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Flipper News (05.08.2026) - Gebäudemodernisierungsgesetz, KfW-Aufstockung & Bauzinsen

Neue Gasheizung, neue Kostenfalle, neue KfW-Regeln – und Berlin zeigt Zähne

EURIBOR 12M 2,69 % ↗ Flip-Zins ca. 4,2–4,7 %
EZB Leitzins 2,40 % ↗ +0,25 Pp. / 11.06.
Inflation DE 2,8 % ↗ Juli 2026 Destatis
Baupreise +2,7 % (2026) ↗ BBSR-Prognose 2026
ETW Ø DE /qm ca. 3.280 €/qm ↗ Aug. 2026 immowelt

Markt & Preise

Angebotsmieten verlieren Tempo, aber nicht überall

Die Preise für Angebotsmieten in deutschen Städten haben im zweiten Quartal 2026 meist nur noch leicht zugelegt. Doch es gibt Ausnahmen, vor allem abseits der Metropolen. Was das für Flipper bedeutet: Wer saniert und vermietet statt sofort verkauft, sollte genau hinschauen, wo er steht. In den Großstädten läuft die Mietdynamik nicht mehr automatisch auf Hochtouren. Die Mietrendite muss jetzt kalkuliert, nicht mehr erhofft werden.

Quelle: Handelsblatt

Berlin schickt Post an Vermieter: Mietkataster läuft an

Derzeit bekommen Vermieter Post vom Land Berlin wegen mutmaßlich überhöhter Angebotsmieten. Die Immobilienwirtschaft kritisiert das behördliche Prüfverfahren harsch. Das ist kein symbolischer Akt mehr. Berlin prüft aktiv und schreibt aktiv an. Wer in Berlin Bestandsobjekte hält oder gerade saniert hat, sollte seine Angebotsmieten sorgfältig begründen können. Dokumentation ist ab sofort kein Nice-to-have.

Quelle: Handelsblatt

Bauzinsen August: Knapp unter 4 % oder drüber, je nach Bank

Die aktuellen Bauzinsen liegen Anfang August bei rund 3,6 bis 4,1 % effektiver Jahreszins für eine 10-jährige Zinsbindung und bei 3,8 bis 4,3 % für eine 20-jährige Zinsbindung. Im August 2026 liegt ein Topzins im Idealfall bei rund 3,93 Prozent. Kurzläufer für Fix & Flip liegen je nach Bank und Eigenkapital in der Regel 0,5 bis 1 Prozentpunkt darüber. Die 4,5-%-Marke ist keine Theorie mehr.

Quelle: Vergleich.de / baufi24.de

Renovierung & Bau

Neue Gasheizung rein, Kosten raus: Das Gebäudemodernisierungsgesetz schlägt zu

Seit dem 29. Juli 2026 gilt bei neuen Gas- oder Ölheizungen im Bestand eine feste Regel: Vermieter und Mieter teilen sich die Netzkosten und CO₂-Kosten je zur Hälfte, egal wie gut das Gebäude gedämmt ist. Und das ist erst der Anfang:

  • Schon im günstigen Fall entstehen für eine 80-Quadratmeter-Wohnung ab 2029 Zusatzkosten von rund 330 Euro im Jahr.
  • Bis 2045 kann der Betrag auf über 1.000 Euro steigen.

Für die Flip-Kalkulation heißt das: Fossile Heizung im Bestand ist kein neutrales Feature mehr. Wer mit Wärmepumpe oder Fernwärme verkauft, hat ein echtes Argument beim Exit-Preis.

Quelle: immowelt impuls

Kompakter, schneller, teurer: So baut die Branche gerade

Statt 10.000 sollen künftig nur noch 5.000 Quadratmeter Gebäudegrundfläche bebaut werden, der übrige Platz wächst in die Höhe. Holzhybridgebäude mit vorgefertigten Teilen verkürzen die Bauzeit von bislang 24 bis 30 auf 15 Monate. Wegen gestiegener Bauzinsen werden Grundrisse zunehmend kompakter geplant, da zusätzliche Fläche die Gesamtkosten deutlich erhöht. Was Entwickler im Neubau gerade lernen, gilt für Fix & Flip schon immer: Jeder unnötige Quadratmeter frisst Rendite. Effizienz schlägt Opulenz.

Quelle: immowelt impuls

Finanzen, Recht & Steuern

„Jung kauft Alt" ab heute: KfW dreht kräftig auf

Das Bundesbauministerium und die KfW verbessern zum 3. August 2026 die Konditionen des Förderprogramms „Jung kauft Alt" für familiengeführten Bestandserwerb:

  • Der maximale Förderkredit steigt je nach Kinderzahl von bisher 150.000 Euro auf bis zu 180.000 Euro.
  • Der Effektivzins wird aus Bundesmitteln auf bis zu 0,53 Prozent verbilligt.

Das Programm richtet sich an Familien, nicht an Investoren. Aber es ist trotzdem relevant: Wer Bestandsobjekte saniert und an Familien verkauft, trifft auf Käufer mit besserer Finanzierungskraft. Das erhöht die Zahlungsbereitschaft und verkürzt die Vermarktungszeit.

Quelle: immowelt impuls / Haufe

Energieeffizienz wird beim Preis immer wichtiger

In Wolfsburg, Ingolstadt und Schweinfurt steigen die Erschwinglichkeitswerte für Wohneigentum – aber nicht weil der Markt boomt, sondern weil die Nachfrage sinkt. Preisabschläge gibt es flächendeckend für schlechtere Effizienzklassen. Der Markt bepreist Energieklassen inzwischen messbar:

  • Eine Eigentumswohnung mit der Energieeffizienzklasse A+/A kostet ca. 650 Euro pro Quadratmeter mehr als eine vergleichbare Wohnung der Klasse D/E.

Wer in der Reno-Kalkulation Dämmung und Heizung weglässt, verkauft im Schnitt günstiger. Der Spread zwischen gut und schlecht saniert wächst weiter.

Quelle: Haufe / Schwäbisch Hall

Fazit

Der Mittwoch bringt keine Drama-News, aber ein paar handfeste Signale. Das Gebäudemodernisierungsgesetz ist jetzt Realität: Fossile Heizungen werden im Bestandsportfolio zum Kostenherd. Wer das in der Kalkulation noch nicht drin hat, sollte das nachholen. Auf der anderen Seite macht „Jung kauft Alt" die Zielgruppe – also Familien mit Renovierungsbedarf – finanziell handlungsfähiger. Das ist ein echter Rückenwind für den Exit. Und die Bauzinsen? Stabil ungemütlich, aber kalkulierbar. Wer solide einkauft und sauber renoviert, hat auch in diesem Umfeld Spielraum.