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Flipper News (03.08.2026) - Leipzig, Baupreise, Jung kauft Alt & Büro-Umnutzung

August-Auftakt: Altbau-Förderung, Baupreisschub und Berliner Mietkontrolle

Der August startet mit einem echten Highlight für alle, die Altbauten im Blick haben: „Jung kauft Alt" wird heute massiv aufgebohrt. Und sonst? Baupreise ziehen wieder an, Berlin bastelt an einer Miet-Datenbank und die Inflation drückt weiter aufs Gemüt.

EURIBOR 12M2,69 %Flip-Zins ca. 4,2–4,7 %
EZB Leitzins2,40 %Pause Juli / Sept. heiß
Inflation DE2,8 %Juli 2026 Destatis
Baupreise+5,0 % p.a.Mai 2026 Destatis
ETW Ø DE/m²3.280 €/m²Aug. 2026 Immowelt

Markt & Preise

Leipzig zieht davon: Plus 2,9 % in einem Quartal

Wer die Preisentwicklung der letzten Monate in den deutschen Großstädten betrachtet, sieht ein gemischtes Bild. Aber eine Stadt sticht klar heraus: Im Vergleich zum Vorquartal kletterten die Preise für Eigentumswohnungen in Leipzig um 2,9 %. Damit lässt Leipzig bei der Preisdynamik die anderen Top-7-Städte weit hinter sich.

Im Süden dagegen etwas Luft: Bei Eigentumswohnungen dreht der Index mit knapp 0,6 % in Stuttgart und rund 1 % in Frankfurt und München ins Minus. Für Flipper bedeutet das: Wer im Einkauf clever ist, findet gerade im Westen und Süden mehr Verhandlungsspielraum. Leipzig bleibt ein Markt zum Hinschauen.

Quelle: vergleich.de / Dr. Klein Trendindikator, Stand 16.07.2026

Berlin dreht an der Mietschraube: Digitales Mietenkataster kommt

Vermieter in Berlin aufgepasst. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung hat Anfang Juli mitgeteilt, dass es ab sofort die Möglichkeit der Online-Anzeige von Mietpreisüberhöhungen gibt. Wenn die digitale Anzeige eingegangen ist, setzt sich das Bezirksamt mit dem Mieter in Verbindung und klärt, ob eine Mietpreisüberhöhung vorliegt. Das Bezirksamt kann dann weitere Informationen und Unterlagen anfordern. Ergibt die Prüfung einen Anfangsverdacht, kann ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet werden.

Obendrauf: Eine KI-gestützte Vorprüfung soll Anhaltspunkte für mögliche Verstöße gegen Mietrecht entdecken. Für Flipper mit Berliner Bestand gilt: Wiedervermietungsmieten sehr sorgfältig am Mietspiegel prüfen und dokumentieren. Das Risiko für nachlässige Vermieter steigt.

Quelle: haufe.de

Renovierung & Bau

Baupreise Mai: Plus 5 % – und das ist kein Tippfehler

Die neuesten Destatis-Zahlen haben es in sich. Die Preise für den Neubau konventionell gefertigter Wohngebäude sind im Mai 2026 gegenüber Mai 2025 um 5,0 % gestiegen. Im Februar 2026, dem vorherigen Berichtsmonat, hatte der Preisanstieg im Vorjahresvergleich noch 3,3 % betragen. Im Quartalsvergleich erhöhten sich die Baupreise im Mai 2026 gegenüber Februar 2026 um 2,4 %.

Damit ist die kurze Phase der Beruhigung erstmal Geschichte. Für Flip-Kalkulationen heißt das: Renovierungsbudgets, die älter als ein Quartal sind, nochmal anfassen. Was im März galt, ist heute oft schon zu knapp gerechnet.

Quelle: destatis.de

Mehr Renovierungswillen, aber kein Handwerker in Sicht

Die Stimmung bei Hauseigentümern dreht. Laut einer Studie von MyHammer fühlen sich 38 % der Befragten im Jahr 2026 sicherer dabei, Geld in ihre Immobilie zu investieren, als noch im Vorjahr. Gleichzeitig geben 36 % an, lieber zu renovieren als den Wohnort zu wechseln.

Klingt gut für alle, die Objekte verkaufen wollen. Aber: Der Fachkräftemangel wirkt weiterhin als Wachstumsbremse. 36 % der Befragten berichten von Schwierigkeiten, einen passenden Betrieb zu finden. Elf Prozent mussten geplante Projekte sogar vollständig absagen, weil keine Kapazitäten verfügbar waren.

Die Nachfrage nach sanierten Objekten steigt also. Wer fertig renoviert anbietet, hat gerade gute Karten.

Quelle: meistertipp.de

Finanzen, Recht & Steuern

„Jung kauft Alt" wird richtig attraktiv

Die staatliche Förderbank KfW passt die Konditionen für das Förderprogramm „Jung kauft Alt" grundlegend an. Ab dem 3. August 2026 treten Reformen in Kraft, die darauf abzielen, den Erwerb und die anschließende energetische Sanierung von älteren Wohngebäuden für Familien attraktiver zu gestalten.

Konkret betragen die Förderhöchstsätze künftig:

  • 140.000 Euro für Familien mit einem Kind
  • 160.000 Euro für Familien mit zwei Kindern
  • 180.000 Euro für Familien ab drei Kindern

Dazu wird die Sanierung flexibler: Familien müssen nicht mehr zwingend das gesamte Gebäude auf einmal sanieren, sondern können sich auch für energetische Einzelmaßnahmen entscheiden. Der Zinssatz liegt bei 0,53 % effektiv.

Was bedeutet das für Flipper? Wer Objekte der Energieklasse F, G oder H im Portfolio hat oder einkauft, bekommt jetzt eine deutlich größere Käufergruppe, die günstig finanzieren kann. Das stützt Preise und Verkaufbarkeit bei genau diesen Objekten.

Quelle: deutsche-handwerks-zeitung.de

September-Zinserhöhung im Anmarsch?

Der EZB-Rat hat am 23. Juli die Leitzinsen nicht verändert. Im September 2026 könnte die EZB eine weitere Zinserhöhung beschließen. Hintergrund ist die steigende Inflation – sie lag im Juni in der Eurozone bei 2,80 % nach 3,20 % im Mai.

Die deutschen Zahlen für Juli zeigen: Die Inflationsrate in Deutschland wird im Juli 2026 voraussichtlich +2,8 % betragen. Haupttreiber sind die Energiepreise mit +8,3 % gegenüber dem Vorjahresmonat.

Der nächste EZB-Termin mit Zinsentscheidung ist der 10. September. Wer aktuell noch Finanzierungen abschließen kann, sollte das im Blick haben.

Quelle: finanztip.de / destatis.de

Sonstiges

Büros zu Wohnungen: Der Staat legt Geld drauf

Wer Gewerbe-zu-Wohn-Umnutzung im Kopf hat, bekommt frischen Rückenwind. Um der Wohnungsnot entgegenzuwirken, plant die Bundesregierung im Sommer 2026 ein Programm, das die Umwandlung von Büroleerstand in Wohnungen erleichtern soll. Eigentümer erhalten zinsverbilligte Darlehen – und erstmals gelten dabei keine Mietobergrenzen.

Das Programm richtet sich besonders an Städte mit hohem Leerstand, doch der Umbau bleibt anspruchsvoll: Planungsrecht, Brandschutz, Belichtung und Barrierefreiheit setzen enge Grenzen. Kein Selbstläufer also. Aber für Macher mit etwas Erfahrung im Baurecht könnte das ein echter Hebel sein – gerade in B-Städten mit vielen leeren Büroflächen.

Quelle: immowelt.de

Fazit

Der Start in den August bringt gemischte Signale. Die Baupreise ziehen wieder kräftig an, die Inflation bleibt störrisch hoch und der September verspricht zinspolitisch spannend zu werden. Gleichzeitig ist die Käuferseite aktiver als lange: Die aufgebohrte KfW-Förderung für Altbauten schafft eine neue Nachfragekategorie für genau die Objekte, die Flipper gerne kaufen. Wer aktuell sanierte F-G-H-Objekte im Angebot hat oder plant, sollte die neuen Konditionen aktiv kommunizieren. Im Einkauf gilt weiterhin: Kalkulation mit aktuellen Baupreisen und ausreichend Puffer – denn die Kosten auf der Handwerkerseite steigen weiter.