← Zurück zum Blog

Flipper News (11.09.2026) - EZB-Zinserhöhung, Energieeffizienz-Aufpreise, neue Baupflichten

EZB erhöht, Preise ziehen an – was das für Flipper bedeutet

Die EZB hat zum zweiten Mal in 2026 die Zinsen angehoben. Was das für deine Kalkulation bedeutet und was sonst in der Welt von Steine, Mörtel und Geld gerade los ist, liest du hier.

EURIBOR 12M2,98 %Flip-Zins ca. 4,5–4,8 %
EZB Leitzins2,65 %+0,25 Pp. / 10.09.
Inflation DE2,9 %August 2026, Destatis
Baupreise+2,7 %Jahresprognose BBSR 2026
ETW Ø DE /m²3.286 €/m²Bestand Sep. 2026, Immowelt

Markt & Preise

ETW-Preise stagnieren im Sommer, aber die Richtung bleibt aufwärts

Eigentumswohnungen im Bestand kosten bundesweit aktuell rund 3.286 Euro pro Quadratmeter. Das ist das Preisniveau von Immowelt für September 2026. Gleichzeitig zeigt der Europace-Index (EPX) für Juni, dass die Wohnungspreise im Monatsvergleich nahezu stagnieren. Dr. Klein erwartet trotzdem für das Gesamtjahr ein Plus von rund 3 Prozent. Für Flipper ist das die klassische Situation: Die Einkaufspreise ziehen langsam an, aber noch ist Luft für gute Deals. Wer zögert, kauft teurer.

Quelle: Immowelt / Dr. Klein

Energiekrise macht den Preis-Unterschied: Effizienz schlägt Lage

Wer aktuell eine Wohnung mit Energieeffizienzklasse A+ oder A kauft, zahlt etwa 650 Euro pro Quadratmeter mehr als bei einer vergleichbaren Klasse-D- oder E-Immobilie. Das ist kein Luxusspielzeug mehr, sondern harte Marktlogik. Banken vergeben bei schlechten Energieklassen schlechtere Konditionen oder lehnen Finanzierungsanfragen ab. Für die Flip-Kalkulation heißt das: Wer einen Sanierungsfall kauft und auf Effizienz bringt, hebt echten Wert. Der energetische Aufschlag macht den Exit.

Quelle: Schwäbisch Hall

Mietpreisbremse läuft weiter, Index-Mieten sollen gedeckelt werden

Bundesjustizministerin Hubig (SPD) hat einen Gesetzentwurf in die Abstimmung gegeben, der Indexmieten deckeln und die Regeln für Kurzzeitvermietung sowie möbliertes Wohnen verschärfen soll. Die Mietpreisbremse wurde bereits im vergangenen Jahr um vier Jahre verlängert. Direkt für Fix & Flip heißt das wenig. Aber wer Objekte mit Mietanteil im Portfolio hat oder an Kapitalanleger verkauft, sollte wissen, dass das regulatorische Umfeld weiter enger wird. Käufer rechnen das ein.

Quelle: Haufe

Renovierung & Bau

Asbest, Abfall, Anzeigepflicht: Die Baustelle wird bürokratischer

Ab 2026 gelten für die Baubranche deutlich schärfere Schutz-, Anzeige- und Nachweispflichten. Betroffen sind vor allem der Umgang mit Asbest, die Organisation von Baustellen sowie die Trennung und Verwertung von Abfällen. Wer Altbauten aus den 60er- oder 70er-Jahren kauft und saniert, kennt das Risiko. Neu ist das Ausmaß der Dokumentationspflicht. Mehr Papierkram, mehr Haftung, mehr Zeit. Kalkuliere das in deinen Projektzeitplan ein.

Quelle: Baulinks

Handwerkerbonus sinkt 2027: Jetzt noch 20 Prozent mitnehmen

Ab Januar 2027 soll der steuerliche Handwerkerbonus von 20 auf 15 Prozent sinken. Haushaltsnahe Dienstleistungen bleiben voll absetzbar. Das ist keine unmittelbare Schlagzeile für Flipper, aber für deine Endkäufer. Wer Käufern sagen kann, dass sie im Jahr des Einzugs noch den vollen Bonus nutzen, hat ein Verkaufsargument. Und wer selbst Objekte im Bestand hält und modernisiert, hat noch ein gutes Jahr, um das zu tun.

Quelle: Haufe

Finanzen, Recht & Steuern

EZB erhöht Leitzins auf 2,65 Prozent: Bauzinsen dürften weiter steigen

Der EZB-Rat hat alle drei Leitzinssätze um je 25 Basispunkte angehoben. Der Hauptrefinanzierungssatz steigt auf 2,65 Prozent, der Einlagensatz auf 2,50 Prozent. Wirksam wird das ab 16. September. Begründung: anhaltender Inflationsdruck, vor allem durch Energie und den Nahost-Konflikt. Bauzinsen liegen im September schon bei rund 4,03 Prozent. Nach der Entscheidung dürften sie weiter klettern. Für Flip-Finanzierungen steigt der Kostendruck. Der EURIBOR 12M (Basis vieler Brückenkredite) liegt schon bei knapp 3 Prozent. Mit Bankaufschlag von 1,5 bis 2 Prozent landen wir bei gut 4,5 bis 5 Prozent Flip-Zins. Das muss in der Kalkulation stehen.

Quelle: ms-aktuell.de / onvista

OLG Düsseldorf: Giebelwand freigelegt, Nachbar durchnässt, Bauherr zahlt

Ein Abriss, eine freigelegte Brandwand, fünf Wochen Baustopp ohne Witterungsschutz. Das Ergebnis: Schimmel und Feuchtigkeit im Nachbarhaus. Das OLG Düsseldorf hat entschieden, dass der Bauherr auch ohne persönliches Verschulden haftet, weil er mit seinem Vorhaben die Gefahr geschaffen hat. Die Kosten: über 8.700 Euro plus Anwaltsgebühren. Wer Altbauten abreißt oder umfangreich umbaut, muss die angrenzenden Gebäude aktiv schützen. Das kann teuer werden.

Quelle: HaustechnikDialog

BGH: Kein Drei-Angebote-Zwang mehr für WEGs

Der BGH hat im März 2026 klargestellt, dass Wohnungseigentümergemeinschaften vor der Beauftragung von Handwerkern nicht zwingend drei Vergleichsangebote einholen müssen. Die Beauftragung bewährter Firmen ohne Preisvergleich kann ordnungsmäßiger Verwaltung entsprechen. Das ist praktisch, birgt aber ein Restrisiko: Wer diese Freiheit nutzt, sollte die Entscheidung gut dokumentieren – Erfahrungswerte, Referenzen, Kostenübersichten. Sonst wird es trotzdem anfechtbar.

Quelle: anwalt.de

Fazit

Die EZB hat geliefert, was der Markt schon eingepreist hatte: mehr Zins. Für Flipper bedeutet das konkret: Die Finanzierungskosten steigen weiter und Einkaufspreise müssen noch disziplinierter kalkuliert werden. Wer bei 4,5 bis 5 Prozent Flip-Zins mit engen Margen arbeitet, hat bei der nächsten Überraschung keinen Puffer.

Die gute Nachricht: Die Verkaufspreise ziehen langsam mit und energetisch sanierte Objekte erzielen nachweisbar Aufpreise. Wer günstig einkauft, sauber saniert und Effizienz nach oben bringt, hat weiterhin ein funktionierendes Geschäftsmodell.