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Flipper News (04.08.2026) - Baugenehmigungen erholen sich, Jung kauft Alt wird großzügiger, Bauzinsen springen

Drei rote Felder im Dashboard – aber keine Panik

Drei rote Felder im Dashboard, aber keine Panik. Wer gut einkauft, hat auch bei 4 % Zinsen und 2,8 % Inflation noch was zu lachen. Die News zeigen: Die Lage ist komplex, aber nicht hoffnungslos.

EURIBOR 12M2,69 %Flip-Zins ca. 4,2–4,7 %
EZB Leitzins2,40 %Pause seit 23.07.
Inflation DE2,8 %Juli 2026 Destatis
Baupreise+3,3 % p.a.Feb. 2026 Destatis
ETW Ø DE /qm3.280 €/qmAug. 2026 immowelt

Markt & Preise

Baugenehmigungen: Der Boden ist durch

Von Januar bis Mai 2026 wurden in Deutschland 104.700 Wohnungen genehmigt. Das sind 15,4 % mehr als im selben Zeitraum des Vorjahres. Kein Rekordjahr, aber ein klares Zeichen: Der Absturz ist gestoppt. Für Fix-and-Flip-Investoren heißt das mittelfristig: Bestand bleibt knapp, Preise haben Rückenwind.

Quelle: baulinks.de

Berlin unter Druck: Familien zahlen 44 % fürs Wohnen

Eine aktuelle Immowelt-Auswertung zeigt es in aller Deutlichkeit: In der Berliner Gropiusstadt gehen 44,3 % des Familieneinkommens allein für die Warmmiete drauf. Nur vier von 93 untersuchten Berliner Ortsteilen kommen unter die 30-Prozent-Marke. Das ist politischer Sprengstoff, aber gleichzeitig ein starkes Argument für Eigentum gegenüber Mietern in Kaufgesprächen.

Quelle: immowelt impuls

Mietmarkt kühlt ab, aber nicht überall

Laut Handelsblatt haben die Angebotsmieten in deutschen Städten im zweiten Quartal 2026 meist nur noch leicht zugelegt. Das Bild ist nicht mehr einheitlich: In manchen Großstädten steigen die Mieten stark, in anderen stagnieren oder sinken sie sogar. Für Flips in B-Lagen lohnt sich ein genauer Blick auf die lokale Mietdynamik, bevor man auf Vermieter-Exit setzt.

Quelle: handelsblatt.com

Renovierung & Bau

Kompakter, höher, schneller: So sieht die Zukunft des Bauens aus

Gordon Gorski von der Bayerischen Hausbau Development erklärt im Interview, wie Projektentwickler auf steigende Zinsen und knappe Flächen reagieren. Statt großer Grundrisse gibt es kleinere Gebäudeflächen mit mehr Stockwerken, Holzhybridbau mit vorgefertigten Teilen verkürzt die Bauzeit von 24–30 auf 15 Monate. Auch KI soll künftig Grundrisse und Haustechnik planen. Für Flipper im Bestand weniger direkt relevant, aber zeigt die Richtung: Effizienz und Geschwindigkeit entscheiden.

Quelle: immowelt impuls

Gebäudemodernisierungsgesetz tritt in Kraft

Seit dem 29. Juli 2026 gilt das neue Gebäudemodernisierungsgesetz. Die gute Nachricht für Bestandshalter: Neue Gasheizungen bleiben erlaubt. Die schlechte: Mit einer Pflicht zur Beimischung klimafreundlicher Gase könnten laut Institut der deutschen Wirtschaft die Heizkosten bis 2040 steigen. Wer heute eine Immobilie mit Gasheizung kauft oder verkauft, sollte diese Langfristperspektive im Exposé und in der Kalkulation berücksichtigen.

Quelle: haufe.de

Finanzen, Recht & Steuern

„Jung kauft Alt" wird großzügiger: Mehr Geld für Familien

Seit dem 3. August 2026 gilt: Das KfW-Programm „Jung kauft Alt" wurde kräftig aufgewertet. Der maximale Förderkredit steigt je nach Kinderzahl auf bis zu 180.000 Euro, der Effektivzins wird aus Bundesmitteln auf 0,53 % verbilligt. Neu und besonders praktisch: Familien müssen nicht mehr das gesamte Gebäude auf einmal sanieren, sondern können auch Einzelmaßnahmen fördern lassen. Das Programm richtet sich an Familien, die sanierungsbedürftige Bestandsgebäude kaufen. Direkter Wettbewerb für Fix-and-Flip-Anbieter in diesem Segment, aber auch klares Signal: Der Bestand ist politisch gewollt.

Quelle: haufe.de

Bauzinsen Juli: Sprung um 0,3 bis 0,4 Prozentpunkte

Im Juli 2026 sind die Bauzinsen spürbar gestiegen. Der Topzins für 10-jährige Darlehen kletterte laut Dr. Klein von rund 3,3 % Anfang Juli auf etwa 3,7 % Ende Juli. Für August erwarten die Experten Seitwärtsbewegung zwischen 3,6 und 3,8 %. Interhyp sieht einen Rückfall unter 3,5 % bis Ende August als unwahrscheinlich. Für kurzlaufende Flip-Finanzierungen bleibt der Korridor bei etwa 4,2 bis 4,7 % effektiv.

Quelle: drklein.de

Mietrechtsreform: Erste Lesung im Bundestag

Die Mietrechtsreform 2026 hat die erste Lesung im Bundestag hinter sich. Parallel liegt ein Grünen-Antrag vor, der Eigenbedarfskündigungen deutlich einschränken und die Mietpreisbremse schärfer machen soll. Noch nichts Beschlossenes, aber es zeigt die politische Richtung. Für Flipper, die auf Vermietung statt Verkauf setzen: Augen offen halten.

Quelle: haufe.de

Fazit

Heute ist ein guter Tag, um das eigene Portfolio-Denken zu schärfen: Die Inflation zieht wieder an, Bauzinsen haben einen Sprung gemacht und die EZB hält fürs Erste. Das drückt auf die Einkaufslaune, aber genau hier liegt die Chance. Wer jetzt mit kühlem Kopf einkauft, günstig finanziert und sauber kalkuliert, sitzt in zwei Jahren auf der richtigen Seite des Tisches.

Der Start von „Jung kauft Alt" in der neuen Ausbaustufe ist ein konkretes Signal: Der Bestand ist politisch klar bevorzugt. Wer Objekte aufbereitet und familientauglich macht, spielt direkt in diesen Trend. Das Gebäudemodernisierungsgesetz schafft neue Unsicherheiten bei Gasheizungen, aber auch klare Kaufargumente für gut sanierte Objekte mit moderner Haustechnik.