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Flipper News (19.09.2026) - EZB erhöht erneut, Bauzinsen über 4 %, Investmentmarkt schwächelt

Marktdaten der Woche

  • EURIBOR 12M: 3,37 % ↗ (Flip-Zins ca. 4,9–5,4 %)
  • EZB Leitzins: 2,65 % ↗ (+0,25 Pp. / 10.09.2026)
  • Inflation DE: 2,9 % ↗ (Aug. 2026 / Destatis)
  • Baupreise: +5 % Q2 ↗ (Prognose BBSR +2,7 %)
  • ETW Ø DE/m²: ca. 3.286 €/m² ↗ (Sept. 2026 / immowelt)

Eine Woche mit viel Stoff: Die EZB hat gedrückt, die Zinsen haben gezogen, der Markt hat gezuckt. Zeit, das alles in Ruhe einzusortieren.

Wochenrückblick – Die Highlights der Woche

Zinserhöhung Nummer zwei: Die EZB macht ernst

Das war das Ereignis der Woche. Am 10. September 2026 hat die EZB alle drei Leitzinsen um 0,25 Prozentpunkte angehoben. Einlagensatz jetzt 2,50 %, Hauptrefinanzierungssatz 2,65 %, Spitzenrefinanzierungssatz 2,90 %.

Es ist die zweite Zinserhöhung in diesem Jahr. Begründung: Die Inflation lag im August bei 3,3 % und damit deutlich über dem Ziel von 2,0 %. Was das bedeutet: Finanzierungen bleiben teuer. Viele Marktbeobachter rechnen nach zwei Schritten zunächst mit einer Pause. Ein weiterer Schritt bis Jahresende gilt als möglich, aber nicht als Basisszenario.

Die nächste EZB-Sitzung findet am 29. Oktober 2026 statt.

Quelle: kagels-trading.de

Bauzinsen über 4 %: Der Markt war mal wieder schneller als Frankfurt

Die EZB hat erhöht, aber die Bauzinsen hatten das schon lange eingepreist. Die Bauzinsen für 10-jährige Darlehen liegen aktuell bei knapp 4,2 %. Die EZB hat am 10. September die Leitzinsen wie erwartet angehoben, die Bauzinsen hatten aber bereits in den Wochen zuvor kontinuierlich angezogen.

Die aktuellen Bauzinsen lagen in der ersten Septemberhälfte 2026 meist zwischen 4,4 und 4,9 % pro Jahr. Für den Flip-Kredit heißt das: mit Aufschlag locker in Richtung 5 %.

Beim Ausblick sind die Experten gespalten: 50 % rechnen mit weiter steigenden Notierungen, 50 % mit Seitwärtsbewegung. Mit Blick auf Jahresende ist das Panel exakt gedrittelt: je rund 33 % erwarten steigende, gleichbleibende oder fallende Zinsen. Klarer Fall: niemand weiß es genau. Aber Warten wird teurer, nicht günstiger.

Quelle: finanznachrichten.de (Interhyp Pressemitteilung)

Investmentmarkt erholt sich nicht: Weniger Käufe, weniger Umsatz

GEWOS hat die Zahlen und sie sind ernüchternd. Für 2026 erwartet das Forschungsinstitut GEWOS rund 612.000 Käufe von Wohnimmobilien. Das wären 4,4 % weniger als im Vorjahr. Auch der Umsatz dürfte um 2,0 % auf knapp 211 Milliarden Euro sinken.

Besonders bei Eigenheimen werden weniger Verkäufe erwartet. Mehrfamilienhäuser könnten dagegen leicht zulegen.

Für Fix & Flip heißt das: Mehr Objekte könnten länger auf dem Markt liegen, Verhandlungsspielraum steigt. Als Gründe nennt das Institut höhere Bauzinsen, gestiegene Baupreise, allgemeine Teuerung und strengere Kreditbedingungen. Kredite mit zehnjähriger Zinsbindung kosteten zuletzt rund 4,25 % – der höchste Stand seit Mai 2011.

Quelle: haufe.de

Immobilienklima fällt weiter: Stimmung im Keller, Logistik trotzt dem Trend

Die Stimmungsmessung für diese Woche ist kein Aufmunterungsposter. Das Deutsche Hypo Immobilienklima fällt im September 2026 auf 80,5 Punkte, 16,6 % unter dem Vorjahreswert. Besonders der Teilindex Investment verliert. Geopolitik, Zinsen und Regulierung bremsen den Markt.

Das Wohnimmobilienklima zieht den Index runter, während Logistik und Handel dem Trend trotzen.

Für den praktischen Investor ist das weniger Drama als Marktchance: Wer jetzt einkauft, tut das gegen die schlechte Stimmung, nicht mit ihr. Und genau das ist meistens der richtige Zeitpunkt.

Quelle: haufe.de

Energieausweis 2.0: Mehr Pflichten, mehr Angaben, mehr Aufwand

Eine der praxisrelevantesten Neuigkeiten der Woche kommt still daher. Energieausweise werden künftig grundsätzlich digital und maschinenlesbar ausgestellt. Neu hinzu kommen unter anderem Angaben zu erneuerbaren Energien, Treibhausgasemissionen und möglichen Energieeinsparungen durch Modernisierungen.

Für Nichtwohngebäude wird erstmals eine Energieeffizienzskala von A bis G eingeführt. Die Pflicht zum Energieausweis gilt künftig auch bei der Verlängerung von Miet-, Pacht- und Leasingverträgen sowie grundsätzlich für Baudenkmäler.

Für Flipper konkret: Wer saniert und verkauft, muss den neuen Ausweis rechtzeitig beantragen – nicht erst wenn der Kaufvertrag auf dem Tisch liegt.

Quelle: immowelt-impuls.de

Wohneigentumsquote auf 20-Jahres-Tief: Zu wenig Käufer heißt zu wenig Abnehmer

Die Wohneigentumsquote ist laut Pestel-Institut auf 43,5 % gefallen, so niedrig wie seit 20 Jahren nicht mehr. Besonders für Haushalte mit kleinen und mittleren Einkommen wird der Immobilienkauf zunehmend schwierig. Deutschland liegt damit weiterhin am unteren Ende im europäischen Vergleich. Hohe Finanzierungskosten und geringe Förderung erschweren selbst Doppelverdienern mit Durchschnittseinkommen den Kauf.

Das ist keine rein soziale Frage. Wenn der klassische Erstkäufer nicht mehr kaufen kann, schrumpft der Abnehmermarkt für fertig sanierte Wohnungen. Preisgestaltung und Zielgruppe beim Exit müssen neu gedacht werden.

Quelle: immowelt-impuls.de

Fazit

Was bleibt von dieser Woche? Eine EZB, die zweimal in Folge erhöht hat, Bauzinsen die stabil über vier Prozent liegen und ein Investmentmarkt, der sich nicht so schnell erholt wie viele gehofft haben. Das klingt nach Gegenwind, aber Gegenwind bedeutet auch: Die Konkurrenz kauft weniger, Verkäufer werden weicher und Verhandlungsspielraum entsteht. Wer seinen Flip-Kredit gut strukturiert hat und sauber kalkuliert einkauft, findet gerade bessere Einkaufspreise als in der Boomphase.

Nächste Woche wird es etwas ruhiger an der Zinsfront: Bis zur nächsten EZB-Sitzung am 29. Oktober ist erst mal Pause. Die Bauzinsen können sich trotzdem weiter bewegen, weil sie am Anleihemarkt hängen, nicht am EZB-Kalender. Augen auf die Bundesanleihe-Renditen – die sagen gerade mehr als Christine Lagarde.