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Flipper News (22.09.2026) - ZIA-Index dreht ins Plus, EmpCo-Richtlinie, Balkon-Aufschlag & BGH zu Maklerprovisionen

Fünf Tage bis EmpCo, ZIA dreht ins Plus – das sind die Themen heute

Fünf Tage bis die EmpCo-Richtlinie greift, der ZIA-Index dreht erstmals ins Positive und Berlin wählt über Mieten. Genug Stoff für heute Morgen.

Indikator Wert Hinweis
EURIBOR 12M 3,37 % ↗ Flip-Zins ca. 4,9–5,4 %
EZB Leitzins 2,65 % ↗ +0,25 Pp. / 10.09.
Inflation DE 2,9 % ↗ Aug. 2026, Destatis
Baupreise +5,0 % p.a. ↗ Mai 2026, BBSR/Destatis
ETW Ø DE /m² ca. 3.286 €/m² ↗ Sep. 2026, Immowelt

Markt & Preise

ZIA-IW-Index: Das Immobilienklima dreht erstmals wieder ins Plus

Im dritten Quartal 2026 zeigt der ZIA-IW-Immobilienklima-Index erstmals wieder ein positives Vorzeichen. Die Erwartungen für die kommenden sechs Monate bleiben trotz leichter Aufhellung noch im negativen Bereich. Zwei Botschaften in einem: Die Stimmung hellt sich auf, aber echte Euphorie ist das noch nicht. Für Flipper heißt das: Die Käufer kommen zurück, aber langsam. Gut für den Verkauf, noch keine Party.

Quelle: Haufe Immobilien

Balkon oder nicht Balkon: Das ist hier die Frage

Eine neue Analyse von ImmoScout24 für 118 kreisfreie Städte macht den Unterschied messbar. Im zweiten Quartal 2026 erhielten zum Verkauf angebotene Wohnungen mit Balkon durchschnittlich 19 Prozent mehr Anfragen pro Inseratstag als Wohnungen ohne Balkon. Bei Eigentumswohnungen blieb die Differenz mit rund zwölf Prozent stabil: Mit Balkon werden im Median 4.381 Euro je Quadratmeter verlangt, ohne Balkon 3.903 Euro.

Wer also beim nächsten Flip überlegt, ob der Balkonanbau oder die Terrassenerweiterung reinkommt: Die Zahlen sprechen eine klare Sprache.

Quelle: Immobilien Aktuell / ImmoScout24-Analyse

Berlin wählt, und der Immobilienmarkt schaut zu

Am 20. September hat Berlin gewählt, und das Thema Nummer eins war: Mieten. Für Investoren in Berlin gilt: Je nach politischem Ausgang könnte die Regulierungsspirale weitergedreht werden. Für Investoren, Finanzierer und Bestandshalter wächst die regulatorische Unsicherheit rund um Eigentum, Bewertung und künftige Investitionen. Im Zentrum der Debatte steht der größte private Wohnungsbestand Berlins: Vonovia hält dort rund 138.000 Wohnungen mit einem ausgewiesenen Immobilienwert von 23,2 Milliarden Euro. Berlin bleibt spannend, aber nicht pflegeleicht.

Quelle: Haufe Immobilien

Renovierung & Bau

Bauministerkonferenz: Standards runter, Plattform hoch

Die Länder-Bauminister waren unter sich und haben sich etwas vorgenommen. Im Zentrum der Bauministerkonferenz 2026 stand bezahlbares Bauen und Wohnen. Die Bauminister wollen kostensteigernde Standards und Normen überprüfen, damit Bauen günstiger und einfacher wird. Eine neue gemeinsame Plattform soll erfolgreiche Lösungen für kostenreduziertes Bauen sichtbarer machen.

Klingt gut, ist aber erstmal nur Politik. Die Wohnungswirtschaft fordert zusätzlich, den Gebäudetyp E zügig im Bürgerlichen Gesetzbuch abzusichern. Kritik gibt es an geplanten Kürzungen bei der Gebäudeförderung für Mehrfamilienhäuser. Wer also auf günstigere Baustandards hofft: Das dauert noch. Wer auf Förderungen für Mehrfamilienhäuser baut, sollte das jetzt neu durchrechnen.

Quelle: Immowelt Impuls, 15.09.2026

Finanzen, Recht & Steuern

EmpCo startet am 27. September: Schluss mit „nachhaltig" ohne Beleg

Ab dem 27.9.2026 gilt die EU-Richtlinie EmpCo, umgesetzt im deutschen UWG. Wer Immobilien ohne Belege als „nachhaltig" oder „klimafreundlich" bewirbt, riskiert eine Abmahnung. Das trifft Makler, Projektentwickler und alle, die Exposés schreiben.

Abmahnkanzleien werden aktiv, Klagen sind angekündigt. In jedem Exposé, jeder Projektwebsite, jedem Imagefilm der Wohnungswirtschaft können Claims stecken, die ab dem 27.9.2026 ohne Belege verboten sind. Konkret: „Wärmepumpe im Keller, Solaranlage auf dem Dach" reicht nicht als Beleg für „nachhaltiges Zuhause". Entweder Energieausweis-Kennwerte rein oder die Formulierung raus. Bußgelder sind bis zu vier Prozent des Jahresumsatzes möglich.

Quelle: Haufe Immobilien

Makler-Provision und Widerruf: BGH zieht klare Grenzen

Ein BGH-Urteil, das beim Doppelmakler-Geschäft wichtig ist: Widerruft eine Partei ihren Maklervertrag, verliert ein Doppelmakler nicht automatisch auch den Provisionsanspruch gegen die andere Seite. Im entschiedenen Fall hatte ein Immobilienmakler sowohl mit der Verkäuferseite als auch mit dem Käufer eine Provision von jeweils 3,57 Prozent vereinbart. Die Verkäufer widerriefen ihren Vertrag, weil sie keine Widerrufsbelehrung erhalten hatten.

Der BGH bestätigte jedoch den Provisionsanspruch gegen den Käufer: Fällt die Provision einer Partei durch einen Widerruf weg, muss die andere Partei weiterhin zahlen. Für alle, die mit Maklern zusammenarbeiten: Die Widerrufsbelehrung an alle Parteien ist Pflicht. Fehlt sie auf einer Seite, zieht die andere Seite trotzdem blank.

Quelle: Immowelt Impuls / BGH-Urteil

Unter 25 kaufen: Lieber alte Klötze als gar nix

Interessantes Bild bei den jungen Erstkäufern: Bei den unter 25-Jährigen hat mehr als ein Drittel der gekauften Immobilien eine schlechte Energieeffizienzklasse, im Schnitt sind die Häuser über 60 Jahre alt. Der Hauptgrund ist der Preis: Ältere Objekte sind deutlich günstiger als Neubauten und daher auch mit weniger Eigenkapital erschwinglich. Viele junge Käufer planen die Sanierung direkt mit ein – im Schnitt liegt das geplante Budget bei rund 40.000 bis 48.000 Euro.

Das ist die Fix-&-Flip-Zielgruppe unter den Eigennutzern. Wer also sanierte oder teilsanierte Objekte anbietet, trifft genau diese Nachfrage. Sauber hergerichtetes Bestandsobjekt mit klarem Energieausweis schlägt den alten Klotz im Rohzustand deutlich.

Quelle: Immowelt Impuls, 07.09.2026

Fazit

Der Markt dreht langsam, aber er dreht. Das positive ZIA-Klimasignal und die anhaltende Nachfrage nach sanierten Objekten zeigen: Wer ein gutes Produkt hat, findet Abnehmer. Die steigenden Baupreise und der Euribor auf dem aktuellen Niveau machen die Kalkulation aber eng. Deshalb gilt beim Einkauf gerade mehr denn je: Lieber einen schlechten Deal ablehnen als einen guten Deal ruinieren.

Und der Tipp für diese Woche: Das EmpCo-Thema ist kein Papiertiger. Wer in Exposés noch mit „nachhaltig renoviert" oder „klimafreundlicher Neubau" wirbt, sollte das bis Samstag überarbeiten oder mit konkreten Belegen unterfüttern. Die Abmahnkanzleien haben schon ihre Suchmaschinen warm.