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Flipper News (23.09.2026) - Berlin-Wahl, EmpCo-Pflicht, Wärmepumpen-Boom & Anschlussfinanzierungen

Berlin, Wärmepumpen und ein Gesetz, das morgen gilt

Mittwoch, Halbzeit der Woche. Heute geht es um einen Berliner Immobilienmarkt im Wahlkampf-Modus, einen Dena-Gebäudereport mit einer Überraschung bei Wärmepumpen und einen Gesetzentwurf, der schon lange auf sich warten lässt. Plus: EmpCo tritt in Kraft. Zeit, die Exposés zu checken.

Indikator Wert Hinweis
EURIBOR 12M 3,11 % ↗ Flip-Zins ~4,6–5,1 %
EZB Leitzins 2,65 % ↗ +0,25 Pp. / 10.09.
Inflation DE 2,9 % ↗ Aug. 2026, Destatis
Baupreise +5,0 % p.a. ↗ Mai 2026, Destatis
ETW Ø DE /m² ca. 3.290 €/m² ↗ Sep. 2026, Bestand

Markt & Preise

Berlin nach der Wahl: Enteignungsdebatte 2.0 und was das für Investoren heißt

Am 20. September haben die Berliner gewählt. Und mit dem Wahlergebnis kommt das Thema Vergesellschaftung großer Wohnungsbestände wieder auf den Tisch. Konkret geht es um rund 138.000 Wohnungen von Vonovia mit einem ausgewiesenen Immobilienwert von 23,2 Milliarden Euro. Erste institutionelle Investoren reagieren laut Berichten bereits zurückhaltender bei Engagements in Berlin. Für Fix & Flip-Investoren bedeutet das: Die regulatorische Unsicherheit in der Hauptstadt steigt. Wer dort kauft, sollte den politischen Rückenwind im Blick behalten.

Quelle: immowelt impuls

UBS Bubble Index 2026: München und Frankfurt im Visier

Der UBS Global Real Estate Bubble Index 2026 ist da. Das Urteil für Deutschland: Das Blasenrisiko für Wohnimmobilien ist in München und Frankfurt derzeit mäßig hoch. Kein Alarm, aber auch kein Freifahrtschein. Preispolarisierung statt flächendeckendem Absturz bleibt das Motto. Wer in A-Lagen kauft und verkauft, bewegt sich auf stabilem, aber nicht billigem Terrain. In Randlagen und bei unsanierten Beständen bleibt der Druck.

Quelle: Immobilien Zeitung

WG-Mieten zum Wintersemester: Vier Städte drehen am Rad

Berlin, Hamburg, München und Köln verteuern sich gerade merklich zum Wintersemester. Im Schnitt werden in diesen vier Städten 692 Euro für ein WG-Zimmer verlangt, 23 Euro mehr als noch ein halbes Jahr zuvor. München führt mit 850 Euro im Median. Bundesweit liegt der Schnitt mit 510 Euro dagegen nahezu stabil. Für den Flip-Verkauf in diesen Städten heißt das: Die Nachfrage nach kleinen, stadtnahen Einheiten bleibt stark. Studenten kaufen zwar nicht, aber ihre Eltern manchmal schon.

Quelle: immowelt impuls

Renovierung & Bau

Dena-Gebäudereport 2026: Wärmepumpen boomen, Solardach läuft schlecht

Frische Zahlen vom Dena-Gebäudereport September-Update. Das Überraschende: Wärmepumpen verkaufen sich 40 Prozent besser als im Vorjahr. Auch Batteriespeicher legen zu. Der Dachsolarausbau dagegen bricht ein, minus 17 Prozent. Was steckt dahinter? Die GModG-Nachrüstpflichten bei Eigentümerwechsel treiben den Wärmepumpen-Absatz an. Wer ein Haus kauft und innerhalb von zwei Jahren nachrüsten muss, schlägt gleich zu. Für Flipper bedeutet das: Eine frisch eingebaute Wärmepumpe ist kein Luxus mehr, sondern ein Verkaufsargument.

Quelle: Haufe Immobilien

Gebäudetyp E: Der Gesetzentwurf steckt fest

Schneller und günstiger bauen durch das Abweichen von teuren Komfort-Standards, ohne rechtliche Risiken. Das ist die Idee des Gebäudetyp E. Branchenverbände schätzen das Einsparpotenzial auf bis zu 25 Prozent bei den Baukosten. Klingt gut. Aber der Gesetzentwurf steckt seit über zwei Monaten in der internen Abstimmung zwischen den Ministerien. Bauministerin Verena Hubertz dämpft die Hoffnung auf eine schnelle Verabschiedung. Für Entwickler und Flipper bleibt es also Zukunftsmusik.

Quelle: immowelt impuls

Finanzen, Recht & Steuern

Ab heute gilt EmpCo: Exposés und Websites auf dem Prüfstand

Am 27. September 2026 tritt die EU-Richtlinie EmpCo in Kraft. Ab dann sind Begriffe wie „nachhaltig", „klimaneutral" oder „grün" in Exposés, Projektwebsites und Imagefilmen ohne konkrete Belege verboten. Abmahnkanzleien sind bereits aktiv, Klagen angekündigt. Wer Objekte bewirbt und solche Claims nutzt, sollte sie rausnehmen oder mit Nachweisen unterlegen. Das gilt nicht nur für große Wohnungsunternehmen, sondern für jeden, der Immobilien inseriert.

Quelle: Haufe Immobilien

Anschlussfinanzierungen unter Druck: Der stille Angebotsschub kommt

Kredite aus der 1-Prozent-Ära (2015 bis 2017) laufen gerade aus, und Eigentümer müssen zu Sätzen von 4 bis 4,5 Prozent refinanzieren. Das erhöht die Zinslast spürbar und kann Haushalte zu Verkäufen zwingen. Das bedeutet mittelfristig: mehr Angebot in Randlagen, und zwar von Leuten, die verkaufen müssen und nicht nur wollen. Für Flipper ist das klassisches Einkaufs-Terrain. Wer die Pipeline dieser Zwangsläufig-Verkäufer kennt, ist früh dran.

Quelle: Homeday

Fazit

Es bleibt ein Markt mit zwei Geschwindigkeiten: Energetisch sanierte Objekte in gefragten Lagen laufen. Unsanierte Bestände und Randlagen stehen unter Druck, werden aber zunehmend zur Einkaufsquelle, weil Eigentümer mit auslaufenden Niedrigzins-Krediten unter Verkaufsdruck geraten. Der Bauzins liegt fest oberhalb von 4 Prozent, das drückt auf Käuferzahlen und Kaufpreise beim Weiterverkauf. Für die Kalkulation heißt das: Einkaufspreise konservativ ansetzen, Renovierungsbudget auf die gestiegenen Baupreise abstimmen und den Exit zu einem käufertauglichen Endpreis planen.