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Flipper News (30.09.2026) - Kaufpreise verlieren Tempo, Balkon-Bonus, Berlin-Risiko

Markt schickt gemischte Signale: Kaufpreise verlieren Schwung, Zinsen bleiben rau

Der Markt schickt heute ein paar interessante Signale. Kaufpreise verlieren an Schwung, die Zinsen bleiben unangenehm hoch und Berlin liefert wieder Stoff für Diskussionen. Los geht's.

EURIBOR 12M3,11 % ↗Flip-Zins ca. 4,6–5,1 %
EZB Leitzins2,65 % ↗+0,25 Pp. / 10.09.
Inflation DE2,9 % (Aug.) ↗Destatis, endgültig
Baupreise+3,3 % p.a. ↗BBSR-Prognose 2026
ETW Ø DE /m²ca. 3.286 €/m² ↗Sep. 2026, immowelt

Markt & Preise

immowelt Preiskompass Q3: Kauf verliert, Miete gewinnt

Der deutsche Kaufmarkt verliert an Tempo. Im dritten Quartal 2026 stiegen die Angebotspreise für Wohnungen und Häuser zwar noch, aber immer langsamer. Gleichzeitig verschiebt sich die Suchnachfrage spürbar in Richtung Mietsegment.

Bundesweit legten Bestandswohnungen und Einfamilienhäuser um je 0,7 Prozent zu. In den 15 größten Städten sieht es gespalten aus: Düsseldorf und Essen zogen bei Wohnungen um über 3,5 Prozent an, Berlin stagniert fast. Bei Häusern verbuchten Berlin und Frankfurt sogar Rückgänge.

Parallel stieg der Anteil der Mietanfragen auf 81,7 Prozent, während Kaufanfragen bundesweit auf 18,3 Prozent zurückgingen.

Für Flipper heißt das: Wer in B-Städten und Randlagen einkauft und sauber saniert, hat aktuell bessere Karten als in den überhitzten Top-7.

Quelle: immowelt Impuls

Berlin und die Enteignung: Kapital macht die Fliege

Nach dem Wahlsieg in Berlin knüpft die Linke Koalitionsgespräche an die Enteignung großer Wohnungsbaukonzerne. Wirtschaftsverbände warnen vor schwerwiegenden Folgen für den Investitionsstandort. Als Bedingung für eine Regierungsbeteiligung pocht die Linke weiter auf die Umsetzung des Volksentscheids.

Der Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften bezeichnete die Debatte als Belastung für den Standort. Laut BVK führen Enteignungsdrohungen dazu, dass privates Kapital rasch in andere europäische Metropolen oder die USA abwandert. Bereits zwischen 2024 und 2025 sanken die gewerblichen Immobilieninvestitionen in Berlin um 200 Millionen Euro.

Für Flipper im Bestand ist Berlin damit weiterhin ein politisches Minenfeld. Einzelne Objekte mit klarem Exit können funktionieren. Großes Kapital schaut lieber woanders hin.

Quelle: immowelt Impuls

Kaufmarkt Ost und West: Zwei Länder, zwei Wohnbiografien

Eine Befragung von Dr. Klein zeigt nachhaltige Unterschiede im Wohnverhalten zwischen Ost- und Westdeutschland. In den östlichen Bundesländern leben aktuell 60 Prozent der Menschen zur Miete, im Westen sind es 52 Prozent.

Als Hauptmotiv für einen Immobilienkauf nennen im Osten 43 Prozent der Interessierten den Wunsch nach Unabhängigkeit von Vermietern und Mietsteigerungen, verglichen mit 34 Prozent im Westen.

Das ist kein Kuriosum, das ist eine Marktchance. Wer sauber sanierte Eigentumswohnungen in ostdeutschen Wachstumsstädten anbietet, trifft auf eine wachsende Käuferschicht mit klarem Motivprofil.

Quelle: immowelt Impuls

Renovierung & Bau

Wenn der Architekt das Budget sprengt: Kein Geld für schlechte Pläne

Nach einem Urteil des Oberlandesgerichts Celle entfällt der Honoraranspruch eines Architekten, wenn dessen Entwurf das vereinbarte Budget um mehr als 50 Prozent überschreitet. Im verhandelten Fall plante ein Architekturbüro für die energetische Sanierung eines Wohnhauses Kosten von über 534.000 Euro, obwohl ein Rahmen von rund 300.000 Euro besprochen war. Das Gericht wies die Honorarklage ab, da der Architekt die Kostengrenzen des Auftraggebers beachten muss. Überschreitet die Planung den Rahmen drastisch, gilt die Leistung als wertlos und der Bauherr kann die Zahlung verweigern.

Gut zu wissen – besonders für alle, die eine Sanierung mit Planungsbüro stemmen. Budget schriftlich fixieren und Kostenphasen klar vereinbaren. Das Urteil stärkt die Position des Bauherrn deutlich.

Quelle: immowelt Impuls / OLG Celle

Wer baut eigentlich? Mehr als jeder zweite Bodenkleber kommt aus dem Ausland

Im deutschen Baugewerbe und Handwerk spielen Beschäftigte mit Einwanderungsgeschichte eine zentrale Rolle. Das zeigen neue Daten. Vor allem in Mangelberufen wie der Bodenverlegung und dem Gerüstbau stellen Zuwanderer bereits die Mehrheit der Arbeitskräfte.

  • Bodenverlegung: 54 Prozent Anteil mit Einwanderungsgeschichte
  • Gerüstbau: 51 Prozent

Das hat direkte Relevanz für Fix-&-Flip-Kalkulationen: Wer gute Handwerker hat, hat einen echten Wettbewerbsvorteil. Und wer auf schnelle Verfügbarkeit von Gewerken angewiesen ist, sollte Zuwanderungs- und Integrationspolitik durchaus auf dem Radar haben.

Quelle: immowelt Impuls / Destatis

Finanzen, Recht & Steuern

September-Inflation: Destatis legt heute die Zahlen vor

Der Markt schaut heute auf das Statistische Bundesamt. Die Behörde legt die September-Inflationsrate vor. Der Preisauftrieb könnte die EZB bald zum nächsten Zinsschritt zwingen.

Analysten erwarten im Schnitt, dass die Teuerung um 0,1 Prozentpunkte auf 3 Prozent ansteigt. Im August lag die deutsche Inflationsrate bei 2,9 Prozent im Jahresvergleich.

Klar ist: Wenn die Zahl heute über 3 Prozent kommt, dürfte das die Diskussion über eine weitere EZB-Erhöhung im Oktober befeuern. Die nächste EZB-Sitzung ist am 29. Oktober. Flipper sollten das im Blick behalten, denn Baufinanzierungszinsen folgen dem Kapitalmarkt, nicht direkt der EZB. Aber die Stimmung zählt.

Quelle: FTD

Balkon schlägt alles – außer bei Mietern

Wohnungen mit Balkon sind beim Kauf deutlich gefragter als Angebote ohne Balkon. Bei Mietwohnungen zeigt sich dagegen inzwischen das umgekehrte Bild. Das geht aus einer Analyse von ImmoScout24 hervor. Im zweiten Quartal 2026 erhielten zum Verkauf angebotene Wohnungen mit Balkon durchschnittlich 19 Prozent mehr Anfragen pro Inseratstag als Wohnungen ohne Balkon.

Bei Eigentumswohnungen bleibt die Preisdifferenz mit rund zwölf Prozent stabil: Mit Balkon werden im Median 4.381 Euro je Quadratmeter verlangt, ohne Balkon 3.903 Euro.

Für Flipper ist das ein klares Signal: Wenn irgendwie baulich möglich, lohnt sich ein Balkon oder eine Terrasse. Zwölf Prozent mehr beim Verkaufspreis kann bei einer 60-qm-Wohnung schnell 30.000 Euro sein. Rechnung aufmachen.

Quelle: ImmoScout24 / Immobilien Aktuell

Fazit

Der Markt dreht sich gerade in einer interessanten Phase: Kaufpreise verlieren an Fahrt, Mietanfragen ziehen an, und die Zinsseite bleibt rau. Für Flipper bedeutet das vor allem eines: Einkauf und Exit-Kalkulation müssen sitzen. Wer auf Verhandlung beim Einkauf setzt, hat in diesem Umfeld bessere Chancen als in den Boomjahren. Auf der Verkaufsseite gewinnen Qualität und Ausstattung – Stichwort Balkon, Energieeffizienz. Und politische Risiken wie in Berlin sollten bei der Standortwahl zumindest mitgedacht werden.