Flipper News (09.10.2026) - Baupreise +5,5 %, Mietrechtsreform, Markterholung auf Sparflamme
Markt, Baukosten und Mietrecht – die wichtigsten Zahlen vom 9. Oktober 2026
Destatis hat heute Morgen die Baupreise für August geliefert, der GdW hat diese Woche laut Alarm geschlagen, und LEG rechnet schon vor, was der Zinsanstieg sie kosten wird. Dazu noch ein Immobilienmarkt, der sich langsam fängt. Los geht's.
| EURIBOR 12M | 3,19 % ↘ | Flip-Zins ca. 4,7–5,2 % |
| EZB Leitzins | 2,65 % → | stabil seit 16.09. |
| Inflation DE | 3,3 % ↗ | Sep 2026, Destatis vorl. |
| Baupreise | +5,5 % ↗ | Aug 2026, Destatis |
| ETW Ø DE /m² | 3.288 €/m² ↗ | Okt 2026, Bestand DE |
Markt & Preise
Wohnimmobilien erholen sich – aber nur auf Sparflamme
Der Markt lebt wieder. Im zweiten Quartal 2026 lagen die Wohnimmobilienpreise laut Destatis 0,6 Prozent über dem Vorjahr. Der Verband deutscher Pfandbriefbanken kommt sogar auf plus 1,9 Prozent für denselben Zeitraum. Die Preise steigen wieder leicht, gleichzeitig verhindern höhere Bauzinsen eine stärkere Erholung und sorgen dafür, dass sich Kaufpreise je nach Region und energetischem Zustand sehr unterschiedlich entwickeln. Für Flipper bedeutet das: Der Markt gibt Rückenwind beim Verkauf, aber der Einkauf bleibt der entscheidende Hebel.
Quelle: immowelt impuls
Renovierung & Bau
Destatis: Bau wird um 5,5 Prozent teurer
Frisch aus Wiesbaden: Die Preise für den Neubau konventionell gefertigter Wohngebäude sind im August 2026 gegenüber August 2025 um 5,5 Prozent gestiegen. Im Mai waren es noch 5,0 Prozent, der Trend zeigt also weiter nach oben. Einzelne Gewerke stechen besonders hervor:
- Dachdeckungsarbeiten: +7,6 %
- Zimmer- und Holzbauarbeiten: +7,2 %
- Ausbauarbeiten gesamt: +5,7 %
- Instandhaltungsarbeiten an Wohngebäuden: +6,0 %
Renovieren wird teurer, Sanieren wird teurer, Neubau sowieso. Das muss in jede Kalkulation rein, die heute aufgestellt wird.
Quelle: Destatis, Pressemitteilung vom 09.10.2026
Finanzen, Recht & Steuern
GdW schlägt Alarm: Mietrechtsreform killt Investitionen
GdW-Chef Axel Gedaschko hat diese Woche kein Blatt vor den Mund genommen. Die Bundesregierung plant eine weitreichende Mietrechtsreform: schärfere Mietpreisbremse, Eingriffe bei Indexmieten, erweiterter Kündigungsschutz. Gedaschko warnt vor einem gefährlichen Zielkonflikt: Wer nur Mieten begrenze, aber Investitionen ausbremse, schaffe keine einzige neue Wohnung.
Konkret heißt das für Bestandshalter: Bei einem Mehrfamilienhaus mit zwölf Wohnungen könne die förderfähige Kostenbasis für bestimmte Einzelmaßnahmen von 360.000 auf 153.000 Euro sinken. Der Gesetzentwurf ist noch nicht durch – die öffentliche Anhörung der Sachverständigen findet am 14. Oktober 2026 statt. Danach entscheidet sich, was wirklich kommt. Für Flipper mit Haltestrategie oder Umbauplänen: jetzt genau beobachten.
Quelle: haufe.de, 07.10.2026
LEG rechnet vor: Zinsen kosten ab 2027 zehn Millionen extra
Was für den großen Wohnungskonzern gilt, gilt für jeden Investor im Kleinen. Der Wohnungskonzern LEG muss jährlich Kredite in Milliardenhöhe refinanzieren. Der jüngste Zinsanstieg dürfte LEG Immobilien ab 2027 jährlich rund zehn Millionen Euro zusätzlich kosten – bei einer üblichen Refinanzierung von rund einer Milliarde Euro pro Jahr.
Größere Probleme erwartet LEG-Chef von Lackum beim Wohnungsneubau: Private Käufer könnten sich weniger leisten, während Projektentwickler mit höheren Finanzierungskosten und unsicheren Verkaufspreisen kalkulieren müssten. Übersetzt für den Flipper: Anschlussfinanzierungen werden teurer, Käufer werden knapper, Kaufpreise können unter Druck geraten. Das ist kein Alarm, aber ein klares Signal für die Kalkulation.
Quelle: immowelt impuls, 09.10.2026
Fazit
Destatis liefert heute die härteste Zahl der Woche: Baupreise plus 5,5 Prozent. Das geht direkt in die Renovierungskalkulation. Wer mit alten Kostenplänen rechnet, liegt schon beim Einkauf falsch. Gleichzeitig zeigt der Transaktionsmarkt ein kleines Plus – der Verkauf läuft also nicht gegen die Wand. Die Mietrechtsreform ist noch nicht durch, aber die Richtung ist klar: mehr Regulierung, weniger Spielraum für Vermieter. Für Fix & Flip, wo der Weiterverkauf im Vordergrund steht, ist das weniger dramatisch als für Langfristhalter. Trotzdem gilt: Wer heute einkauft und die Baukosten falsch ansetzt, wird auch beim Verkauf nicht glücklich.


