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Fenstergriffe und Türgriffe selbst wechseln, einfache Anleitung für dein Renovierungsprojekt

Abgenutzte, wackelnde Fenster- und Türgriffe sind eines der ersten Dinge, die Käufer oder Mieter bei einer renovierten Wohnung wahrnehmen. In diesem Video zeigt Johannes, wie du einen Griff in wenigen Minuten mit nur einem Kreuzschraubenzieher selbst wechselst, was das Ganze kostet und worauf du dabei achten musst, damit es beim ersten Versuch klappt.

Warum neue Griffe bei einer Renovierung nicht zu unterschätzen sind

Wer Wohnungen im Rahmen von Fix and Flip oder als Kapitalanlage renoviert, denkt zuerst an Böden, Wände und Küche. Türgriffe und Fenstergriffe landen dabei oft ganz unten auf der Liste, obwohl sie eine der günstigsten Maßnahmen sind, die optisch den größten Unterschied machen. Alte, abgegriffene Griffe aus weiß-silbernem Kunststoff, die wackeln und sich dreckig angefühlt haben, hinterlassen bei Besichtigungen einen schlechten Eindruck. Neue Griffe kosten im Baumarkt rund 7 bis 10 Euro pro Stück, der Wechsel dauert ohne Komplikationen unter 10 Minuten und du brauchst dafür kein Elektrowerkzeug, keinen Akkuschrauber und keine Fachkenntnisse. Das ist genau die Art von Arbeit, die du bei einem Renovierungsprojekt selbst übernehmen kannst, um Handwerkerkosten zu sparen und gleichzeitig die Optik der Wohnung deutlich aufzuwerten.

Was du für den Griffwechsel brauchst

Die Einkaufsliste ist kurz. Du brauchst im Wesentlichen zwei Dinge:

  • Neue Griffe aus dem Baumarkt: Johannes hat die Griffe für rund 7,50 Euro pro Stück gekauft. Im Lieferumfang sind immer zwei kleine Schrauben mit feinem Gewinde enthalten, die du aber zunächst beiseitelegen kannst, da du in der Regel die originalen Schrauben wiederverwendest.
  • Kreuzschraubenzieher: Mehr Werkzeug brauchst du im Normalfall nicht. Kein Akkuschrauber, kein Spezialwerkzeug.

In manchen Fällen, dazu gleich mehr, kann zusätzlich eine Flex (Winkelschleifer) nötig sein, wenn der Zapfen des neuen Griffs nicht zur vorhandenen Öffnung passt. Das ist aber kein Regelfall, sondern eine Situation, auf die du vorbereitet sein solltest. Wer mit der Flex arbeitet, sollte grundsätzlich eine Schutzbrille tragen, keine Sonnenbrille, sondern eine richtige, sowie Handschuhe.

Schritt für Schritt: So wechselst du einen Fenster- oder Türgriff

Der Ablauf ist einfach und geht schnell, wenn du weißt, wie er funktioniert. Hier ist er im Detail:

  • Schritt 1: Kappe lösen. Am Griff befindet sich eine Abdeckkappe. Diese hebst du vorsichtig oben und unten an, um sie zu lösen. Sie sitzt manchmal etwas fest, ein schmaler Gegenstand wie ein Zahnstocher hilft, wenn du nicht gut rankommst.
  • Schritt 2: Griff drehen. Drehe den Griff um 90 Grad nach links, damit die Schrauben darunter sichtbar und zugänglich werden.
  • Schritt 3: Schrauben lösen. Jetzt kommen die zwei Schrauben zum Vorschein, oben und unten. Diese löst du mit dem Kreuzschraubenzieher. Die Schrauben lassen sich in der Regel gut per Hand herausdrehen.
  • Schritt 4: Alten Griff abnehmen. Sobald die Schrauben draußen sind, lässt sich der alte Griff einfach abziehen. Du siehst jetzt den sogenannten Zapfen, also den Vierkant oder Rundstab, der durch die Tür oder den Fensterrahmen geht und den Mechanismus betätigt.
  • Schritt 5: Oberfläche reinigen. Unter dem alten Griff sammelt sich oft Schmutz und Fett. Am besten reinigst du die Stelle gründlich, zum Beispiel mit Terpentin oder einem Haushaltsreiniger, bevor du den neuen Griff aufsetzt.
  • Schritt 6: Neuen Griff aufsetzen. Setze den neuen Griff auf den Zapfen. Stelle sicher, dass sich der Griff dabei in der richtigen Position befindet, also zum Beispiel in der "zu"-Stellung, damit der Mechanismus später korrekt funktioniert.
  • Schritt 7: Schrauben festziehen. Drehe den Griff auf 90 Grad, um an die Schraubenöffnungen zu kommen, und ziehe die Schrauben nacheinander fest. Keine übertriebene Kraft, einfach satt anziehen reicht.
  • Schritt 8: Fertig. Klappe zu, Griff testen, nächster Griff.

Was tun, wenn der neue Zapfen nicht passt?

Hier kommt der Teil, der bei Johannes im Video unerwartet aufgetaucht ist und den du kennen solltest, damit du nicht überrascht wirst. Es kann vorkommen, dass der Zapfen des neuen Griffs größer oder länger ist als der des alten. Das passiert, weil Griffe nicht immer genormt sind und Hersteller unterschiedliche Maße verwenden.

In diesem Fall gibt es zwei typische Probleme:

  • Der Zapfen ist zu lang und ragt zu weit heraus, sodass der Griff nicht in die richtige Position gebracht werden kann. Lösung: Zapfen auf die richtige Länge kürzen. Dafür nutzt du als Vorlage den alten Zapfen, markierst die Schnittlinie und trennst den neuen Zapfen mit einer Flex auf Maß.
  • Kleine Einkerbungen am Zapfen, die durch die Zange beim Hersteller eingedrückt wurden, können dazu führen, dass der Zapfen nicht ins Loch der Tür oder des Fensters gleitet. Diese Einkerbungen schleifst oder flexst du einfach weg, dann geht es problemlos.

Wichtig: Wer die Flex benutzt, macht das bitte nicht drinnen ohne Schutzausrüstung. Funken und scharfe Metallspäne entstehen beim Flexen immer. Schutzbrille ist Pflicht.

Nach dem Kürzen und Glätten des Zapfens geht der neue Griff dann in der Regel problemlos auf den Mechanismus, und die Montage läuft wie beschrieben weiter.

Was kostet der Griffwechsel insgesamt?

Das ist einer der größten Vorteile dieser Arbeit: Die Kosten sind überschaubar. Rechne mit folgenden Zahlen:

  • Neuer Griff: ca. 7 bis 10 Euro pro Stück im Baumarkt
  • Werkzeug: Ein Kreuzschraubenzieher, den du sowieso hast oder für unter 5 Euro kaufst
  • Zeitaufwand: ca. 10 Minuten pro Griff, ohne Flex-Arbeit auch deutlich schneller

Bei einer typischen Zwei- oder Dreizimmerwohnung mit vielleicht sechs bis acht Fenster- und Türgriffen liegst du bei einem Materialaufwand von unter 80 Euro und einem Zeitaufwand von einer halben Stunde. Einen Handwerker dafür zu beauftragen wäre schlicht unnötig teuer. Das ist genau die Art von Eigenleistung, die bei einem Fix-and-Flip-Projekt oder einer Renovierung für die Kapitalanlage den Unterschied zwischen einer guten und einer sehr guten Rendite ausmacht.

Wann lohnt sich der Griffwechsel besonders?

Generell gilt: Griffe, die wackeln, abgegriffen sind oder optisch einfach nicht mehr zu einer frisch renovierten Wohnung passen, solltest du immer austauschen. Das betrifft vor allem Objekte, die du:

  • nach einer Renovierung verkaufen möchtest, weil Käufer auf Details achten und abgenutzte Griffe Zweifel wecken,
  • als Mietwohnung neu vermieten willst, weil der erste Eindruck bei der Besichtigung zählt,
  • im Rahmen eines Fix-and-Flip-Projekts aufwerten, wo jede günstige Maßnahme mit großer Wirkung zählt.

Der Griffwechsel gehört zur Kategorie der kosmetischen Renovierungsmaßnahmen, die wenig kosten, wenig Zeit brauchen und dennoch einen starken visuellen Effekt erzielen. Zusammen mit frischer Farbe, neuen Lichtschaltern und aufgeräumten Heizkörpern macht er aus einer abgewohnten Wohnung eine, die sich frisch und gepflegt anfühlt. Und das beeinflusst am Ende sowohl den erzielbaren Mietpreis als auch den Verkaufserlös.

Fazit: Selbst machen lohnt sich

Fenster- und Türgriffe selbst zu wechseln ist eine der einfachsten Handwerksaufgaben, die du bei einem Renovierungsprojekt selbst übernehmen kannst. Du brauchst dafür keinen Handwerker, kein teures Werkzeug und keine besondere Vorerfahrung. Mit einem Kreuzschraubenzieher, ein bisschen Geduld und dem Wissen, wie der Ablauf funktioniert, bist du in unter einer halben Stunde durch. Wenn der Zapfen nicht passt, ist eine Flex die Lösung, aber das ist kein Drama, sondern nur ein kurzer Zwischenschritt. Das Ergebnis: frische Griffe, bessere Optik, zufriedene Käufer oder Mieter und Handwerkerkosten, die du dir gespart hast.