Fix&Flip Rechner: Mein kostenloses Online-Tool
Wer Fix and Flip betreibt, kennt das Problem: Man hat eine Excel-Liste, ein Immobilienportal offen und switcht permanent zwischen beiden Fenstern hin und her. Genau das hat Johannes dazu gebracht, sich eine eigene Chrome Extension bauen zu lassen, die direkt auf ImmoScout24 und Immowelt läuft und alle relevanten Kennzahlen auf einen Blick liefert. In dieser Folge zeigt er, wie das Tool funktioniert, was es kann und warum er es komplett kostenlos zur Verfügung stellt.
Das Problem: Excel und Immoportal gleichzeitig im Blick behalten
Wer im Fix-and-Flip-Bereich aktiv ist, bastelt sich früher oder später eine eigene Excel-Kalkulation zusammen. Jeder macht das ein bisschen anders: andere Farben, andere Formeln, andere Strukturen. Rund 6.700 Leute haben bereits die Flipper-Immo-Excel-Liste heruntergeladen und arbeiten damit, manche sogar bei der Bankpräsentation.
Das grundlegende Problem bleibt aber dasselbe: Wenn du kein Dual-Monitor-Setup hast, musst du ständig zwischen der Immobilienplattform und deiner Tabellenkalkulation hin- und herwechseln. Das kostet Zeit, erhöht die Fehleranfälligkeit und bremst den Workflow unnötig aus. Genau aus dieser Not heraus ist die Idee für ein eigenes Tool entstanden.
Die Lösung: Eine Chrome Extension als Fix-and-Flip-Butler
Johannes hat rund 600 Euro investiert und sich über die Freelancer-Plattform Fiverr eine Chrome Extension bauen lassen. Das Tool funktioniert wie ein digitaler Butler, der automatisch erscheint, sobald du ein Listing auf einer der unterstützten Plattformen öffnest. Es liest die relevanten Daten direkt aus dem Inserat aus und bereitet sie für deine Renditeberechnung auf.
Das Tool läuft aktuell auf zwei Plattformen:
- ImmoScout24
- Immowelt
Auf anderen Portalen ist die Extension derzeit nicht verfügbar. Das Tool ist und bleibt kostenlos. Es gibt keine Monatsgebühr, kein Abo-Modell, keinen Haken. Wer Bock auf Fix and Flip hat, soll einfach damit arbeiten können.
So funktioniert das Tool in der Praxis
Im Video zeigt Johannes das Tool anhand eines konkreten Listings auf Immowelt: eine Dreizimmerwohnung mit 69,51 Quadratmetern zu einem Angebotspreis von 249.000 Euro. Das Hausgeld liegt bei 318 Euro monatlich, die Maklerprovision bei 3,57 Prozent.
Sobald du auf das kleine blaue Haus-Icon in deinem Browser klickst, öffnet sich das Tool und zieht automatisch alle relevanten Daten aus dem Listing:
- Kaufpreis wird korrekt übernommen
- Quadratmeter werden automatisch eingetragen
- Zimmeranzahl wird erkannt
- Hausgeld wird direkt befüllt
Was du selbst einträgst oder anpasst, sind die Parameter, die sich je nach Objekt und Standort unterscheiden:
- Grunderwerbssteuer (je nach Bundesland unterschiedlich)
- Zinssatz (im Beispiel mit 7 Prozent angesetzt)
- Renovierungskosten (per Slider einstellbar)
- Projektdauer
- Verkaufspreis
Slider statt Zahleneingabe: Schnell kalkulieren ohne Tipparbeit
Ein zentrales Feature ist die Bedienung per Slider. Du musst keine genauen Zahlen eintippen, sondern kannst die Renovierungskosten und den Einkaufspreis einfach mit einem Schieberegler verstellen. Das macht die Kalkulation deutlich schneller und intuitiver, besonders wenn du viele Objekte am Tag durchschneidest.
Im Beispiel setzt Johannes die Renovierungskosten auf rund 34.000 Euro, was knapp unter 500 Euro pro Quadratmeter liegt. Das Tool rechnet daraufhin automatisch:
- Das Hausgeld aufgeteilt über die gesamte Projektdauer
- Die monatlichen Nebenkosten summiert
- Einen automatischen Sicherheitspuffer
- Das Gesamtinvestment als Summe aller Posten
Im konkreten Beispiel kommt das Tool auf ein Gesamtinvestment von 328.000 Euro.
Flip oder Flop auf einen Blick
Sobald du den anvisierten Verkaufspreis einträgst, zeigt das Tool sofort, ob das Projekt ein Flip oder ein Flop wird. Wenn du zum Beispiel einen Verkaufspreis von nur 4.000 Euro pro Quadratmeter ansetzt, landet das Ergebnis tief im Minus, der Deal funktioniert schlicht nicht.
Gleichzeitig zeigt das Tool noch zwei weitere wichtige Kennzahlen:
- Die Bruttomietrendite (im Beispiel 4,7 Prozent), falls du die Immobilie alternativ als Kapitalanlage halten willst
- Den notwendigen Kapitaldienst bei einer Tilgung und Verzinsung von 7 Prozent
Du siehst also auf einen Blick, ob das Objekt für einen Flip taugt und was es als klassische Mietimmobilie abwerfen würde. Das macht die Entscheidungsgrundlage deutlich breiter.
Verhandlungsspielraum direkt im Tool simulieren
Einer der praktischsten Aspekte ist die Möglichkeit, den Einkaufspreis per Slider anzupassen und den Effekt auf den Gewinn sofort zu sehen. Du willst wissen, was passiert, wenn du den Angebotspreis um 20 Prozent verhandelst? Einfach den Slider entsprechend ziehen.
Im Beispiel: Bei einem verhandelten Preis von 305.000 Euro statt 249.000 Euro würde der Deal bereits einen Mindestgewinn von rund 35.000 Euro abwerfen, sofern alle anderen Parameter passen. Das zeigt, wie stark der Einkauf die gesamte Kalkulation beeinflusst. Fix and Flip steht und fällt mit dem Einkaufspreis.
Wer bekommt das Tool zuerst?
Johannes rollt das Tool zunächst an seine aktiven Partnerflipper aus, also die Investoren, mit denen er aktuell gemeinsam Deals vor Ort umsetzt. Danach ist es für alle verfügbar, die sich dafür interessieren. Kein Paywall, kein Abo, keine versteckten Kosten.
Das Ziel dahinter ist klar: Wer Fix and Flip ernsthaft betreiben will, soll ein solides Werkzeug in der Hand haben, ohne dafür bezahlen zu müssen. Die Chrome Extension ist ein erster Schritt, den Johannes aus eigener Erfahrung heraus entwickelt hat und jetzt der Community zurückgibt.
Was du für deinen Fix-and-Flip-Workflow mitnehmen kannst
Das Tool ist kein Ersatz für fundiertes Marktverständnis. Du musst nach wie vor wissen, was in einer bestimmten Lage realistisch als Verkaufspreis erzielbar ist. Aber es nimmt dir die manuelle Übertragungsarbeit ab und liefert alle Kostenpositionen strukturiert auf einen Blick.
Besonders hilfreich ist das, wenn du täglich viele Objekte screenst. Statt jedes Mal die Excel zu öffnen, Zahlen einzutippen und Formeln zu prüfen, reicht ein Klick auf das Browser-Icon. Das spart nicht nur Zeit, sondern reduziert auch Tippfehler, die sich in einer manuell befüllten Tabelle schnell einschleichen.
Wenn du noch keine klare Methode hast, wie du Immobilien als Fix-and-Flip-Objekte vorfilterst und bewertest, ist dieses Tool ein guter Einstiegspunkt. Es zwingt dich dazu, alle relevanten Kostenpositionen zu berücksichtigen: Kaufpreis, Nebenkosten, Grunderwerbssteuer, Renovierung, Finanzierungskosten, Hausgeld und Sicherheitspuffer. Nur wer all das zusammenrechnet, bekommt ein realistisches Bild davon, ob ein Deal trägt oder nicht.