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Fix & Flip brachte mich nach Serbien | Reisevlog #227

Fix and Flip hat mich diesmal buchstäblich ins Ausland gebracht: Als eingeladener Speaker der PIA Immobilienakademie durfte ich in Belgrad vor rund 20 bis 30 Immobilieninvestoren über das Thema Fix and Flip an den Eigennutzer sprechen. Was dabei rausgekommen ist, warum Masterminds für jeden Immobilieninvestor Pflicht sind und was der serbische Immobilienmarkt mit Deutschland zu tun hat, gibt es hier im Vlog-Update.

Von München nach Belgrad: Fix and Flip als Speaker-Thema

Der Trip startete am Münchner Flughafen, kurze Stärkung im Gasthof zur goldenen Möwe, dann ab in die serbische Hauptstadt. Die Einladung kam von Raiko und Michael von der PIA Immobilienakademie. Das Thema meines Vortrags: Fix and Flip an den Eigennutzer. Ein Thema, das mir wirklich am Herzen liegt, weil es in der Szene oft falsch verstanden oder schlicht falsch umgesetzt wird.

Was mich stört: Viele, die heute behaupten, Fix and Flip zu machen, streichen einfach ein paar Fliesen an und nennen das dann Renovierung. Das ist es nicht. Echtes Fix and Flip bedeutet, eine Immobilie strukturiert aufzuwerten, und zwar so, dass ein Eigennutzer bereit ist, einen deutlich höheren Preis dafür zu zahlen, weil er sich das Objekt tatsächlich vorstellen kann. Das ist handwerklich, planerisch und kaufmännisch eine ganz andere Hausnummer.

Genau deshalb freue ich mich, wenn dieses Thema auf Veranstaltungen wie der PIA-Mastermind seinen Platz bekommt und nicht weiter verwässert wird durch halbgare Renovierungsversuche, die als Fix and Flip vermarktet werden.

Warum Masterminds für Immobilieninvestoren so wertvoll sind

Bevor es zum Vortrag ging, hatte ich noch einen Moment Zeit, um kurz zu erklären, warum ich solche Veranstaltungen immer wieder besuche und selbst als Speaker teilnehme. Die Antwort ist simpel: Masterminds sind eine der effizientesten Investitionen, die du als Unternehmer machen kannst.

Du weißt vorher nie genau, wer dabei ist. Und genau das ist der Punkt. Manchmal sitzt du neben jemandem, der schon exakt das Problem gelöst hat, das dich gerade Schlaf kostet. Manchmal nimmst du einen einzigen Gedanken mit, der dir im Nachgang deutlich mehr Geld spart oder mehr Umsatz bringt, als das Event selbst gekostet hat.

Ja, gute Masterminds kosten oft einen vierstelligen Betrag, weil sie eben über zwei Tage in einem ordentlichen Setting stattfinden. Aber wenn du dieses Geld als Unternehmer bereits verdienst und reinvestieren kannst, ist es meiner Meinung nach sehr gut platziert. Ich habe dieses Jahr bereits rund drei solcher Formate mitgemacht und jedes Mal konkrete Dinge mitgenommen, die sich in barer Münze ausgezahlt haben.

Meine Empfehlung dazu:

  • Such dir eine Mastermind, die sich vom Bauchgefühl her richtig anfühlt, von den Themen und von den Menschen, die dort teilnehmen.
  • Plan mindestens einmal im Jahr ein solches Format ein.
  • Und stell dort die Fragen, die in deinem Kopf rumschwirren. Du kannst nicht mehr als ein Nein bekommen. Im besten Fall bekommst du eine Antwort, die dir viel Lehrgeld erspart.

Der Sweet Spot bei Gruppengroesse liegt übrigens bei rund 20 Personen. Nicht zu viele, nicht zu wenige. Du kannst mit jedem sprechen, du kennst nach 24 Stunden alle beim Namen und die Dynamik, die dabei entsteht, ist kaum zu replizieren.

Der Vortrag: Fix and Flip an den Eigennutzer

Eineinhalb Stunden Vortrag, danach noch 30 Minuten Q&A. Das Setup war top, der Meetingraum im Hilton Belgrad, die Gruppe aufmerksam und gut durchmischt. Genau so macht Wissenstransfer Spass.

Das Grundprinzip von Fix and Flip an den Eigennutzer unterscheidet sich grundlegend vom klassischen Ansatz, bei dem eine Immobilie günstig eingekauft, schnell aufgewertet und an einen anderen Investor weitergereicht wird. Beim Verkauf an den Eigennutzer ist die Zielgruppe jemand, der dort selbst einziehen will. Das bedeutet:

  • Die Renovierung muss emotional ansprechen, nicht nur funktional sein.
  • Gestaltungsentscheidungen wie Materialien, Farbwahl und Ausstattung spielen eine wesentliche Rolle für die Zahlungsbereitschaft des Käufers.
  • Der Eigennutzer vergleicht dein Objekt nicht mit Renditekennzahlen, sondern mit anderen Wohnungen, die er sich angeschaut hat.

Ein Beispiel aus unserer eigenen Praxis: Die LED-Leiste als Signature-Move, also ein dezentes, stimmungsvolles Lichtdesign, das ich irgendwann mal in einem Hotel entdeckt habe und seitdem in unsere Sanierungsobjekte eingebaut wird. Klingt klein, wirkt aber als Detail beim Besichtigungstermin enorm. Genau solche Impulse hole ich mir aus guten Hotels und aus Gesprächen mit anderen Profis.

Das ist auch der Grund, warum ich mir bei Hotelzimmern immer Badezimmer, Einbauschränke und Lichtkonzepte genau anschaue. Ein gutes Hotel ist im Grunde ein lebendes Moodboard für hochwertige, aber praktische Inneneinrichtung.

Belgrad und der serbische Immobilienmarkt: Überraschende Zahlen

Was mich an diesem Kurztrip neben dem Vortrag selbst wirklich beschaeftigt hat, waren die Beobachtungen zum serbischen Immobilienmarkt. Und die haben es in sich.

Ein Teil des Hafens von Belgrad wird gerade von einem staatlichen Entwicklerarm aus Dubai komplett neu gebaut. Das Ergebnis sieht eins zu eins aus wie die Dubai Marina oder das JBR. Hochglanz, modern, ambitioniert. Und die Preise?

  • Normale, eher einfache Wohnungen in Belgrad: ab 3.000 Euro pro Quadratmeter.
  • Die neuen Dubai-Hafenprojekte: 6.000 bis 10.000 Euro pro Quadratmeter.

Zum Vergleich: Beim schoen sanierten Fix-and-Flip-Objekt in Kempten liegen wir bei rund 4.000 Euro pro Quadratmeter als guten Verkaufspreis. Das heisst, in einer Stadt mit einem durchschnittlichen Monatseinkommen von rund 800 Euro kosten Wohnungen das Gleiche wie im deutschen Mittelstand. Das ist volkswirtschaftlich kaum zu erklären, aber offensichtlich nachgefragt.

Noch bemerkenswerter: Serbien hat trotz dieser Preise eine Wohneigentumsquote von über 80 Prozent. Zum Vergleich liegt Deutschland bei knapp 47 Prozent und ist damit eines der Schlusslichter in Europa. Die Eigentumskultur ist dort also eine komplett andere als hierzulande.

Was das für Investoren bedeutet: Maerkte ausserhalb Deutschlands sind nicht automatisch guenstiger oder risikoaermer. Wer dort investiert, muss lokale Einkommensniveaus, Finanzierungsstrukturen und Nachfrageprofile genau kennen. Ein Quadratmeterpreis allein sagt wenig aus, wenn man nicht weiss, wer die Kaeufer sind und womit sie bezahlen.

Networking, Abend und was bleibt

Nach dem offiziellen Programm kam noch ein gemeinsamer Abend, der laut Vlog bis 3 Uhr morgens ging. Wer schon mal auf solchen Events war, weiss: Die besten Gespraeche passieren oft nicht im Konferenzraum, sondern danach. Neue Kontakte, konkrete Anknuepfungspunkte, Projekte, die vielleicht entstehen. Das ist der eigentliche ROI solcher Reisen.

Ein dickes Dankeschoen nochmal an Raiko und Michael fuer die Einladung, die Organisation und die Gastfreundschaft. Kost und Logis waren uebernommen, das Hilton Belgrad war ein schoenes Setting und die ganze Reise hat sich in jeder Hinsicht gelohnt.

Was ich als Fazit mitnehme: Serbien ist definitiv eine Reise wert, und zwar nicht nur fuer einen Tag. Eine Woche mindestens, um die Stadt wirklich zu erleben. Vielleicht gibt es dazu bald einen weiteren Vlog.

Was du als Immobilieninvestor daraus mitnehmen kannst

Dieser Vlog ist kein klassisches Lehrformat, aber er steckt trotzdem voller Impulse, wenn man genau hinschaut:

  • Fix and Flip ist kein Synonym fuer guenstig renovieren. Wer ernsthaft in diesem Segment unterwegs ist, denkt ganzheitlich: Einkauf, Renovierungskonzept, Zielgruppe, Verkaufsstrategie.
  • Weiterbildung durch Masterminds ist fuer Immobilieninvestoren eine unterschaetzte Ressource. Ein einziger Tipp, der Fehlinvestitionen vermeidet, amortisiert die Teilnahmekosten schnell.
  • Internationale Maerkte beobachten schaerft den Blick fuer den deutschen Markt. Wenn selbst Belgrad mit 800 Euro Durchschnittseinkommen Quadratmeterpreise von 3.000 Euro hat, relativiert das manche deutsche Diskussion ueber zu hohe Preise.
  • Details in der Ausstattung machen beim Eigennutzerverkauf den Unterschied. Hotels, Showrooms, Instagram: Ideen gibt es ueberall, man muss sie nur aufgreifen und sinnvoll einsetzen.

Wer mehr ueber Fix and Flip in Deutschland erfahren will, findet auf diesem Kanal regelmaessig Updates aus laufenden Projekten, Kalkulationen und ehrliche Einblicke in den Alltag als Immobilienentwickler.