Wohnung gekauft, jetzt renoviert und mit Gewinn wieder verkaufen! Fix & Flip in Stuttgart
In dieser Folge besucht Johannes seinen Schützling Mehmed in Stuttgart-Wangen, der nach gerade einmal fünf Wochen sein allererstes Fix-and-Flip-Objekt unter Vertrag gebracht hat. Gemeinsam schauen sie sich die Altbauwohnung aus dem Jahr 1924 an, besprechen den Grundriss, die geplanten Umbaumaßnahmen und erklären, warum in diesem Objekt ein ganzes Jahresgehalt als Gewinnpotenzial steckt. Du bekommst hier einen ehrlichen Blick auf den Zustand vor der Renovierung und auf die konkreten Ideen, die aus dieser Wohnung ein verkaufsfertiges Schmuckstück machen sollen.
In fünf Wochen zum ersten Fix-and-Flip-Objekt
Mehmed ist kein erfahrener Immobilienprofi, der seit Jahren im Geschäft ist. Er hat sich vor wenigen Wochen entschieden, das Fix-and-Flip-Modell auszuprobieren, und ist sofort konsequent vorgegangen. Bereits in der ersten Woche hat er sieben Objekte recherchiert und teilweise drei Besichtigungen an einem einzigen Tag absolviert. Nach nur fünf Wochen stand er beim Notar. Das zeigt, dass Geschwindigkeit beim Flippen kein Zufall ist, sondern das direkte Ergebnis von konsequenter Suche und klarer Entscheidungsfähigkeit.
Wer auf sein erstes Objekt wartet, bis die perfekte Gelegenheit kommt, wartet meistens zu lange. Mehmed hat Gas gegeben, sich schnell einen Überblick über den Markt verschafft und dann zugeschlagen, als das Potenzial klar war. Fünf Wochen vom ersten Kontakt mit dem Thema bis zum Notartermin ist eine bemerkenswert kurze Zeit, die beweist, dass Fix and Flip in Deutschland auch heute noch funktioniert, wenn man es richtig angeht.
Das Objekt: Altbau in Stuttgart-Wangen mit Energieeffizienzklasse C
Die Wohnung liegt in Stuttgart-Wangen, einem ruhigen Stadtteil mit guter Anbindung an die Innenstadt. Das Baujahr ist 1924, mit kleineren Anpassungen um 1950. Typisch für solche Altbauten: An manchen Stellen wurde im Laufe der Jahrzehnte etwas erneuert, an anderen ist die Zeit schlicht stehen geblieben. Alte Tapeten mit Fadenstruktur, verschiedene Teppichböden in verschiedenen Räumen, abgehängte Decken im Gang, Aufputzleitungen in Küche und Bad. Der optische Zustand ist renovierungsbedürftig, das ist klar.
Was aber überrascht und das Objekt zu einem echten Flipper-Kandidaten macht, ist die Energieeffizienzklasse C. Für ein Baujahr aus den 1920ern ist das außergewöhnlich gut, weil offenbar irgendwann solide gedämmt wurde. Das ist kein kleines Detail, sondern ein handfestes Verkaufsargument. In einem Markt, in dem Käufer zunehmend auf den Energieausweis schauen und Banken bei schlechter Effizienzklasse strengere Finanzierungsbedingungen stellen, ist ein C bei einem Altbau ein echter Vorteil. Es senkt das Risiko beim Weiterverkauf erheblich, weil du nicht erklären musst, warum die Wohnung trotz Baujahr 1924 modern und zukunftsfähig ist. Das zeigt dir die Zahl.
Dazu kommen die Deckenhöhen: Im Wohnzimmer und in anderen Räumen liegen sie bei etwa 260 bis 270 Zentimetern, mit der Möglichkeit, nach Entfernung einer Zwischendecke sogar noch etwas mehr herauszuholen. Das ist einer der größten Vorteile von Altbauten gegenüber Neubau-Schuhschachteln. Diese Raumhöhe erzeugt ein Gefühl von Großzügigkeit, das sich in Inseraten und bei Besichtigungen sofort verkauft.
Der Grundriss und was daraus werden soll
Der Grundriss der Wohnung hat ein zentrales Problem, das gleichzeitig die größte Chance ist: Es gibt ein Durchgangszimmer, das mitten im Wohnbereich liegt. Solange du durch ein Zimmer laufen musst, um ins nächste zu kommen, kannst du das durchgangsseitige Zimmer nicht als eigenständigen Schlafraum oder Kinderzimmer vermarkten. Das drückt auf den Wert. Die Lösung ist das Zumachen des Durchgangs, sodass beide Räume separat betreten werden können. Damit gewinnt die Wohnung faktisch einen vollwertigen zusätzlichen Raum, ohne dass ein einziger Quadratmeter dazukommt.
Gleichzeitig gibt es im Bereich Flur und Wohnzimmer die Idee, eine tragende Wand herauszunehmen. Dafür käme ein Stahlträger rein, der die Last übernimmt, und der Flur würde mit dem Wohnzimmer zu einem großzügigen offenen Wohnbereich zusammenwachsen. Um trotzdem eine optische Trennung vom Eingangsbereich zu schaffen, ist ein Raumtrenner aus Holz geplant. So ein Element gibt dem Raum Struktur, ohne ihn zu unterteilen. Mit guter Beleuchtung sieht das gleichzeitig hochwertig aus und sorgt dafür, dass Käufer nicht das Gefühl haben, direkt beim Betreten der Wohnung schon im Wohnzimmer zu stehen.
Die Küche ist polygonal geschnitten, also nicht rechteckig. Das klingt erstmal nach Nachteil, ist in der Praxis aber oft kein Problem, weil man mit einer clever geplanten Einbauküche trotzdem jeden Winkel nutzen kann. Alle sichtbaren Aufputzleitungen für Wasser und Gas werden unterputz verlegt. Das allein verändert den optischen Eindruck dramatisch.
Badezimmer zusammenlegen für mehr Wert
Eines der spannendsten Themen im Video ist das Bad. Die Wohnung hat aktuell ein Badezimmer mit Dusche und ein separates WC mit eigenem kleinen Waschbecken. Beide Räume sind im jetzigen Zustand nicht schön: alte Fliesen, teilweise abgelöst, Aufputzleitungen, kein einheitliches Konzept. Der Plan ist, beide Räume zusammenzulegen und daraus ein einziges, großes und gut geschnittenes Badezimmer zu machen. Das passt zum restlichen Charakter der Wohnung mit den hohen Decken und großzügigen Räumen.
Mehmed hat außerdem eine konkrete Idee für die Dusche mitgebracht: In einem Hotel hat er eine Lösung gesehen, bei der die Dusche in eine wandbündige Einbuchtung übergeht. Auf einer Seite Ablagefach für Shampoo und Co., auf der anderen Seite Handtücher. Alles durchgehend beleuchtet. Dieses Konzept ist aus dem Hotelbau gegriffen und macht genau das, was ein guter Flip braucht: Es schafft einen Wow-Moment bei der Besichtigung, der in der Preisklasse dieser Wohnung selten erwartet wird. Käufer kaufen mit den Augen, und eine gut geplante Dusche mit Hotel-Feeling verkauft sich besser als jedes Datenblatt.
Ein weiterer Pluspunkt: Das Badezimmer liegt nicht innenseitig, sondern hat ein Fenster zur Außenwand. In Altbauten ist das keine Selbstverständlichkeit. Innenliegende Bäder ohne natürliche Belüftung sind eines der häufigsten Gegenargumente von Kaufinteressenten. Das fällt hier weg.
Was kommt rein, was kommt raus
Der Renovierungsplan lässt sich klar zusammenfassen:
- Boden: Alle Teppiche und vorhandene Beläge kommen raus. Rein kommt Parkett in Landhausdiele-Optik. Kein Laminat, weil der Qualitätsanspruch stimmen muss.
- Wände: Die alten Tapeten mit Fadenstruktur kommen vollständig runter. Die Wände bekommen einen sauberen Putz, keine neue Tapete.
- Leitungen: Alle Aufputzleitungen in Küche und Bad werden unterputz verlegt.
- Fenster: Die Holzfenster sind grundsätzlich in Ordnung und werden aufgehübscht, nicht zwingend komplett getauscht.
- Decken: Im Flurbereich gibt es abgehängte Decken, die entfernt werden. Dadurch kommt die volle Deckenhöhe wieder zum Vorschein.
- Grundriss: Durchgangszimmer schließen, Wand zwischen Flur und Wohnzimmer entfernen, WC und Bad zusammenlegen.
- Balkon: Der Balkonboden wird aufgearbeitet, Kleinkram wird entfernt.
Was bleibt, ist die solide Grundsubstanz eines Altbaus mit guter Energieeffizienz, hohen Decken und einer Lage in Stuttgart, die für sich spricht.
Die Lage: Stuttgart-Wangen als Verkaufsargument
Stuttgart ist und bleibt einer der teuersten und begehrtesten Immobilienmärkte in Deutschland. Wangen ist kein Hotspot wie die Innenstadt, aber genau das macht es interessant für Käufer, die das Stadtleben wollen, ohne direkt im Trubel zu sein. Ruhige Wohngegend, Blick ins Grüne, schnell in der Innenstadt: Das ist eine Kombination, die Käufer suchen, besonders Paare und junge Familien. Eine frisch renovierte Altbauwohnung mit hohen Decken und Parkett in dieser Lage hat einen klaren Markt.
Der Balkon mit Blick auf die typischen Stuttgarter Hügel und Häuschen ist dabei kein Luxusmerkmal, aber ein emotionales Extra, das beim Inserat und bei der Besichtigung zieht.
Was dieses Beispiel für Fix-and-Flip-Einsteiger bedeutet
Mehmed hat kein Netzwerk von zwanzig Handwerkern gehabt, kein Eigenkapital aus fünf vorherigen Flips und keinen Heimvorteil durch jahrelange Marktkenntnis. Er hat angefangen, konsequent Objekte angeschaut und nach fünf Wochen sein erstes Objekt gesichert. Das ist der Punkt, den Johannes am Ende des Videos ausdrücklich macht: Fix and Flip funktioniert in Deutschland, auch heute, auch in teuren Märkten wie Stuttgart, wenn du bereit bist, schnell zu analysieren und schnell zu handeln.
Die entscheidenden Faktoren bei diesem Objekt waren:
- Einkaufspreis: Niedrig genug, um nach Renovierungskosten und Nebenkosten noch Marge zu lassen. Das Jahresgehalt als Gewinnpotenzial ist kein Zufall, sondern das Ergebnis disziplinierter Einkaufsverhandlung.
- Energieeffizienzklasse C: Reduziert das Risiko beim Weiterverkauf und vereinfacht die Käuferfinanzierung.
- Grundriss mit Potenzial: Das Durchgangszimmer ist auf den ersten Blick ein Nachteil, aber mit einer Wand lässt es sich in einen Vorteil verwandeln.
- Lage: Stuttgart ist kein Markt, in dem du dir Sorgen machen musst, die renovierte Wohnung nicht zu verkaufen, wenn die Qualität stimmt.
Die Renovierung selbst ist erst der Anfang. Was danach kommt, also das Inserat, die Preisfindung, die Besichtigungen und der Notartermin beim Verkauf, davon soll es in einem Update-Video mehr geben. Wenn du sehen willst, wie sich dieser erste Flip entwickelt und was am Ende wirklich dabei herauskommt, lohnt es sich, am Ball zu bleiben.