Flipper News (24.09.2026) - Wohnpreise, Heizspiegel 2026 & Berliner Enteignungsdebatte
Destatis-Zahlen, Heizspiegel 2026 und was das für Flipper bedeutet
Destatis hat heute frische Q2-Zahlen zu den Wohnimmobilienpreisen veröffentlicht und der Heizspiegel 2026 macht deutlich, was im geflippten Objekt an Technik drin sein sollte. Los geht's.
| EURIBOR 12M | 3,37 % ↗ | Flip-Zins ca. 4,9–5,4 % |
| EZB Leitzins | 2,65 % ↗ | +0,25 Pp. / 10.09. |
| Inflation DE | 2,9 % ↗ | August 2026, Destatis |
| Baupreise | +5,0 % p.a. ↗ | Mai 2026, Jahresprognose 3,3 % |
| ETW Ø DE /qm | 3.286 €/m² ↗ | Sept. 2026, immowelt |
Markt & Preise
Destatis Q2: Wohnimmobilien ziehen leicht an, aber die Big Seven bremsen
Frische Zahlen vom Statistischen Bundesamt, heute Morgen veröffentlicht: Die Preise für Wohnimmobilien in Deutschland sind im zweiten Quartal 2026 um durchschnittlich 0,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum gestiegen. Klingt nach wenig, und das ist es auch.
In den Top-7-Metropolen gaben die Preise für Eigentumswohnungen sowohl im Vergleich zum Vorjahresquartal (-0,4 Prozent) als auch zum Vorquartal (-0,5 Prozent) leicht nach. Wer also auf dem großstädtischen ETW-Markt einkauft und saniert, findet gerade leicht entspanntere Verkaufspreise für seine fertige Einheit. Das ist kein Einbruch, aber ein Signal: Die Nachfrage in den Metropolen ist nicht mehr unendlich.
In den kreisfreien Großstädten außerhalb der Metropolen wurde für Eigentumswohnungen dagegen ein Preisanstieg sowohl gegenüber dem Vorjahresquartal (+2,0 Prozent) als auch gegenüber dem Vorquartal (+0,5 Prozent) beobachtet. Das B-Lage-Prinzip greift weiter.
Quelle: dts / Destatis
Autostandorte unter Druck: Der Umbau der Industrie trifft den Immobilienmarkt
Der Umbau der Autoindustrie erreicht zunehmend die regionalen Immobilienmärkte. Besonders an stark industrieabhängigen Standorten geraten Kaufpreise und Mieten unter Druck, während wirtschaftlich breiter aufgestellte Regionen deutlich robuster bleiben.
Konkret: In Salzgitter und Braunschweig geben die Angebotspreise von Eigentumswohnungen nach, zugleich entwickelt sich der Mietmarkt schwächer als im Landesdurchschnitt. Auch Zwickau und Chemnitz verzeichnen Preisrückgänge.
Dresden hebt sich dagegen dank seiner wachsenden Bedeutung als Technologiestandort deutlich ab. In Süddeutschland bleiben viele Märkte stabil oder wachsen weiter. Ingolstadt, Sindelfingen sowie mehrere bayerische Zuliefererstandorte melden steigende Kaufpreise.
Für Flipper klar: Bevor man in einer „Automobilstadt" kauft, lohnt ein Blick auf die Arbeitgeberbasis vor Ort.
Quelle: immowelt Impuls
Vonovia baut Soldatenwohnungen: Seriell, schnell, Bundeswehr
Vonovia will Soldatenwohnungen für die Bundeswehr mit seriellen Neubauverfahren schaffen und anschließend betreiben. Der Dialog läuft bereits, nun entscheidet das Verteidigungsministerium.
Dass Vonovia dabei explizit den seriellen Neubau adressiert, ist strategisch: Serielles Bauen verspricht kurze Projektlaufzeiten und standardisierbare Abläufe, was gerade dort helfen kann, wo der Wohnungsmarkt angespannt ist.
Für Flipper direkt nicht relevant, aber als Trend interessant: Serielles Bauen und Modulbau werden durch solche Großaufträge normalisiert. Was bei Bundeswehr-Wohnungen funktioniert, landet irgendwann auch in der Sanierungspraxis.
Quelle: IT Boltwise
Renovierung & Bau
Heizspiegel 2026: Öl kostet 24 Prozent mehr, Wärmepumpe punktet wieder
Der neue Heizspiegel 2026 ist da – und er ist ein Verkaufsargument für gut sanierte Objekte. Die Heizkosten für Haushalte in Deutschland werden im Jahr 2026 voraussichtlich erneut über dem Niveau des Vorjahres liegen, so die aktuelle Studie von co2online.
Besonders stark betroffen sind Haushalte mit Ölheizung. Für eine 70-Quadratmeter-Wohnung prognostiziert co2online einen Kostenanstieg von 24 Prozent auf 1.275 Euro. Als wesentlicher Hintergrund wird der Irankrieg angeführt, der die globalen Ölpreise unter Druck setzt.
Die effizienteste Form der Wärmeerzeugung stellen laut der Studie Wärmepumpen dar. Trotz eines prognostizierten leichten Anstiegs der Kosten um 3 Prozent auf 735 Euro bleiben sie die preiswerteste Lösung. co2online geht davon aus, dass Wärmepumpen voraussichtlich dauerhaft die günstigste Heizungsart bleiben werden.
Das ist Verkaufsargument und Kalkulationsgrundlage in einem: Wer eine Ölheizung im Flip hat, sollte ernsthaft rechnen, ob eine Wärmepumpe die Exit-Chancen verbessert.
Quelle: haufe.de
Finanzen, Recht & Steuern
Bundesbaugesellschaft: Zwischen Idee und Wirklichkeit
Die geplante „Wohnungsbaugesellschaft für bezahlbares Wohnen" (WBG) des Bundes polarisiert. Die Gesellschaft soll Projektentwickler und Generalunternehmer mit dem Bau bezahlbarer Mietwohnungen beauftragen, fertige Projekte ankaufen und sich an Vorhaben Dritter beteiligen. Die Wohnungen sollen dauerhaft in ihrem Bestand bleiben.
Kritiker aus Verbänden und Wissenschaft halten neue Strukturen jedoch für unnötig und plädieren dafür, bestehende Wohnungsunternehmen finanziell zu stärken. Andere Stimmen sehen Chancen, wenn die Gesellschaft vor allem günstiges Kapital mobilisiert und mit privaten oder kommunalen Akteuren kooperiert.
Wie die Gesellschaft genau ausgestaltet und von bestehenden Bundesstrukturen abgegrenzt wird, ist noch offen. Für Investoren gilt: Solange die Details unklar sind, ändert sich am Markt nichts. Wenn günstige Bundesflächen mobilisiert werden, könnten private Entwickler aber durchaus mitprofitieren.
Quelle: haufe.de
Berlin: Enteignung wird zum Verfassungsfall, Merz will Bundesgesetz
Nach dem Berliner Wahlsieg der Linken macht die Vergesellschaftungsdebatte in der Bundespolitik Tempo. Bundeskanzler Friedrich Merz hat eine rasche Entscheidung über ein Bundesgesetz angekündigt, das Vergesellschaftungen privater Mietwohnungsbestände durch die Länder verhindern soll. Erste Entwürfe werden laut Tagesschau bereits zwischen Bundesjustizministerium und Bundesinnenministerium abgestimmt.
Grundlage ist Artikel 15 des Grundgesetzes, der die Überführung von Grund und Boden in Gemeineigentum ermöglicht. Betroffen wären nach dem Entwurf der Initiative Konzerne mit mehr als 3.000 Wohnungen in Berlin.
Für den typischen Flipper mit unter 3.000 Wohnungen im Bestand also keine direkte Bedrohung. Trotzdem: Wer in Berlin investiert, sollte die Entwicklung im Blick behalten.
Quelle: immowelt Impuls
Fazit
Die heutigen Destatis-Zahlen zeigen das, was viele schon spüren: Der Markt läuft weiter, aber nicht mehr auf Autopilot. Wer in Metropolen flipped, muss beim Exit die leicht gebremste ETW-Nachfrage einpreisen, während B-Städte oft mehr Dynamik zeigen. Der Heizspiegel liefert ein konkretes Argument für Wärmepumpen im Renovierungskonzept: weniger Nebenkosten bedeuten mehr Käuferinteresse und höhere Zahlungsbereitschaft. Und wer in Berlin plant, behält die Vergesellschaftungsdebatte besser im Blick – auch wenn Kleininvestoren aktuell klar außerhalb der Schusslinie sind.