← Zurück zum Blog

Flipper News (14.10.2026) - Vonovia vs. Berlin, Demografie-Schere, Sozialbindung & Erbschaftsteuer

Berlin dreht durch – und der Rest profitiert?

Berlin dreht durch, die Inflation zieht weiter an und ein Gericht stellt klar: Sozialbindungen verschwinden nicht einfach beim Eigentümerwechsel. Heute haben wir einiges zu besprechen.

EURIBOR 12M 3,18 % ↘ Flip-Zins ~4,7–5,2 %
EZB Leitzins 2,65 % → seit 16.09., nächste Sitz. 29.10.
Inflation DE 3,3 % ↗ Sep 2026 / Destatis
Baupreise +5,5 % p.a. ↗ Aug 2026 / Destatis
ETW Ø DE /qm 3.480 €/qm ↘ Bestand / Europace Okt 26

Markt & Preise

Vonovia sagt Nein zu Berlin – und meint es ernst

Vonovia-Chef Luka Mucic macht unmissverständlich klar: „Für neue Projekte benötigen wir dringend Klarheit." Solange die Linke in den Berliner Koalitionssondierungen mit SPD und Grünen auf Vergesellschaftung drängt, sind neue Bauprojekte in der Hauptstadt für Deutschlands größten Wohnungskonzern vom Tisch.

Die rund 1.000 Wohnungen im Bau werden fertiggestellt, Investitionen in Instandhaltung und energetische Modernisierung laufen weiter. Für alle anderen Märkte außerhalb Berlins ist das übrigens eine gute Nachricht: Das Kapital muss irgendwo hin.

Quelle: new-facts.eu / Handelsblatt

Wüest Partner: Deutschlands Immobilienmärkte driften auseinander

Eine neue Bevölkerungsprognose von Wüest Partner zeigt: Deutschlands demografische Entwicklung wird für Immobilieninvestoren zunehmend zur Frage des konkreten Standorts. Bereits bis 2040 liegen in fast 60 Prozent der Landkreise wachsende und schrumpfende Gemeinden unmittelbar nebeneinander.

Wer in einem wachsenden Landkreis kauft und saniert, hat Rückenwind. Wer das übersieht, kauft sich in einen schrumpfenden Markt rein. Für Fix & Flip ist Standortanalyse damit kein Nice-to-have, sondern das Kerngeschäft.

Quelle: feldhoff-cie.de (Wüest Partner, 13.10.2026)

Renovierung & Bau

Gebäudetyp E: Noch immer kein Entwurf, noch immer keine Klarheit

Der Gesetzentwurf zum Gebäudetyp E liegt weiterhin nicht vor. Bundesjustizministerin Stefanie Hubig hatte Anfang Juli angekündigt, ihn noch im selben Monat zu veröffentlichen. Nach Angaben ihres Ministeriums laufen die Abstimmungen innerhalb der Bundesregierung aber noch.

Beim Gebäudetyp E sollen Bauherren auf bestimmte Ausstattungs- und Komfortstandards verzichten können, ohne rechtliche Risiken einzugehen. Ziel ist es, die Baukosten zu senken. Offen ist, wie die Erleichterungen im Vertragsrecht verankert werden: ob einfachere Standards grundsätzlich gelten oder eigens vereinbart werden müssen.

Für Sanierer bleibt die Lage damit unverändert: planen wie bisher, auf das Gesetz warten.

Quelle: immowelt-impuls.de (13.10.2026)

Architekt plant zu teuer – und bekommt kein Honorar

Das Oberlandesgericht Celle hat die Honorarforderung eines Architekturbüros nach einer erheblichen Kostenüberschreitung zurückgewiesen. Für den Umbau eines Einfamilienhauses hatten die Eigentümer eine Obergrenze von rund 350.000 Euro deutlich gemacht. Die Planung des Büros sah jedoch Baukosten von 534.750 Euro vor.

Nach Auffassung des Gerichts war die Kostenobergrenze vereinbart und durch den Schriftverkehr belegt. Architekten müssen klar geäußerte finanzielle Vorstellungen berücksichtigen, sofern sie diesen nicht widersprechen. Da die Planung wegen der Überschreitung für die Bauherren unbrauchbar war, bestand kein Anspruch auf die zusätzliche Vergütung.

Merke: Budget schriftlich festhalten und im Briefverkehr bestätigen lassen. Das gilt für Architekten genauso wie für alle anderen Gewerke.

Quelle: immowelt-impuls.de (14.10.2026)

Finanzen, Recht & Steuern

Erbschaftsteuer vor dem Verfassungsgericht – Immobilien im Fokus

Das Bundesverfassungsgericht hat Bayerns Klage gegen die Erbschaftsteuer verhandelt. Im Mittelpunkt stehen auch die Bewertung von Immobilien und die seit Jahren unveränderten Freibeträge.

Bayerns Finanzminister Albert Füracker verwies auf stark gestiegene Immobilienpreise und die seit 2009 unveränderten Freibeträge. Das Bundesfinanzministerium warnte dagegen vor einem Steuerwettbewerb zwischen den Bundesländern.

Ein Urteil steht noch aus, aber wer Immobilien vererben oder verschenken will, sollte die Entwicklung im Blick behalten. Das Thema kann die Kalkulation beim Einkauf aus Erbmassen direkt beeinflussen.

Quelle: immowelt-impuls.de (14.10.2026)

Sozialbindung gilt auch nach Eigentümerwechsel – und kostet 1,8 Millionen

In der Berliner Europacity müssen 215 Wohnungen zu den vereinbarten Bedingungen als Sozialwohnungen vermietet werden. Das hat das Verwaltungsgericht Berlin entschieden. Zwei Immobilienunternehmen sollen dem Land außerdem 1,8 Millionen Euro Schadensersatz zuzüglich Zinsen zahlen.

Ein Vertrag aus dem Jahr 2016 schrieb für die Wohnungen eine Mietpreis- und Belegungsbindung über 20 Jahre ab Bezugsfertigkeit vor. Obwohl die Wohnungen im August 2023 fertig waren, wurden die Vorgaben nicht erfüllt. Das Grundstück war zuvor an eine andere Gesellschaft übertragen worden. Nach Ansicht des Gerichts bleibt das ursprüngliche Unternehmen an den Vertrag gebunden. Die neue Eigentümerin haftet wegen besonderer Umstände bei der Übertragung.

Kurzfassung: Öffentlich-rechtliche Bindungen kleben am Objekt. Beim Kauf von Projekten mit Förderhistorie immer tief in die Verträge schauen.

Quelle: immowelt-impuls.de (13.10.2026)

Fazit

Die Lage bleibt zweigespalten. Wer in Berlin kauft, kauft gerade mitten in eine politische Hängepartie. Vonovia zieht die Konsequenzen, und das ist ein deutliches Signal. Für Fix & Flip außerhalb der Hauptstadt heißt das: Die Nachfrage nach Kapital und Angeboten wird sich weiter in B- und C-Städte verlagern. Die Demografie-Daten von Wüest Partner machen klar, dass Standortwahl wichtiger ist als je zuvor.

Beim Einkauf hilft der aktuelle ETW-Preis von 3.480 €/qm als Orientierung. Mit Flip-Zinsen von weiterhin rund 4,7 bis 5,2 Prozent ist die Marge eng kalkuliert, aber bei guten Deals noch da. Wichtiger denn je: die Baukosten realistisch einplanen, den Architekten das Budget schriftlich bestätigen lassen und Förderbindungen vor dem Kauf prüfen.

Weiterlesen