neu gelieferte Duschwanne begutachtet und sofort gemerkt, dass der Farbton einfach nicht passt.
Die Idee dahinter war klar: Eine flache, moderne Duschwanne als Kontrast zu den helleren Fliesen im Bad. Die Fliesen selbst sind in einem dezenten Grauton gehalten, und die Wanne sollte diesen Look unterstreichen. Das Problem: Die Wanne hatte einen komplett anderen Grauton als die Fliesen. Nicht ein bisschen daneben, sondern wirklich so weit entfernt, dass mein Vater, der sonst nicht der Detailverliebte ist, spontan meinte: "Das ist abartig hässlich, das können wir nicht machen." Und er hatte recht.
Was viele unterschätzen: Grau ist nicht gleich Grau. Zwischen Warmgrau, Kaltgrau, Betongrau und Mausgrau liegen Welten, und im Bad, wo alles auf engem Raum zusammenkommt, fällt jede Abweichung sofort auf. Wenn du im Fix-and-Flip-Bereich arbeitest und das Bad als Verkaufsargument nutzen willst, dann kann dir so ein Farb-Clash das ganze Design ruinieren.
Drei Wochen Lieferzeit: Keine Option im laufenden Projekt
Die naheliegendste Lösung wäre gewesen: Wanne zurückschicken, neue bestellen, fertig. Nur leider ist das im laufenden Renovierungsprojekt keine reale Option. Die Lieferzeit für eine Ersatzwanne in den gleichen Maßen hätte drei Wochen betragen. Drei Wochen, in denen der Fliesenleger nicht weiterarbeiten kann, in denen die Baustelle stillsteht, in denen Kosten entstehen, ohne dass Fortschritt sichtbar ist.
Das Maßproblem kam noch dazu: Die Wanne hatte das Format 70 auf 120 Zentimeter. Das ist heute schlicht kein Standardformat mehr, weshalb man im Baumarkt spontan nichts Passendes findet. Samstagabend noch durch Rohrbach und die umliegenden Baumärkte gefahren, überall nachgefragt und nichts Brauchbares gefunden. Also musste eine kreative Lösung her, und zwar sofort.
Die Lösung: Ein eingefliestes Podest statt einer Duschwanne
Wenn die Wanne nicht passt, baut man eben keine Wanne ein. Die Entscheidung fiel auf eine eingeflieste Podestlösung, die im Ergebnis sogar moderner wirkt als die ursprünglich geplante Duschwanne. Konkret sieht das so aus:
- Das Podest wurde aus Betonsteinen als Unterkonstruktion aufgebaut und anschließend mit Estrich ausgegossen.
- Es entsteht eine ebenerdige Duschfläche, die leicht erhöht auf dem Podest liegt.
- Das Gefälle ist nach hinten ausgerichtet, sodass das Wasser sauber zur hinten eingebauten Duschrinne abläuft.
- Eine Glaswand kommt als Abtrennung dazu, die Halterungsleiste ist bereits montiert.
Das Ergebnis ist eine Dusche, die von der Optik her absolut zeitgemäß ist. Keine sichtbare Wannenkante, kein Farbmismatch, stattdessen eine saubere Linie, moderates Design und ein Look, der beim Verkauf oder der Vermietung deutlich besser zieht als eine günstige Standardwanne. Ehrlich gesagt sieht es jetzt besser aus, als wenn wir die Wanne einfach so einbetoniert hätten.
Das zeigt auch eine wichtige Lektion für jeden, der Immobilien saniert und weiterverkauft: Ein Fehler muss nicht zwingend das Projekt verzögern oder die Kosten explodieren lassen. Wer schnell eine handwerklich saubere Alternative findet, kann aus einer Problemsituation sogar einen besseren Zustand machen als ursprünglich geplant.
Fliesenleger, Maler und der aktuelle Stand im Bad
Während das Drama mit der Duschwanne lief, ist auf der Baustelle selbst einiges weitergegangen. Der Fliesenleger, Bernd, hat im Bad gute Arbeit geleistet und die Fliesen in einem einzigen Tag verlegt. In der Küche ist das Fliesen ebenfalls bereits abgeschlossen, wie schon in der letzten Folge zu sehen war. Dort fehlt jetzt nur noch das Streichen, dann ist die Küche fertig.
Gleichzeitig hat der Maler offiziell angefangen. Die Wände wurden nochmal verspachtelt, die Flächen sind bereits glatt, sodass kein extra Verputzen nötig war. Die meisten Räume werden einfach gestrichen, was den Prozess deutlich beschleunigt. Im Wohnzimmer läuft es ähnlich: alles verspachtelt, vorbereitet, Streichen folgt.
Schwarze Armaturen und das Schwarz-Weiß-Konzept
Ein Thema, das in dieser Folge klar wird: Das Farbkonzept der gesamten Wohnung zieht sich konsequent durch. Weiß und Schwarz bilden das Gerüst, und das nicht nur im Bad.
Konkret bedeutet das:
- Duscharmatur in Mattschwarz mit einer Regendusche von oben, klassisch und modern zugleich. Das gleiche Modell wurde schon beim letzten Flip verwendet und hat gut funktioniert.
- Türgriffe in Schwarz auf weißen Türen. Die Türen sind bereits geliefert und liegen auf der Baustelle bereit.
- Schwarze Steckdosen und Lichtschalter kommen für die Elektroinstallation. Die Bestellung läuft, das Material soll noch geliefert werden.
Dieses konsequente Schwarz-Weiß-Konzept ist kein Zufall. Im Fix-and-Flip funktioniert ein klares Farbkonzept besser als ein bunter Mix, weil es Käufern und Mietern das Vorstellen erleichtert, wie sie die Wohnung einrichten könnten. Ein durchgängiges Design wirkt hochwertiger und rechtfertigt einen höheren Preis. Das ist keine reine Geschmackssache, sondern eine bewusste Designentscheidung mit wirtschaftlichem Hintergrund.
Terrasse: Lärchenboden für den Außenbereich
Auch auf der Terrasse tut sich was. Es wurden Lärchenbretter besorgt, die als Lattenrost auf der Terrasse verlegt werden. Das ist eine bewährte Lösung für Balkone und Terrassen: günstiger als Naturstein, pflegeleichter als Komposit und optisch deutlich wärmer als nackter Beton. In Verbindung mit dem restlichen Design der Wohnung passt das sehr gut.
Was kommt als nächstes: Reihenhaus und Projektentwicklung
Neben dem laufenden Flip gibt es bereits das nächste Objekt in der Pipeline: ein Reihenhaus, das wieder über Postkarten-Direktmarketing akquiriert wurde. Das zeigt, dass Off-Market-Ansätze wie das gezielte Anschreiben von Eigentümern in bestimmten Lagen weiterhin funktionieren, auch wenn der Immobilienmarkt selektiver geworden ist.
Außerdem ist ein Gespräch mit einem befreundeten Makler und Projektentwickler aus dem Allgäu geplant. Das Allgäu ist ein besonderer Markt mit einem hohen Anteil an Zweitwohnsitzen, was andere Anforderungen an Käufer, Preise und Renovierungsstandards stellt als ein typischer städtischer Mietmarkt. Das Thema Projektentwicklung, also wie man vom einfachen Flip zur größeren Entwicklung kommt, welche Tricks und Strukturen dahinterstecken, soll dabei vertieft werden.
Wer sich für Immobilien als Kapitalanlage interessiert, für den ist dieses Thema hochrelevant. Projektentwicklung ist der nächste Schritt nach dem klassischen Fix-and-Flip und bietet bei richtiger Umsetzung erheblich mehr Hebelwirkung auf das eingesetzte Eigenkapital.
Fazit: Probleme auf der Baustelle gehören dazu
Diese Folge zeigt sehr gut, was Immobilieninvestoren wissen sollten: Auf jeder Baustelle läuft irgendwas nicht nach Plan. Das entscheidende ist nicht, ob Fehler passieren, sondern wie schnell und pragmatisch man eine Lösung findet. Die falsche Duschwanne hätte das Projekt teuer und langwierig machen können. Stattdessen wurde innerhalb eines Wochenendes eine Alternative entwickelt, die am Ende sogar hochwertiger wirkt.
Wer Fix-and-Flip betreibt oder generell in Renovierungsobjekte investiert, braucht genau diese Mentalität: schnell entscheiden, handwerklich sauber umsetzen und das Ergebnis im Blick behalten. Der Markt belohnt keine perfekte Planung, sondern pragmatische Umsetzung.