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Flipper News (07.10.2026) - Bauzinsen über 4 %, Erbschaftsteuer vor Gericht, Spekulationsfrist in der Diskussion

Erbschaftsteuer vor Gericht, Bauzinsen klettern weiter – der Markt im Überblick

Erbschaftsteuer vor Gericht, Bauzinsen klettern weiter und der Investmentmarkt zeigt ein gespaltenes Bild. Dazu gibt es frische Zahlen aus dem Immobilienmarkt. Los geht's.

EURIBOR 12M3,19 % ↗Flip-Zins ~4,7–5,2 %
EZB Leitzins2,65 % →seit 16.09.2026
Inflation DE3,3 % ↗Sep 2026, Destatis
Baupreise+3,3 % p.a. ↗BBSR-Prognose 2026
ETW Ø DE /qm3.288 €/qm ↗Okt 2026, immowelt

Markt & Preise

Transaktionsmarkt Q1–3: Volumen leicht rückläufig, aber mehr Deals

Der deutsche Immobilien-Investmentmarkt kommt nach den ersten neun Monaten 2026 auf ein Transaktionsvolumen von 23,1 Milliarden Euro. Trotz leicht rückläufigen Volumens steigt die Zahl der Transaktionen auf den höchsten Stand seit 2022.

Das klingt nach einem Widerspruch, ist es aber nicht. Weniger Kapital, mehr Deals bedeutet: kleinere Tickets, mehr Bewegung im Mittelfeld. Für Flipper ist das eigentlich eine gute Nachricht.

Wohnimmobilien führen den Gesamtmarkt mit einem Investmentvolumen von 5,9 Milliarden Euro an – gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht das allerdings einem Rückgang von gut 5 Prozent.

Quelle: Retail-News / BNP Paribas Real Estate (05.10.2026)

Bauzinsbarometer Oktober: Alle Laufzeiten klar über vier Prozent

Im Vormonat lag die zehnjährige Zinsbindung als einzige Laufzeit noch knapp unter der Vier-Prozent-Marke. Diese letzte Bastion ist gefallen: Das Zinsbarometer zeigt über alle Zinsbindungen hinweg erneut nach oben, und zwar kräftiger als im August. Die Aufschläge reichen von 0,17 bis 0,30 Prozentpunkten.

Bei Darlehen mit fünfjähriger Zinsbindung steigt der Zinssatz um 0,25 Prozentpunkte auf 4,25 Prozent.

Das ist keine neue Meldung, das ist eine neue Realität. Wer jetzt kalkuliert, muss das einpreisen.

Quelle: ImmoScout24 Zinskommentar Oktober 2026 (06.10.2026)

Renovierung & Bau

Preisatlas Handwerk 2026: Fachkräftemangel treibt die Preise

Die Lage im Handwerk bleibt angespannt: Die Nachfrage nach handwerklichen Leistungen ist weiterhin hoch, gleichzeitig fehlen vielen Betrieben qualifizierte Fachkräfte. Diese Entwicklung prägt maßgeblich die Ergebnisse des aktuellen „Preisatlas Handwerk 2026".

Für Fix & Flip heißt das: Handwerker sind da, kosten aber. Wer gute Beziehungen zu verlässlichen Gewerken hat, sitzt 2026 klar im Vorteil. Wer improvisiert, zahlt den Aufpreis.

Quelle: buildingnet.de / Preisatlas Handwerk 2026

Finanzen, Recht & Steuern

Karlsruhe und die Erbschaftsteuer: Bundesverfassungsgericht verhandelt

Der Erste Senat des Bundesverfassungsgerichts verhandelt am 12. Oktober 2026 ab 14:00 Uhr sowie am 13. Oktober 2026 ab 10:00 Uhr mündlich über zwei richtungsweisende Verfahren. Gegenstand der Überprüfung sind sowohl die Privilegierung von Betriebsvermögen als auch die bestehenden Freibeträge und Bewertungsverfahren für Immobilien.

Der Kinderfreibetrag steht seit 2009 bei 400.000 Euro – seither ist der bundesweite Häuserpreisindex um rund 84 Prozent gestiegen. Das Missverhältnis ist offensichtlich.

Wichtig: Ein Positionspapier einer Partei ist kein Gesetz, und auch ein Verfassungsgerichtsurteil im Oktober 2026 bedeutet nicht automatisch eine sofortige Rechtsänderung. Das Gericht setzt dem Gesetzgeber in solchen Fällen meist eine Frist zur Nachbesserung, statt eine sofortige Änderung anzuordnen.

Wer also gerade eine erbschaftsteuerlich relevante Immobilie im Portfolio hat oder nächstes Jahr erbt: entspannt bleiben, aber im Blick behalten.

Quelle: ad-hoc-news.de / boerse-global.de (07.10.2026)

Spekulationsfrist im Visier: Grüne wollen zehnjährige Frist kippen

In der politischen Debatte rund um die Erbschaftsteuerreform taucht ein Detail auf, das Flipper und Langzeithalter gleichermaßen aufhorchen lässt. Die Bundestagsfraktion der Grünen verlangt das Ende der zehnjährigen Spekulationsfrist für nicht selbst genutzte Immobilien, was schätzungsweise 6 Milliarden Euro Mehreinnahmen einbringen soll.

Das ist noch kein Gesetz und noch kein Koalitionsbeschluss, sondern ein Forderungspapier der Opposition. Aber das zeigt, in welche Richtung der Wind weht. Wer geplant hat, nach zehn Jahren steuerfrei zu verkaufen, sollte den Gesetzgebungsprozess 2027 im Auge behalten.

Quelle: ad-hoc-news.de / boerse-global.de (07.10.2026)

Mietrecht: Gewaltopfer sollen leichter aus Mietverträgen kommen

Opfer häuslicher Gewalt sollen künftig leichter aus einem gemeinsam geschlossenen Mietvertrag ausscheiden können. Nach dem Entwurf des Bundesjustizministeriums können sie vom Täter verlangen, Kosten aus dem Mietverhältnis zu tragen, die nach ihrem Auszug entstehen – dazu zählen weiterlaufende Mietzahlungen und Schäden an der Wohnung.

Für Vermieter ist vor allem relevant, wie die geplanten Ansprüche künftig in bestehende Vertragsverhältnisse eingreifen. Der Gesetzentwurf befindet sich noch in der Abstimmung. Kein Handlungsbedarf heute, aber ein Thema zum Drannbleiben.

Quelle: immowelt impuls Morning Briefing (06.10.2026)

Fazit

Der Markt ist gerade in Bewegung, aber nicht in Panik. Die Zinsen steigen weiter, das schränkt den Einkaufsradius ein und erhöht den Druck auf die Kalkulation. Gleichzeitig steigen die Transaktionszahlen, was heißt: Deals gibt es, man muss nur schärfer hinschauen. Beim Erbschaftsteuer-Verfahren lohnt sich Beobachten ohne Handlungsstress. Was zählt: Einkauf günstig, Reno-Kosten realistisch kalkuliert, Verkaufspreis konservativ angesetzt. Das war schon immer die Devise.