← Zurück zum Blog

Flipper News (04.09.2026) - EZB-Zinserhöhung, Wohnungsmangel, Balkon-Effekt & Bauzinsen

EZB-Sitzung, hartnäckige Inflation und ein Markt, der läuft

Die EZB-Sitzung in wenigen Tagen wirft ihren Schatten voraus, die Inflation bleibt hartnäckig und die Wohnungswirtschaft schreibt Brandbriefe ans Kanzleramt. Kein ruhiger Markt, aber ein interessanter.

Markt & Preise

Wohnungswirtschaft alarmiert: Brandbrief ans Kanzleramt

Anfang August hat die Wohnungswirtschaft Bundeskanzler Merz einen Brandbrief geschickt. Die Branche warnt vor einem Kollaps: Geplante Haushaltskürzungen sollen die Neubaumittel 2027 um 1,4 Milliarden Euro reduzieren. Verbände wie der GdW rechnen für 2026 mit nur 200.000 fertiggestellten Wohnungen bei einem Bedarf von 320.000 Einheiten. Weniger Neubau, mehr Nachfrage nach Bestand – das ist strukturell gut für Leute, die kaufen, renovieren und verkaufen.

Quelle: Börse Express

Mietpreise ziehen weiter an, doch Mieter können nicht mehr

Laut dem Mietenreport 2026 des Deutschen Mieterbunds sorgen sich 29 Prozent der Mieter, ihre Miete künftig nicht mehr bezahlen zu können. Gleichzeitig sind die Mieten in deutschen Großstädten in zehn Jahren um durchschnittlich 43 Prozent gestiegen. Steigende Mieten und knappes Angebot sind für Flipper ein gutes Verkaufsargument: Wer eine sanierte Wohnung kauft, findet schnell Käufer oder Mieter. Die Kehrseite: Die Linke im Bundestag hat ein zweistufiges Modell für einen bundesweiten Mietendeckel vorgelegt; die CDU spricht vom „Todesstoß" für den Wohnungsbau. Politisch bleibt das ein heißes Eisen.

Quelle: haufe.de

Immobilienkredite legen trotz Zinsdruck zu

Trotz steigender Zinsen legt das Neugeschäft mit Immobilienkrediten im ersten Halbjahr 2026 zu. Die Nachfrage läuft wieder an, auch wenn sie teurer geworden ist. Dr. Klein erwartet für 2026 im gesamtdeutschen Durchschnitt eine Preissteigerung von 3 % bei Wohnimmobilien. Für Flipper ist das die gute Botschaft: Der Markt ist kein Trümmerfeld. Wer jetzt mit Qualität ins Rennen geht, hat Abnehmer.

Quelle: handelsblatt.com

Renovierung & Bau

Wohnungsbau Berlin: 1.548 Einheiten in Modulbauweise noch 2026

In Berlin-Lichtenberg sollen noch in diesem Jahr 1.548 Wohnungen in Modulbauweise entstehen. Das klingt nach viel, ist aber ein Einzelprojekt und löst das Grundproblem nicht. Das ifo-Institut erwartet für 2026 nur 185.000 fertiggestellte Wohnungen bundesweit, andere Prognosen sehen maximal 200.000 – der Bedarf liegt bei 320.000. Modulbau boomt als Antwort auf hohe Kosten. Für Flipper-Renovierungen macht Modulbau wenig Sinn, aber die Botschaft ist klar: Wer Bestand aufwertet, füllt eine Lücke, die der Neubau nicht schließt.

Quelle: Börse Express

Balkon schlägt Keller: +19 % mehr Kaufanfragen für Wohnungen mit Balkon

Eigentumswohnungen mit Balkon erhalten laut einer aktuellen ImmoScout24-Analyse 19 Prozent mehr Kaufanfragen. Klingt banal, ist es nicht. Wer renoviert und einen Balkonanbau oder eine Terrassenlösung realisiert, sticht aus dem Angebot heraus. Das ist handwerklich machbar, genehmigungsrechtlich manchmal trickreich, aber die Nachfrage belohnt es klar. Ein Blick in die Baugenehmigung lohnt sich vor dem Kauf.

Quelle: haufe.de

Finanzen, Recht & Steuern

EZB-Sitzung am 10. September: Zinserhöhung so gut wie sicher

Am 10. September tagt die EZB und der Markt rechnet fest mit der nächsten Erhöhung. Die Entscheidungsträger der Europäischen Zentralbank sind bereit, die Zinsen anzuheben, um die Nebenwirkungen des Iran-Kriegs einzudämmen. Das Euro-Team von Nomura rechnet mit einer Anhebung um 25 Basispunkte auf 2,50 Prozent. Laut ecb-watch.eu liegt die Wahrscheinlichkeit dafür bei 98 Prozent. Für Flip-Finanzierungen bedeutet das: Wer gerade einen variablen Brückenkredit hat oder eine neue Finanzierung plant, sollte jetzt handeln. Das Fenster ist offen, aber schließt sich in wenigen Tagen ein Stück weiter.

Quelle: MarketScreener

Bauzinsen September: Stabil bei 3,7 bis 4,2 % für 10 Jahre

Kurze Bestandsaufnahme für alle, die aktuell kalkulieren: Die aktuellen Bauzinsen liegen Anfang September bei rund 3,7 bis 4,2 % effektivem Jahreszins für eine 10-jährige Zinsbindung und bei 3,9 bis 4,4 % für eine 20-jährige Zinsbindung. Im September 2026 ist ein leichter Anstieg möglich. Für Flip-Finanzierungen mit kürzerer Laufzeit und höherem Aufschlag bedeutet das: Ihr seid im Bereich 4,4 bis 4,9 % unterwegs. Wer Puffer braucht, sollte das in der Kalkulation abbilden.

Quelle: vergleich.de

Makler-Provision beim Widerruf: BGH klärt Halbteilungsgrundsatz

Widerruft eine Partei ihren Maklervertrag, verliert ein Doppelmakler nicht automatisch auch den Provisionsanspruch gegen die andere Seite. Der BGH zieht eine klare Grenze beim Halbteilungsgrundsatz und bestätigte den Provisionsanspruch gegen den Käufer: Fällt die Provision einer Partei durch einen Widerruf weg, muss die andere Partei weiterhin zahlen. Relevant für Flipper, die beim Einkauf mit Maklern auf beiden Seiten agieren. Kurz gesagt: Widerruf der Gegenseite schützt euch nicht vor der Maklerrechnung.

Quelle: immowelt Impuls

Fazit

Der Markt ist kein Selbstläufer mehr, aber er läuft. Steigende Inflation, bevorstehende EZB-Zinserhöhung und knappe Fertigstellungen setzen den Rahmen: Bestandsimmobilien mit Sanierungspotenzial bleiben das stärkste Segment. Eine Eigentumswohnung mit Energieeffizienzklasse A+/A kostet im Schnitt rund 650 Euro pro Quadratmeter mehr als eine vergleichbare Wohnung der Klasse D/E – das zeigt, wie viel eine gute Sanierung am Ende wert ist. Wer jetzt einkauft, günstig finanziert und sauber renoviert, sitzt am längeren Hebel. Der EZB-Termin am 10. September sollte jeder im Kalender haben.