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Flipper News (09.07.2026) - Immobilienpreise stabil, Bauzinsen entspannt, GModG kommt erst im Herbst

Markt läuft stabil – aber das GModG-Chaos nervt

Heute landen die finalen Inflationszahlen für Juni bei Destatis. Und das GModG steckt mal wieder im parlamentarischen Sumpf. Hier ist der Überblick für Flipper.

EURIBOR 12M2,71 %Flip-Zins ~4,2–4,7 %
EZB Leitzins2,40 %+0,25 Pp. / 11.06.
Inflation DE2,3 %Juni 2026 / vorläufig
Baupreise+2,7 %Prognose 2026 BBSR
ETW Ø DE /m²3.277 €/m²Ø Bestand / Juli 2026

Markt & Preise

Immobilienpreise Juni: Stillstand auf hohem Niveau

Im Juni 2026 sind die Immobilienpreise im gesamtdeutschen Durchschnitt auf dem Niveau des Vormonats geblieben. Laut dem EPX mean von Europace kostet eine Eigentumswohnung in Deutschland im Schnitt 3.451 €/m² (Stand: Juni 2026). Kein Boom, keine Panik. Wer gut einkauft, hat trotzdem Spielraum. Die nächste Schippe Preissteigerung kommt erfahrungsgemäß zum Herbst.

Quelle: Dr. Klein

Bauzinsen im Juli: Entspannung durch Hormus-Einigung

Im Juli 2026 sind die Bauzinsen insgesamt stabil, aber höher als noch im Februar oder März 2026. Im Vergleich zum Mai und Juni 2026 sind sie leicht gesunken. Nach der vorläufigen Einigung um die Straße von Hormus sind die Bauzinsen leicht zurückgekommen. Der effektive Topzins für ein 10-jähriges Darlehen liegt aktuell bei 3,39 % (Stand: 6. Juli 2026). Für Flipper mit kurzen Laufzeiten und variablen Konditionen ist das eine kleine Atempause.

Eine Biallo-Umfrage unter 14 Baufinanzierungs-Experten zeigt: Die Bauzinsen dürften im zweiten Halbjahr 2026 stabil bleiben. Im Schnitt erwarten die Fachleute zum Jahresende einen Zins von 3,78 % für zehnjährige Finanzierungen.

Quelle: biallo.de

Renovierung & Bau

GModG: Das Heizungsgesetz-Nachfolger kommt erst im Herbst

Die Verabschiedung des Gebäudemodernisierungsgesetzes soll auf September verschoben werden. Die Regierungsfraktionen wollen die Abstimmung im Bundestag nicht mehr vor der Sommerpause ansetzen. Das Gesetz soll zwar im Ausschuss beschlossen werden, der Bundestag stimmt aber wohl erst im September zu.

Hintergrund: Die Fraktion „Die Linke" hat beim Bundesverfassungsgericht Organklage gegen die Reform eingereicht und einen Eilantrag gestellt, der die 2. und 3. Lesung vor der Sommerpause verhindern soll. Die Fraktion sieht die Informationsrechte der Abgeordneten verletzt.

Was bedeutet das für Flipper? Das Gesetz ist noch nicht in Kraft. Bis dahin gilt das aktuelle GEG. Die 65-%-Regel bleibt also vorerst noch relevant beim Heizungstausch in Großstädten.

Quelle: Öko-Zentrum NRW

Was das GModG bringen soll: Freiheit beim Heizungstausch

Kernstück des GModG ist die Umgestaltung des bisherigen GEG. Der zentrale Paradigmenwechsel: Die Pflicht zur Nutzung von mindestens 65 % erneuerbarer Energien bei neuen Heizungen wird aufgehoben.

  • Wer ab 2029 eine Gas- oder Ölheizung einbaut, muss schrittweise steigende Anteile an Biomethan, Bioöl oder Wasserstoff nutzen (die sogenannte Bio-Treppe).
  • Vermieter dürfen Gas- und Ölheizungen einbauen, müssen dann aber die Hälfte des CO2-Preises, der Netzentgelte und der Bio-Brennstoffkosten übernehmen.

Für die Kalkulation beim Flip heißt das: Bis September läuft das alte GEG weiter. Danach gibt es mehr Flexibilität, aber die Kostenteilung für Vermieter wird ein neuer Punkt in der Due Diligence.

Quelle: Bundesregierung

Finanzen, Recht & Steuern

Finale Inflationszahlen für Juni: Die Richtung stimmt

Die endgültigen Ergebnisse für Juni 2026 werden am 10. Juli 2026 von Destatis veröffentlicht. Die Erwartung: Die Inflationsrate in Deutschland beträgt im Juni 2026 voraussichtlich +2,3 %. Die Preise für Energie steigen gegenüber dem Vorjahresmonat voraussichtlich um 3,4 % – nach +6,6 % im Mai und +10,1 % im April 2026.

Die Richtung stimmt. Aber die Kerninflation ohne Nahrungsmittel und Energie lag mit 2,5 % wieder etwas höher, nachdem sie die letzten drei Monate niedriger war. Die EZB schaut also weiter genau hin. Eine weitere Zinserhöhung am 23. Juli ist nicht ausgeschlossen.

Quelle: Destatis

Nächste EZB-Sitzung: 23. Juli ist der Termin

Bis Ende 2026 rechnen Experten noch mit bis zu zwei weiteren Zinserhöhungen der EZB auf einen Einlagensatz von 2,75 %. Sollte die Inflationsrate im Euro-Raum in den kommenden Monaten nicht sinken, könnte die EZB bei der Juli-Sitzung eine weitere Erhöhung um 0,25 Prozentpunkte beschließen.

Interhyp-Chef Jörg Utecht sieht das entspannter: Die Inflation sollte in Europa „spätestens Anfang 2027 abebben", und für die EZB gebe es damit „kaum noch Gründe, die Leitzinsen aggressiv zu erhöhen."

Quelle: Finanztip

Fazit

Kein Grund zur Aufregung. Der Markt läuft stabil, die Zinsen haben sich von ihrem März-Peak erholt und die Inflation zeigt nach unten. Das Hauptthema für Flipper bleibt die Kalkulation: Wer heute mit rund 4,0–4,5 % Flip-Finanzierungskosten rechnet und einen sauberen Einkauf macht, hat eine solide Basis. Das GModG-Chaos ist nervig, aber es ändert kurzfristig nichts – bis September gilt das alte Recht. Wer jetzt ein Objekt saniert, kalkuliert nach bekannten Regeln. Die Destatis-Zahlen könnten kurzfristig für etwas Bewegung an den Märkten sorgen. Augen auf.