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Flipper News (12.09.2026) - EZB erhöht, Bauzinsen auf Jahreshoch, Herbstfenster öffnet sich

Eine Woche, die sich gewaschen hat

Frankfurt hat geliefert, die Bauzinsen haben reagiert und der Wohnungsmarkt zeigt mal wieder: Die Zahlen klingen besser als die Realität. Hier kommt der Überblick.

EURIBOR 12M 3,11 % Flip-Zins ca. 4,6–5,1 %
EZB Leitzins 2,65 % +0,25 Pp. / 10.09.
Inflation DE 2,9 % Aug 2026, Destatis
Baupreise +2,7 % (2026) BBSR-Prognose 2026
ETW Ø DE /m² ca. 3.451 €/m² Europace EPX, Jun '26

Die Woche in Kürze

EZB dreht nochmal auf: Leitzins jetzt bei 2,65 Prozent

Das war die Meldung der Woche. Die Europäische Zentralbank hat am Mittwoch, 10. September, alle drei Leitzinsen um jeweils 0,25 Prozentpunkte angehoben. Der Grund: Inflation. Im Euroraum lag die Teuerungsrate im August bei 3,3 Prozent, nach 2,9 Prozent im Juli. Besonders stark verteuerte sich Energie, mit einer Jahresrate von 14,3 Prozent – getrieben vom Nahost-Konflikt und steigenden Ölpreisen.

EZB-Präsidentin Lagarde legte sich auf der Pressekonferenz nicht auf einen weiteren Zinspfad fest. Der EZB-Rat entscheide datenabhängig von Sitzung zu Sitzung. Nächste Sitzung: 29. Oktober 2026. Bis dahin: Augen auf die Inflation.

Quelle: ms-aktuell.de

Bauzinsen auf Jahreshoch: 4,29 Prozent für zehn Jahre

Gleichzeitig mit dem EZB-Entscheid haben die Bauzinsen eine neue Marke gesetzt. Laut FMH-Finanzberatung liegt der Zinssatz für eine Standard-Baufinanzierung mit zehn Jahren Zinsbindung bei 4,29 Prozent – dem höchsten Stand seit Ende Oktober 2023. Anfang Juli stand im Schnitt noch eine Drei vor dem Komma.

Interhyp-Chef Jörg Utecht sagt, Käuferinnen und Käufer sollten sich darauf einstellen, dass das Niveau vorerst oberhalb der Vierprozentmarke bleibt. Für den Flip-Rechner heißt das: Finanzierungskosten nochmal sauber nachkalkulieren, gerade bei Objekten mit längerer Haltedauer. Mittelfristig rechnen Experten mit einer Seitwärtsbewegung mit kleineren Schwankungen.

Quelle: Handelsblatt

Baugenehmigungen: Die Zahlen klingen gut, der Markt zuckt die Schultern

Im ersten Halbjahr 2026 stiegen die Baugenehmigungen um 15,1 Prozent auf 126.300 Wohnungen. Klingt nach Trendwende. Ist aber keine. Von Genehmigung bis Fertigstellung vergehen durchschnittlich 26 Monate. Und viele bereits genehmigte Projekte sind aufgrund hoher Bau- und Finanzierungskosten wirtschaftlich nicht umsetzbar.

Verbände rechnen für 2026 mit lediglich rund 200.000 fertiggestellten Wohnungen – bei einem jährlichen Bedarf von etwa 320.000. Für Fix-and-Flip bedeutet das: Das Angebot an bezugsfertigen Bestandsobjekten bleibt knapp. Wer kaufen will, kauft weiter in einem Verkäufermarkt.

Quelle: verbandsbuero.de / Destatis

Herbstfenster öffnet sich: Oktober ist der stärkste Verkaufsmonat

Wer verkauft, sollte jetzt handeln – nicht im Oktober. Ein Objekt inseriert man nicht über Nacht. Zwischen Entscheidung und marktreifem Exposé liegen Wertermittlung, Unterlagen, Energieausweis, Fotos und Vermarktungsstrategie. Realistisch sind vier bis sechs Wochen Vorlauf. Wer das Oktober-Fenster treffen will, trifft die Entscheidung in diesen Tagen.

Das gilt für jeden, der in diesem Jahr noch einen Flip abschließen will. Herbst ist die Saison mit der höchsten Käuferbereitschaft. Wer jetzt loslegt, landet pünktlich im besten Zeitfenster.

Quelle: immo-biehler.de

Bau-Turbo bis 2030: Mehr auf dem eigenen Grundstück bauen als erlaubt

Ein Werkzeug, das viele noch nicht kennen. Seit dem 30. Oktober 2025 gilt der neue § 246e BauGB, der sogenannte Bau-Turbo. Er erlaubt Wohnungsbau, der von den Vorgaben des Bebauungsplans abweicht:

  • Aufstockung um ein Geschoss
  • Anbau
  • Ein zweites Haus in der zweiten Reihe
  • Ausbau des Dachgeschosses

Befristet bis Ende 2030, aber nutzbar jetzt. Wer Objekte mit Grundstück kauft oder bereits besitzt, sollte dieses Instrument kennen. Aufstockung schlägt Renovierung bei der Wertschöpfung pro investiertem Euro.

Quelle: immo-biehler.de

ETW-Preise: Stabil oben, keine Explosion, keine Korrektur

Laut dem Europace Hauspreisindex EPX kostet eine Eigentumswohnung in Deutschland im Schnitt 3.451 Euro pro Quadratmeter (Stand: Juni 2026). Derzeit gibt es keine Anzeichen für einen flächendeckenden Preisverfall. Seit Jahresbeginn zeichnet sich ein Aufwärtstrend ab, der kräftige Preisanstieg der vergangenen Jahre hat sich aber abgeschwächt.

Eine Eigentumswohnung mit der Energieeffizienzklasse A+/A kostet rund 650 Euro pro Quadratmeter mehr als eine vergleichbare Wohnung der Klasse D/E. Der Spread zwischen saniert und unsaniert wächst weiter. Das ist das Spielfeld für Flipper.

Quelle: Dr. Klein

Fazit

Diese Woche hat das Zinsbild klarer gemacht. Die EZB erhöht, die Bauzinsen reagieren, und der nächste Termin ist erst Ende Oktober. Das Umfeld bleibt anspruchsvoll, aber es ist kein Schock. Wer sauber kalkuliert und seine Einkaufspreise diszipliniert hält, findet weiter Deals. Der Markt liefert das Angebot noch nicht schnell genug nach, Energieeffizienz wird zum Preisunterschied von mehreren hundert Euro pro Quadratmeter – und das Herbstfenster öffnet sich jetzt. Bis zur nächsten EZB-Sitzung am 29. Oktober gilt: Deals prüfen, Kalkulationen anpassen, und wer verkaufen will, bereitet das Exposé jetzt vor.