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Flipper News (17.09.2026) - EZB-Zinserhöhung, Eigenheimquote auf 20-Jahres-Tief, Energieausweis 2.0

Markt unter Druck – was das für Flipper bedeutet

Die EZB hat diese Woche gezogen, die Inflation zieht nach und der Bauzins sitzt fest. Heute schauen wir, was das konkret für Einkauf, Kalkulation und Verkauf bedeutet – und was du sonst noch wissen solltest.

EURIBOR 12M 3,33 % ↗ Flip-Zins ca. 4,8–5,3 %
EZB Leitzins 2,65 % ↗ +0,25 Pp. / 10.09.
Inflation DE 2,9 % ↗ Aug. 2026, Destatis
Baupreise +5,0 % p.a. ↗ Mai 2026, Destatis
ETW Ø DE /m² ca. 3.450 €/m² ↗ Bestand, Europace Jun. 26

Markt & Preise

Eigenheim-Quote fällt auf 20-Jahres-Tief: Wer kauft dann eigentlich noch?

Schlechte Neuigkeit für den Staat, gute für clevere Flipper: Die Wohneigentumsquote ist laut Pestel-Institut auf 43,5 Prozent gefallen – so niedrig wie seit 20 Jahren nicht mehr. Hohe Finanzierungskosten und geringe Förderung erschweren selbst Doppelverdienern mit Durchschnittseinkommen den Kauf. Das heißt: Wer trotzdem kaufen will, braucht entweder tiefe Taschen oder ein aufgewertetes Objekt zu einem nachvollziehbaren Preis. Genau da sitzt der Fix-&-Flip-Vorteil.

Quelle: immowelt Impuls

Kaufen in Berlin? Erstmal bleiben, wo man ist

Aktuelle Daten zeigen, wie eingefroren der Berliner Markt ist. Wer in Berlin umzieht, muss oft deutlich mehr Miete zahlen: In 90 von 93 untersuchten Ortsteilen liegen die Angebotsmieten mindestens 30 Prozent über den berechneten Mietspiegelwerten. Das bremst Wohnungswechsel.

Eine kleinere Wohnung kann nach einem Umzug ähnlich viel oder sogar mehr kosten als die bisherige größere Wohnung – Familien bleiben in zu kleinen Wohnungen, während größere nicht frei werden. Für Flipper, die fertig sanierte Wohnungen in Berlin verkaufen wollen: Die Käufer kommen nicht aus dem Markt, sie kommen von draußen und brauchen einen guten Grund zum Einzug.

Quelle: immowelt Impuls

Gewos-Institut: Eigenheimkäufe brechen weg, Mehrfamilienhäuser legen zu

Das Hamburger Gewos-Institut für Stadt-, Regional- und Wohnforschung erwartet, dass sich die Nachfrage nach Immobilien dieses Jahr deutlich abkühlt. Grund für die Trendwende nach zwei Jahren mit steigenden Verkäufen: ein schlechtes Umfeld infolge des Iran-Kriegs, das zu Kaufzurückhaltung führt.

Interessant dabei: Transaktionen von Mehrfamilienhäusern dürften dagegen leicht wachsen, denn Investoren profitieren von steigenden Mieten. Mit anderen Worten: Das Einzelobjekt-Flipping wird schwieriger zu verkaufen, das Kleinmehrfamilienhaus gewinnt.

Quelle: NWZonline / dpa

Renovierung & Bau

Wohnungsbau-Stimmung: Besser im Kopf, schlechter auf der Baustelle

Das ifo-Klimabarometer für den Wohnungsbau macht Hoffnung – aber bitte mit Vorsicht genießen. Das Geschäftsklima im deutschen Wohnungsbau ist im August laut ifo Institut von minus 29,0 auf minus 22,7 Punkte gestiegen, vor allem der Ausblick auf die kommenden Monate verbessert sich. Die aktuelle Geschäftslage hat sich dagegen kaum verändert: 41,3 Prozent der Unternehmen berichten weiterhin von Auftragsmangel, 13,4 Prozent von abgesagten Projekten.

Immerhin: Positiv entwickelt sich die Versorgung mit Baumaterialien. Nur noch 2,9 Prozent melden Engpässe (Juli: 8,5 Prozent). Praktisch gesagt: Handwerker haben wieder Kapazitäten, aber Preise steigen trotzdem. Der Kampf um die Marge bleibt real.

Quelle: immowelt Impuls / ifo Institut

Gebäudetyp E: Die Vereinfachung, die nicht kommt

Günstigeres Bauen durch weniger Normen – das war die Idee. Die Realität sieht anders aus. Der Gebäudetyp E soll Bauen schneller und günstiger machen, doch der Gesetzentwurf steckt mehr als zwei Monate nach der Ankündigung noch immer in der Abstimmung innerhalb der Bundesregierung. Mit dem Gebäudetyp E sollen Bauherren einfacher von teuren Komfort- und Ausstattungsstandards abweichen können, ohne rechtliche Risiken einzugehen.

Branchenverbände schätzen, dass sich die Baukosten damit um bis zu 25 Prozent senken könnten. Bis das Gesetz kommt, bleibt es beim bekannten Spielfeld: volles Normenpaket, volle Kosten.

Quelle: immowelt Impuls

Handwerkerbonus: Noch 2026 nutzen, 2027 sinkt er

Das ist einer dieser Hinweise, die man im Trubel des Alltags leicht übersieht. Ab Januar 2027 soll der Handwerkerbonus mit der Reform des Einkommensteuergesetzes von 20 auf 15 Prozent sinken; haushaltsnahe Dienstleistungen bleiben voll von der Steuer absetzbar.

Wer in diesem Jahr Renovierungskosten noch steuerlich geltend machen will, sollte Rechnungen und Zahlungen noch 2026 abwickeln. Für Flipper mit laufenden Projekten: Jetzt die Buchhaltung prüfen.

Quelle: Haufe Immobilien

Finanzen, Recht & Steuern

Bauzins nach EZB-Erhöhung: Die Lage für das zweite Halbjahr

Der neue EZB-Leitzins ist seit dem 10. September in Kraft. Was bedeutet das konkret für die Finanzierung? Auch wenn das Zinsniveau heute spürbar höher liegt als im Ausnahmejahr 2020, bewegen sich die aktuellen Werte im 20-jährigen Langzeitvergleich weiterhin in einem durchaus moderaten Bereich.

Der Dr. Klein Expertenrat geht für das zweite Halbjahr 2026 davon aus, dass der Topzins für 10-jährige Darlehen zwischen 3,3 und 3,9 Prozent liegt. Für Flip-Kalkulationen heißt das: Mit 4,0 bis 4,5 Prozent Fremdkapitalkosten rechnen, kürzere Haltedauer schützt vor weiterem Zinsanstieg.

Quelle: Dr. Klein

Energieausweis 2.0: Neue Pflichten kommen, und zwar bald

Das wird relevant für jeden, der Objekte inseriert, vermietet oder verkauft. Energieausweise werden künftig grundsätzlich digital und maschinenlesbar ausgestellt, eine Papierfassung gibt es nur noch auf Wunsch. Neu hinzu kommen unter anderem Angaben zu erneuerbaren Energien, Treibhausgasemissionen und möglichen Energieeinsparungen durch Modernisierungen.

  • Für Nichtwohngebäude wird erstmals eine Energieeffizienzskala von A bis G eingeführt.
  • Bei Wohngebäuden bleibt zunächst die bisherige Skala von A+ bis H.
  • Die Ausweispflicht gilt künftig auch bei der Verlängerung von Miet-, Pacht- und Leasingverträgen sowie grundsätzlich für Baudenkmäler.

Wer Objekte im Portfolio hat, sollte jetzt prüfen, ob die Ausweise noch gültig und normgerecht sind.

Quelle: immowelt Impuls

Fazit

Die Lage ist anspruchsvoll, aber nicht unmöglich. Der neue EZB-Leitzins ist eingepreist, die Bauzinsen werden sich vorerst seitwärts bewegen. Das Kaufinteresse für Eigenheime schwächelt – Mehrfamilienhäuser und sanierte Wohnungen in guten Lagen sind hingegen weiterhin gefragt. Wer jetzt einkauft, hat bessere Verhandlungspositionen als noch vor einem Jahr. Wichtig beim Kalkulieren: Baupreise ziehen wieder an, der Handwerkerbonus sinkt ab 2027 und die neuen Energieausweis-Pflichten kommen. Wer das auf dem Schirm hat, ist vorne dabei.