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Flipper News (14.09.2026) - EZB-Erhöhung, Energieklasse C als Bankstandard, Kölner Markt zieht an

Ruhiger Montag trotz EZB-Entscheid und Zinsjahreshoch

Eine arbeitsreiche Woche liegt hinter uns: EZB-Entscheid, Jahreshoch bei den Bauzinsen, Bundesanleihen auf Rekordhoch. Und trotzdem gibt es für Flipper gute Gründe, ruhig in den Montag zu starten.

EURIBOR 12M 3,11 % Flip-Zins ca. 4,6–4,8 %
EZB Leitzins 2,65 % +0,25 Pp. / 16.09.
Inflation DE 2,9 % Aug 2026 / Destatis
Baupreise +3,3 % Q1 2026 / Destatis
ETW Ø DE /qm 3.286 €/qm Sep 2026 / immowelt

Markt & Preise

Köln zählt nach: 7.831 Notartermine, 5,68 Milliarden Euro Umsatz

Der Gutachterausschuss Köln hat ausgewertet, was 2025 wirklich beim Notar unterschrieben wurde: 7.831 Kaufverträge, zusammen 5,68 Milliarden Euro Geldumsatz. Das sind rund 21 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Kölner Markt bewegt sich also deutlich stärker, als die flache Durchschnittspreis-Kurve vermuten lässt.

Der entscheidende Hinweis dabei: Portale werten Angebotspreise aus. Der Gutachterausschuss zählt beurkundete Kaufpreise. Das ist das, was am Ende tatsächlich fließt. Wer ausschließlich auf Portalpreise schaut, kauft oder kalkuliert an der Realität vorbei.

Quelle: Immo Biehler Köln

Immobilienkredite legen zu: Zwei Segmente gewinnen trotz Zinsdruck

Trotz steigender Zinsen legt das Neugeschäft mit Immobilienkrediten im ersten Halbjahr 2026 zu. Das klingt erst mal paradox bei Bauzinsen über vier Prozent. Es zeigt aber: Der Markt läuft nicht still. Wer kaufbereit ist und die Kalkulation sitzt, kauft auch jetzt.

Quelle: Handelsblatt

Renovierung & Bau

Energieklasse C: Das neue Minimum für Bankfinanzierung

Das ist ein Satz, den man sich merken sollte: Viele Banken finanzieren den Erwerb von Bestandsobjekten nur dann, wenn die Immobilie bereits die Energieeffizienzklasse C hat oder ein belastbarer Sanierungsplan vorliegt. Kein Sanierungsplan, kein Kredit. Das klingt nach Einzelfall – es wird aber zum Standard.

Bei der Finanzierung spielt die Energieeffizienz zunehmend eine Rolle. Banken bewerten den energetischen Zustand bei der Kreditvergabe und bieten für energieeffiziente Immobilien teilweise günstigere Konditionen. Für Flipper bedeutet das: Beim Einkauf eines F- oder G-Objekts muss der Sanierungsplan nicht nur für die eigene Kalkulation stimmen, sondern auch für die finanzierende Bank wasserdicht sein.

Quelle: Finanz-Echo

Hausverwaltungen brechen weg: Was das für Bestandsobjekte bedeutet

Immer mehr Hausverwaltungen fühlen sich überlastet und ziehen sich von aufwendigen Objekten zurück. Wachsende Bürokratie und rauer werdende Eigentümerversammlungen machen den Beruf zunehmend unattraktiv. Eine bundesweite Befragung des Verbands der Immobilienverwalter Deutschland zeigt:

  • Mehr als 60 Prozent der Hausverwaltungen fühlen sich überlastet.
  • 57 Prozent planen, sich von zeitaufwendigen Objekten zu trennen.
  • Besonders kleine WEGs finden zunehmend schwer einen Verwalter.

Gründe sind unter anderem ständig neue gesetzliche Vorgaben, Fachkräftemangel und ein teils rauerer Umgangston bei Eigentümerversammlungen. Das ist für Flipper relevant, wenn man in WEG-Objekte kauft: Wer die Verwaltung nicht im Griff hat, hat ein Problem beim Weiterverkauf.

Quelle: immowelt Impuls

Finanzen, Recht & Steuern

EZB erhöht: Leitzins jetzt 2,65 %, Bauzinsen gehen wohin?

Der EZB-Rat beschloss am Donnerstag, 10. September 2026, alle drei wichtigen Zinssätze um jeweils 0,25 Prozentpunkte zu erhöhen. Damit steigt der Einlagensatz mit Wirkung zum 16. September auf 2,50 Prozent, der Hauptrefinanzierungssatz auf 2,65 Prozent und der Spitzenrefinanzierungssatz auf 2,90 Prozent.

Die Märkte hatten das längst eingepreist. Der repräsentative Bauzins von Dr. Klein für eine 10-jährige Baufinanzierung und 80 Prozent Beleihung war schon vor dem Entscheid auf 3,87 Prozent geklettert. Die Baufinanzierungszinsen reagierten auf die stark gestiegenen Renditen 10-jähriger Bundesanleihen – die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen erreichte am 10. September den höchsten Stand seit 2011.

Mittelfristig erwartet Dr.-Klein-Experte Pfaffinger eher eine Seitwärtsbewegung mit möglichen kleineren Schwankungen. Bauzinsen um 3,8 Prozent für eine 10-jährige Baufinanzierung erscheinen realistisch.

Quelle: ms-aktuell.de

Junge Käufer, schlechte Energieklasse: Der Fix-&-Flip-Kundenkreis wächst

Eine interessante Entwicklung am Rand: Bei den unter 25-Jährigen hat mehr als ein Drittel der gekauften Immobilien eine schlechte Energieeffizienzklasse, im Schnitt sind die Häuser über 60 Jahre alt. Der Hauptgrund ist der Preis: Ältere Objekte sind deutlich günstiger als Neubauten und daher auch mit weniger Eigenkapital erschwinglich.

Viele junge Käufer planen die Sanierung direkt mit ein – im Schnitt liegt das geplante Budget bei rund 40.000 bis 48.000 Euro. Besonders bei den schlechtesten Energieklassen will fast jeder Zweite direkt modernisieren. Das bedeutet: Sanierte Bestandswohnungen in guter Energieklasse haben eine wachsende Käufergruppe. Wer heute ein F-Objekt kauft, saniert und als C oder besser verkauft, trifft genau diese Nachfrage.

Quelle: immowelt Impuls

Gasspeicher zu dünn: Energiepreise bleiben der wilde Hund

Mehrere deutsche Gasspeicher werden die vorgeschriebenen Füllstände zum 1. November nicht erreichen. Nach Berechnungen des Speicherverbands INES sind selbst unter günstigen Annahmen insgesamt höchstens 77 Prozent möglich. Ende August lagen 126,8 Terawattstunden Gas in den Speichern – 17,7 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

Gleichzeitig haben höhere Einfuhrpreise die deutschen Gasimporte im ersten Halbjahr 2026 um rund 400 Millionen Euro verteuert. Wie stark sich das auf private Haushalte auswirkt, ist noch offen und hängt von Verträgen und Beschaffung der Versorger ab. Für die Sanierungskalkulation heißt das: Das Heizungsthema bleibt heiß. Wer noch eine Gasheizung einbaut, sitzt auf einem Kostenproblem.

Quelle: immowelt Impuls

Fazit

Der Montag bringt kein neues Zinswunder. Die Bauzinsen liegen je nach Laufzeit und Beleihung bei etwa 4,2 bis 4,8 Prozent pro Jahr, Tendenz: seitwärts laufend. Das ist der Rahmen, in dem man rechnen muss. Wer bei diesen Zinsen noch eine saubere Marge rausrechnet, hat ein gutes Objekt. Wer das nicht schafft, hat kein Zinsproblem, sondern einen zu teuren Einkauf.

Die Energieklasse wird beim Wiederverkauf und bei der Bankfinanzierung immer wichtiger. Das ist kein Trend mehr, sondern Marktstandard. Wer das in seine Kalkulation einbaut, hat einen echten Vorteil gegenüber Käufern, die noch nach altem Muster rechnen.