Flipper News (25.09.2026) - Metropolen-ETW unter Druck, Mittelstädte legen zu, Bauzinsen über 4 %
Markt mit zwei Gesichtern: Metropolen schwächeln, der Rest zieht an
Destatis hat die frischen Q2-Zahlen veröffentlicht. Sie erzählen eine Geschichte mit zwei Gesichtern: Deutschland im Schnitt leicht teurer, die Big Seven bei Wohnungen leicht billiger. Was das für deinen nächsten Deal bedeutet, erfährst du hier.
| EURIBOR 12M | 3,11 % ↗ | Flip-Zins ca. 4,6–5,1 % |
| EZB Leitzins | 2,65 % ↗ | +0,25 Pp. / 10.09. |
| Inflation DE | 2,9 % ↗ | Aug. 2026 / Destatis |
| Baupreise | +3,3 % p.a. ↗ | Prognose 2026 / BBSR |
| ETW Ø DE /m² | 3.451 €/m² → | Bestand DE / Jun. 2026 |
Markt & Preise
Destatis Q2 frisch: Wohnungen in Metropolen billiger, Rest zieht an
Die Preise für Wohnimmobilien in Deutschland sind im zweiten Quartal 2026 um durchschnittlich 0,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal gestiegen. Gegenüber dem ersten Quartal 2026 erhöhten sich die Preise um 0,3 Prozent. Klingt erstmal okay, aber schau dir die Details an:
- In den Top-7-Metropolen gaben die Preise für Eigentumswohnungen sowohl im Jahresvergleich (minus 0,4 Prozent) als auch zum Vorquartal (minus 0,5 Prozent) leicht nach.
- In kreisfreien Großstädten außerhalb der Metropolen stiegen die Wohnungspreise dagegen um 2,0 Prozent.
Der Markt spaltet sich gerade auf: Metropolen-ETW unter Druck, Rest der Republik zieht an. Für Flipper heißt das: Wer in Mittelstädten einkauft, hat die Dynamik auf seiner Seite.
Quelle: Destatis
IVD bringt Report: Kein Aufschwung, kein Absturz, nur Frust
Ähnlich sieht das der Immobilienverband IVD, der Makler, Sachverständige und Verwalter vertritt. Von einem Aufschwung am Wohnungsmarkt könne keine Rede sein, heißt es in einem Bericht zu Kauf- und Mietpreisen in etwa 500 Städten und Gemeinden.
„Hohe Finanzierungshürden erschweren den Eigentumserwerb, während auf dem Mietmarkt das knappe Angebot den Druck weiter erhöht."
Gerade in der Gruppe der 25- bis 45-Jährigen sei die Eigentumsquote gering, die große Mehrzahl wohne zur Miete. Für Fix & Flip-Investoren ist das eigentlich eine gute Neuigkeit: Wer schlüsselfertig oder renoviert verkauft, trifft auf eine Käufergruppe, die Eigenkapital hat, aber sich das Suchen nicht mehr leisten will.
Quelle: wirtschaftsticker.com
Ostdeutschland legt zu: Halle mit +11,7 Prozent, Leipzig schläft
Laut einer immowelt-Analyse sind die Angebotspreise von September 2025 bis September 2026 in 74 von 76 untersuchten ostdeutschen Städten und Landkreisen gestiegen, im Schnitt um 3,8 Prozent.
- Halle: Bestandswohnungen verteuerten sich um 11,7 Prozent auf 2.945 Euro pro Quadratmeter.
- Leipzig: Plus von 0,3 Prozent – nahezu Stagnation.
Ostdeutschland ist kein monolithischer Markt mehr. Halle schießt durch die Decke, Leipzig hängt durch. Wer dort Flips macht, muss jetzt noch genauer nach Stadtteil und Zustand differenzieren als früher.
Quelle: immowelt impuls
Renovierung & Bau
Bauturbo hakt: BauGB-Reform hängt noch im Parlament
Umweltprüfungen und Bauleitplanverfahren sollen vereinfacht und digitalisiert werden, Mehrfachbeteiligungen sollen reduziert werden. Zudem sollen Gemeinden mehr Spielraum bei der Ausweisung von Baugebieten erhalten. Aufstockungen und Gebäudeerweiterungen könnten künftig breiter ermöglicht werden, ohne zuvor einen Bebauungsplan ändern zu müssen. Auch eine dichtere Bebauung in zweiter Reihe oder auf Höfen soll erleichtert werden.
Klingt gut – aber: Die Regelungen befinden sich weiterhin im parlamentarischen Verfahren. Der Bau-Turbo der Bundesregierung ist also mehr Ankündigung als Wirklichkeit. Wer auf schnellere Genehmigungen wartet, sollte lieber nicht den Atem anhalten.
Quelle: immowelt impuls
BF.Quartalsbarometer Q3: Gewerbefinanzierer atmen wieder etwas
In der gewerblichen Immobilienfinanzierung verbessert sich die Stimmung deutlich. Das Neugeschäft zieht an und die Finanzierungsbedingungen stabilisieren sich, auch wenn hohe Kosten den Markt weiter bremsen. Das BF.Quartalsbarometer für das dritte Quartal 2026 stieg von minus 25,97 auf minus 12,30 Punkte und bleibt damit zwar im negativen Bereich, zeigt aber eine deutliche Erholung.
Immer noch rot, aber weniger rot als noch vor drei Monaten. Das bedeutet: Brückenfinanzierungen und gewerbliche Flip-Kredite werden wieder etwas leichter zu bekommen. Nicht billig, aber erreichbar.
Quelle: immowelt impuls
Finanzen, Recht & Steuern
Bauzinsen: 4 Prozent passé, Richtung 4,5 Prozent?
Mit dem Iran-Krieg ist Bauen noch einmal teurer geworden, und die zehnjährigen Bauzinsen sind mit Inflationssorgen über die Marke von vier Prozent gestiegen. „Wir nähern uns bei den Bauzinsen langsam den möglichen 4,5 Prozent", schrieb jüngst Max Herbst, Gründer der FMH-Finanzberatung. Experten fürchten, dass der Aufschwung im Wohnungsbau versiegt, bevor er richtig begonnen hat.
Für Flipper konkret:
- Stand 24. September 2026 liegt ein repräsentativer effektiver Jahreszins bei 4,17 Prozent.
- Die generelle Zinsprognose des Dr. Klein Expertenrats für das zweite Halbjahr 2026 geht davon aus, dass der Topzins für 10-jährige Darlehen zwischen 3,3 und 3,9 Prozent liegt.
Wer mit kurzlaufenden Brückenfinanzierungen arbeitet, zahlt nochmal deutlich mehr. Einrechnen, nicht hoffen.
Quelle: Dr. Klein
EmpCo startet: Ab sofort Greenwashing verboten
Am 27. September 2026 treten neue UWG-Regeln in Kraft. Deutschland setzt damit die europäische EmpCo-Richtlinie um. Ab dann gilt: Wer Immobilien ohne Belege als „nachhaltig" oder „klimafreundlich" bewirbt, riskiert eine Abmahnung.
Das betrifft jeden, der Exposés schreibt oder Inserate schaltet. „Energieeffizient saniert" oder „klimafreundlich" ohne Nachweis ist ab sofort juristisches Glatteis. Energieausweis raus, Formulierungen prüfen, Makler briefen – das ist kein Nice-to-have mehr.
Quelle: Haufe
Zwangsversteigerungen 2026: Über 15.000 Objekte, Verkehrswerte auf Rekordhoch
Argetra erwartet mehr als 15.000 zwangsversteigerte Objekte und Verkehrswerte auf Rekordhoch. Damit bietet der Markt Investoren 2026 ungewöhnlich viele Einstiegschancen – trotz oder gerade wegen der Insolvenzkrise.
Viele der Objekte sind sanierungsbedürftig und kommen aus Not heraus auf den Markt. Klassische Flip-Ware also, aber mit einem Haken: Hohe Verkehrswerte bedeuten, dass Schnäppchen bei der Versteigerung seltener werden. Wer dort aktiv ist, muss die Kalkulation knallhart machen.
Quelle: Haufe
Fazit
Die Woche endet mit einem klaren Signal: Der Markt läuft, aber er läuft regional und selektiv. Metropolen-ETW unter Druck, Mittelstädte und Ostdeutschland legen zu. Für den Flip bedeutet das: Einkaufsstrategie überdenken, falls man bisher nur in den Big Seven gedacht hat. Wer in Halle, Erfurt oder Chemnitz kauft, hat noch Luft nach oben. Wer in München oder Frankfurt flippt, muss die Marge heute sehr genau rechnen.
Bauzinsen über 4 Prozent und EZB weiter auf Kurs nach oben machen Finanzierungskosten zur wichtigsten Stellschraube. Gleichzeitig gibt es mehr Ware: Zwangsversteigerungen auf Rekordniveau. Das ist die Mischung, die Flipper mögen – wenn die Kalkulation stimmt.