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Flipper News (28.09.2026) - Wohngeld-Rekord, Heizkosten-Check, Bauzins 4,22 %

Marktüberblick zum Start der Woche

Die Woche startet mit ein paar frischen Zahlen und einem Thema, das uns Vermieter und Eigentümer gleich doppelt trifft: Die Heizperiode beginnt in drei Tagen und was das Heizen kostet, hat sich verschoben. Plus: Wohngeld auf Rekordstand und der Bauauftragseingang strauchelt.

EURIBOR 12M3,11 % ↗Flip-Zins ca. 4,6–5,1 %
EZB Leitzins2,65 % ↗+0,25 Pp. / 16.09.
Inflation DE2,9 % ↗August 2026, Destatis
Baupreise+5 % p.a. ↗Q2 2026 Destatis
ETW Ø DE /m²3.286 €/m² ↗Sept. 2026 Immowelt

Markt & Preise

Wohngeld-Rekord: 1,3 Millionen Haushalte, fast 5 Milliarden Euro

Destatis hat am 25. September frische Zahlen veröffentlicht: Ende 2025 bezogen rund 1,3 Millionen Haushalte Wohngeld, 7,2 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Damit bezogen 3,2 Prozent aller privaten Haushalte den Zuschuss. Die staatlichen Ausgaben kletterten von rund 4,69 auf 4,99 Milliarden Euro, ein Plus von 6,4 Prozent. Beides sind Rekordwerte seit Beginn der Zeitreihe 2005.

Was bedeutet das für Flipper? Wer Bestandswohnungen verkauft, sollte wissen: Ein wachsender Teil der Mieter lebt von staatlicher Unterstützung. Das signalisiert zugleich echte Wohnungsnot und damit weiter stabile Nachfrage nach günstigem Wohnraum.

Quelle: Onvista / dpa-AFX, 25.09.2026

Mietpreisanstieg in der ersten Jahreshälfte: Städte drehen hoch

Auch in der ersten Jahreshälfte 2026 setzen die Angebotsmieten in allen Städtekategorien ihren Aufwärtstrend mit hoher Dynamik fort. Das bestätigt, was im Markt spürbar ist: Wer eine sanierte Wohnung vermietet oder verkauft, hat Rückenwind. Der Berliner Markt für Wohn- und Geschäftshäuser hat im Verlauf des ersten Halbjahres 2026 spürbar an Dynamik gewonnen. Für den Exit beim Fix & Flip heißt das: Zügige Fertigstellung und gute Energieklasse zahlen sich aus.

Quelle: DEAL Magazin, September 2026

Renovierung & Bau

Heizungskosten-Check 2026: Wärmepumpe stabil, Scheitholz zieht an

Die Verbraucherzentrale Hamburg hat 21 Heiztechniken unter die Lupe genommen. Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe kostet 2026 durchschnittlich 36.000 Euro, genauso viel wie im Vorjahr. Auch Gasheizungen blieben mit rund 16.000 Euro stabil. Scheitholzvergaserkessel verteuerten sich dagegen um elf Prozent auf etwa 30.000 Euro, Luft-Luft-Wärmepumpen um acht Prozent. Leichte Preisrückgänge gab es bei Brennstoffzellen mit Gas-BHKW und Holzhackschnitzelöfen.

Für die Reno-Kalkulation bedeutet das: Wärmepumpen-Budget ist stabil planbar, andere Techniken bewegen sich. Wer gerade eine Heizung im Angebot hat, vergleicht besser neu.

Quelle: Immowelt Impuls / Verbraucherzentrale Hamburg, 28.09.2026

Bauaufträge im Juli gesunken: Weniger Neubau, mehr Luft für Sanierer

Der Auftragseingang im Bauhauptgewerbe ist im Juli zurückgegangen. Das klingt erstmal nach schlechten Nachrichten, ist für Fix & Flipper aber zweischneidig. Weniger Neubauaufträge bedeuten: Handwerker haben freiere Kapazitäten und sind eher bereit, Sanierungsprojekte anzunehmen.

Nahezu alle befragten Bauunternehmen berichten über gestiegene Preise, insbesondere für Dieselkraftstoff, Bitumen und Energie. 75 Prozent gaben an, die gestiegenen Kosten nicht vollständig weitergeben zu können. Günstiger werden die Handwerker deswegen nicht, aber verfügbarer schon.

Quelle: new-facts.eu / dts Nachrichtenagentur, 25.09.2026 / Bauindustrie.de

Finanzen, Recht & Steuern

Bauzins heute: 4,22 Prozent effektiv, Topzins-Korridor 3,3 bis 3,9 Prozent

Der aktuelle Topzins (Stand 28.09.2026) für ein 10-jähriges Darlehen über 350.000 Euro liegt bei 4,22 Prozent effektiv. Der Dr. Klein Expertenrat geht für das zweite Halbjahr 2026 davon aus, dass der Topzins für 10-jährige Darlehen zwischen 3,3 und 3,9 Prozent liegt.

Wer jetzt finanziert, bewegt sich also am oberen Ende dieses Korridors. Die EZB-Erhöhungen vom Juni und September haben die langen Zinsen angeschoben, ohne sie zu explodieren. Für Flip-Finanzierungen mit kurzer Laufzeit bleibt der variable Euribor-Kurs die entscheidende Stellschraube.

Quelle: Dr. Klein, Stand 28.09.2026

Wohngeld-Reform 2027: Ein Drittel der Empfänger fliegt raus

Wer Wohnungen an einkommensschwache Mieter vermietet, sollte das auf dem Schirm haben. Der Regierungsentwurf zur Wohngeldreform (Kabinett 06.07.2026, Bundesrat seit 13.08.2026) setzt die zum 01.01.2027 fällige Fortschreibung aus. Zusätzlich soll die Heizkostenkomponente halbiert und der Formelparameter angehoben werden.

  • Erwartete Einsparung: 1,5 Milliarden Euro (2027) bzw. 2 Milliarden Euro ab 2028
  • Nach Regierungsangaben verliert rund ein Drittel der Haushalte den Anspruch

Das trifft vor allem Haushalte am oberen Einkommensrand. Für Vermieter bedeutet das: Potenzielle Mieter mit aktuellem Wohngeld könnten 2027 Liquiditätsprobleme bekommen.

Quelle: Deutschlandrechner.de / Gesetzentwurf BMWSB, Stand 13.09.2026

Fazit

Der Markt bewegt sich, aber auf Sparflamme. Die Wohnungsnachfrage ist stabil, die Wohngeld-Zahlen belegen das. Die Baukosten (+5 % im Jahresvergleich) fressen Marge, aber wer das in seiner Kalkulation hatte, ist nicht überrascht. Der Bauzins bei 4,22 Prozent effektiv ist unbequem, aber nicht neu. Wer jetzt kauft, kauft in einem Markt mit klarer Richtung: moderat steigende ETW-Preise, weiter knappes Angebot, stabile Nachfrage. Die Heizperiode ab Oktober ist eine Erinnerung: Energieklasse beim Exit ist kein Nice-to-have mehr, sondern bares Geld.