Fix&Flip Rechner: Mein kostenloses Online-Tool
Wer Fix and Flip betreibt, kennt das Problem: Man sitzt vor einem Immobilieninserat, muss die Zahlen in eine Excel-Liste übertragen und ständig zwischen Browser und Tabelle hin und her wechseln. Genau dafür hat Johannes ein kostenloses Browser-Tool entwickelt, das direkt auf Immobilienportalen die wichtigsten Kennzahlen automatisch ausliest und berechnet. In diesem Video stellt er die Chrome Extension vor und zeigt, wie sie in der Praxis funktioniert.
Das Problem mit der Excel-Liste beim Fix and Flip
Fast jeder, der sich mit Fix and Flip beschäftigt, hat irgendwann eine eigene Excel-Kalkulation gebastelt. Andere Farben, andere Funktionen, andere Felder, aber am Ende das gleiche grundlegende Problem: Sobald du auf einem Bildschirm ohne zwei Monitore arbeitest, musst du ständig zwischen der Immobilienplattform und deiner Tabelle wechseln. Das kostet Zeit und erhöht die Fehleranfälligkeit.
Knapp 6.700 Nutzer haben Johannes' Excel-Liste bereits heruntergeladen und gehen damit teilweise sogar zur Bank. Das zeigt, wie groß der Bedarf an strukturierten Berechnungstools im Bereich Fix and Flip tatsächlich ist. Doch eine statische Tabelle bleibt eine statische Tabelle. Der nächste logische Schritt war deshalb ein Tool, das direkt dort ansetzt, wo du die Objekte recherchierst: im Browser.
Die Idee hinter der Chrome Extension
Johannes hat 600 Euro investiert und sich die Extension über die Freelancer-Plattform Fiverr bauen lassen. Das Ergebnis ist eine Browser-Erweiterung, die auf ImmoScout24 und Immowelt funktioniert und automatisch die relevanten Daten aus dem jeweiligen Inserat ausliest. Auf anderen Plattformen ist die Extension aktuell nicht verfügbar.
Das Tool erscheint als kleines blaues Haus-Symbol in der Browserleiste. Mit einem Klick öffnet sich die Auswertung direkt neben dem Inserat, ohne dass du auch nur eine Zahl manuell eintippen musst. Johannes bezeichnet es scherzhaft als seinen persönlichen "Fix and Flip Butler", angelehnt an den KI-Assistenten Jarvis aus Iron Man. Der endgültige Name des Tools steht noch nicht fest, das hat er der Community überlassen.
So funktioniert das Tool in der Praxis
Im Video demonstriert Johannes die Extension anhand eines konkreten Listings auf Immowelt. Es handelt sich um eine Dreizimmerwohnung mit 69,51 Quadratmetern zu einem Kaufpreis von 249.000 Euro, mit einem Hausgeld von 318 Euro und einer Maklerprovision von 3,57 Prozent.
Nach einem Klick auf das Tool-Symbol lädt die Extension kurz und zeigt sofort eine strukturierte Kaufpreisübersicht:
- Kaufpreis wird automatisch korrekt übernommen: 249.000 Euro
- Quadratmeter und Zimmeranzahl werden direkt aus dem Inserat ausgelesen
- Hausgeld wird ebenfalls automatisch befüllt: 318 Euro
Was du dann noch selbst einträgst oder per Slider anpasst:
- Grunderwerbsteuer: je nach Bundesland unterschiedlich, wird manuell eingetragen
- Zinsen: im Beispiel mit 7 Prozent angesetzt
- Renovierungskosten: komfortabel per Slider einstellbar, im Beispiel rund 34.000 Euro, das entspricht knapp unter 500 Euro pro Quadratmeter
Das Tool rechnet dann automatisch einen Sicherheitspuffer ein, summiert das Hausgeld über die gesamte Projektlaufzeit auf und berücksichtigt laufende Nebenkosten. Das Gesamtinvestment ergibt sich in diesem Beispiel mit rund 328.000 Euro.
Rendite und Flip-Ergebnis auf einen Blick
Neben dem Gesamtinvestment zeigt das Tool direkt:
- Den Gewinn oder Verlust des Flips in Abhängigkeit vom angesetzten Verkaufspreis
- Die Bruttomietrendite: im Beispiel 4,7 Prozent
- Den notwendigen Kapitaldienst bei einer Tilgungs- und Zinsbelastung von 7 Prozent
Der Verkaufspreis lässt sich ebenfalls per Slider anpassen. Das ist besonders praktisch, um schnell verschiedene Szenarien durchzuspielen. Im Beispiel zeigt das Tool bei einem Verkaufspreis von 4.000 Euro pro Quadratmeter klar ein Verlustgeschäft an, was den Flip als Flop ausweist.
Interessant wird es, wenn du anfängst, den Einkaufspreis zu verhandeln. Im Video zieht Johannes den Kaufpreis-Slider auf rund 305.000 Euro, also etwa 20 Prozent unter dem Angebotspreis. Das Ergebnis: ein potenzieller Gewinn von mindestens 35.000 Euro. Das zeigt sehr anschaulich, wie entscheidend der Einkaufspreis beim Fix and Flip für die gesamte Kalkulation ist.
Warum der Einkaufspreis der wichtigste Hebel beim Fix and Flip ist
Das Tool macht etwas sichtbar, das erfahrene Flipper schon lange wissen: Der Gewinn entsteht beim Einkauf, nicht beim Verkauf. Wer zu teuer kauft, kann an der Renovierung sparen oder den Verkaufspreis hochschrauben so viel er will, das Ergebnis bleibt oft ein Minus. Der interaktive Preis-Slider im Tool hilft dir dabei, in Echtzeit zu sehen, bei welchem Einkaufspreis ein Deal erst wirtschaftlich wird.
Das ist auch für Verhandlungen mit Verkäufern oder Maklern hilfreich. Du kannst auf einen Blick zeigen und auch selbst verstehen, warum du einen bestimmten Preis forderst und wo die wirtschaftliche Schmerzgrenze liegt.
Für wen ist das Tool gedacht?
Das Tool richtet sich in erster Linie an alle, die:
- aktiv nach Fix-and-Flip-Objekten auf ImmoScout24 oder Immowelt suchen
- keine Zeit verlieren wollen mit dem manuellen Übertragen von Daten in Excel
- schnell und unkompliziert eine erste Renditeeinschätzung bekommen wollen
- verschiedene Szenarien für Einkaufspreis und Verkaufspreis durchrechnen möchten
Johannes stellt das Tool vollständig kostenlos zur Verfügung, ohne monatliche Gebühren oder versteckte Kosten. Sein eigenes Netzwerk an Partnerflippern, also die Investoren, mit denen er aktiv Deals vor Ort durchzieht, bekommt den Zugang natürlich zuerst. Danach wird es für alle verfügbar gemacht.
Was das Tool noch nicht kann und wo es weiterentwickelt werden könnte
Aktuell funktioniert die Chrome Extension ausschließlich auf ImmoScout24 und Immowelt. Andere Plattformen wie eBay Kleinanzeigen oder regionale Portale werden nicht unterstützt. Außerdem muss die Grunderwerbsteuer nach wie vor manuell eingetragen werden, da sie je nach Bundesland zwischen 3,5 und 6,5 Prozent liegt und sich nicht automatisch aus dem Inserat ableiten lässt.
Dennoch ist das, was das Tool heute schon leistet, ein echter Schritt nach vorne gegenüber der klassischen Excel-Lösung. Wer regelmäßig Objekte auf den großen Portalen scoutet, spart damit eine Menge Zeit und behält die wichtigsten Kennzahlen immer direkt im Blick, ohne den Tab wechseln zu müssen.
Fazit: Ein praktisches Hilfsmittel für den Fix-and-Flip-Alltag
Der Fix and Flip Rechner als Browser-Extension löst ein konkretes Problem, das viele aktive Immobilieninvestoren kennen. Die Kombination aus automatischem Datenauslesen, intuitiven Slidern für Renovierungskosten und Kaufpreis sowie der sofortigen Anzeige von Gewinn, Mietrendite und Kapitaldienst macht das Tool zu einem nützlichen Begleiter bei der täglichen Objektrecherche. Und da es kostenlos ist, gibt es eigentlich keinen Grund, es nicht auszuprobieren.