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Flipper News (21.09.2026) - GModG live, Bauzinsen über 4 %, Hausverwaltung überlastet

Markt, GModG und Hausverwaltungs-Engpass – was diese Woche zählt

Die Woche startet mit zwei echten Aufreger-Themen: Das GModG ist in Kraft und hat mehr Zähne als erwartet. Und wer gerade einen Verwalter braucht, merkt schnell, dass er Glück braucht. Beides direkt mit Relevanz für den Flip-Alltag.

EURIBOR 12M 3,37 % Flip-Zins ca. 4,9–5,4 %
EZB Leitzins 2,65 % +0,25 Pp. / 10.09.
Inflation DE 2,9 % Aug. 2026 / Destatis
Baupreise +5,0 % p.a. Mai 2026 / Destatis
ETW Ø DE /qm ca. 3.286 €/qm Sep. 2026 / immowelt

Markt & Preise

Wohnimmobilienklima im September: Die Stimmung kippt weiter

Das Deutsche Hypo Immobilienklima ist im September 2026 auf 80,5 Punkte gefallen – das sind 16,6 Prozent weniger als vor einem Jahr. Besonders der Teilindex Investment verliert. Geopolitik, Zinsen und Regulierung bremsen den Markt. Für Flipper bedeutet das: Auf der Einkaufsseite wird der Verhandlungsspielraum tendenziell größer. Wer jetzt gut einkauft, sichert sich einen Teil der Marge schon beim Kauf.

Quelle: haufe.de

Wohnungsmarkt: Mit Balkon läuft es, ohne Balkon lässt man es

Wohnungen mit Balkon sind beim Kauf deutlich gefragter als ohne. Bei Mietwohnungen ist inzwischen das Gegenteil der Fall. Das geht aus einer Analyse von ImmoScout24 für 118 kreisfreie Städte hervor. Im zweiten Quartal 2026 erhielten Kaufwohnungen mit Balkon durchschnittlich 19 Prozent mehr Anfragen pro Inseratstag. Klingt banal, ist es aber nicht. Wer renoviert und dabei eine Terrasse oder einen Balkon ergänzen oder aufwerten kann, hat im Exit einen klaren Hebel. Kleines Detail, große Wirkung auf die Nachfragezahl.

Quelle: Immobilien Aktuell

Renovierung & Bau

GModG: Das neue Heizungsgesetz ist live. Und es hat Konsequenzen beim Kauf.

Das Gebäudeenergiegesetz heißt seit dem 29. Juli 2026 Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG). Mit der Novelle sind die 65-Prozent-Regel für neue Heizungen und die Austauschpflicht für alte Heizkessel entfallen. An ihre Stelle treten ein Optionenkatalog beim Heizungsersatz und eine Quote für den eingesetzten Brennstoff.

Klingt erstmal entspannter. Aber die Nachrüstpflichten bleiben:

  • Oberste Geschossdecke oder Dach müssen auf U-Wert 0,24 W/(m²·K) gedämmt sein.
  • Ungedämmte Heizleitungen im Keller müssen isoliert werden.
  • Verstöße können mit bis zu 50.000 Euro geahndet werden.

Beim nächsten Altbau-Kauf also direkt beim Besichtigungstermin Dach und Keller checken. Das ist jetzt nicht mehr nur nice-to-have.

Quelle: nebenkostenrechneronline.de

Hausverwaltung 2026: Überlastet, unterbesetzt – und du brauchst einen

Laut VDIV-Branchenbarometer 2026 bezeichnen sich 62,1 Prozent der Hausverwaltungen als überlastet. Hausverwaltungen suchen Personal und finden es nicht. Eine bundesweite Befragung zeigt, dass 57 Prozent planen, sich von zeitaufwendigen Objekten zu trennen. Kaum jemand ist bereit, neue Verwaltungen zu übernehmen – insbesondere kleine WEGs finden zunehmend schwer einen Verwalter.

Gründe sind ständig neue gesetzliche Vorgaben, ein sich verschärfender Fachkräftemangel sowie ein teils rauerer Umgangston bei Eigentümerversammlungen.

Relevant beim Flip mit Aufteilung: Wer vorab keinen guten Verwalter hat, dem fehlt beim Exit ein echtes Verkaufsargument. Guten Verwaltervertrag früh sichern.

Quelle: haufe.de

Baupreise Mai 2026: Plus 5 Prozent. Und das ist nicht das Ende.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes sind die Preise für den Wohnungs-Neubau in Deutschland im Mai 2026 im Vergleich zu Mai 2025 um 5,0 Prozent gestiegen. Für das Gesamtjahr prognostiziert das BBSR einen Anstieg von 3,3 Prozent, knapp über dem Vorjahr.

Der Anstieg kommt nicht aus dem Nichts: Die gestiegenen Ölpreise verteuern nicht nur den Transport von Rohstoffen, sondern wirken sich auch auf Nebenprodukte wie Bitumen aus.

Für die Reno-Kalkulation heißt das: Handwerkerangebote von vor drei Monaten nicht mehr als Grundlage nehmen. Lieber neu einholen.

Quelle: BBSR / Destatis

Finanzen, Recht & Steuern

Bauzins September: Über 4 Prozent und kein klares Bild für die nächsten Monate

Die aktuellen Bauzinsen liegen in der ersten Septemberhälfte 2026 meist zwischen 4,4 und 4,9 Prozent pro Jahr. Interhyp meldet für 10-jährige Darlehen 4,2 Prozent. Das Bankenpanel ist bei der Kurzfristprognose gespalten: 50 Prozent rechnen mit weiter steigenden Notierungen, 50 Prozent mit Seitwärtsbewegung. Für das Jahresende ist das Panel exakt gedrittelt – jeweils ein Drittel erwartet steigende, gleichbleibende oder fallende Zinsen.

Klarer kann man es kaum sagen: Niemand weiß es gerade. Flip-Finanzierungen kurz halten und Sicherheitspuffer in der Kalkulation lassen.

Quelle: finanztip.de

Wohnnebenkosten 2026: Teurer als die Inflation selbst

Ein Vergleich des Bundes der Steuerzahler für die 16 Landeshauptstädte zeigt, dass die Wohnnebenkosten 2026 im Schnitt um 3,7 Prozent gestiegen sind – deutlich stärker als die allgemeine Inflation von 2,1 Prozent. Besonders kräftig legten Trinkwasser-, Schmutzwasser- und Abfallgebühren zu.

Spitzenreiter ohne Grundsteuer ist Potsdam mit 1.985 Euro jährlich für einen Musterhaushalt – ein Plus von 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Für Kalkulationen bei vermieteten Objekten: Hausgelderhöhungen sind realistisch. Wer Eigentumswohnungen hält oder kauft, sollte die aktuellen Betriebskostenprognosen in der WEG abfragen.

Quelle: immowelt Impuls

Fazit

Ein ruhiger Montag ohne große Marktschüttler – aber mit handfesten Konsequenzen. Das GModG ist jetzt Realität und hat direkte Auswirkungen auf die Due Diligence beim Altbau-Kauf. Wer das ignoriert, kauft sich unbekannte Kosten ein. Auf der Finanzierungsseite bleibt die Unsicherheit hoch: Zinsen über 4 Prozent, kein klarer Trend. Das macht kurze Haltezeiten und disziplinierte Kalkulation wichtiger denn je. Einkauf, Renovierungsbudget und Exit-Preis müssen zusammenpassen – bevor der Deal gemacht wird.