Wohnung gekauft, jetzt renoviert und mit Gewinn wieder verkaufen! Fix & Flip in Stuttgart
In dieser Folge besucht Johannes seinen Community-Mitglied Mehmed in Stuttgart, der nach nur fünf Wochen sein allererstes Fix-and-Flip-Objekt angekauft hat. Gemeinsam schauen sie sich die Altbauwohnung an, besprechen den Grundriss, die geplanten Umbaumaßnahmen und was am Ende finanziell dabei herausspringen soll. Das Video zeigt, wie schnell ein Einstieg ins Flipping möglich ist, wenn man konsequent vorgeht.
Das Objekt: Altbauwohnung in Stuttgart-Wangen
Das Objekt liegt in Stuttgart-Wangen, einem ruhigen Stadtteil mit guter Anbindung an die Innenstadt. Die Wohnung stammt ursprünglich aus dem Jahr 1924, wurde um 1950 teilweise modernisiert, trägt aber an vielen Stellen noch deutlich die Spuren der Zeit. Genau das ist das klassische Ausgangsmaterial für einen guten Flip: eine Immobilie, die handwerklich und optisch weit hinter ihrem Potenzial zurückbleibt, aber strukturell solide dasteht.
Die Lage ist ein klares Kaufargument. Man ist schnell in der Stuttgarter Innenstadt, die Wohngegend ist ruhig, und vom Balkon aus hat man einen schönen Blick auf die umliegenden Hügel. Was sich von außen nicht sofort aufdrängt, aber beim Rundgang schnell auffällt: Die Deckenhöhen sind bemerkenswert. 260 bis 270 cm in allen Räumen, mit der Möglichkeit nach Entfernung der abgehängten Zwischendecken noch einmal rund 10 cm mehr herauszuholen. Das ist für eine Altbauwohnung ein echter Verkaufsvorteil und unterscheidet das Objekt klar von Neubauwohnungen mit Standardmaßen.
Ein weiterer Pluspunkt, der auf den ersten Blick überrascht: Die Wohnung trägt die Energieeffizienzklasse C. Für ein Gebäude aus dem Jahr 1924 ist das ungewöhnlich gut und spricht dafür, dass im Laufe der Jahrzehnte ordentlich gedämmt wurde. Dieser Wert ist beim späteren Verkauf ein handfestes Argument gegenüber Kaufinteressenten, die sich heute zurecht Gedanken über Energiekosten machen.
Grundriss und Durchgangszimmer: Was muss sich ändern?
Der Grundriss des Objekts ist eine der ersten Baustellen, die Johannes und Mehmed besprechen. Aktuell gibt es ein sogenanntes Durchgangszimmer, also einen Raum, den man durchqueren muss, um andere Räume zu erreichen. Das ist für Käufer ein klassischer Negativpunkt, weil jeder Raum für sich nutzbar sein soll.
Die Lösung ist klar: Das Durchgangszimmer wird geschlossen, sodass ein separates, eigenständig nutzbares Zimmer entsteht. Durch diese Maßnahme gewinnt die Wohnung in der Wahrnehmung potenzieller Käufer deutlich, weil jeder Raum dann eine klare Funktion hat und sich auch so vermarkten lässt.
Zusätzlich ist geplant, eine tragende Wand zwischen Flur und Wohnzimmer zu entfernen. Dafür kommt ein Stahlträger rein, der die Statik übernimmt. Das Ergebnis wäre ein deutlich größerer, offener Wohnbereich, der trotzdem nicht zu gesichtslos wirkt. Um Wohnzimmer und Eingangsbereich optisch zu trennen, ohne eine Wand hochzuziehen, ist ein Holz-Raumtrenner geplant. Diese Art von Sichtschutz kennt man aus anderen Flip-Projekten: Sie schaffen Struktur, lassen aber Licht durch und sehen besonders abends mit passender Beleuchtung sehr hochwertig aus.
Bodenbelag, Wände und Fenster: Die handwerkliche Basis
Beim Rundgang zeigt sich, was in der Wohnung alles rausmuss, bevor man neu aufbauen kann. Das sind unter anderem:
- Verschiedene Teppichböden in unterschiedlichen Farben, verteilt über mehrere Räume und den Flur
- Alte Tapeten mit sichtbaren Fussel- und Fadenstrukturen an den Wänden
- Abgehängte Decken, die die eigentliche Deckenhöhe verstecken
- Aufputz-Leitungen für Wasser und Gas in der Küche, die allesamt unter Putz verlegt werden
- Alte Fliesen im Badezimmer, die teils abstehen und keinerlei Symmetrie zeigen
Was rauskommt, kommt komplett raus. Auf dem Boden kommt Parkett im Landhausdielenlook. Kein Laminat, sondern echter Qualitätsparkett, was in dieser Preisklasse und Lage schlicht der richtige Standard ist. Die Wände werden entkernt, altmodische Tapeten entfernt und anschließend mit einem sauberen, hochwertigen Putz neu aufgebaut. Das ist mehr Aufwand als einfaches Überstreichen, aber das Ergebnis sieht auch entsprechend aus.
Die vorhandenen Holzfenster sind noch in Ordnung und müssen nicht zwingend ausgetauscht werden. Sie sollen aber aufgehübscht werden, damit sie optisch zur Renovierung passen und keine Angriffsfläche für Preisverhandlungen bieten.
Bad und WC: Aus zwei mach eins
Die aktuelle Badezimmer-Situation ist typisch für Altbauten dieser Generation: Es gibt ein Bad mit Dusche und Durchlauferhitzer sowie ein separates WC. Beide Räume sind klein, nicht besonders ansprechend und liegen direkt nebeneinander.
Der Plan ist, beide Räume zu einem großen Badezimmer zusammenzulegen. Das ergibt einen deutlich großzügigeren Schnitt und lässt sich auch mit den hohen Decken und dem insgesamt großzügigen Charakter der Wohnung gut vermarkten. Ein klarer Pluspunkt ist, dass das Badezimmer ein Fenster zur Außenseite hat. In Altbauten liegt das Bad häufig innen, was Käufer immer als Argument für Preisdruck nutzen. Hier fällt dieses Argument weg.
Für die neue Dusche hat Mehmed eine konkrete Idee mitgebracht: Eine bodenebene Dusche mit einer gefliesten Einbuchtung in der Wand, in der Shampoo und Duschgel Platz finden, kombiniert mit einem integrierten Handtuchbereich und Beleuchtung. Das klingt nach einem Hotelzimmer-Feeling und ist genau das, was Käufer heutzutage erwarten, wenn sie für eine renovierte Wohnung einen entsprechenden Preis zahlen sollen.
Küche und Balkon: Potenzial mit Ecken und Kanten
Die Küche ist nicht rechteckig geschnitten, was auf den ersten Blick ungewöhnlich wirkt. Für einen Flip ist das aber kein unlösbares Problem. Man kann eine Küche gut einpassen, solange genug Wandfläche für die Unterschränke vorhanden ist und die Grundfläche stimmt. Alle sichtbaren Aufputz-Leitungen für Wasser und Gas werden entfernt und ordentlich unter Putz verlegt.
Der Balkon schließt direkt an den Küchenbereich an und bietet einen schönen Blick über den Stuttgarter Stadtteil Wangen mit den umliegenden Hügeln. Die Fassade des Gebäudes hat eine rosa Farbe, die natürlich nicht geändert werden kann. Der Balkonbereich selbst wird aufgearbeitet, Boden und Geländer kommen auf Vordermann.
Fünf Wochen vom Entschluss zum Notartermin: Wie Mehmed vorgegangen ist
Was dieses Video besonders interessant macht, ist nicht nur das Objekt selbst, sondern der Weg dahin. Mehmed hat sich vor einigen Wochen dazu entschieden, Fix and Flip anzugehen. Und fünf Wochen später saß er beim Notar.
Das klingt schnell, ist aber das Ergebnis konkreter Arbeit. Er hat in kurzer Zeit mehrere Objekte gefunden und bewertet, teilweise drei Besichtigungen an einem Tag absolviert und dabei systematisch nach dem richtigen Objekt gesucht. In der ersten Woche allein hat er rund sieben Objekte eingebracht. Das ist keine Glückssache, sondern zeigt, was passiert, wenn man wirklich loslegt und nicht auf den perfekten Moment wartet.
Mehmed hatte zu Beginn keine jahrelange Erfahrung als Bauträger oder Makler im Rücken. Er ist kein gelernter Handwerker und kommt nicht aus der Immobilienbranche im klassischen Sinne. Genau das macht sein Beispiel relevant für alle, die sich fragen, ob Fix and Flip ohne Branchenhintergrund überhaupt funktioniert. Die Antwort, die dieses Video gibt: Ja, wenn man strukturiert vorgeht und bereit ist, die nötige Energie reinzustecken.
Was am Ende finanziell drin sein soll
Johannes spricht im Video davon, dass in diesem Altbau-Objekt ein Jahresgehalt als potenzieller Gewinn steckt. Das ist keine vage Hoffnung, sondern das Ergebnis einer Kalkulation, die vor dem Kauf gemacht wurde. Ein Flip funktioniert nur dann, wenn die Zahlen vor dem Kauf stimmen, nicht danach.
Das bedeutet konkret: Kaufpreis plus alle Nebenkosten plus Renovierungsbudget müssen in einem vernünftigen Verhältnis zum erzielbaren Verkaufspreis stehen. In Stuttgart ist das Preisniveau hoch genug, um bei einer gut renovierten Altbauwohnung mit attraktivem Schnitt, Balkon, Fenster im Bad und Energieeffizienzklasse C einen entsprechenden Verkaufserlös zu erzielen. Die Marge entsteht durch den richtigen Einkaufspreis und eine saubere, wertige Renovierung, nicht durch Sparen an der falschen Stelle.
Über die genauen Zahlen und wie der Flip letztlich ausgeht, soll es in einem weiteren Update-Video Klarheit geben. Das aktuelle Video zeigt den Zustand vor Baubeginn und gibt einen guten Einblick darin, wie ein Flipper plant und priorisiert, bevor auch nur ein Nagel in der Wand sitzt.
Was du aus diesem Beispiel mitnehmen kannst
Wenn du darüber nachdenkst, selbst mit Fix and Flip anzufangen, zeigt dieses Beispiel ein paar Dinge sehr deutlich:
- Schnelligkeit entsteht durch Entscheidungsbereitschaft. Mehmed hat nicht monatelang abgewartet, sondern sofort angefangen zu suchen und zu besichtigen.
- Du musst kein Handwerker sein. Wichtig ist, dass du die Maßnahmen kennst, einschätzen kannst was sie kosten, und die richtigen Leute beauftragst.
- Der Grundriss entscheidet mit. Ein Durchgangszimmer, ein innenliegendes Bad oder eine schlechte Raumaufteilung sind keine K.o.-Kriterien, wenn man weiß, wie man damit umgeht. Sie können sogar Kaufpreisvorteile bringen.
- Energieeffizienz ist ein Verkaufsargument. Klasse C bei einem Baujahr 1924 ist stark. Solche Details solltest du bei der Objektanalyse immer prüfen.
- Wertige Renovierung schlägt günstige Renovierung. Parkett statt Laminat, ordentlicher Putz statt überkleben, durchdachtes Badezimmer statt Standardlösung. Das ist der Unterschied zwischen einem schnellen Verkauf und einem Objekt, das monatelang auf dem Markt liegt.
Fix and Flip in Deutschland funktioniert, wenn man es richtig angeht. Mehmed zeigt das mit seinem ersten Objekt in Stuttgart. Wie der Flip am Ende ausgeht, gibt es in einem der nächsten Videos zu sehen.