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Flipper News (01.09.2026) - Inflation 2,9 %, EZB-Entscheid naht, Bauzinsfenster schließt sich

Inflation, Zinswende und knappe Bestände – was der September für Flipper bedeutet

Die Inflationszahlen für August sind frisch raus, die EZB-Sitzung steht in neun Tagen an, und der Markt schaut gerade sehr genau hin. Heute gibt es einiges zu besprechen.

Markt & Preise

Inflation auf 2,9 Prozent: Energie zieht den Rest nach oben

Frische Zahlen direkt vom Statistischen Bundesamt: Die Inflation in Deutschland liegt im August 2026 voraussichtlich bei 2,9 Prozent. Im Juli waren es noch 2,8. Der Treiber ist eindeutig Energie mit einem Plus von 10,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Kerninflation ohne Energie und Nahrungsmittel liegt stabiler bei 2,4 Prozent. Für den Immobilienmarkt bedeutet das: Käufer haben weniger Luft im Budget, Materialkosten bleiben hoch, und die EZB bekommt Argumente für den nächsten Zinsschritt.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

Bodenrichtwerte fallen, Kaufpreise kaum: Die seltsame Schere im Markt

In vielen deutschen Metropolen sind die Bodenrichtwerte seit der Zinswende spürbar gesunken. In München gingen die Werte für Geschosswohnungsbau je nach Lage um zehn bis 30 Prozent zurück. Klingt nach Schnäppchen. Ist es aber nicht, denn die Kaufpreise für Bestandsimmobilien halten sich. Grund: anhaltende Wohnraumknappheit. Für Flipper heißt das: Günstig Grundstücke oder Abrissobjekte finden ist schwieriger als die Bodenrichtwert-Kurve vermuten lässt. Der Bestand bleibt teuer.

Quelle: immowelt Impuls

Wohnungsbau-Aufträge im Juni plus 14,3 Prozent, aber der Markt glaubt es noch nicht

Das Statistische Bundesamt meldet für Juni 2026 ein nominales Plus von 14,3 Prozent bei den Aufträgen im Wohnungsbau. Klingt nach Trendwende. Private Bauherren und Investoren sehen das allerdings noch nicht so. Der Vergleichsmonat Mai war außerdem ungewöhnlich schwach, was das Bild etwas verzerrt. Für die nächsten zwölf bis 18 Monate bedeutet das trotzdem: Bestand bleibt knapp, sanierte Objekte behalten ihren Rückenwind.

Quelle: Haufe Immobilien

Renovierung & Bau

Baupreise 2026: Plus 2,7 Prozent laut BBSR, und Energie macht Druck

Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) prognostiziert für 2026 einen Anstieg der Baupreise um 2,7 Prozent. Im Februar 2026 meldet Destatis bereits ein Plus von 3,3 Prozent bei Neubauten im Jahresvergleich. Ausbauarbeiten wie Elektro, Heizung und Wärmedämmung liegen noch drüber. Wer jetzt kalkuliert, sollte sich auf dieses Niveau einstellen und nicht auf Entspannung hoffen. Die energieintensiven Materialien bleiben teuer, solange Energie teuer ist.

Quelle: BBSR

EU Data Act: Ab 12. September neue Datenpflichten für smarte Gebäudetechnik

Ab dem 12. September 2026 gelten neue EU-Vorschriften für smarte Zähler und Gebäudetechnik. Wohnungsunternehmen und Eigentümer bekommen das Recht, direkt auf Verbrauchsdaten von intelligenten Wärme- und Wasserzählern zuzugreifen – kostenlos und in Echtzeit. Für Flipper mit Sanierungsprojekten relevant: Wer smarte Mess- oder Heizungstechnik verbaut, sollte die neuen Schnittstellen-Anforderungen kennen. Klingt technisch, kann aber bei Abnahme oder Weiterverkauf relevant werden.

Quelle: immowelt Impuls

Finanzen, Recht & Steuern

EZB-Sitzung in 9 Tagen: Markt preist Zinserhöhung mit 98 Prozent ein

Am 10. September tagt die EZB. Und die Märkte machen kein Geheimnis daraus, was sie erwarten: laut ecb-watch.eu liegt die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Erhöhung um 25 Basispunkte bei 98 Prozent. EZB-Direktorin Isabel Schnabel hat eine weitere Zinsstraffung bereits als „erforderlich" bezeichnet. Heißt für Flipper: Wer aktuell eine Finanzierung plant oder verlängert, sollte das vor dem 10. September abschließen oder zumindest Konditionen sichern. Danach könnten Bauzinsen nochmal einen Schritt nach oben machen.

Quelle: FTD

Bauzinsen stabil bei 3,8 bis 4,4 Prozent, aber das Fenster könnte sich schließen

Finanztip und Interhyp bestätigen aktuell ein Bauzinsniveau von rund 3,8 bis 4,4 Prozent pro Jahr, je nach Laufzeit und Beleihung. 75 Prozent der Banken erwarten kurzfristig gleichbleibende Zinsen, 25 Prozent rechnen mit steigenden. Solange der September-Entscheid der EZB aussteht, bleibt das Niveau noch halbwegs planbar. Danach ist nichts mehr sicher. Wer Deals in der Pipeline hat, sollte die Finanzierungskonditionen jetzt schon anfragen.

Quelle: Haufe Immobilien / Interhyp-Bankenpanel

Fazit

Die Inflationszahlen sind das Thema dieser Woche. 2,9 Prozent, Energie zieht an, und in neun Tagen entscheidet die EZB fast sicher über eine weitere Zinserhöhung. Das ist kein Weltuntergang, aber es ist ein klares Signal: Wer günstige Finanzierungskonditionen braucht, sollte nicht mehr auf „wird schon" hoffen. Für den Einkauf gilt weiterhin: Bestandspreise halten sich, der Markt gibt kaum nach. Wer gut einzukaufen versteht und solide kalkuliert, hat trotzdem Spielraum. Energie und Ausbaukosten bleiben die größten Unbekannten in der Kalkulation.