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Flipper News (31.08.2026) - Immobilienklima, Berlin-Markt, Inflation & BFH-Urteile

Markt, Stimmung und Steuerrecht – was heute zählt

EURIBOR 12M 2,99 % Flip-Zins ~4,5–4,9 %
EZB Leitzins 2,40 % seit 11.06., nächste Sitzung 10.09.
Inflation DE 2,8 % (Juli) Aug-Vorabzahl 31.08.
Baupreise +3,3 % (Q1/Feb) Prognose BBSR +2,7 % 2026
ETW Ø DE /qm ca. 3.280–3.451 €/qm Bestand, Aug/Jun 2026

Markt & Preise

Immobilienklima kippt im August: Stimmung auf Vorjahresminus

Das Deutsche Hypo Immobilienklima (NORD/LB Real Estate Finance) ist im August um 6,0 Prozent auf 81,4 Punkte gesunken. Damit liegt der Index 11,7 Prozent unter dem Vorjahreswert. Besonders das Investmentklima gibt nach: minus 7,4 Prozent auf 75,9 Punkte. Beide Teilindikatoren bleiben damit deutlich unter der neutralen 100-Punkte-Marke.

Was steckt dahinter? Die Experten sprechen von einer Phase der „Bodenbildung" – und nicht von einer Trendwende. Das Transaktionsvolumen bleibt unter früheren Marktphasen, vor allem im Bürosegment ist die Preisfindung noch nicht abgeschlossen. Für Fix & Flip bedeutet das: Der Wohnungsmarkt ist stabiler als der gewerbliche, aber die Stimmung bleibt verhalten. Wer jetzt kauft, kauft in einem Markt, der keine großen Sprünge macht. Das ist keine schlechte Nachricht.

Quelle: Deutsche Hypo / NORD/LB Real Estate Finance

Berlin Immobilienmarkt 2025: Mehr Deals, stabile Preise, ETW teurer

Der Gutachterausschuss Berlin hat seinen Immobilienmarktbericht 2025/2026 veröffentlicht. Ergebnis: 22.912 Verkäufe – zehn Prozent mehr als im Vorjahr. Der Geldumsatz stieg um acht Prozent auf 16,1 Milliarden Euro. Bei Eigentumswohnungen stieg der mittlere Kaufpreis um fünf Prozent auf 5.511 Euro je Quadratmeter. Neubauwohnungen: im Schnitt 8.108 Euro je Quadratmeter.

Das klingt gut. Der Haken: Das erste Quartal 2026 zeigt laut Bericht bereits wieder eine rückläufige Entwicklung. Berlin bleibt also interessant für Flip-Investoren, aber es ist kein Selbstläufer mehr.

Quelle: Immobilien Aktuell / Gutachterausschuss Berlin

Renovierung & Bau

Büroleerstand wird zu Wohnraum: Bundesförderung ohne Mietobergrenzen

Die Bundesregierung legt ein Programm auf, das die Umwandlung von leerstehendem Büroraum in Wohnungen fördern soll. Es gibt zinsverbilligte Darlehen – und erstmals keine Mietobergrenzen. Das klingt interessant. Aber Realisten sollten die Hürden kennen: Planungsrecht, Brandschutz, Belichtung und Barrierefreiheit machen Büro-to-Wohn-Umbauten oft aufwendiger als gedacht. Gefördert werden vor allem Projekte, die sich wirtschaftlich tragen – das heißt mittleres bis oberes Preissegment. Wer also ein geeignetes Bürogebäude im Blick hat und die Umnutzungskompetenz mitbringt, sollte sich das genauer ansehen.

Quelle: immowelt

Finanzen, Recht & Steuern

Inflation August: Was die Destatis-Zahlen bedeuten

Im Juli lag die Teuerungsrate bei 2,8 Prozent. Haupttreiber: Kraftstoffe, die um 23 Prozent teurer waren als vor einem Jahr. Grund ist der Iran-Krieg, der die Straße von Hormus blockiert, und der Wegfall des staatlichen Tankrabatts Ende Juni. Die Bundesbank erwartet, dass es zunächst weiter teurer wird. Das ADAC sieht 2026 auf dem Weg zum teuersten Tankjahr aller Zeiten.

Für Flipper ist das relevant: Handwerker und Materiallieferanten rechnen höhere Transportkosten weiter. Und die EZB schaut genau hin, bevor sie am 10. September entscheidet.

Quelle: dpa-AFX / investing.com

BFH-Urteil: Gutachterausschuss-Preise sind bindend bei Erbschaft und Schenkung

Der Bundesfinanzhof hat entschieden: Die vom Gutachterausschuss ermittelten Vergleichspreise für Immobilien sind für das Finanzamt und für Steuerpflichtige bei der Grundstücksbewertung für Erbschaft- und Schenkungsteuer maßgebend. Finanzgerichte dürfen nur bei offensichtlichen Unrichtigkeiten eingreifen.

Konkret hieß es im Streitfall: Das Finanzamt setzte eine ererbte ETW auf Basis von 20 Vergleichspreisen auf 186.000 Euro fest. Die Erben wollten das anfechten und scheiterten. Was das für Flipper bedeutet: Wer Immobilien innerhalb der Familie überträgt oder erbt, sollte vorher prüfen, ob die Gutachterausschuss-Werte realistisch sind. Nachträgliches Argument macht laut BFH kaum noch Sinn.

Quelle: Glashauser Kollegen Steuerberater (BFH Az. II R 6/23)

Kaufpreis in Raten? Das Finanzamt schaut auf den Zinsanteil

Ein klassisches Thema bei Familiengeschäften: Immobilien werden nicht sofort voll bezahlt, sondern in Raten über mehrere Jahre. Klingt praktisch. Aber der BFH hat klargestellt: Wenn im Ratenkaufvertrag keine Zinsen vereinbart sind, kann das Finanzamt trotzdem einen Zinsanteil unterstellen und diesen als steuerpflichtige Kapitaleinkünfte behandeln.

Das betrifft besonders Eltern, die Grundstücke oder Wohnungen an Kinder verkaufen. Ohne ausdrücklich vereinbarten Zins kann es zu einer ungewollten Steuerpflicht kommen. Kurz: Ratenkaufverträge für Immobilien immer mit Steuerberater abstimmen.

Quelle: NRT Steuerberater NRW, Kanzleinachrichten August 2026

Fazit

Der Markt stabilisiert sich, aber die Stimmung bleibt hinter den Zahlen zurück. Das Immobilienklima der Deutschen Hypo zeigt: Kapital ist da, aber es wird selektiv investiert. Wer jetzt kauft, hat gute Argumente für Verhandlungen, weil Verkäufer keine Euphorie im Rücken haben. Die beiden BFH-Urteile rund um Gutachterausschusspreise und Ratenzahlung sind echte Pflichtlektüre für alle, die Immobilien innerhalb der Familie bewegen.