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Fenstergriffe und Türgriffe selbst wechseln – einfache Anleitung für dein Renovierungsprojekt

Abgegriffene, wackelnde Tür- und Fenstergriffe sind bei Renovierungsprojekten ein häufiges Bild. In diesem Video zeigt Johannes Schritt für Schritt, wie du solche Griffe in wenigen Minuten selbst wechselst, was das Material kostet und worauf du dabei achten musst, damit es beim ersten Mal klappt.

Warum sich der Griff-Tausch bei jedem Renovierungsprojekt lohnt

Wenn du eine Wohnung kaufst, renovierst und weiterverkaufst, zählen die Details. Alte, abgegriffene Türgriffe und Fenstergriffe fallen jedem Käufer sofort auf. Sie wirken ungepflegt, selbst wenn der Rest der Wohnung frisch gestrichen ist. Der gute Grund: Den Austausch kannst du komplett selbst erledigen, ohne Handwerker, ohne großes Werkzeug und ohne viel Geld. Der Materialpreis liegt bei rund 7 bis 8 Euro pro Griff aus dem Baumarkt. Dazu brauchst du lediglich einen einfachen Kreuzschraubenzieher. Das war es im Normalfall.

Für Fix-and-Flip-Projekte bedeutet das: maximale optische Wirkung bei minimalen Kosten. Neue Griffe an Fenstern und Türen sind eine der günstigsten Maßnahmen überhaupt, um einer Wohnung ein frischeres Aussehen zu geben. Und weil der Aufwand so gering ist, macht es keinen Sinn, dafür einen Handwerker zu beauftragen.

Was du für den Griff-Wechsel brauchst

Die Einkaufsliste ist kurz. Für einen typischen Fenstergriff oder Türgriff benötigst du:

  • Neuen Griff aus dem Baumarkt, Kosten rund 7 bis 8 Euro pro Stück. Im Lieferumfang sind in der Regel zwei feingewinde Schrauben enthalten.
  • Kreuzschraubenzieher, ein normaler aus der Haushaltskiste reicht vollkommen aus.
  • Eventuell eine Flex, wenn der Zapfen des neuen Griffs länger ist als der originale. Dazu gleich mehr.
  • Bei der Flex unbedingt Schutzbrille und Handschuhe tragen, keine Sonnenbrille als Ersatz.
  • Optional Terpentin oder ein ähnliches Reinigungsmittel, um den Zapfen-Bereich vor dem Einbau zu säubern.

Mehr brauchst du nicht. Weder elektrisches Werkzeug noch Spezialaufsätze. Der Austausch ist eine Aufgabe, die du komplett in Eigenregie durchführen kannst.

Schritt für Schritt: So tauschst du einen Fenster- oder Türgriff aus

Der Ablauf ist einfacher als er vielleicht wirkt. Hier sind die konkreten Schritte, die Johannes im Video zeigt:

Schritt 1: Abdeckkappe lösen

Am Griff befindet sich eine Kappe, die die Schrauben verdeckt. Diese hebst du vorsichtig oben und unten an. Sie lässt sich meist einfach abheben. Wenn sie sitzt, hilft ein kleiner Zahnstocher oder ein ähnliches schmales Werkzeug, um unten anzusetzen und etwas Hebel zu erzeugen.

Schritt 2: Griff auf 90 Grad drehen

Drehe den Griff um 90 Grad nach links. Damit bringst du ihn in eine Position, in der du gut an die Schrauben herankommst. An den meisten Griffen gibt es auch eine kleine Einkerbung, die genau dafür vorgesehen ist.

Schritt 3: Schrauben herausdrehen

Jetzt nimmst du den Kreuzschraubenzieher und drehst die Schrauben heraus, erst die obere, dann die untere. Das geht manuell, du brauchst keinen Akkuschrauber. Wenn die Schrauben länger sitzen und schwerer gehen, einfach ruhig und gleichmäßig drehen.

Schritt 4: Alten Griff abnehmen

Sobald beide Schrauben draußen sind, lässt sich der alte Griff abziehen. Darunter kommt der sogenannte Zapfen zum Vorschein, also das Vierkant-Element, das durch das Loch in der Tür oder im Fenster greift. Je nach Zustand kann hier etwas Dreck oder Rost sitzen. Wenn das der Fall ist, am besten vor dem Einbau des neuen Griffs mit Terpentin reinigen.

Schritt 5: Zapfenlänge prüfen und ggf. kürzen

Hier kommt der Punkt, den viele unterschätzen: Der Zapfen des neuen Griffs kann länger sein als der originale. Wenn das der Fall ist, lässt sich der Griff nicht richtig einbauen, weil der Zapfen zu weit ins Schloss ragt und die Schließstellung blockiert.

Die Lösung ist einfach, aber du musst es wissen: Du nimmst dir den alten Zapfen, legst ihn neben den neuen und markierst, wo du kürzen musst. Dann flexst du den Zapfen auf die richtige Länge. Anschließend die Schnittkante leicht abrunden, damit der Zapfen sauber ins Loch gleitet. Trage dabei unbedingt Schutzbrille und Handschuhe.

Ein weiterer möglicher Stolperstein: Manche Zapfen haben kleine eingepresste Einkerbungen an den Seiten, die wie von einer Zange eingedrückt wirken. Diese können dazu führen, dass der Zapfen nicht sauber ins Vierkantloch passt. Wenn du merkst, dass der Griff nicht sitzt, obwohl die Länge stimmt, sind diese Einkerbungen wahrscheinlich das Problem. Auch hier hilft die Flex: einfach die Einkerbungen abschleifen, bis der Zapfen sauber durchgeht.

Schritt 6: Neuen Griff aufsetzen und festschrauben

Jetzt setzt du den neuen Griff auf den Zapfen. Drehe ihn dabei so, dass du an beide Schraubenlöcher herankommst. Die mitgelieferten Schrauben eindrehen, erst eine Seite, dann den Griff leicht zur Seite schwenken, um auch an die zweite Schraube zu kommen. Beide Schrauben gleichmäßig festziehen, nicht zu fest, damit das Gewinde nicht beschädigt wird.

Abschließend die Abdeckkappe wieder aufsetzen, den Griff testen und fertig.

Typische Probleme und wie du sie löst

Wie Johannes im Video zeigt, läuft nicht immer alles beim ersten Versuch glatt. Das ist normal und kein Grund zur Sorge. Die häufigsten Probleme beim Griff-Wechsel sind:

  • Zapfen zu lang: Mit der Flex auf die richtige Länge kürzen, Schnittkante abrunden.
  • Einkerbungen am Zapfen blockieren den Einbau: Einkerbungen abflexen, bis der Zapfen sauber ins Loch passt.
  • Abdeckkappe lässt sich nicht lösen: Zahnstocher oder schmales Werkzeug zum Hebeln verwenden.
  • Schmutz am Zapfen-Bereich: Vor dem Einbau mit Terpentin oder ähnlichem reinigen, damit der neue Griff sauber sitzt und optisch gut aussieht.

Keines dieser Probleme erfordert einen Fachmann. Mit etwas Geduld und den richtigen Handgriffen bekommst du alles selbst hin.

Was der Griff-Tausch im Kontext eines Fix-and-Flip-Projekts bedeutet

Wenn du Wohnungen kaufst, renovierst und verkaufst, geht es immer darum, ein gutes Verhältnis zwischen Renovierungsaufwand und erzielbarem Verkaufspreis zu finden. Kleine Maßnahmen wie das Austauschen von Griffen kosten dich im Einkauf wenige Euro und vielleicht zehn bis zwanzig Minuten Zeit pro Griff. Gleichzeitig verbessern sie den ersten Eindruck einer Wohnung deutlich.

Käufer und Interessenten schauen sich solche Details an, oft unbewusst. Ein frischer, sauberer Griff signalisiert: Hier wurde sorgfältig renoviert. Das gibt Vertrauen und unterstützt den angestrebten Verkaufspreis. Abgenutzte, wackelnde Griffe hingegen wecken Zweifel, auch wenn der Rest der Wohnung tadellos ist.

Konkret auf die Zahlen heruntergebrochen: Bei einer Wohnung mit zehn Fenstern und fünf Innentüren liegen die Materialkosten für neue Griffe im niedrigen dreistelligen Bereich. Die Arbeitszeit, wenn du es selbst machst, beläuft sich auf einen halben Tag. Das ist eine der renditestärksten Maßnahmen im Renovierungsprozess, weil der Hebel zwischen Kosten und Wirkung so groß ist.

Fazit: Selbst machen lohnt sich

Der Wechsel von Fenster- und Türgriffen ist eine der einfachsten handwerklichen Arbeiten, die du bei einem Renovierungsprojekt selbst übernehmen kannst. Du brauchst keinen Elektriker, keinen Schlosser und kein teures Werkzeug. Ein Kreuzschraubenzieher, neue Griffe aus dem Baumarkt und etwas Zeit reichen aus. In Ausnahmefällen, wenn der Zapfen zu lang ist, kommt noch eine Flex dazu. Mit der nötigen Schutzausrüstung ist auch das kein Problem.

Das Ergebnis ist sichtbar, sofort und kostet wenig. Genau so sollten Renovierungsmaßnahmen bei einem Kapitalanlageprojekt aussehen: gezielt, effizient und mit klarem Nutzen für den Wiederverkauf oder die Vermietung.