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Flipper News (07.09.2026) - EZB-Entscheidung, steigende Baupreise & Hausverwaltungen am Limit

EZB-Woche: Was der Markt gerade bewegt

EZB-Woche. Mittwoch entscheidet Frankfurt wieder über den Leitzins, und der Markt ist sich fast einig. Hier die Lage zum Wochenstart.

EURIBOR 12M3,11 %Flip-Zins ca. 4,6–5,1 %
EZB Leitzins2,40 %seit 17.06. / Sitzung 10.09.
Inflation DE2,9 %Aug. 2026, Destatis
Baupreise+5,0 %Mai 2026, Destatis
ETW Ø DE /m²3.451 €/m²Europace, Jun. 2026

Markt & Preise

Nebenkosten als Renditefresser: Wohnnebenkosten steigen doppelt so schnell wie die Inflation

Laut einer aktuellen Auswertung des Bundes der Steuerzahler sind die Wohnnebenkosten in den 16 Landeshauptstädten 2026 im Schnitt um 3,7 Prozent gestiegen. Zum Vergleich: Die allgemeine Inflation lag beim letzten Vergleichswert bei rund 2,1 Prozent. Treiber sind vor allem Trinkwasser, Schmutzwasser und Abfallgebühren. Spitzenreiter ist Potsdam mit 1.985 Euro jährlich für einen Musterhaushalt, Stuttgart führt sobald die Grundsteuer dazukommt. Für Flipper gilt: Beim Einkauf lohnt ein Blick auf die Nebenkostenstruktur, insbesondere bei WEG-Objekten mit alten Abrechnungsmustern.

Hausverwaltungen am Limit: 60 Prozent fühlen sich überlastet

Eine bundesweite Befragung des Verbands der Immobilienverwalter Deutschland zeigt: Mehr als 60 Prozent der Hausverwaltungen fühlen sich überlastet, 57 Prozent planen, sich von zeitaufwendigen Objekten zu trennen. Kaum jemand ist bereit, neue Verwaltungen zu übernehmen. Besonders kleine WEGs finden zunehmend schwer einen Verwalter. Als Gründe nennen die Befragten ständig neue gesetzliche Vorgaben, Fachkräftemangel und einen rauer werdenden Ton in Eigentümerversammlungen. Wer mehrere Einheiten hält oder verwaltet, sollte das auf dem Schirm haben. Gute Verwalter werden knapper und teurer.

Junge Käufer, alte Häuser: Unter-25-Jährige kaufen gezielt Sanierungsfälle

Mehr als ein Drittel der Immobilien, die unter 25-Jährige kaufen, hat eine schlechte Energieeffizienzklasse. Die Häuser sind im Schnitt über 60 Jahre alt. Der Hauptgrund ist simpel: günstigerer Preis, weniger Eigenkapital nötig. Viele planen die Sanierung direkt ein, mit einem Budget von rund 40.000 bis 48.000 Euro. Bei den schlechtesten Energieklassen will fast jeder Zweite direkt modernisieren. Das zeigt: Renovierungsbedürftige Objekte finden inzwischen eine neue Käufergruppe, die aktiv und mit Kalkül einsteigt. Gute Nachricht für den Bestandsflip.

Renovierung & Bau

Baupreise Neubau: Plus 5 Prozent im Mai, und jetzt?

Die Neubaupreise für Wohngebäude sind im Mai 2026 gegenüber dem Vorjahresmonat um 5,0 Prozent gestiegen, das meldet Destatis. Das ist ein deutlicher Sprung nach dem Plus von 3,3 Prozent im Februar. Besonders die Ausbaupreise ziehen an. Für Flipper ist der Neubaupreis zwar nicht direkt das Thema, aber er setzt den Maßstab. Wer renoviert und verkauft, profitiert davon: Wer keinen Neubau finanzieren kann oder will, kauft eben Bestand. Und der muss sich rechnen.

KfW-Zuschuss 455-B ist zurück: Barrierefreies Bad wieder förderbar

Seit April 2026 ist der KfW-Zuschuss 455-B wieder verfügbar. Wer eine bodengleiche Dusche einbaut, Haltegriffe nachrüstet oder das Bad barrierefrei umbaut, bekommt 10 Prozent der förderfähigen Kosten zurück, maximal 2.500 Euro. Das Jahresbudget ist begrenzt, frühzeitige Antragstellung lohnt sich. Das gilt vor allem für Bestandsobjekte mit Badumbau im Rahmen eines Flips, insbesondere wenn die Zielgruppe Richtung ältere Käufer oder barrierefreies Wohnen geht. Wichtig: Förderung immer vor Beauftragung beantragen, nicht danach.

Finanzen, Recht & Steuern

EZB-Sitzung am 10. September: 98-Prozent-Wahrscheinlichkeit für die nächste Erhöhung

Am 10. September entscheidet die EZB zum dritten Mal in diesem Jahr über den Leitzins. Laut ecb-watch.eu liegt die Marktwahrscheinlichkeit für eine weitere Anhebung um 25 Basispunkte bei 98 Prozent. EZB-Direktorin Schnabel hat eine weitere Straffung bereits als „erforderlich" bezeichnet. Damit würde der Hauptrefinanzierungssatz auf 2,65 Prozent steigen. Für Flipper bedeutet das: Wer noch zu besseren Konditionen finanzieren will, hat vermutlich noch diese Woche ein kurzes Fenster. Danach ziehen die Baufinanzierungszinsen erfahrungsgemäß nach.

Deutsche Finance Fonds vor Insolvenz: Fast 1.200 Anleger droht Totalverlust

Ein Fonds der Deutschen Finance soll laut Handelsblatt vor einem Insolvenzantrag stehen. Rund 1.200 Anlegern droht ein Totalverlust. Die Probleme des Investmenthauses sollen dabei weit über diesen einen Fonds hinausgehen. Das ist kein Einzelfall: Im Markt für geschlossene Immobilienfonds knirscht es an mehreren Stellen. Für direkte Immobilieninvestoren ist das ein wichtiges Signal: Eigene Objekte, eigene Kontrolle. Wer sein Geld in fremde Strukturen gibt, trägt auch deren Risiken mit.

Fazit

Das Wichtigste dieser Woche läuft am Mittwoch: Die EZB-Entscheidung ist für den Markt kaum noch eine Überraschung, aber sie verändert die Finanzierungskosten real. Wer aktuell ein Objekt in der Pipeline hat, sollte die eigene Kalkulation mit dem neuen Zinsniveau gegenchecken. Auf der Kaufseite bleibt der Markt trotzdem interessant, besonders im Bestandssegment mit Renovierungsbedarf. Junge Käufer als neue Konkurrenz, aber auch als mögliche Käufergruppe beim Verkauf. Und bei allen Themen rund um WEG und Verwaltung gilt: Wer gut verwalten lässt, hat einen echten Wettbewerbsvorteil, denn die guten Verwalter werden rarer.